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Wissen
Sharon und seine Regierung, was Frieden bedeutet?
Von
Maher Fakhoury
Die
israelische Regierung unter Sharon setzt ihr tägliches Programm gegen die
Palästinenser fort. Täglich werden Menschen in den besetzten palästinensischen
Gebieten ermordet, Häuser und Felder zerstört. Hundertsechzig
israelische Militärkontrollpunkte ("Checkpoints") in den palästinensischen
Gebieten machen den Palästinensern das Leben zur Hölle.
In
einem Report der israelischen Nichtregierungsorganisationen
"Mediziner für Menschenrechte" und "B'Tselem" wird
berichtet dass seit dem 29. September 2000 die israelischen
Besatzungssoldaten mehr als 2500 Palästinenser ermordet haben. Sie zerstörten
mehr als 251 Häuser und Hunderte Palästinenser sind dadurch zu
Obdachlosen geworden. Wegen der Blockaden und Kontrollen der israelischen
Besatzungsarmee hatten die meisten Palästinenser keinen normalen Zugang
zu Ärzten und Krankenhäusern. Allein im Jahr 2002 sind 38 Palästinenser
gestorben, weil ihnen an einer israelischen Absperrung der Durchgang
verboten wurde oder die Kontrollen verzögert wurden. So zeigen Sharon und
seine Regierung ihr wahres Gesicht, das Gesicht der Eroberer und Besatzer.
Seit
mehr als zwei Jahren hält Israel, "der einzige demokratische Staat
in den Nahen Osten", Jasser Arafat, den demokratisch gewählten Präsidenten
des palästinensischen Volkes, in seinem Hauptquartier in Ramallah
gefangen. (Sharon und seine Regierung untersagten sogar dem Bundesaußenminister
Joschka Fischer während seiner jüngsten Reise in den Nahen Osten einen
Besuch Arafats. Oder hat er es etwa nicht gewagt, Arafat aufzusuchen?)
Das
alles hat Sharon nicht gereicht. Im Juni 2002 hat er mit dem Aufbau der
rassistischen Sperrmauer begonnen. So konnte er die ganze Welt mit einer
Mauer beschäftigen, die dreimal länger und doppelt so hoch ist wie die
"Berliner Mauer". Dieser teilweise bis zu acht Meter hohe Bau
weicht schon an mehreren Stellen von der so genannten grünen Linie ab,
der Grenze von 1967. Diese Grenze wurde mit den Resolutionen 242 und 338
des Sicherheitsrates festgelegt. Aber solche Resolutionen sind für Israel
uninteressant.
Die
Mauer schließt vor allem ganze palästinensische Dörfer von ihrer
Umgebung ab, sie beschlagnahmt landwirtschaftlich genutztes Land der Palästinenser
und trennt viele Bauern von ihren Äckern und Olivenhainen. Sie schränkt
auch die Bewegungsfreiheit der Palästinenser noch mehr ein.
Die
Sperrmauer war im Oktober 2003 von der UN-Vollversammlung als illegal
verurteilt worden. In einer Resolution, die mit großer Mehrheit
angenommen wurde, forderte die UN einen sofortigen Baustopp und den Abbau
der Mauer. Am 08.12.2003 hat sogar die UN-Vollversammlung mit absoluter
Mehrheit den internationalen Gerichtshof in Den Haag zur Verhandlung über
die Sperrmauer aufgefordert. Trotz der internationalen und vor allem der
un-amerikanischen Kritik an den Bauplänen dieser Mauer hat Israel die
kalte Schulter gezeigt und den Aufbau der Sperrmauer beschleunigt.
UN-Resolutionen sind für Israel nicht mehr als leere Erklärungen.
Die
israelische Politik der Bedrohung wird neulich in einer anderen Form
fortgesetzt. Am 18 Dezember 2003 drohte Sharon in mit einem neuen
"Plan zur Trennung von den Palästinensern", den die israelische
Regierung einseitig, ohne Verhandlungen mit der palästinensischen Seite,
durchsetzten will. Dieser Trennungsplan gäbe Sharon die Möglichkeit,
mehr als 52 Prozent der palästinensischen Gebiete an Israel anzuschließen.
Dadurch kann Sharon 80 Prozent der 120 jüdischen Siedlungen auf den palästinensischen
Gebieten an das israelische Territorium anbinden. Gleichzeit will er die
palästinensischen Dörfer und Städte voneinander abschneiden. So kann
Sharon vollendete Tatsachen auf dem Boden der besetzten palästinensischen
Gebiete schaffen.
Mit
dieser Politik der Erstickung versuchen Sharon und seine Regierung das
Leben der Palästinenser so zu erschweren, dass es unerträglich wird und
die Menschen sich entschließen, das Land zu verlassen. Und wer das Land
nicht verlässt, wird bald von den israelischen Besatzungssoldaten oder
den Siedler erschossen oder verhaftet. Alles das geschieht im Namen der
"Bekämpfung des Terrors``. Und die freie Welt mit dem Sicherheitsrat
der Vereinten Nationen schaut seit mehr als sechsundfünfzig tatenlos zu.
International
ist die Überzeugung verbreitet, dass die Friedensverhandlungen weiter
gestoppt werden, solange Sharon und seine Regierung an der Macht sind.
Obwohl über diese Überzeugung kaum in der Öffentlichkeit gesprochen
wird, gibt es viele Beobachter vor allem in Israel, die behaupten. Sharon
bete Tag und Nacht um einen Selbstmordanschlag. Nur so kann er seine täglichen
Taten gegen die Palästinenser und ihre politische Führung legitimieren.
Und wenn Sharon und seine Besatzungsmacht keinen Selbstmordattentäter
finden, haben sie immer Hinweise auf Selbstmordattentäter, die auf dem
Weg nach Israel sind. Diese Hinweise werden nie von neutralen Zeugen geprüft.
Aber Sharon will keine Zeugen.
Es
ist klar für jeden, der sich mit dem Nahostproblem beschäftigt, dass
Sharon seine Politik fortsetzen wird, solange die USA und die Europäer -
vor allem Deutschland - weiter nach der Pfeife Sharons tanzen. Solange die
internationale Gemeinschaft sich nicht deutlich gegen diese kriminellen
Methoden stellt, werden Sharon und seine Regierung das Leiden des palästinensischen
Volkes weiter verstärken.
27
Dez 03
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