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LONDON
ALS KOMPLIZE VON FOLTER DER CIA
übersetzt
von Jens-Torsten Bohlke, Brüssel
Cubadebate,
Havanna / Kuba, 11. Februar 2010. – Binyam Mohamed wurde von
US-Geheimdienstlern im Jahr 2002 gefoltert. Und der britische
Geheimdienst MI 5 war Komplize der „verhörenden“ US-Schergen.
London hat lange Zeit versucht zu verhindern, dass die Beweise dieses
Falls an das Licht der Öffentlichkeit gelangen. Seine Bemühungen
wurden jetzt mit Scheitern gekrönt.
Ein
Berufungsgericht bestätigte, dass die Regierung gezwungen war, sieben
Abschnitte eines Geheimdienstberichtes offenzulegen, wonach diese
Komplizenschaft bestätigt wurde.
Der
letzte Abschnitt im Bericht war besonders enthüllend: „Wenn die
Behandlung im Namen des Vereinigten Königreiches angeordnet worden wäre,
hätte sie klar die vom Vereinigten Königreich 1972 eingegangenen
Verpflichtungen verletzt. Obwohl nicht notwendig ist, dass wir im
Einzelnen die Behandlung beschreiben, so dürfte man sie zumindest als
eine grausame, unmenschliche und entwürdigende Behandlung seitens der
US-Behörden beschreiben.“
Die
Verpflichtung von 1972 bezieht sich auf den Beschluss der britischen
Regierung, in den polizeilichen Verhören die Anwendung von fünf
Techniken zu verbieten, darunter der Entzug von Schlaf und Essen.
Die
Regierung von Gordon Brown hat sich bisher geweigert, den Bericht in
seiner vollständigen Länge der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Dies um die Zusammenarbeit der Geheimdienste beider Länder nicht zu gefährden.
Der
Ausgleich
Im
letzten Augenblick gelang der Regierung ein Ausgleich. Sie erreichte es,
aus dem Urteil etliche Absätze mit harten Kritiken am MI 5 zu
streichen. Im ursprünglichen Urteilstext wurde ausgesagt, dass die
Geheimdienstverantwortlichen den Geheimdienstausschuss des Parlamentes
„willkürlich betrogen hatten“, als sie über ihre Rolle in den Verhören
informierten.
Außerdem
prangerte der ursprüngliche Text an, dass die Kultur der Geheimhaltung
den MI 5 „bis zu dem Punkt erfasst”, dass es schwerfällt, überhaupt
den Informationen Glauben zu schenken.
Der
Staatsanwalt der britischen Regierung hatte Zugang zu diesem
Urteilstext, was ganz normal ist. Er konnte Einlassungen vortragen, die
die Richter überzeugten, jene Abschnitte zu streichen. Bei all dem
hatten die Anwälte von Mohamed nicht eine solche Möglichkeit der
Einflussnahme.
Das
Obsiegen der Regierung in diesem Punkt ist ein Pyrrhussieg, denn jene
Kritiken benennen klar die Meinung der Richter über die geringe Glaubwürdigkeit
des MI 5. Auch wenn sie letztlich nicht Teil des Urteilstextes wurden.
Binyam
Mohamed wurde in Äthiopien geboren. 1994 bat er in London um
politisches Asyl wegen Teilnahme seiner Familie an der Opposition zur äthiopischen
Regierung. Im Jahr 2000 erhielt er eine Aufenthaltsverlängerung für
vier Jahre im Vereinigten Königreich.
Im
Jahr 2002 wurde er in Pakistan festgenommen und an die CIA ausgeliefert,
welche ihn beschuldigte, bei den Taliban zu kämpfen und mit Al-Kaida
zusammenzuarbeiten. Nach einigen Jahren Aufenthalt in Guantánamo wurde
er ohne Anklagen freigelassen.
Das
britische Außenministerium hat die Forderung der
Menschenrechtsorganisationen abgelehnt, einen Untersuchungsausschuss
wegen des Falls von Mohamed zu eröffnen.
„Seit
über einem Jahr ist das Außenministerium interessierter an seinem
Image als am Anprangern von Folter”, sagte gestern Shami Chakrabarti,
die Leiterin von Liberty. „Der Bericht beweist die Komplizenschaft des
Vereinigten Königreiches mit der dunkelsten Seite des Krieges gegen den
Terror.“
Quelle:
http://www.cubadebate.cu/
Anmerkung
Roter Webmaster:
Es
gibt auch Berichte darüber, dass deutsche Geheimdienstler und Angehörige
von Spezialeinheiten der
Bundeswehr sich an den Folterpraktiken der CIA zumindest an
deutschen Staatsbürgern beteiligten.
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