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Volk ohne Raum
Von Ellen Rohlfs 

„Volk ohne Raum“ war ein Buch betitelt (1)
das in den Zwanzigern des letzten Jahrhunderts entstand
und eine Ideologie vorwegnahm und dann nährte.
Ich lieh es mir aus und las es
Im Sommer 1945.
Ich hatte gerade erlebt,
wo ein Land landet,
das eine landraubende Ideologie verfolgt.

Nun gab es seit fast 2000 Jahren
Tatsächlich ein „Volk ohne Raum“
Oder anders gesagt. „ ein Volk ohne Land“ -
es lebte deshalb verteilt in vielen Ländern -
nicht immer erwünscht,
meist diskriminiert, oft verfolgt
oder gar Pogromen, zuletzt der Shoa ausgesetzt.
Wundert es dann,
wenn es sich nach einem eigenen Lande sehnt?

Zu Beginn des letzten Jahrhunderts
Wurde behauptet, es gäbe
„Ein Land ohne Volk“ (2),
zufällig das Land der jüdischen Erzväter,
dort wo einst der Salomonische Tempel stand.
Also nahm man es ein.
Das Land wartete nur darauf,
„erlöst“ zu werden -
sagten seine Ideologen.

Das Land - angeblich - ohne Volk
War aber bewohnt und in großen Teilen kultiviert,
hatte Städte und Dörfer, Terrassenfelder,
Oliven- und Zitrushaine,
Dattelpalmwälder, Weizen- und Zuckerrohrfelder,
ein blühendes Land - neben der Wüste
Und eine Bevölkerung mit alter Kultur:
Christen, Muslime und Juden, die hier
- im Gegensatz zu Europa -
Meist friedlich mit einander lebten.
„Palästina ist schon bewohnt“ (3)
schrieb der Bürgermeister Jerusalems an Theodor Herzl .

Dennoch: 1917 wurde von der britischen Regierung
Den Zionisten eine „Heimstätte“ fürs jüdische Volk
in einem Land versprochen.
das ihr nicht gehörte - noch nicht -
die einheimische Bevölkerung wurde nicht befragt.
Sie wurde glatt übersehen - wie das bei Kolonialherren üblich ist.
Die jüdische Besiedlung nahm ihren Lauf -
Die ethnische Säuberung begann.
Das „Land ohne Volk“,
Die Wüste, die man angeblich zum Blühen brachte,
musste durch Vertreibung und Zerstörung erst geschaffen werden:

1948 waren es 750 000 Vertriebene und über 400 Dörfer wurden zerstört. 1967 waren es 300 000 Flüchtlinge und 4 Dörfer wurden eliminiert
Während der 1. Intifada wurden mehr als 3000 Häuser zerstört
Während der 2. etwa 46 000 Häuser demoliert
2005 - also heute - stehen weitere Häuser auf der Zerstörungsliste
200 in Jerusalem-Silwan, 41 in Saviya, Wohnhöhlen bei Hebron und Beduinenlager im Jordantal
Werden eingerissen,
Orte, Brunnen, Bäume, Felder, Gewächshäuser, Ställe
die der Mauer, den Straßen und Siedlungen im Wege stehen
wie Khirbet Tana werden zerstört
an vielen Orten in der neuen Randzone,
im Norden und Süden des Gazastreifens -
In Qalqilia, Bethlehem, Hebron wird den Menschen
Der Raum zum Leben immer enger gezogen
und das Leben unerträglich, unmenschlich, ja unmöglich gemacht
- sie sollen gehen, „freiwillig“ gehen.
- „Human transfer“ wird dies dann euphemistisch genannt.
Arabische Kultur aus 1000 Jahren, Architektur in den Städten,
die Terrassenlandschaft voll uralter Oliven- und Zitrushaine
wird systematisch und in zunehmenden Maße vernichtet - entarabisiert
Und viele gehen ...wohin ?

Nun gibt es wieder ein Volk fast ohne Land.


Human transfer, ethnic cleansing, Politizid -
Ja, sogar Genozid wird dies von immer mehr israelischen Fachleuten (4) bezeichnet,
Was vor 100 Jahren begann und immer deutlicher wird.
Was bleibt als Anklage an die Weltgemeinschaft:
Ein Volk ohne Raum.


---Und wer sich näher mit dieser unsäglichen Geschichte befasst,
erfährt, dass dieser Wahnsinn, diese Tragödie in Europa begann ---
brodelt das Nazi-Schlangengift denn weiter? Frage nicht nur ich entsetzt ...
1) Buch von Hans Grimm;
2) Zangwill, 1901;
3) Dr. Khalidi, 1899;
4) Tanja Reinhard, Kimmerling, Adi Ophir, Shulamit Aloni, Shraga Elam

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