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ISRAELS
ANGRIFF IN INTERNATIONALEN GEWÄSSERN AUF HILFSFLOTTILLE FÜR
GAZA
von
Jens-Torsten Bohlke, Brüssel
Kommunisten-online
vom 2. Juni 2010 – Das Nachrichtenportal „Focus Online“ führt die
Schilderungen des Vorfalls aus Sicht eines Besatzungsmitgliedes des
griechischen Schiffes „Eleftheri Mesogeios“ an. Der sagte dem
griechischen Fernsehsender SkaI: „Die (Israelis) haben fast alle Leute
weggeschleppt. Ich und der Kapitän und noch einer sind noch hier. Sie
haben mit Gummikugeln geschossen. Sie haben Menschen angeschossen. Sie
haben Leute geschlagen. Gegen Mitternacht kamen sie. Gegen 03.00 Uhr
umzingelten sie uns, und Hubschrauber und Schiffe kamen. ... Ich bin in
Handschellen (....).“ Dann brach das Gespräch ab. (1)
Nach
einem unbestätigten Bericht des von der Hamas betriebenen
Fernsehsenders El Aksa wurden bis zu 20 Menschen getötet, neun davon türkische
Staatsbürger. In dem Bericht war zudem von etwa 50 Verletzten die Rede.
Ein Sprecher der an dem Hilfseinsatz beteiligten türkischen
Organisation IHH sagte AFP, bei der Erstürmung seien 15 Menschen getötet
worden. (...)
Die
israelische Armee erklärte, die Erstürmung der Flottille sei in
internationalen Gewässern erfolgt. Ein Einsatzkommando sei zwischen
04.30 Uhr und 05.00 Uhr am frühen Montagmorgen in einer Entfernung von
130 bis 150 Kilometer zur israelischen Küste eingeschritten, sagte
General Awi Benajahu. Er wisse nicht, wer den Schießbefehl gegeben
habe, fügte er im Militärrundfunk hinzu. (2)
Israelische
Elitesoldaten haben am Montag bei der gewaltsamen Erstürmung der
internationalen Gaza-«Solidaritätsflotte» mindestens neun Aktivisten
getötet.
Dutzende
weitere wurden verletzt, als das Militär am frühen Morgen von
Kommandobooten und Hubschraubern aus sechs Schiffe enterten. In
Medienberichten war sogar von 16 Toten die Rede. (....)
Nach
Angaben der Organisation Free Gaza ereignete sich der Vorfall in
internationalen Gewässern im Mittelmeer - etwa 140 Kilometer vor der
israelischen Küste. (...)
Die
folgenschwere Kommandoaktion löste eine Welle internationaler Kritik
aus. In Istanbul und London kam es zu Protesten. Knapp fünf Monate nach
der umstrittenen Geheimdienstoperation in Dubai steht der jüdische
Staat damit international erneut am Pranger. Im Januar war in einem
Luxus-Hotel in Dubai ein Hamas-Funktionär betäubt und erstickt worden.
Die Täter hatten dafür Pässe von EU-Ländern gefälscht. (...)
«Die
Soldaten haben begonnen zu schießen, sobald sie an Bord kamen», sagte
Audrey Bomse von Free Gaza und verwies auf Videoaufnahmen von Bord der
«Marmara». (...)
Nach
Angaben der israelischen Armee wurden bis zum Nachmittag vier der sechs
Schiffe in den Hafen von Aschdod gebracht. Laut dem israelischen Plan
sollen die Identität der Aktivisten überprüft und diese befragt
werden. Danach sollen sie in ihre Heimatländer abgeschoben werden.
Falls sie dem nicht zustimmen, droht ihnen Haft. (...)
Ankara
rief aus Protest den türkischen Botschafter aus Israel ab. Außerdem
annulliere die Türkei drei Militärabkommen mit Israel, sagte der türkische
Vizeministerpräsident Bülent Arinc. Er warf Israel Piraterie vor. Der
israelische Stab zur Terrorbekämpfung veröffentlichte aus Furcht vor
Gewalt gegen Israelis eine Reisewarnung für die Türkei.
Die
griechische Regierung brach umfangreiche Luftwaffenmanöver mit Israel
in der Ägäis ab. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas sprach von
einem «Massaker» und «abscheulichen Verbrechen». Der palästinensische
Ministerpräsident Salam Fajad sagte, die Aktion beweise «Israels
Missachtung für internationale Gesetze und Konventionen». Die
Gaza-Blockade müsse beendet werden, forderte er.
Die
arabischen Staaten verurteilten den israelischen Militäreinsatz gegen
die «Solidaritätsflotte für Gaza» als «Verbrechen». Einige von
ihnen befürchten sogar, dass ein neuer Krieg drohen könnte.
Quellen:
(1)
Quelle: http://de.news.yahoo.com
(2)
http://de.news.yahoo.com/
(3)
http://de.news.yahoo.com/
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