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Eine
starke Kraft organisiert Widerstand gegen die Apartheidmauer – Palästinensische
Frauen!
Palästinensische
Frauen haben immer schon aktiv Widerstand gegen die Besatzung geleistet.
Jetzt organisieren sie sich, um gegen den Bau der Apartheidmauer
aufzutreten.
Palästinensische
Frauen demonstrieren gegen die Mauer in Tulkarem
Am
6. September organisierten palästinensische Frauen eine Demonstration
mit über 200 Palästinenserinnen, Israelinnen und internationalen
Frauen, um gegen die Apartheidmauer und Besatzung zu protestieren.
Die
Demonstration wurde vom neu geformten „Frauenkomitee zur Mauerbekämpfung“
(Women’s Wall Defense Committee) in Tulkarem organisiert, zusammen mit
israelischen Friedensaktivistinnen, Friedensfrauen von IWPS,
Aktivistinnen von ISM und der amerikanischen Delegation „Code Pink“.
IWPS
und die Code-Pink-Delegation fuhren gemeinsam nach Tulkarem und machten
unterwegs Halt in den Dörfern Ar-Ras und Jabara, denn die Familien
haben dort einiges gemeinsam – sie sind durch die Mauer voneinander
getrennt. Wir trafen etwa 200 palästinensische Frauen in Tulkarem und
marschierten gemeinsam zur Apartheidmauer am Dorfrand von Irtah.
Die monströse Betonmauer mit ihren Wachtürmen wirkt schon
optisch wie ein unheimlicher Fremdkörper Wenn die Mauer wie geplant
fertiggestellt ist, wird die gesamte Stadt Tulkarem mit seinen 41.000
Einwohnern innerhalb der Mauer gefangen sein.
Als
wir das Tor erreichen, können wir etwa 250 israelische Aktivistinnen
auf der anderen Seite der Mauer erkennen – jüdische und palästinensische
Israelinnen, die am Checkpoint etwa 50 Meter von uns entfernt warten müssen.
Kaum nähern wir uns dem Tor, steigen die Soldaten aus ihren
Jeeps und kommen auf die Demonstrantinnen zu.
Ein Soldat wirft einige Kanister Tränengas in die palästinensische
Frauengruppe. Die Frauen weichen aber nicht zurück sondern protestieren
weiter, rufen der anderen Seite zu und schwingen ihre handgemachten
Schilder und Transparente.
Schließlich können sie von den Soldaten erreichen, dass zwanzig 20
Israelinnen durch das Tor gelassen werden, um für ein paar Minuten bei
den Palästinenserinnen zu sein.
Als
die israelischen Frauen auf die palästinensische Seite des Tores
kommen, begrüßen die Palästinenserinnen sie wie langvermisste
Freundinnen mit Umarmungen, Küssen, Tränen und nehmen sie in der Menge
auf. Eine israelische Frau
hält eine Rede auf Arabisch und singt ein Lied. Palästinensische
Frauen singen ihre Nationalhymne. Die
Palästinenserinnen laden die Israelinnen ein, sie in ihren Häusern zu
besuchen, aber die Soldaten ordern die israelischen Frauen schon wieder
zurück auf die andere Seite des Checkpoints.
Salfit-Frauen
organisieren sich gegen die Mauer
Im
Bezirk Salfit, im Herzen der Westbank zwischen Ramallah und Nablus haben
Frauen begonnen, sich gegen die Mauer zu organisieren. Es gab Treffen,
Diskussionen und Präsentationen durch die Anti-Apartheidmauer Kampagne
von PENGON (Palestinian Environmental NGO Network).
Die
Frauen sprachen aufgebracht über ihre Familien, die ihr Land an die
Mauer verloren haben. Sie
waren schockiert, als sie auf der Landkarte sehen, dass die nächste
geplante Bauphase direkt in die Mitte des Bezirkes Salfit führt und große
Landstreifen rund um die israelischen Siedlungen abschneidet und so de
facto nach Israel annektiert. Hunderte
Familien aus der Region Salfit werden einen Großteil ihres Landes oder
sogar alles verlieren und es wird schwierig bis unmöglich werden, von
einem Dorf ins andere zu kommen.
Zu
jedem Treffen kommen nun mehr Frauen aus den Nachbardörfern und
junge Studentinnen der Universität Salfit.
Sie kommen, um mehr über die Mauer zu erfahren und Ideen zu
sammeln. Viele Ideen werden
diskutiert. Die Frauen brachten dabei auch den Vorschlag
einer Kampagne, um Palästinenser innerhalb der 1948er und 1967er
Gebiete davon zu überzeugen, sich in Zukunft zu weigern an der Mauer
und in Siedlungen zu arbeiten. Eine Frau meint: „Wir bauen unser
eigenes Gefängnis“.
Fortsetzung: "Auswirkungen der Mauer auf
Frauen" und weitere Details: www.womenspeacepalestine.org/Germanreports.htm
Fotos
zum Bericht: www.womenspeacepalestine.org/IWPSreports.htm
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