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Aufruf
der KP Venezuelas an die Völker der Welt
STOPPT
IMPERIALISTISCHEN KRIEG UND KÄMPFT FÜR DEN FRIEDEN
übersetzt
von Jens-Torsten Bohlke, Brüssel
Caracas, 26. Juli 2010,
Tribuna Popular TP.(auf Kommunisten-online am 3. August 2010) – Die
Kommunistische Partei Venezuelas (PCV) veröffentlichte einen Aufruf an
die Völker der Welt, Lateinamerikas und der Karibik und insbesondere
Venezuelas und Kolumbiens, um den imperialistischen Krieg des
US-Imperiums und seiner Lakaien anzuklagen und ihn durch vereinte Kraft
der Völker zu stoppen sowie für den Frieden zu kämpfen. Nachfolgend
der Wortlaut der Öffentlichen Erklärung der venezolanischen
Kommunisten, welche vom Politbüro des ZK der KP Venezuelas
herausgegeben wurde und am 26. Juli 2010 von Genosse Oscar Figuera, dem
Generalsekretär der KP Venezuelas, auf einer Pressekonferenz verlesen
wurde.
ANGESICHTS
DER IMPERIALISTISCHEN PROVOKATION ERKLÄRT DIE KOMMUNISTISCHE PARTEI
VENEZUELAS:
Die
Kommunistische Partei Venezuelas (PCV) verweist auf den Abbruch der
Beziehungen zwischen Kolumbien und Venezuela infolge der von der
US-Regierung mittels OAS und deren Generalsekretär José Miguel Insulza
durchgeführten Provokation in Gestalt der Vorlage angeblicher Beweisstücke
ohne jeglichen wissenschaftlichen Gehalt zum Vorhandensein von
kolumbianischer Guerilla auf venezolanischem Territorium mit noch dazu
unterstellter Genehmigung durch unsere venezolanische Regierung. Der
kolumbianische Botschafter bei der OAS, Luis Alfonso Hoyos, welcher von
der kolumbianischen Justiz öffentlicher Ämter enthoben wurde, legte
jene angeblichen Beweisstücke bei der OAS vor.
Dieser
Vorfall ist Teil des allgemeinen Plans der reaktionären Gegenoffensive
des US-Imperialismus, welche kriegstreiberisch darauf ausgerichtet ist,
Spannungen zwischen Kolumbien und Venezuela zu erzeugen, Zusammenstöße
im Grenzgebiet zwischen Kolumbien und Venezuela heraufzubeschwören und
daraus militärische kriegerische Auseinandersetzungen erwachsen zu
lassen. Dies mit der Absicht, unter der venezolanischen Bevölkerung
eine „Kriegspsychose“ entstehen und sich auswirken zu lassen. Ziel
dessen ist die Neutralisierung und Demobilisierung mittels kollektiver
Angst zum wichtigen Zeitpunkt der venezolanischen Parlamentswahlen. Ziel
ist weiterhin, die vorhandenen reaktionären faschistischen Kräfte in
Venezuela in der Nationalversammlung ab 26. September des Jahres zu stärken
und zugleich Stimmungen zugunsten der Rechtfertigung der Militarisierung
Lateinamerikas zu hervorzubringen. Dies alles soll als Vorwand dafür
dienen können, offene und direkte Handlungen gegen die territoriale
Unverletzlichkeit des venezolanischen Staatsgebietes zu ermöglichen.
Das
Bolivarische Venezuela und seine von Hugo Rafael Chávez Frías geführte
Regierung sind ein Beispiel für Frieden und partizipative Demokratie,
die auf die Völker und Länder dieses Kontinents und anderer Kontinente
ausstrahlen, weil hier der Anfang dafür gemacht worden ist, dass die
politische Einheit und ein neuartiges Herangehen an den internationalen
Handel und Austausch gemäß den Grundsätzen der Solidarität, der
gegenseitigen Ergänzungen und zum gegenseitigen Nutzen gefördert wird.
Dies schwächt die Folgen der gegenwärtigen Weltwirtschaftskrise, indem
es die breiteste Solidarität mit den Völkern entwickelt, die
schwerstens unter vom Imperialismus herbeigeführten Naturzerstörungen
und extremer Armut leiden.
In
der gegenwärtigen Krise der bilateralen Beziehungen kann nicht
ignoriert werden, dass die Völker Venezuelas und Kolumbiens von ihrer
Herkunft her denselben Rassen angehören, zusammen unter dem Oberbefehl
unseres gemeinsamen Vaters SIMON BOLIVAR für die Unabhängigkeit gekämpft
haben und den Handel, den Austausch und die Bevölkerung an der längsten
Grenzlinie beider Länder miteinander teilen. Immer wenn ähnliche
Situationen bei anderen Gelegenheiten auftraten, äußerten die Brudervölker
Venezuelas und Kolumbiens mit Nachdruck ihren Willen, für den Frieden
und die Harmonie zu kämpfen und sich nicht durch das Sirenengeheul des
Kriegs in einen Bruderkrieg stürzen zu lassen, welcher allein den
Interessen des Imperialismus, insbesondere dem US-Imperialismus und den
kreolischen Oligarchien beider Länder nützt.
Angesichts
dieser Tatsachen ERKLÄRT DIE KOMMUNISTISCHE PARTEI VENEZUELAS:
1.
Wir weisen entschieden das provokatorische und schamlose Theater der OAS
zurück. Die OAS hat ihren letzten Rest Glaubwürdigkeit eingebüßt.
Sie beweist die Vertiefung der historischen Krise der OAS und die
Notwendigkeit der Errichtung von unabhängigen und souveränen
Alternativen im Interesse unserer Völker und Länder im Kontext des
neuen Klimas der Zusammenarbeit, der Solidarität und des Friedens.
Dieses Klima bahnt sich seinen Weg auf dem Kontinent Amerika, und zwar
trotz der kriegstreiberischen, spalterischen und interventionistischen
Gegenoffensive des US-Imperialismus.
2.
Wir unterstützen die Entscheidung der Regierung des venezolanischen Präsidenten
Hugo Rafael Chávez Frías, die Beziehungen zur gegenwärtigen Regierung
von Alvaro Uribe Vélez in Kolumbien abzubrechen und dadurch die Souveränität
Venezuelas, die Würde unserer Heimat und die territoriale
Unverletzbarkeit Venezuelas gegenüber den faktisch vorhandenen
Bedrohungen einer ausländischen Intervention zu verteidigen.
3.
Wir bekräftigen unsere entschiedene Zurückweisung der Militarisierung
von Lateinamerika und der Karibik mit jetzt der Präsenz der 4.
US-Flotte, der 46 US-Kriegsschiffe in Kostarika, den US-Militärstützpunkten
in Kolumbien und Panama, der Entsendung von mit Atomwaffen bestückten
Flugzeugträgern zu den Malwinen, dem Einsatz der militärischen
Komponente der NATO in Gebieten außerhalb der NATO-Staaten.
4.
Wir richten unseren Aufruf an die Völker der Welt, an die Völker
Lateinamerikas und der Karibik und insbesondere an die Völker
Venezuelas und Kolumbiens, damit wir uns alle vereinen und massenhaft
gegen die kriegstreiberische Provokation und gegen die
Interventionsbedrohungen durch den US-Imperialismus gegen unsere Völker
protestieren. Mit unserem Aufruf vor allem im Fall der Völker
Venezuelas und Kolumbiens wollen wir den in Gang gesetzten
kriegstreiberischen Angriff stoppen und den Weg finden, um die
Normalisierung der Beziehungen zwischen unseren Ländern herbeizuführen
und den Frieden als historisches Vermächtnis der Menschheit sowie
wertvolles Erbe unserer Kriegshelden und Märtyrer aus den Unabhängigkeitskriegen
zu erhalten. Dabei erinnern wir an Bolívar: „Für uns heißt das
Vaterland Amerika.“
Politbüro
des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Venezuelas (PCV)
Quelle:
http://www.tribuna-popular.org/ |