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Schlimmer
als Apartheid
ANC-Veteranen
besuchen die West Bank
Von
Donald Macintyre in Hebron
Quelle:
Islampress
vom 13.07.2008
Gestern
erklärten Veteranen des Anti-Apartheid-Kampfes, daß die von Palästinensern
in den durch Israel besetzten Gebieten erlittenen Restriktionen in
mancherlei Hinsicht übler sind als das, was die schwarze Mehrheit unter
weißer Herrschaft in Südafrika erlitten hatte.
Mitglieder
eines aus 23 Personen bestehenden Menschenrechts-Teams prominenter Süd-Afrikaner
nennen als Beispiel die Auswirkung der Trennmauer des israelitischen
Militärs, Kontrollpunkte, das Genehmigungs-System für palästinensische
Reisen und das Ausmaß, in dem Palästinenser von der Benutzung der Straßen
in der West Bank ausgeschlossen sind.
Nach
einem Fünftagesbesuch Israels und der besetzten Gebiete brachten einige
Delegationsmitglieder den Schock und ihre Bestürztheit über das von
Israel kontrollierte Zentrum Hebrons zum Ausdruck, in der als einziger
der West Bank Städte jetzt 800 Siedler leben und die Rassentrennung zu
einer Schließung von nahezu 3.000 palästinensischen Geschäften und
Gebäudeeinheiten geführt hat. Palästinensischen Autos und in einigen
Sektionen sogar Fußgängern ist es untersagt, die einstigen Geschäftsstraßen
zu benutzen.
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Nozizwe
Madlala-Routledge
ANC-Parlamentsabgeordnete |

Fatima
Hassan
leitende Anwältin für Menschenrechte in Süd-Afrika |
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Andrew
Feinstein
ehemaliger ANC-Abgeordneter des
Parlaments |
„Gerade
was das Genehmigungssystem und die Einschränkungen der
Bewegungsfreiheit in Süd-Afrika betrifft, so hatten wir niemals
eine derartige Beschränkung der Bewegungsfreiheit, wie ich es für
die Leute hier in der West Bank sehe“, sagt die ANC-Parlamentsabgeordnete
Nozizwe Madlala-Routledge. „Es gibt Gebiete, in denen Leute
leben, die ihr ganzes Leben lang niemals Besuch erhalten, weil
es unmöglich ist.“ |
Fatima
Hassan, leitende Anwältin für Menschenrecht in Süd-Afrika sagte:
„Die Auflage getrennter Straßen, [verschiedener Zulassungen] von
Kraftfahrzeugen nach der Nationalität ihrer Fahrer, die Demütigung des
Verfahrens der Gewährung einer Genehmigung, die ein Soldat jederzeit
kontrollieren kann, und das Warten in langen Schlangen unter brennend
heißer Sonne an Kontrollstationen, nur um die eigene Stadt zu betreten.
Ich denke, das ist schlimmer als das, was wir während der Apartheid
erlebten.“
Ein
prominentes Mitglied der Delegation, das nicht namentlich genannt werden
wollte, erklärte, zwar sei Süd-Afrika während und nach der Apartheid
ärmer als die palästinensischen Gebiete gewesen, aber die „tagtäglichen
Entwürdigungen der die palästinensische Bevölkerung ausgeliefert ist,
übersteigt bei weitem das des Apartheitregimes.“ …
In
Hebrons Haupstraße geriet die südafrikanische Delegation in einen
Konflikt mit lokalen Siedlern, nachdem deren Chef über ein Megaphon die
israelischen Reiseleiter der Delegation mit Beschimpfungen bombardiert
hatte. Die Polizei verhaftete dann drei der Reiseleiter. Frau Madlala
Routledge rief aus; „Das ist doch lächerlich! – Warum verhaften sie
unsere Leiter und lassen den Mann mit dem Megaphon unbehelligt!?“ …
Andrew
Feinstein, ein ehemaligen ANC-Abgeordneter des
Parlaments sagte, daß der Besuch in Yad Vashem „sehr bewegend“
gewesen sei, weil seine Mutter eine Überlebende des Holocausts gewesen
sei, die viele Mitglieder ihrer Familie verloren hatte. Um so mehr sei
er geschockt, eine Menge von Filmen zu sehen, in denen Teenager palästinensische
Kinder mißhandeln, die von der Schule kommen, und sie mit Steinen
bewerfen. „Daß das“, so Andrew Feinstein, „im Namen des Judentums
geschenen sollte, empfinde ich als absolut verwerflich.“ Gerade der
Holocaust lehre uns doch mehr als alles andere, „daß wir uns beim
Anblick von Unrecht niemals abwenden dürfen.“..
Quelle:
The
Independent On Sunday
Übertragung:
Salim Spohr
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