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Israelische Friedensbewegung:

„Wenn die israelische Armee auf unbewaffnete Frauen schießt, um zu töten - dann ist es Zeit für eine weltweite Gaza-Kampagne“

Hört mit der Belagerung auf! Hört mit dem Krieg auf!
Ein Monat des Protests: vom 4. November bis zum 2. Dezember 2006

Am 2. Dezember 2006: 

Demonstrationen überall in der Welt

Beit-Hanoun-Morde (Gaza-Streifen):

Aufruf zum Monat des gewaltfreien Widerstandes

Quelle: FTA

Gush Shalom und andere israelische Friedensorganisationen haben zum Monat des Widerstandes gegen die israelische Besatzungspolitik und den andauernden Krieg gegen die Palästinenser vom 04.11.2006 bis zum 02.12.2006 aufgerufen. Zum gewaltfreien Widerstand!

Anlaß ist die Ermordung zweier Palästinenserinnen, die sich unbewaffnet der israelischen Armee entgegenstellte - und erschossen wurden. Sie gehörten zu einer Gruppe Frauen, die - angebliche oder tatsächliche - Militante schützen wollten, die in einer Moschee von Beit Hanoun von der IDF umzingelt waren und ihnen die Flucht oder - Vermutung - auch das Überleben durch Verhandeln ermöglichen.

Zur Vorgeschichte:

Vor drei Tagen hat die israelische Armee begonnen, ihren Krieg gegen die Palästinenser im Gaza-Streifen nach Art des "West Bank"-Feldzuges zu intensivieren. es handelt sich jetzt um einen Krieg im Krieg, wie ihn auch die US-Regierung im Irak führt: gegen einzelne Städte nämlich, die im Sinne der Besatzer "gesäubert" werden sollen.

Eine solche Säuberung wäre jedoch erst vollendet, wenn alle Palästinenser aus diesen Städten vertrieben worden sind. Denn dieser Krieg gegen die Städte ist mehr als jede andere Kriegsform geeignet, die Opfer gegen die Angreifer zu vereinen - und neuen Widerstand in militanter und waffenfreier Gestalt selbständig zu regenerieren.

Die IDF muß letztlich *alle* Palästinenser vertreiben, wenn sie die Oberhand behalten will - vor dieser grausigen Konsequenz einer totalen ethnischen Säuberung  pflegen wir fernab gerne unsere Augen zu verschließen. Vielleicht hoffen wir insgeheim, daß es so weit schon nicht kommen wird. Doch wir können dessen nicht sicher sein. Zu viele monströse Verbrechen sind in den letzten 50 Jahren gerade auch von israelischer Seite aus geschehen. Aktuelles Opfer ist die Stadt Beit Hanoun und deren Einwohner. Hier scheint die Armee besonders schlimm zu agieren.

Der folgende Text ist entnommen aus dem
Newsletter von Gush Shalom vom 03.11.2006:
„When the IDF shoots to kill at unarmed women - time for a worldwide Gaza Campaign“

Quelle: FTA

„Wenn die israelische Armee auf unbewaffnete Frauen schießt, um zu töten - dann ist es Zeit für eine weltweite Gaza-Kampagne“

Dringende Aufforderung, die einmonatige Kampagne zu einer weltweiten zu machen

Heute wurden zwei palästinensische Frauen, die an einer gewaltlosen menschlichen Schutzschild-Aktion in Beit Hanoun teilnahmen, erschossen und zahlreiche andere verwundet. Sie versuchten – und waren teilweise erfolgreich – die Kämpfer zu retten, die Unterschlupf innerhalb einer Moschee gesucht hatten. Die Frauen bildeten spontan eine menschliche Mauer, als es klar wurde, dass die IDF vorhatte, die Moschee mit den Männern darin zu zerstören. Seitdem wir Euch von unseren Vorbereitungen berichteten, am morgigen 4. November „Gaza auf die Tagesordnung der Rabin-Gedächtniskundgebung“ zu setzen, verschlechterte sich die Situation zusehends.

Es ist äußerst wichtig, dass unsere Kampagne auch im Ausland wahrgenommen wird. Weiter unten befindet sich ein wenig zum Hintergrund und die Bitte, mit Vorschlägen zu helfen, den 2. Dezember zum Höhepunkt der Kampagne zu machen. Vorschläge, die jeder und jedem die Teilnahme überall in der Welt ermöglichen.

(Erinnerungsstütze für israelischen Aktivisten: Wir treffen uns Morgen am 4. November am Rabin Square/Frishman Corner, um 7pm)

Gaza

Hört mit der Belagerung auf! Hört mit dem Krieg auf!

Ein Monat des Protests: vom 4. November bis zum 2. Dezember 2006

Die Situation in Gaza hat Notstandsniveau - unzulängliches Wasser-, Elektrizitäts- und Gesundheitswesen - erreicht; weit verbreitet: Hunger, Armut und Arbeitslosigkeit; Schulen und andere Dienstleistungen: zusammengebrochen; andauernde Beschießungen und Angriffe durch das israelische Militär. Das Problem sind die Belagerung des Gaza-Streifens durch Israel und die von der internationalen Gemeinschaft auferlegten Sanktionen, verschlimmert durch anhaltende IDF-Angriffe. Wenn diese Belagerung weitergeht, werden wir sich ausbreitende Krankheit, Unterernährung und Gesetzlosigkeit [wörtlich: Anarchie, FTA ] erleben können.

Schließt euch unserer Internationalen Kampagne an

Eine Gemeinschaft von Friedensorganisationen in Israel hat sich zu einer koordinierten, bedeutsamen Kampagne zusammengeschlossen, um die Belagerung von Gaza [gemeint: Gaza-Streifen, FTA] zu beenden und Israel aufzurufen, Verhandlungen mit den legitimierten Vertreter der Palästinenser zu beginnen. Israel und die internationale Gemeinschaft müssen die politische Wahl der palästinensischen Bevölkerung respektieren.

Gaza:

Stoppt die Belagerung - Hört mit dem Krieg auf!

Im Laufe des Novembers: Nachtwachen, Debatten, Petitionen, Flugblätter, Plakate

Am 2. Dezember: Demonstrationen rund um die Welt

Schließt Euch bitte diesen humanitären und politischen Unternehmungen an: Nutzt diesen Monat bis zur großen Demonstration am 2. Dezember, um das Bewusstsein in Eurer Umgebung zu wecken. Sendet Briefe, Faxe und Petitionen an Eure Abgeordneten. Haltet Mahnwachen und Teach-Ins ab.

Teilt uns Eure Pläne mit, so können wir einander mit unseren Tane und Daten stark machen und auf unseren Websites gegenseitig Bezug nehmen.

Schreibt Eure Pläne an: Debby Lerman an debbyl@actcom.co.il

In Israel geplante Aktionen

Vielleicht werden einige von diesen Euch Anstöße für eigene Aktionent geben:

Gedrucktes Material - Informationsflugblätter, Plakate, Anzeigen und Aufkleber.

Lokale Ereignisse - Diskussionsveranstaltungen, die Filmaufnahmen, Zeugen, Journalisten, Bewohner von Gaza usw bringen.

Kleine Mahnwache/Demonstrationen - vor dem Büro des Premierministers, der EU, den ausländischen Botschaften, den Büros von ausgewählten Knesset-Mitgliedern. An der Rabin-Gedächtniskundgebung am 4. November werden Aktivisten gedruckte Materialien verteilen und eine Menschenkette bilden.

Eine spezielle Knesset-Konferenz wird abgehalten, zu der strategisch bedeutsame Mitglieder der Knesset eingeladen werden. Sie werden Berichte von Gaza-Palästinensern, Menschenrechtsorganisationen und Journalisten hören.

Medien - wir werden Artikel, Leserbriefe, Blogs, Leser-, Hörer- Zuschauerkommentar - für Zeitungen, Fernsehen, Radio, und Internet - schreiben.

Auto-Konvoi zur Gaza-Grenze.

Massendemonstration am 2. Dezember in Tel Aviv und überall auf der Welt, Telefonzusammenschaltungen mit Gaza-Einwohnern und - wenn möglich - internationalen Solidaritätsaktionen aus aller Welt

Internationale Kampagne

Aktionen, um das Bewusstsein zu wecken und auf die amerikanische und die europäischen Regierungen Druck auszuüben - Appelle an Entscheidungsträger und Zivilgesellschaft in der EU und den Vereinigten Staaten, um zu fordern, dass ihre Regierungen das Embargo beenden.

Am 2. Dezember - Demonstrationen überall auf der Welt.

Veranstalter der Kampagne

Diese Kampagne wurde von der „Coalition of Women for Peace“ mit ihren 9 Mitgliedsorganisationen in Israel einschließlich MachsomWatch, Bat-Schaloms und New Profile initiiert. Andere aktive Veranstalter: Anarchists Against the Wall, Gush Shalom, Hadash, High School Seniors draft refusers, Rabbis for Human Rights, University Student Coalition und Yesh Gvul.

Für mehr Information und Eure Aktualisierungen: Debby Lerman an debbyl@actcom.co.il oder +972-52) 457-0704

Hintergrundmaterial:

Die Wirtschaft von Gaza

Nach Angaben der Weltbank erleben die Palästinenser zurzeit die schlimmste Wirtschaftsdepression in der modernen Geschichte.

Die schmähende Auferlegung von internationalen Sanktionen hat einen verheerenden Einfluss auf eine ohnehin durch ihre extreme Abhängigkeit von einer Auslandsfinanzierung geschwächte Wirtschaft .

Zum Beispiel ist die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) von zwei Einkommensquellen hoch abhängig.

Das erste ist ein jährliches Hilfspaket von Spenden aus dem Westen von ungefähr 1 Milliarde USD pro Jahr (2005, gemäß der Weltbank), die Geberländer überwiesen für humanitäre Zwecke 1,3 Mrd USD, davon für Notstandarbeiten 500 Mio USD (38 %], für Entwicklunghilfe 450 Mio USD (35 %) und für Haushaltsanierung 350 Mio USD (27 %), vieles davon ist jetzt ausgesetzt.

Das zweite ist eine Monatsüberweisung durch Israel in Höhe von 55 Mio USD an Zoll- und den Steuereinnahmen, die Israel für die PA erhebt. Diese Einkommensquelle besitzt eine für den palästinensischen Etat absolut kritische Größe und ist in voller Höhe ausgesetzt worden.

Der kombinierte Einfluss von Beschränkungen, namentlich der fast ununterbrochene Einschluss [der Gaza-Bevölkerung, FTA] und der andauernde Wirtschaftsboykott, hat zu einem beispiellosen Niveau der Arbeitslosigkeit geführt, die sich zur Zeit 40 Prozent in Gaza (im Vergleich zu weniger als 12 Prozent 1999) nähert. Tatsächlich ist palästinensischen Arbeitern von Gaza seit dem 12. März 2006 der Zugang nach Israel verwehrt worden, Gazas Primär-Markt und alle Grenzübergänge sind seit dem 25. Juni 2006 praktisch versiegelt worden, als Israels gegenwärtige militärische Kampagne in Gaza begann.

In den nächsten fünf Jahren werden außerdem 135.000 neue Arbeitsplätze erforderlich sein, um Arbeitslosigkeit wenigstens auf 10 Prozent zu senken.

Handelsbeziehungen sind ähnlich betroffen. Bis zum Anfang Mai 2006 zum Beispiel war der Karni-Übergang, durch den kommerzieller Bedarf nach Gaza eingeführt wird, zu 47 Prozent des Jahres geschlossen worden - mit geschätzten täglichen Verlusten von 500.000 - 600.000 USD.

Hiermit in Zusammenhang stehen Landwirtschaftsverluste, die sich auf ungefähr 1,2 Mrd USD sowohl für Gaza als auch für das Westjordanland im Laufe der letzten sechs Jahre belaufen.

Vor dem April 2006 lebten 79 Prozent der Haushalte im Gaza-Streifen (im Vergleich zu weniger als 30 Prozent 2000), in Armut, die wahrscheinlich zugenommen hat; viele haben Hunger...

Sara Roy, The Palestine Center

12. Oktober 2006

Nicht eine Interne palästinensische Angelegenheit

Diese sind die Schritte im Experiment: Sperren Sie (seit 1991) ein; entfernen Sie die gewöhnlichen Mittel des Lebensunterhalts der Gefangenen ; machen Sie alle Ausgänge zur Außenwelt fast hermetisch dicht; zerstören Sie vorhandene Mittel des Lebensunterhalts, den Zufluß von Rohstoffen und das Marketing von Waren verhindernd, und erzeugen (produzieren) Sie; verhindern Sie den regelmäßigen Zufluß von Arzneimitteln und Krankenhaus-Bedarf; lassen Sie wochenlang keine frischen Lebensmittel hinein; verhindern Sie seit Jahren den Besuch von Verwandten, Berfstätigen, Freunden und anderen, und erlauben Sie Tausende von Leuten - den Erkrankten, Familienoberhäuptern, Berufstätigen, Kindern - wochenlang an den geschlossenen Toren des einzigen Zugangs/Ausgangs des Gaza Streifens zu warten.

Stehlen sie Hunderte von Millionen von Dollar (Zoll und durch Israel gesammelte Steuereinnahmen, die dem palästinensischen Finanzministerium gehören), um die Nichtzahlung der bereits niedrigen Gehälter von den meisten Regierungsangestellten seit Monaten zu erzwingen; präsentieren Sie die Zündung von selbstgemachten Qassam-Raketen als eine strategische Bedrohung, die nur dadurch gestoppt werden kann, daß Frauen, Kindern und alte Menschen verletzt werden; feuern Sie auf von Menschen wimmelnden Wohnviertel aus der Luft und vom Boden aus; zerstören Sie Obst- und Gemüsegärten, (Öl-)Haine und Felder.

Schicken Sie Flugzeuge aus, um die Bevölkerung mit dem Überschallknall zu erschrecken; zerstören Sie das neue Kraftwerk und zwingen Sie die Einwohner des abgeschlossenen Gaza-Streifens, vier Monate lang - eine Zeitspanne, die sich sehr wahrscheinlich noch auf ein volles Jahr verlängern wird - für den grössten Teil des Tages ohne Elektrizität zu leben. Mit anderen Worten: ein Jahr ohne Kühlmöglichkeiten, Ventilatoren, Fernsehen, Licht für Arbeit und um Lesen; zwingen Sie sie, ohne eine regelmäßige Versorgung mit Wasser, die von der Elektrizitätsversorgung abhängig ist. zu leben.

Es ist das gute alte israelische Experiment, das „Setzenn Sie sie in einen Schnellkochtopf und sehen Sie, was geschieht“ genannt wird und das einer der Gründe ist, warum das nicht eine innere palästinensische Sache ist...

Amira Hass, Ha'aretz

4. Oktober 2006

Israels skandalöse Belagerung von Gaza

Israel hat 2.300 Gaza-Einwohner im Laufe der letzten sechs Jahre getötet, einschließlich 300 in den vier Monaten, seitdem ein israelischer Soldat, Unteroffizier Gilad Shalit, in einem grenzüberschreitenden Überfall von palästinensischen Kämpfern am 25. Juni festgenommen wurde. Die Verwundeten können mit mehreren Zehntausend aufgezählt werden. Die meisten Opfer sind Zivilisten, viele von ihnen Kinder.

Das Töten setzt sich täglich fort - durch die Panzer- und Scharfschützen-Feuer, mit Beschuß aus der Luft und von See, durch Undercover-Teams, die als Zivilisten getarnt in das arabische Territorium geschickt werden, um zu Überfälle zu verüben und - eine israelische im Laufe der letzten Jahrzehnte vervollkommnete Spezialität - zu morden.

Wie lange wird die „internationale Gemeinschaft“ dem Gemetzel erlauben weiterzugehen? Die unbarmherzige Repression in den Besetzten Gebieten, und Gaza insbesondere, ist eine der skandalösesten in der Welt heute. Es ist der schwärzeste Fleck auf Israels befleckter Weste als eine Möchtegern-Demokratie...

Patrick Seale, Internationale Herold-Tribüne

27. Oktober 2006

Die Belagerung sät Gesetzlosigkeit [wörtlich: Anarchie, FTA ] und Tod in Gaza.

Es ist eine von Menschenhand herbeigeführte Katastrophe, die wir zu einem Ende bringen müssen.

Für mehr Information und Ihre Aktualisierungen: Debby Lerman an debbyl@actcom.co.il oder +972-52) 457-0704

Gush Shalom, p.o.b. 3322 Tel Aviv 61033

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www.gush-shalom.org

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