Albert
Einstein über den drohenden Faschismus im jüdischen
Staat (1948)
Quelle:
Ism-germany.net
auf
Kommunisten-online am 17. Juli 2010 -
In
einem Brief an die New York Times warnten 1948 namhafte jüdische
Intellektuelle wie Albert Einstein und Hannah Arendt mit deutlichen
Worten vor der faschistischen Gefahr im jüdischen Staat und dem
zionistischen Terroristen und späteren israelischen Ministerpräsidenten
Menachem Begin.
Brief
an den Herausgeber
New York Times
4. Dezember 1948
AN
DEN HERAUSGEBER DER NEW YORK TIMES:
Zu
den verstörendsten politischen Phänomenen unserer Zeit zählt das
Aufkommen der „Freiheitspartei“ (Tnuat Haherut) im neu gegründeten
Staat Israel, einer politischen Partei, die in ihrer Organisation, ihren
Methoden, ihrer politischen Philosophie und ihrer gesellschaftlichen
Anziehungskraft faschistischen und Nazi-Parteien ähnelt. Sie gründete
sich aus den Mitgliedern und Anhängern des einstigen Irgun Zvai Leumi,
einer terroristischen, rechten und chauvinistischen Organisation in Palästina.
Mit
dem aktuellen Besuch Menachem Begins, dem Führer dieser Partei, in den
Vereinigten Staaten wurde offensichtlich kalkuliert den Eindruck einer
amerikanischen Unterstützung in den kommenden israelischen Wahlen zu
vermitteln und die politischen Bindungen zu den konservativen
zionistischen Elementen in den Vereinigten Staaten zu zementieren.
Zahlreiche Amerikaner mit nationaler Reputation haben seinen Besuch
namentlich willkommen gehießen. Es ist unvorstellbar, dass jene, die überall
in der Welt gegen Faschismus opponiert haben, wenn sie korrekt über Mr.
Begins politische Laufbahn und Ziele informiert sind, nun der vom ihm
repräsentierten Bewegung ihre Namen und Unterstützung zu teil werden
lassen.
Bevor
durch finanzielle Unterstützungen, öffentlichen Manifestierungen auf
Seiten Begins und die Schaffung des Eindruckes in Palästina, dass ein
großer Teil Amerikas faschistische Elemente in Israel unterstützt ein
nicht wiedergutzumachender Schaden entsteht, muss die amerikanische Öffentlichkeit
über die Laufbahn und Ziele von Herrn Begin und seiner Bewegung
informiert werden.
Öffentliche
Bekundungen von Begins Partei können in keiner Weise als Hinweis auf
ihren eigentlichen Charakter dienen. Heute sprechen sie von Freiheit,
Demokratie und Antiimperialismus, während sie kürzlich noch öffentlich
die Doktrin eines faschistischen Staates predigten. Ihre Handlungen sind
es, die den wahren Charakter der terroristischen Party erkennen lassen;
ausgehend von ihren vergangenen Handlungen können wir beurteilen, was
in der Zukunft zu erwarten sein mag.
Angriff
auf ein arabisches Dorf
Ein
schockierendes Beispiel war ihr Verhalten im arabischen Dorf Deir Yassin.
Dieses abseits der Hauptstraßen gelegene und von jüdischem Land
umgebene Dorf hatte nicht am Krieg teilgenommen und hatte sogar
arabische Banden, die das Dorf als ihre Basis nutzen wollten, zurückgeschlagen.
Am 9. April griffen terroristische Banden das friedliche Dorf, welches
im Krieg nicht als militärisches Ziel galt, an, töteten die meisten
seiner Einwohner – 240 Männer, Frauen und Kinder – und ließen ein
paar von ihnen am Leben, um sie als Gefangene auf den Straßen
Jerusalems vorzuführen. Die Mehrzahl der jüdischen Gemeinschaft war
angesichts der Taten entsetzt und die Jewish Agency schickte ein
Entschuldigungstelegramm an König Abdullah von Transjordanien. Die
Terroristen hingegen empfanden alles andere als Scham sondern Stolz
angesichts des Massakers, machten es weithin bekannt und luden alle ausländischen
Korrespondenten im Land ein, sich die Leichenberge und die allgemeine
Verwüstung Deir Yassins anzusehen. Der Vorfall um Deir Yassin
veranschaulicht den Charakter und die Handlungen der Freiheitspartei.
Innerhalb
der jüdische Gemeinschaft predigten sie eine Beimengung von
Ultranatioanlismus, religiösem Mystizismus und rassischer Überlegenheit.
Wie andere faschistische Parteien nutzten sie dies um Streiks zu brechen
und übten selbst Druck aus, um unabhängige Gewerkschaften zu zerstören.
An ihrer Stelle schlugen sie kooperierende Gewerkschaften nach dem
faschistischen Model Italiens vor. Während des letzten Jahres
sporadischer anti-britischer Gewalt, eröffneten die IZL und Stern
Gruppen [zionistische Terrororganisationen und Vorläufer der heutigen
israelischen Armee, Anm. ISM] eine Terrorherrschaft in der jüdische
Gemeinschaft Palästinas. Lehrer wurden verprügelt weil sie gegen sie
das Wort erhoben, Erwachsene wurde erschossen, weil sie ihren Kindern
die Teilnahme verwehrten. Mit Gangstermethoden, Prügelattacken, dem
Einwerfen von Fenstern und weit verbreiteten Raubüberfällen, schüchterten
die Terroristen die Bevölkerung ein und forderten einen hohen Tribut.
Die
Leute der Freiheitspartei hatten keinen Anteil an den Aufbauerfolgen in
Palästina. Sie kultivierten keinerlei Ländereien, bauten keine
Ansiedlungen und schmälerten die jüdischen Verteidigungsaktivitäten.
Ihre viel publizierten Immigrationsbemühungen waren peinlich genau und
hauptsächlich faschistischen Landsmännern gewidmet.
Diskrepanzen
Die
Diskrepanzen zwischen den nun von Begin und seiner Partei gemachten kühnen
Forderungen und den Belegen ihrer vergangenen Leistungen in Palästina
zeugen nicht von der Prägung einer gewöhnlichen politisches Partei.
Dies ist der unverkennbare Abdruck einer faschistischen Parteiq, zu
deren Mitteln Terrorismus (gegen Juden, Araber und Briten gleichermaßen)
und Falschdarstellungen gehören und deren Ziel der „Führerstaat“
ist.
Im
Lichte vorangegangener Überlegungen, ist es es geboten, dass die
Wahrheit über Herrn Begin und seine Bewegung diesem Land bekannt
gemacht wird. Es ist umso tragischer, dass die höchste Führungsriege
des amerikanischen Zionismus sich weigert gegen Begins Bemühungen zu
agitieren oder auch nur die Bestandteile, aus denen durch die Unterstützung
für Begin eine Gefahr für Israel erwächst, bloßzustellen.
Die
Unterzeichner wählen deshalb das Mittel der öffentlichen Präsenation
einiger hervorstechender Fakten bzgl. Begin und seiner Partei; und der
Mahnung an alle Interessierten, diese neueste Manifestation des
Faschismus nicht zu unterstützen.
ISIDORE
ABRAMOWITZ, HANNAH ARENDT, ABRAHAM BRICK, RABBI JESSURUN CARDOZO, ALBERT
EINSTEIN,HERMAN EISEN, M.D.,HAYIM FINEMAN,M. GALLEN, M.D.,H.H. HARRIS, ZELIG
S. HARRIS,
SIDNEY HOOK,FRED KARUSH,BRURIA KAUFMAN,IRMA L. LINDHEIM, NACHMAN
MAISEL, SEYMOUR MELMAN, MYER D. MENDELSON, HARRY M. OSLINSKY,SAMUEL
PITLICK,FRITZ ROHRLICH,LOUIS P.ROCKER,RUTH SAGIS,ITZHAK SANKOWSKY, I.J.
SHOENBERG,SAMUEL SHUMAN,M. SINGER,IRMA WOLFE, STEFAN WOLF.
New
York, 2. Dezember 1948 |