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IWPS Info, 17. September 2003- gekürzte Version des IWPS Berichtes 43.

Originalfassung des Berichtes: www.womenspeacepalestine.org/Germanreports.htm

Fotos zum Bericht: www.womenspeacepalestine.org/IWPSreports.htm

IWPS ist eine internationale Frauengruppe, die Menschenrechtsverletzungen in der Region Salfit dokumentiert und an die Weltöffentlichkeit weiterleiten möchte, gewaltfrei interveniert und gewaltfreien Widerstand der Bevölkerung unterstützt. 

Eine starke Kraft organisiert Widerstand gegen die Apartheidmauer – Palästinensische Frauen!

Palästinensische Frauen haben immer schon aktiv Widerstand gegen die Besatzung geleistet. Jetzt organisieren sie sich, um gegen den Bau der Apartheidmauer aufzutreten.

Palästinensische Frauen demonstrieren gegen die Mauer in Tulkarem

Am 6. September organisierten palästinensische Frauen eine Demonstration mit über 200 Palästinenserinnen, Israelinnen und internationalen Frauen, um gegen die Apartheidmauer und Besatzung zu protestieren.

Die Demonstration wurde vom neu geformten „Frauenkomitee zur Mauerbekämpfung“ (Women’s Wall Defense Committee) in Tulkarem organisiert, zusammen mit israelischen Friedensaktivistinnen, Friedensfrauen von IWPS, Aktivistinnen von ISM und der amerikanischen Delegation „Code Pink“.

IWPS und die Code-Pink-Delegation fuhren gemeinsam nach Tulkarem und machten unterwegs Halt in den Dörfern Ar-Ras und Jabara, denn die Familien haben dort einiges gemeinsam – sie sind durch die Mauer voneinander getrennt. Wir trafen etwa 200 palästinensische Frauen in Tulkarem und marschierten gemeinsam zur Apartheidmauer am Dorfrand von Irtah.  Die monströse Betonmauer mit ihren Wachtürmen wirkt schon optisch wie ein unheimlicher Fremdkörper Wenn die Mauer wie geplant fertiggestellt ist, wird die gesamte Stadt Tulkarem mit seinen 41.000 Einwohnern innerhalb der Mauer gefangen sein.

Als wir das Tor erreichen, können wir etwa 250 israelische Aktivistinnen auf der anderen Seite der Mauer erkennen – jüdische und palästinensische Israelinnen, die am Checkpoint etwa 50 Meter von uns entfernt warten müssen.  Kaum nähern wir uns dem Tor, steigen die Soldaten aus ihren Jeeps und kommen auf die Demonstrantinnen zu.  Ein Soldat wirft einige Kanister Tränengas in die palästinensische Frauengruppe. Die Frauen weichen aber nicht zurück sondern protestieren weiter, rufen der anderen Seite zu und schwingen ihre handgemachten Schilder und Transparente.
Schließlich können sie von den Soldaten erreichen, dass zwanzig 20 Israelinnen durch das Tor gelassen werden, um für ein paar Minuten bei den Palästinenserinnen zu sein.

Als die israelischen Frauen auf die palästinensische Seite des Tores kommen, begrüßen die Palästinenserinnen sie wie langvermisste Freundinnen mit Umarmungen, Küssen, Tränen und nehmen sie in der Menge auf.  Eine israelische Frau hält eine Rede auf Arabisch und singt ein Lied. Palästinensische Frauen singen ihre Nationalhymne.  Die Palästinenserinnen laden die Israelinnen ein, sie in ihren Häusern zu besuchen, aber die Soldaten ordern die israelischen Frauen schon wieder zurück auf die andere Seite des Checkpoints.

Salfit-Frauen organisieren sich gegen die Mauer

Im Bezirk Salfit, im Herzen der Westbank zwischen Ramallah und Nablus haben Frauen begonnen, sich gegen die Mauer zu organisieren. Es gab Treffen, Diskussionen und Präsentationen durch die Anti-Apartheidmauer Kampagne von PENGON (Palestinian Environmental NGO Network).

Die Frauen sprachen aufgebracht über ihre Familien, die ihr Land an die Mauer verloren haben.  Sie waren schockiert, als sie auf der Landkarte sehen, dass die nächste geplante Bauphase direkt in die Mitte des Bezirkes Salfit führt und große Landstreifen rund um die israelischen Siedlungen abschneidet und so de facto nach Israel annektiert.  Hunderte Familien aus der Region Salfit werden einen Großteil ihres Landes oder sogar alles verlieren und es wird schwierig bis unmöglich werden, von einem Dorf ins andere zu kommen.

Zu jedem Treffen kommen nun mehr Frauen aus den Nachbardörfern und junge Studentinnen der Universität Salfit.  Sie kommen, um mehr über die Mauer zu erfahren und Ideen zu sammeln.  Viele Ideen werden diskutiert.  Die Frauen brachten dabei auch den Vorschlag einer Kampagne, um Palästinenser innerhalb der 1948er und 1967er Gebiete davon zu überzeugen, sich in Zukunft zu weigern an der Mauer und in Siedlungen zu arbeiten. Eine Frau meint: „Wir bauen unser eigenes Gefängnis“.
Fortsetzung: "Auswirkungen der Mauer auf Frauen" und weitere Details: www.womenspeacepalestine.org/Germanreports.htm

Fotos zum Bericht: www.womenspeacepalestine.org/IWPSreports.htm

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