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„Die humanitäre internationale Flottille, die nach Gaza fährt und verbrecherisch von israelischen Einsatzkräften in internationalen Gewässern überfallen wurde“.

Artikel und Foto sind von Cubadebate.

SCHARFE VERURTEILUNG UND WELTWEIT PROTEST GEGEN ISRAELS VERBRECHEN

übersetzt von Jens-Torsten Bohlke, Brüssel

Havanna, 31. Mai 2010, Cubadebate / AP.- 

SCHARFE VERURTEILUNG UND WELTWEIT PROTEST GEGEN ISRAELS VERBRECHEN

übersetzt von Jens-Torsten Bohlke, Brüssel

Havanna, 31. Mai 2010, Cubadebate / AP.-   Die Türkei zog ihren Botschafter aus Israel am Montag ab und beantragte eine Dringlichkeitssitzung des UNO-Sicherheitsrates. In Europa, der arabischen Welt und Lateinamerika eskalierten die Verurteilungen des mörderischen Vorgehens Israels gegen eine pro-palästinensische humanitäre Flotte in internationalen Gewässern. Die Krise bewog den türkischen Premierminister Erdogan, seinen Staatsbesuch in Chile abzusagen, der am Dienstag beginnen sollte. Er kehrte abrupt in die Türkei zurück, wo etwa 10.000 Menschen demonstrierten, um gegen den Angriff zu protestieren. Die Mehrheit der Getöteten ist offenbar türkischer Herkunft.

Brasilien, Venezuela, Argentinien und Chile reihten sich in die internationale Verurteilung gegen das israelische Vorgehen ein. Die regionale Medienkette TELESUR mit Sitz in Venezuela beklagte, einen ihrer Reporter zu vermissen, der bei der humanitären Hilfsaktion für Gaza mitgefahren ist.

US-Präsident Obama bedauerte „tief“ den Angriff. Er vereinbarte mit dem israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu, sein ausgesetztes Treffen vom Dienstag „bei der nächsten Gelegenheit“ abzuhalten.

Tausende Demonstranten gingen in den Hauptstädten der arabischen Welt und Europas auf die Straßen. Diplomatische Vertreter der Europäischen Union (EU) und zahlreicher Regierungen ersuchten Israel um Erklärungen.

Etwa 10.000 türkische Demonstranten skandierten in Istanbul „Israel, Mörder, du wälzt dich in dem Blute, von dem du triefst!“. In Jordaniens Hauptstadt Amman forderten 1.000 Demonstranten die Beendigung der diplomatischen Beziehungen mit Israel. In Nord-Jerusalem warfen palästinensische Jugendliche an einem Grenzkontrollpunkt Flaschen und Steine auf israelische Soldaten.

Auch in Paris gab es Proteste. Dort zerstreute die Polizei einige hundert Demonstranten mit Tränengas. Es protestierten öffentlich Menschen in Rom, Zypern, Sarajewo und über 20 griechischen Städten. In Athen setzten die Sicherheitskräfte Tränengas und mit Betäubungsgas gefüllte Granaten gegen ungefähr 2.500 Menschen an der israelischen Botschaft ein.

„Es gibt keine Rechtfertigung für ein militärisches Eingreifen gegen eine friedliche Flottille streng humanitären Charakters“, so die brasilianische Regierung in einer Stellungnahme, in welcher sie eine unabhängige Untersuchung des Geschehens forderte. Sie drückte darin ferner ihre Besorgnis über die Brasilianerin Lara Lee aus, die in der Flottille mitfuhr, und sagte zu, alles in ihren Kräften Stehende zu unternehmen, um ihren Verbleib auszumachen.

Argentinien verurteilte den „Angriff“ in einer Stellungnahme und ersuchte um eine „vollständige und tiefgehende Untersuchung“. Argentinien rief außerdem „zur sofortigen Beendigung der die Lage im Mittleren Osten verschärfenden Gewalthandlungen sowie Aufhebung der Blockade gegen die Bevölkerung von Gaza“ auf.

Chile „bedauert die gewalttätige Reaktion der israelischen Einsatzkräfte“ und „verurteilt den Gewalteinsatz“ gegen Schiffe, die „gemäß ihrer Vorgeschichte humanitäre Hilfe befördern“.

Venezuelas Präsident Hugo Chávez verurteilte in einer Stellungnahme „ein brutales Massaker“. Er sagte, daß er weiterhin das „terroristische und verbrecherische Wesen der Regierung Israels“ anprangern wird.

Der Leiter der regionalen lateinamerikanischen Medienkette TELESUR, Andrés Izarra, prangerte die Festnahme des Journalisten David Segarra an, der an Bord der humanitären Flotte mitfuhr. Izarra sagte dem staatlichen Fernsehen Venezolana de Televisión (VTV), daß Segarra gesundheitlich wohlauf ist, aber sein Verbleib unbekannt ist, weil er keine Verbindung mehr aufnehmen konnte.

Griechenland, Ägypten, Schweden, Spanien und Dänemark bestellten die israelischen Botschafter ein, um Erklärungen zu verlangen. Spanien und Frankreich verurteilten den unverhältnismäßigen Gewalteinsatz. Eine Reihe weltbekannter Persönlichkeiten wie Nelson Mandela, Erzbischof Desmond Tutu und der einstige US-Präsident Jimmy Carter sagte in einer gemeinsamen Stellungnahme, daß „die Behandlung der Menschen in Gaza eine der größten Menschenrechtsverletzungen in der Welt und die Blockade nicht nur rechtswidrig, sondern kontraproduktiv ist“.

Erdogan nannte den Angriff „Staatsterrorismus“. Er beendete seine Lateinamerika-Reise abrupt. Er sagte den zweitägigen Besuch in Buenos Aires und ein Gedenken an den Gründer des modernen türkischen Staates auf Druck armenischer Gruppen ab. Der türkische Regierungschef bat um Dringlichkeitssitzungen bei der NATO und beim UNO-Sicherheitsrat. Er sagte, daß Israel die internationalen Gesetze verletzt und zeigte, daß es keinen Frieden im Mittleren Osten will. „Dieser Angriff ist Staatsterrorismus. Er verletzt internationales Recht“, so Erdogan. „Man muss wissen, daß wir angesichts dieses unmenschlichen Staatsterrorismus nicht stillschweigend weitermachen“.

(Mit Information von AP)

Quelle: http://www.cubadebate.cu/

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KP VENEZUELAS FORDERT DIPLOMATISCHE UND WIRTSCHAFTSBLOCKADE GEGEN ISRAEL

übersetzt von Jens-Torsten Bohlke, Brüssel

Caracas, 1. Juni 2010, Tribuna Popular TP. (auf Kommunisten-online am 3. Juni 2010) – Die Kommunistische Partei Venezuelas (PCV) fordert durch ihren Sekretär für Internationale Verbindungen, Parlamentsmitglied Carolus Wimmer, eine weltweite diplomatische und Wirtschaftsblockade gegen den Staat Israel als Antwort auf das gegen die Flotte der Freiheit stattgefundene Massaker und wegen der in der Geschichte bisher gegen das arabische Volk begangenen Verbrechen.

In seiner Teilnahme im Programm Offene Tagesordnung von TELESUR klagte Genosse Wimmer an, dass Israel derzeit mit Unterstützung der großen internationalen Medien des Kapitalismus eine internationale Kampagne durchführt, um seinen blutigen Angriff zu rechtfertigen. Israels Vorgehen ist von der Staatengemeinschaft und internationalen Organisationen wie der UNO zurückgewiesen worden, aber die erfolgte Verurteilung Israels ist nicht über rein verbalen Charakter hinausgekommen.

Daher äußerte Genosse Wimmer, dass die beste Form der Ablehnung und Verurteilung dieses neuerlichen Verbrechen des zionistischen Staates Israel darin besteht, von Protesterklärungen zu wirklich wirksamen Handlungen überzugehen, die jene Regierung zwingen, sich an einen Verhandlungstisch zu setzen und die Menschenrechte zu respektieren. Für Genossen Wimmer muss der Protest der Völker von realen und konkreten Aktionen begleitet werden, wie den sofortigen Stopp jeglicher Gespräche mit dem Staat Israel.

„Die Regierungen, die dieses Vorgehen ablehnen, müssen eine diplomatische Blockade durchsetzen, d.h., sie müssen die Beziehungen mit Israel abbrechen. Und sie müssen eine Wirtschaftsblockade errichten, die darin besteht, keinerlei israelische Produkte zu kaufen, den Israelis keinen Tropfen Erdöl mehr zu verkaufen, ihnen nicht mal eine kleine Schraube für ihre Kriegsindustrie zu liefern“, so Genosse Wimmer im Fernsehen.

Internationales Tribunal

Genosse Wimmer äußerte weiter, dass es notwendig ist, unverzüglich ein internationales Tribunal einzurichten, dass diese Tatsachen untersucht und Sanktionen gegen die Verantwortlichen verhängt.

Er lehnte entschieden das Argumentationsmuster ab, wonach die Armee jenes Landes Opfer eines Angriffs war, sich israelische Militärangehörige bedroht sahen. Für Genossen Wimmer ist dies lediglich eine Ausrede, damit sie von Selbstverteidigungshandlungen reden und den Angriff rechtfertigen.

„Der Angriff gegen die Flottille erfolgte außerhalb der israelischen Hoheitsgewässer. Israel verletzte internationales Recht. Israel begeht einen staatlichen Völkermord und agiert dabei nicht allein gegen das palästinensische Volk, sondern gegen die Menschheit, gegen einen Schiffsverband mit Menschen aus bis zu 40 Völkern“, so Genosse Wimmer wörtlich.

Angesichts dieses Vorgangs bestand Genosse Wimmer darauf, dass es Israel ist, welches weder Beschlüsse noch Erklärungen internationaler Gremien und noch weniger internationalen Druck beachten wird, solange die Welt sich nicht eint und jenes Land zwingt, die Menschenrechte der Völker zu respektieren.

Diesbezüglich stimmte er der am Montag vom venezolanischen Kanzler Nicolás Maduro geäußerten Position überein. Maduro erklärte, dass man die internationalen Gremien wie die UNO nicht nur zum Bekunden von Protest gegen diese Handlung Israels nutzen muss, sondern von Worten zum Handeln übergehen muss.

Der Sicherheitsrat der UNO verurteilte Israel nicht. Der Sicherheitsrat der UNO sprach lediglich sein Bedauern über den Tod von Menschen während des israelischen Angriffs gegen die humanitäre Karawane auf See aus. Ebenso wenig verkündete er irgendeine Maßnahme, damit ein solches Ereignis sich nicht wiederholt.

„Diese Resolution der UNO ist typisch. Die Interessen Israels sitzen in allen internationalen Einrichtungen. Daher befremdet es nicht, dass die UNO nicht reagiert. Auch wenn unsereins dies verurteilt, werden sie auf der anderen Seite nicht handeln“, so Genosse Wimmer.

Die militärische Politik Israels ist mit einem religiösen Fanatismus kombiniert, welcher ihnen dort nach ihren eigenen Worten Allmächtigkeit und ein angebliches Recht darauf verleiht, mit jedem Mittel und jeder Aktion einzugreifen, um das palästinensische Volk auszulöschen. Dies ist ihr ganzes Bestreben.

„Wir müssen weiterhin auf wirklichen Verurteilungen in internationalen Gremien bestehen. Und zwar mit der Unterstützung aller Länder, die gegen den Völkermord und gegen die Blockade sind. Darüber hinaus muss eine Barriere durchbrochen werden: der Schutz Israels von den USA aus, sowie auf schweigende Art von Europa aus“, so Genosse Wimmer.

Quelle: http://www.tribuna-popular.org/

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Irland:

Republican Sinn Féin verurteilt israelischen Militäreinsatz gegen Friedensflottille

Von Irish Republican Correspondent

Auf Kommunisten-online vom 04. Juni 2010 Am Morgen des 31. Mai wurden nach unterschiedlichen Angaben bis zu 19 Friedensaktivistinnen und -aktivisten von einem Spezialkommando der israelisch-zionistischen Armee ermordet. Der Angriff auf die Solidaritätsflotte und die Ermordung von unschuldigen Aktivistinnen und Aktivsten müsse von allen Gerechtigkeit unterstützenden Menschen und Ländern auf das Schärfste verurteilt werden, so Josephine Hayden, ehemalige politische Gefangene und Generalsekretärin von Republican Sinn Féin, in einer Stellungnahme vom 31. Mai.

Israelische Sonderkommandos griffen den Hilfskonvoi in internationalen Gewässern – ein Bruch von internationalem Recht und jeglicher humanitärer Prinzipien. „Keine Propaganda kann die Tatsache verdecken, dass es sich hier um kaltblütigen Mord handelt, einzig um die Bevölkerung von Gaza noch weiter zu isolieren“, so Hayden.

„Alle Gerechtigkeit unterstützenden Länder müssen ihre diplomatischen Vertretungen unverzüglich in Protest gegen dieses Kriegsverbrechen aus Israel zurückziehen. Wir rufen alle Menschen auf, ihre Ablehnung gegen dieses abscheuliche Verbrechen an unschuldigen, zivilen Helferinnen und Helfern zu zeigen, sich an den Protesten zu beteiligen und israelische Produkte zu boykottieren.“

Die Solidaritätsflotte führte 10.000 Tonnen an humanitären Hilfsgütern, darunter Medikamente, Baumaterial, Holz, 500 Rollstühle und 100 Wohnmobile mit sich. Diese gespendeten Hilfsgüter sollten dem Wiederaufbau des Gazastreifens nach der Bombardierung durch Israel im Winter 2008/09 dienen.

Eines der Schiffe startete in Dundalk und fuhr unter irischer Flagge. Die MV Rachel Corrie, welche vom Free Gaza Movement geführt wurde, führte 1.200 Tonnen an Hilfsgütern mit sich, vor allem Zement und anderes Baumaterial für den Wiederaufbau.

Josephine Hayden erklärte: „Es ist nicht das erste Mal, das Hilfskonvois von israelischen Streitkräften attackiert werden. Bereits im Juni 2009 wurden die Aktivistinnen und Aktivsten des ebenfalls vom Free Gaza Movement geleiteten Schiffs Spirit of Humanity verhaftet, entführt und deportiert, nachdem ihr Schiff gerammt wurde.“

Republican Sinn Féin ruft alle Personen auf, sich an den weltweiten Protestdemonstrationen gegen den Mörderstaat Israel zu beteiligen und israelische Produkte zu boykottieren!

Irish Republican Correspondent, 2ú Mhi na Meitheamh 2010

Statement in English: RSF condemns action by Israeli commandos

Statement in French: Déclaration au sujet de la récente action de piraterie israélienne

Published by the Republican Sinn Féin International Relations Bureau, www.irish-solidarity.net

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Demonstrationen in Israel - heute und am Wochenende

FÜHRUNG DER KP ISRAELS „GRATULIERT“ ZUM SIEG DER PIRATENARMEE

übersetzt von Jens-Torsten Bohlke, Brüssel

Tel Aviv, Mitteilung der Kommunistischen Partei Israels vom 1. Juni 2010.-   Die Mitglieder der Parteiführung der KP Israels und MK Mohammad Barakeh, Vorsitzender der Hadash (Demokratischen Front für Frieden und Gleichheit), „gratulierten“ dem israelischen Premierminister und Verteidigungsminister zum „glanzenden Sieg ihrer Piratenarmee auf die zivilen Freiheitssegler“.

„Die Verbrechen der Piratenregierung, einige der Teilnehmer an der Flottille zu töten, ist der Bruch internationalen Rechts und der Menschenrechte durch die Regierung. Tyrannen wie Bibi und Barak werden sich selbst auf dem für sie geeigneten Platz im Mülleimer der Geschichte wiederfinden“, sagte MK Barake.

Eine Demonstration der Israelischen Koalition gegen die Belagerung von Gaza unterstützte die Durchbrechung der Blockade durch die heute nachmittag einlaufende Flottille (Montag, 31. Mai) um 16 Uhr vor dem Hafen von Ashdod am Tor. „Wir werden dort sein, um unsere Solidarität mit der Flottille auszudrücken. Und wir werden aufrufen, die Belagerung zu durchbrechen und die Tore von Gaza zu öffnen“, sagte ein Aktiver der Koalition.

Am Sonnabend 5. Juni wird es eine weitere Demonstration in der Innenstadt von Tel Aviv geben. Organisatoren sind die Kommunistische Partei Israels, Peace Now, Yesh Gvul, Meretz, Gush Shalom, Fighters for Peace, Physicians for Human Rights und andere Aufrufer am 43. Jahrestag der Besetzung der palästinensischen Gebiete.

Zwei weitere Demonstrationen werden am nächsten Freitag 4. Juni in West-Jerusalem von den Women in Black und in Ost-Jerusalem von Friedensaktiven und Kommunisten gegen die Siedler im palästinensischen Sheikh Jarrah stattfinden. Am Samstag übergaben Anwälte weitere Räumungsbriefe an zwei palästinensische Familien im Viertel Sheikh Jarrah, einem ständigen Kampfplatz für die arabischen Einwohner und israelischen Friedensaktivisten gegen die Siedler.

Quelle: http://www.maki.org.il/en/english-mainmenu-106

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FLOTTILLE FÜR DIE FREIHEIT: WAHRHEITSVERFÄLSCHUNGEN

von Amy Goodman

übersetzt von Jens-Torsten Bohlke, Brüssel

Havanna, 10. Juni 2010, Cubadebate.(auf Kommunisten-online am 12. Juni 2010) – Sie nannten ihr Vorgehen „Operation See-Brise“. Trotz des schönen Namens handelte es sich faktisch um den gewaltsamen Angriff des israelischen Einsatzkommandos gegen eine Flottille aus Schiffen humanitärer Hilfe. Ergebnis dieses Einsatzes war eine Bilanz von neun getöteten Zivilpersonen. Die „Operation See-Brise“ führte zu internationaler Ablehnung. Der Angriff fand im Morgengrauen des 31. Mai 2010 statt, als die sechs Schiffe der mit humanitären Hilfsgütern beladenen Flottille sich noch in internationalen Gewässern mit Kurs auf Gaza befanden. In Gaza leben 1,5 Millionen palästinensische Einwohner seit drei Jahren unter den Bedingungen der von Israel verhängten Blockade. Von Anfang an versuchte Israel, die Diskussion über den Angriff zu begrenzen und die Kontrolle über die veröffentlichten Bild- und Filmaufnahmen zu haben.

Schnellboote und Hubschrauber der israelischen Streitkräfte griffen die Schiffe an und übernahmen die Kontrolle über die Flottille. Neun der Aktiven an Bord des größten Schiffes, der Mavi Marmara, wurden aus nächster Nähe von israelischen Schützen ermordet, die scharfe Munition abfeuerten. Ein 19 Jahre alter US-Bürger, Furkan Dogan, wurde mit einem Schuß in die Brust und vier Schüssen in den Kopf getötet. Israel entführte gewaltsam die sechs Schiffe und nahm die 700 Aktiven und Journalisten gefangen, die sich an Bord der Flottille befanden. Israel transportierte sie in den israelischen Hafen Ashod und hielt die Aktiven ohne Kontaktmöglichkeit zu ihren Familien, der Presse und Rechtsanwälten tagelang fest. Die israelische Regierung beschlagnahmte alle gefundenen Bild- und Tonaufnahmen sowie die Kommunikationsgeräte. Dabei handelte es sich um Apparate, die beinahe alle die aufgenommenen Beweisstücke vom Angriff enthielten. Diese Beschlagnahme ermöglichte dem Staat Israel die Kontrolle über das, was die Welt rund um diesen Angriff erfahren konnte. Die Israelis wählten aus, brachten heraus und veröffentlichten die Bilder, die sie veröffentlicht haben wollten, damit die Welt nur diese Bilder sehen sollte.

Vier Tage nach ihrer Ergreifung wurde die Mehrheit der Gefangenen von der israelischen Regierung ausgewiesen. Dies war lange nach der Tatsachenverdrehung in der Berichterstattung über den Vorfall.

Ich interviewte in dieser Woche zwei Journalisten, die an Bord der Flottille der Freiheit für Gaza waren und für die australische Tageszeitung Sydney Morning Herald berichten wollten: Korrespondent Paul McGeough und seine Bildreporterin Kate Geraghty. Beide waren in Instanbul, wohin sie von Israel aus abgeschoben worden waren. Sie waren auf der Mehrzahl der Schiffe der Flottille gewesen. Aber zum Zeitpunkt des Angriffs befanden sie sich an Bord des kleinsten Schiffes, Challenger 1, welches unter US-Flagge mitfuhr.

Kate Geraghty beschrieb im Interview, wie sie mit einer Elektro-Schocker-Pistole auf sie schossen: „Ich war gerade dabei, Fotos von Paul aufzunehmen. Und ich schaute auf eine Seite des Schiffes, als die Kommandotrupps kamen. Ein israelischer Kommandotrupp kam zu uns. Ich nahm gerade Fotos auf und verspürte plötzlich einen Schlag am Arm über dem Ellbogen, der mich einen bis eineinhalb Meter weit wegschleuderte. Anschließend fühlte ich mich übel und begann zu erbrechen. Und dann kam der Kommandotrupp zu mir. Sie versuchten mit Gewalt, mir die Kamera zu entreißen. Sie hatten Waffen. Wir sagten ihnen einfach, wie Paul schon erwähnte, dass wir australische Journalisten sind und für die Tageszeitung Sydney Morning Herald arbeiten. Das bedeutete für sie gar nichts“.

Hier die Beschreibung von McGeough: „Kate erhielt einen Elektroschock aus einem Elektroschocker, der sie an der Schulter traf. Wir hatten kaum Zeit, zu uns zu kommen, als die maskierten Männer in Tarnkleidung über eine Seite des Oberdecks herangestürmt kamen, wo wir uns befanden. Sie versuchten sofort, uns die Kameras zu entreißen. Sie bemächtigten sich des Satellitentelefons, welches ich in der Hand hielt. Ich sprach gerade mit dem Sydney Morning Herald in Australien und prangerte das Geschehen an. Die maskierten Männer sprachen mit australischem Akzent, was sehr überraschte. Und als wir sagten, dass wir Berufsjournalisten sind, ich den Sydney Morning Herald erwähnte, sagte einer von ihnen: 'Wir wissen, dass Sie für den Herald arbeiten' und nicht „Wir kennen den Herald', sondern 'Wir wissen, dass Sie dort arbeiten'„.

Ich erzählte Paul McGeough, dass in einer von Rasmussen durchgeführten Befragung 49% der abstimmenden US-Bürger glaubten, dass die pro-palästinensischen Aktiven an Bord der Hilfsflottille am Geschehen schuld sind. McGeough sagte mir dazu: „Wenn der Durchschnitts-US-Amerikaner in der Berichterstattung die mit Kunststoff-Ehefrauen und Puppen ausstaffierten Männer gesehen hätte, stundenlang eingekesselt, wenn der Durchschnitts-US-Amerikaner gesehen hätte, wie ihnen dort die Erlaubnis für den Gang auf die Toilette verweigert wird und sie dazu gezwungen werden sich einzumachen, und wenn der Durchschnitts-US-Amerikaner die Frauen gesehen hätte, die darum flehten, den Männern zu trinken geben zu dürfen, dann hätte all dies ihren Eindruck vom Geschehen auf den Schiffen verändert“.

Wenn die Journalisten frei arbeiten können, dann können sie über die Wahrheit berichten. Die israelischen Streitkräfte sahen sich gezwungen, ihre Behauptung zurückzunehmen, dass die Passagiere an Bord der Flottille Agenten von Al-Quaida seien. Eine zwei Tage nach dem Angriff veröffentlichte Pressemitteilung der Verteidigungsstreitkräfte Israels besagt, dass 40 Passagiere der Flottille „Söldner sind, die zur terroristischen Organisation Al Quaida gehören“. Der unabhängige Journalist Max Blumenthal berichtet, dass er und eine weitere israelische Journalistin das Pressebüro der israelischen Streitkräfte baten, ihre Behauptung zu beweisen. Sie konnten keine Beweise anführen. Und einen Tag später wurde die Pressemitteilung verändert. Die ursprüngliche Überschrift „Es wurde nachgewiesen, dass die Angreifer der Soldaten der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (FDI) Söldner der Al-Quaida waren“ wurde ausgetauscht durch „Angreifer der Soldaten der FDI hatten keine Ausweispapiere“.

Max Blumenthal sprach von Jaffa aus in Israel: „Ich rief die FDI zusammen mit meiner Journalistenkollegin Lia Tarachansky an, die mit ihnen auf hebräisch sprach. Ich sprach mit ihnen auf englisch. Wir beide erhielten dieselbe Antwort: Es gibt keine Beweise. Diese Behauptung kam aus dem engeren Kreis von Netanyahu. Und sofort veränderten sie die Pressemitteilung, die dann besagte, vierzig Passagiere 'haben keine Ausweispapiere' an Bord der Mavi Marmara, womit sie im Grunde die Behauptung über Al-Quaida zurückgenommen haben“.

Paul McGeough vom Sydney Morning Herald sagre mir: „Wir machen dies. Wir schließen uns den Bataillonen der US-Streitkräfte im Irak und denen der australischen Streitkräfte in Afghanistan an und betreiben Berichterstattung über das Geschehen“. Er sagte: „Ich habe mit israelischen Funktionären gesprochen, und auf der Westbank und in Gaza habe ich mit Hamas und mit jungen künftigen Selbstmordattentätern gesprochen, weil wir so an die Informationen kommen. Wenn du nur eine Seite der Geschichte sprichst, dann können die Leute keinen Eindruck von dynamischen Konflikten wie diesen haben, um zu begreifen, wie sie gelöst werden könnten“.

McGeough und Geraghty und all die anderen Journalisten haben noch immer nicht ihre Laptops, Kameras, Videos, Fotos und sonstigen von den Israelis beschlagnahmten Utensilien zurückerhalten. Israel hat gesagt, dass es keine unabhängige Untersuchung des Angriffs akzeptieren wird. Die beharrlichen Absichten Israels, die Wahrheit zu verdecken, erreichen lediglich die Gefährdung der Sicherheit der Israelis, der Palästinenser und jener, die für einen gerechten Frieden im Nahen Osten arbeiten.

Quelle: http://www.cubadebate.cu/

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