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Eilat
liegt nicht in Südafrika ...
Ein
Kommentar von Reuven Cabelman
Aus:
Semit
– unabhängige jüdische Zeitschrift
(April 2009)
...
sondern ist eine Touristen- und Badeoase in der Negev-Wüste und direkt
am Roten Meer (dem „Yam Suf“) gelegen. Mit ihrem Hafen ist sie
zugleich eine ökonomische Lebensader des zionistischen Staates, denn
dort werden - dem heldenhaften „Sinaifeldzug“ sei es gedankt - vor
allem Rohöl und Autos abgeladen, derweil sich die Sonnenanbeter und
Badenixen der israelischen Society bei guter Wetterlage - und die
herrscht hier eigentlich immer - auch an der hervorragenden Aussicht auf
die Küsten arabischer Freund- und Feindesländer erfreuen können.
Niemand, der hierher kommt, hat irgendwelche Ambitionen des Wunders der
Spaltung des Schilfmeeres nach dem Auszug der Israeliten aus Mitzrayim
zu gedenken. Im Gegenteil: Gerade jetzt vor dem Pesach-Fest zieht es die
„Israelim“ ganz besonders nach Eilat, um dem Trubel, der Hektik, dem
Stress und schlechthin den Alltagssorgen entfliehen zu können und es
sich stattdessen am Strand des zionistischen Copacabana einmal so
richtig gut gehen zu lassen. Man gönnt sich ja schließlich sonst
nichts. Für eine Weile und beim Genießen eines „geschüttelten und
nicht gerührten“ Cocktails an der Hotelbar vergisst man die noch
frisch von der Erinnerung abrufbaren Höllenqualen des gerade
durchgestandenen Selbstverteidigungskrieges gegen die bis auf die Zähne
bewaffneten Terroristen aus Gaza genauso schnell wie man Gedanken an
einen militärischen Schlag gegen einen anderen wesentlichen Teil der
„Achse des Bösen“, nämlich das iranische „Mullah-Regime“, erst
überhaupt nicht aufkommen lassen will. Nach dem vierten Drink versinkt
der eine vielleicht in Selbstmitleid, der andere lässt dafür das
Pathos der unbesiegbaren Tzahal hochleben, um dann mit einem letzten
Glas „Bloody Mary“ dem arabischen Kellner hinter dem Tresen ein „Never
again“ zuzuschreien und ihn zu fragen, warum er eigentlich nicht „rüber
geht nach Jordanien“.
Eilat
hat aber noch eine Kleinigkeit zu bieten: Der Urlaubsort ist auch
Partnerstadt der südafrikanischen Hafen- und Touristenstadt Durban.
Damals, als diese Partnerschaft begründet wurde, waren die Verhältnisse
noch klar: Man unterhielt hervorragende gegenseitige Beziehungen sowohl
auf diplomatischer, wirtschaftlicher und vor allem militärischer Ebene,
schließlich hatte man ja auch gleich gelagerte weltanschauliche
Fundamente: Rassentrennung, Ethnokratie, Apartheid und die weißen Buren
hatten sich auch gegen „schwarzen Terror“ des ANC zu wehren. Heute
jedoch, nachdem die Massen Südafrikas sich zwar nicht von ihrer Armut,
jedoch längst vom Joch der Diskriminierung und Unterdrückung befreit
haben, gerät alleine der Begriff „Durban“ ins propagandistische
Facettes-Feuer der Nationalzionisten und ihrer Agenturen von Tel Aviv
bis Berlin. Die „Ach-sind-sie-so-gut-Menschen“, die mit Durban - wen
wundert's - die Weltverschwörung des „Antisemitismus“ ausgemacht zu
haben glauben, werden nicht müde darin, die geplante UN-Konferenz im
April, die sich auf diese Stadt und die immer noch sehr junge
freiheitliche und gleichwohl zerbrechliche Tradition des Landes beruft,
zu verunglimpfen und die UN-Mitglieds-Regierungen zur Nichtteilnahme,
sprich zum „Boykott“, zu manipulieren. Denn eine „einseitige
Verurteilung“ der Praktiken des zionistischen Staates - so befürchten
jedenfalls die selbsternannten „Judenfreunde“ - gegenüber der Bevölkerung
der „Bantustans“ in Gaza und dem Westjordanland leitet sich - und
dies versteht sich doch von selbst - aus nichts anderem ab als aus dem
„Hass auf die Juden“. Sie lassen darum nichts unversucht und
arbeiten heftig auf allen Ebenen - selbstverständlich sowohl hinter den
Kulissen als auch mit offenem Visier und gezücktem Messer an der
Medienfront. Die Rollen sind wie eh und je entsprechend verteilt.
Apropos
„Boykott“: Zu Zeiten der südafrikanischen Buren-Regentschaft gab es
immer mal wieder Aufrufe, Produkte aus diesem Land zu boykottieren, um
so den herrschenden Buren/Bauern deutscher und holländischer Herkunft
deutlich zu machen, dass die internationale Gemeinschaft an ihrer im
Jahre 1948 (!!!) realisierten Apartheids-Politik etwas auszusetzen
hatte. Nicht, dass die Buren im Laufe ihrer Geschichte nicht zu leiden
gehabt hätten, wurden sie doch von den Briten und nicht etwa von der
schwarzen Bevölkerungsmehrheit mehr als einmal in „concentration
camps“ interniert, ausgehungert und gemeuchelt, wobei die zuletzt
genannte wiederum die Abschaffung der Sklaverei den Engländern zu
verdanken hatte. Drängt sich da nicht zumindest die Frage auf, welche
„Schuld“ denn eigentlich die palästinensischen Araber am Massenmord
an unseren Vorfahren während des 2. Weltkrieges hatten, dass sie seit
nunmehr über 60 Jahren unter dem zionistischen „Buren-Regime“
leiden müssen? Vergleichen heißt ja nicht gleichsetzen.
Nun
wagte sich unlängst ein OB-Kandidat aus Duisburg damit hervor, dass er
- wie im übrigen viele andere auch - einen Boykott zionistischer Güter
als eine Möglichkeit offerierte, den Druck auf die Kolonialmacht
„Israel“ wenigstens etwas zu erhöhen, um eventuell dadurch einen
Beitrag dazu leisten zu können, dass eine Verbesserung der Lage der Bevölkerung
von Gaza erreicht werden kann. Doch - wie nicht anders zu erwarten -
sieht er sich seitdem als „Antisemit“ diffamiert, in einen Topf
geworfen mit Luther, Marr und Streicher. Was für Südafrika recht und
billig war, darf beim zionistischen Staat nicht sein, denn er allein hat
offensichtlich die Befugnis sich auf dieser Welt über internationales
Kriegs- und Völkerrecht hinwegzusetzen, - und dies auch noch unter
kontinuierlichen Missbrauchs der jüdischen Opfer während des 2.
Weltkrieges - ohne dass er dafür irgendwelche Sanktionen seitens der Völkergemeinschaft
zu befürchten hätte. Während die Zionisten aller Schattierungen emsig
und fieberhaft daran arbeiten, ihre Boykottaktivitäten gegen Durban in
Genf zu einem für sie befriedigenden Ende zu bringen und die Konferenz
möglichst vor leeren Rängen Revue passieren zu lassen, wird ein
Duisburger Lokalpolitiker zur Treibjagd freigegeben, nur weil er das
Mittel eines Boykotts gegen einen Staat als ebenso adäquat beurteilte.
Die Spitze des Eisbergs der zionistischen Schmutzkampagne gegen den
Duisburger Stadtparlamentarier ist dann die, dass die Verleumder ihn mit
dem Nazi-Aufruf „Kauft nicht bei Juden“ in Verbindung gebracht
haben.
Der
Logik zionistischen Kalküls folgend existieren eigentlich nur noch zwei
Kategorien von Menschen: Die einen sind im zionistischen Staat selbst
konzentriert oder in seinen diversen Außenagenturen ein Ableger
desselben. Oft sind sie auch mit jenen identisch, die sich darüber
hinaus zu selbsternannten Vertretern des „Judentums“ gemacht haben
und sich auf den zionistischen Staat ausschließlich in positiver, fast
schon abgöttischer Weise beziehen, sich ihm andienen oder auch mit
„historischen Schuldgefühlen“ geplagt den „Freund des jüdischen
Volkes“ mimen, ohne überhaupt zu wissen, was das „jüdische Volk“
ausmacht (wobei man sich zudem die Frage stellen müsste, warum sie alle
Juden am liebsten dort sehen würden?). Das sind jedenfalls die
„Guten“, die ins Körbchen kommen. Alle anderen gehören ins
„Antisemiten-Töpfchen“.
Das
Urlaubsmekka Durban liegt am Indischen Ozean, Eilat am Roten Meer mit
Zugang zum Indischen Ozean. Der Gazastreifen befindet sich am
Mittelmeer, das wiederum durch den Suezkanal mit dem Roten Meer
verbunden ist. An den Hotelbars in Eilat oder Durban kann der zahlende
Tourist „Bloody Mary“ bis zum Umfallen saufen - im Gazastreifen ist
noch nicht einmal genügend Trinkwasser vorhanden und das Blut, das dort
in den vergangenen Monaten geflossen ist, eignet sich nicht zum Verzehr.
Stellt sich eine Frage: Wann wird wohl Eilat nicht mehr zum „alten
burischen Südafrika“ gehören? Jedenfalls sollten solange jüdische
wie nicht-jüdische Antizionisten und Friedens- und
Menschenrechtsaktivisten mit erhobenen Hauptes an der
Durban-II-Konferenz in Genf teilnehmen. Wer weiß, vielleicht findet ja
eine der kommenden Konferenzen am Roten Meer statt? Dann, wenn eine der
Forderungen der ersten Konferenz nach dem Recht der Rückkehr für alle
palästinensischen Flüchtlinge in ihr Heimatland erfüllt worden ist.
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