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Alfonso
Cano, Comandante de las FARC-EP |
Pressemitteilung
des Sekretariats des Führungsstabes der kolumbianischen
kommunistischen
Guerilla-Organisation FARC-EP:
FARC-EP
RUFT „EHRBARE MILITÄRS“ GEGEN ABKOMMEN MIT USA AUF
übersetzt
von Jens-Torsten Bohlke, Brüssel |
Caracas,
6. November 2009, Tribuna Populär TP. – Die Führung der Guerrillabewegung „Revolutionäre Streitkräfte
Kolumbiens“ (FARC-EP) ruft die kolumbianischen „ehrbaren Militärs“
dazu auf, sich zu vereinen bei der Zurückweisung des zwischen Bogotá
und Washington unterzeichneten Abkommens über die Nutzung der Militärstützpunkte
im Lande durch US-Truppen. Dies teilte die FARC-EP am vergangenen
Freitag mit.
„Gestern
sagte uns der ehrliche Gegenspieler: Rechnet mit mir. Heute sagen wir
ihnen: Rechnet Ihr mit uns. Nicht nur, um die Souveränität der Heimat
zu verteidigen, sondern um ein 'Neues Kolumbien' aufzubauen, wenn Ihr
Euch traut“, so die FARC-EP in ihrem Aufruf an die „ehrbaren Militärs“,
welcher über die Internetseite der Nachrichtenagentur Neues Kolumbien (Anncol)
verbreitet worden ist, wo gewöhnlich Mitteilungen der Rebellen veröffentlicht
werden.
„Wir
wissen, „dass es im Militär zum Glück für Kolumbien und Stolz
Lateinamerika noch immer nicht wenige Männer gibt, die den militärischen
Ehrenkodex auf die Heimat bewahren“, hebt die Guerilla-Organisation
hervor. Der Militärpakt zwischen Kolumbien und den USA sei ein
„vergrabener vergifteter Dolch“ für Kolumbien.
Nachfolgend
der vollständige Wortlaut der Erklärung der FARC-EP:
DIE
FARC ZU DEN MILITÄRSTÜTZPUNKTEN UNTER REGIE DER GRINGOS
An
die ehrbaren Militärs
Wir
machen einen brüderlichen und patriotischen Aufruf an die ehrbaren
Militärs, damit wir gemeinsam mit unserem Volk ein einziges Bündnis
bilden, welches uns zusammenführt in einem vaterländischen Krieg zur
Verteidigung unserer Souveränität und lateinamerikanischen Würde,
welche bis in unser Mark mit Schande, Blut, Korruption und Unterwürfigkeit
durch Präsident Alvaro Uribe Vélez beschmutzt worden sind, welcher
nicht mal rot vor Scham im Gesicht wird, denn ihm fehlt die Würde. So
„dass er die Errichtung von sieben Militärstützpunkten des Imperiums
in Kolumbien akzeptierte, die wie ein vergifteter Dolch eingegraben im Körper
der Heimat sein werden und mit der Spitze in das eigentliche Herz
Lateinamerikas stoßen. Ihr einziges Ziel ist die Verhinderung des
demokratischen und Integrationsprozesses unserer Völker, die im Lichte
der ALBA das unvollendete Freiheitsprojekt weiterverfolgen, welches der
Befreier Simón Bolívar abgeschnitten hinterließ.
Wir
appellieren an Eure Ehre, weil wir wissen, „dass die Ehre das höchste
Gut des Militärs ist. Die Ehre lässt den Militär alle Entbehrungen
erleiden und ohne Verzweiflung alle vom Krieg ihm auferlegten Lasten
erdulden. Die Ehre gibt uns die Kraft, das Leben auf dem Schlachtfeld
einzusetzen und dabei nur an das Wohl der Heimat zu denken. Wir
verstehen unter Heimat das Territorium der Nation mit seiner
biologischen Vielfalt, seinen Naturschätzen, seiner Bevölkerung und
Kultur und nicht die Güter, Interessen und Scheckhefte der Clans der
Santo Domingo, Ardile Lulle, Sarmiento Angulo und so weiter....
Wir
wissen, „dass es im Militär zum Glück für Kolumbien und Stolz
Lateinamerikas noch immer nicht wenige Männer gibt, die den militärischen
Ehrenkodex auf die Heimat bewahren und daher mit Stolz ihren Mitbürgern
in die Augen schauen und ihnen die Hände reichen, weil sie keine
Blutflecken durch Verbrechen an der Menschheit daran zu kleben haben wie
die übel beleumdeten „falschen Positiven“, die einen tiefen
moralischen Zerfall als Befehlsgeber und als Befehlsausführende
offenbaren. Sie haben nicht das Bewusstsein, denn es ist schon
verschimmelt von der allumfassenden Korruption, die täglich mehr
zunimmt unter dieser Mafiaregierung, dem Paramilitarismus und den
Verbrechen. Wo jene, die sich als Persönlichkeiten der Souveränität
betrachten, üble Verräter sind, die nicht mal den Anschein der Rechtmäßigkeit
haben, denn ihre Handlungen und einschließlich ihre Leben sind allesamt
ein Betrug.
Ihr
Herren Offiziere und Unteroffiziere!
Wenn
General Joaquín Matallana die US-Enklave von Lomalinda, dem „schönen
Hügel“ in der kolumbianischen Provinz Meta betreten wollte, hinderte
ihn mit Arroganz ein drittrangiger Gringo-Offizier. Ehrverletzt wandte
sich der kolumbianische General an den Präsidenten der Republik, um ihm
seine Verärgerung über jene Respektlosigkeit mitzuteilen. „Ich kann
nichts machen“, entgegnete ihm der Staatspräsident. Das war ein
autistischer Präsident, ohne Vaterlandsbindung, ausgehalten von den
Brosamen der Yankees für ihre Handlanger. Matallana als Mann des militärischen
Anstands reichte daher seinen unwiderruflichen Rücktritt ein. Er bekräftigte
nachdrücklich, „dass es in Kolumbien kein von ausländischen Streitkräften
besetztes Staatsgebiet geben kann und noch viel weniger ein Landstück
ohne Zutritt für einen General der Republik. Einige Jahre später
versammelte sich der stolze General im Grünen Haus mit den
Guerilla-Kommandeuren Manuel Marulanda Vélez und Jacobo Arenas. Er
versprach ihnen mit Nachdruck: Rechnet mit mir, wenn dieses Land eines
Tages von den Gringos angegriffen wird! Welche menschliche und militärische
Qualität hatte jener würdige Gegenspieler von uns im Krieg von
Marquetalia!
Dies
ist die Ehre, die die Brust eines Militärs entflammen muss, der
wirklich die Heimat in sich spürt.
Der
einstige „Vorfall des schönen Hügels“ von Lomalinda hat in unsere
Erinnerung die Schelte der Gringo-Militärs gegenüber dem Mitglied der
Ehrengarde gebracht, welches auf Präsident Bush auf der Trittleiter des
Flugzeugs bei dessen Aufenthalt in Bogotá wartete. Zum Erstaunen des
Landes nahmen die Sicherheitsbeamten von Bush die kolumbianischen Militärangehörigen
hier in Kolumbien mit und überprüften deren Waffen, ohne „das dies
ein Witz gewesen sein soll. Es gab keinerlei Protest. Nur die unterwürfige
Ruhe der Oberkommandierenden und des Staatspräsidenten. Wie stark
beleidigt wurde unsere Farbe bei dieser Gelegenheit! Die Entscheidung
von Uribe, die Einrichtung von sieben Militärstützpunkten der USA auf
kolumbianischem Territorium zuzulassen ist eine Handlung des Hochverrats
am lateinamerikanischen Vaterland. Das Territorium als Aggressionsbasis
gegen Brudervölker und die Nachbarnationen bereitzustellen, es zur
Dolchspitze der Stärkung einer Strategie der Vorherrschaft über den
Kontinent zu machen, dies muss die Seelen der Kolumbianer mit Schande
erfüllen. Es gibt kein irrigeres und zynischeres Argument als Uribes in
dessen Erklärung, „dass es in diesem Fall nicht um Verlust an Souveränität
geht, weil die kolumbianischen Militärs die Befehlshaber in jenen Militärstützpunkten
wären. Was im Luftwaffenstützpunkt Tres Esquinas oder in Barrancón
geschieht, ist ein Dementi der pharaonischen Verlautbarungen. Dort
befehlen die Gringos. Die kolumbianischen Offiziere, wie es im schönen
Hügel geschah, dürfen sich nicht mal den Baracken und Einrichtungen nähern,
wo die US-Militärs tätig sind. Die „geteilte Souveränität“, wie
Uribe sie auf unübliche Art erhellt, ist eine Wortblase für Dumme,
denn ein von ausländischen Truppen besetztes Land kann niemals souverän
sein. Die Demütigung, kolumbianische Offiziere den Offizieren des US-Südkommandos
unterstellt zu sehen im eigenen Lande, kann dort nicht erduldet werden,
wo es Ehre gibt.
Wer
versteht dieses Präsidentenkauderwelsch, wonach die Gringo-Militärs
Immunität haben werden, aber nicht Straflosigkeit bekommen? Vielleicht
glaubt Uribe derzeit, „dass die Kolumbianer eine Herde dummer Leute
sind.
Ihr
Herren Offiziere und Unteroffiziere!
Angesichts
der neokolonialen Herangehensweisen der Washingtoner Regierung müssen
wir dieselbe redliche und patriotische Haltung des Befreiers Simón Bolívar
einnehmen, welcher sagte: „Ich habe jene Kanaille derart satt, „dass
ich nicht will, „dass man sagt, „dass ein Kolumbianer nichts macht
wie sie ... Die Vereinigten Staaten sind die schlechtesten, und sie sind
die stärksten zugleich ... Ist erst mal der Pakt mit dem Starken
geschlossen, dann ist die Verpflichtung für den Schwachen eine
ewige.“ Was wir vorrangig brauchen ist die Suche nach Einheit unserer
Völker. Das Vorhaben der Großen Nation der Republiken
wiederaufzunehmen, welches den Traum des Befreiers ausmachte, als Schutz
unserer Bestimmung. In der Geschichte unseres Amerikas ragt der
Antiimperialismus patriotischer Militärs wie General Omar Torrijos aus
Panama, Oberst Francisco Caamaño aus der Dominikanischen Republik,
General Velasco Alvarado aus Peru, Prestes in Brasilien und Arbenz in
Guatemala unter anderen heraus, die durch ihre Haltung die Zuneigung
ihrer Völker gewannen.
Hier
müssen wir den patriotischen Widerstand stärken. Wir müssen
Anstrengungen mit den politischen und gesellschaftlichen Organisationen
des Landes vereinbaren, um der Souveränität und der Würde Vorrang zu
verleihen. Die patriotische Armee, die Bolivarianischen Guerilla und das
mobilisierte Volk sind die Einzigen, die den bedrohlichen Anflug des
Adlers der Monroe-Doktrin über dem Himmel unseres Amerikas aufhalten können.
Machen wir aus dem reinen Gefühl des Generals Matallana Realität, der
Heimat Respekt zu verschaffen, vereint wie es sein muss. Gestern sagte
uns der ehrenwerte Gegenspieler: Rechnet mit mir. Heute sagen wir Ihnen:
Rechnet mit uns. Nicht nur, um die Souveränität der Heimat zu
verteidigen, sondern um ein neues Kolumbien aufzubauen, wenn Ihr Euch
traut.
Herzlicher
Gruß, Landsleute,
SEKRETARIAT
DES ZENTRALEN FÜHRUNGSSTABES DER FARC-EP
Quelle:
ANNCOL – Tribuna Popular
Quelle:
http://www.pcv-venezuela.org |