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Dr. Guido Gorissen auf Gaza-Hilfsschiff „Tahrir“:

GAZA-BOOT MIT BELGIERN VON GRIECHISCHER KÜSTENWACHE GEENTERT

von Dr. Guido Gorissen

übersetzt von Jens-Torsten Bohlke

Mitteilung auf der Homepage der belgischen Solidaritäts-Dachorganisation INTAL vom 5. Juli 2011. (Auf Kommunisten-online am 11. Juli 2011) – Dr. Guido Gorissen ist ein belgischer Arzt und mit dieser Eigenschaft auch in der belgischen Ärzte-Organisation „Gesundheitswesen für das Volk“ organisiert. Er ist Teilnehmer der vierköpfigen belgischen Delegation auf dem Schiff „Tahrir“ der internationalen Hilfsflotille für Gaza. Die „Tahrir“ liegt an der Kette im kleinen Hafen von Agios Nikolaos auf der griechischen Insel Kreta. Die griechische „sozialistische“ PASOK-Regierung läßt die Flotille nicht auslaufen. Dr. Gorissen erzählt den Hergang.

„Die Lage ist sehr angespannt, Der Druck auf die Flotille ist sehr groß. Das reicht von der verbalen Gewaltandrohung gegen die Organisatoren der Flotille, welche da mal eben „Terroristenflotille“ genannt wird, bis zum Bombardieren bekannter Teilnehmer mit Haßmails. In diesem Moment ist unser Boot von den griechischen Behörden beschlagnahmt. In den vorigen Tagen wurden von den griechischen Behörden ständig neue Hindernisse aufgetürmt. Der Telefonanschluß, um Hilfsdienste zu erreichen, stand noch eingeschrieben auf den früheren Namen des Boots. Plötzlich gab es eine dringende Überprüfung der ... Breite der Schlafbänke. Usw.

Als die griechische Marine am Freitagnachmittag das US-amerikanische Boot „Audacity of Hope“ (nach dem Titel eines Buchs von Obama benannt) stoppte und seinen Kapitän in die Zelle steckte, ist der gesamte Hafen abgeriegelt und auch die „Tahrir“ angekettet worden. Mit politischer Erpressung auf die griechische Regierung sind ihr die Knie weich geworden. Viele Griechen draußen auf der Straße fühlen sich durch dieses Vorgehen ihrer Regierung gedemütigt. Dieses Handeln hier hat dasselbe niedrige Niveau wie ihr Anpacken der der Wirtschaftskrise. Viele Menschen, die wir hier auf Kreta gesprochen haben, sind auch sehr wütend. Und dies nicht nur wegen ihrer eigenen Verarmung, sondern auch wegen des Verlusts der Unabhängigkeit von Griechenland. Wenn wir mit der „Tahrir“ nicht in so einer kleinen Hafenstadt liegen würden, gäbe es sicherlich massive Solidaritätsproteste der griechischen Öffentlichkeit.

Trotz der griechischen Maßnahmen gegen die Flotille bereiten wir uns auf eine Aktion vor, die LEGAL und HUMANITÄR ist. Eine Aktion, die die grausame Politik von Israel bloßstellt und die die Regierungen des Westens wegen ihrer Komplizenschaft bei der rechtswidrigen Unterdrückung demaskiert, deren Opfer das gesamte palästinensische Volk und insbesondere die Bürger und die Kinder des Gaza-Streifens sind. Als Arzt ist es meine Pflicht, Menschen in Not zu helfen. Wenn ich das verweigere, mache ich mich der Fahrlässigkeit schuldig. Fahrlässigkeit ist genau das, was unsere Politiker mit ihrem Nichthinschauen bei den israelischen Verbrechen tun, wo sie dann noch die Opfer anschuldigen.

Das Spiel ist aus? Ganz bestimmt nicht!

Die Frage für jederman ist nun natürlich: Heißt das nun „Game over - Das Spiel ist aus“ für die Gaza-Hilfsflotille? Ganz, ganz sicherlich nicht. Auch ohne Auslaufen haben wir eine Menge erreicht. Die höchsten politischen Führungspersönlichkeiten der USA, der UNO, der EU und Israels sind alle zwei Wochen mit der Flotille befaßt. Natanjahu muß ununterbrochen Lobby-Arbeit leisten lassen, von Ban Ki-Moon über Obama bis zu den europäischen Führungspersönlichkeiten, nur um letztlich mit regelrechter Erpressung durch die Darlehen an Griechenland hinzubekommen, was in jedermans Augen völlig rechtswidrig ist: eine humanitäre Flotille nach Gaza zu blockieren.

Dafür gehen sie da alle nun über die rote Linie jeglicher Legitimität hinaus. Das reicht von mörderischer Sabotage bis zu Erpressung und dem Übertreten aller Seerechte. Griechenland ist jetzt faktisch vom IWF und dem Tandem USA-Israel kolonialisiert worden.

Daß die Israelis dieser Solidaritätsaktion so viel Beachtung schenken, ist für sich allein schon ein Erfolg. Der internationale Charakter der Aktion und die große Medienbeachtung ist für Israel ein Alptraum. Die Politik Israels gegenüber den Palästinensern ist eine unhaltbare Sache. Israel ist ein Riese auf tönernen Füßen. Die Tatsache, daß eine Handvoll Leute die führenden Politiker der Welt so in Probleme bringen kann, erfüllt uns mit Hoffnung und ist der beste Anreiz um weiterzumachen. Das wird noch eine ganze Weile andauern. ABER DIE BLOCKADE VON GAZA WIRD FALLEN.

Welche Möglichkeiten sind hier noch für die Flotille vorhanden? In diesem Moment liegen die meisten Schiffe der Flotille an der Kette in diesem oder jenem griechischen Hafen. Allein das französische Schiff, daß aus Korsika ausgelaufen ist, befindet sich in internationalen Gewässern. Aber wenn dort auch nur ein einziges Schiff in die Nähe von Gaza kommt, ist das Ziel der Aktion erreicht.

Solange wir mit der „Tahrir“ nicht aus diesem Hafen auslaufen,bleiben wir auf unserem Schiff. Sie da, die uns so angreifen, weil wir ihre Verbrechen aufzeigen, können noch immer nicht ruhig schlafen gehen. Wir geben nicht auf. Die Gaza-Flotille wird gemacht.

Nachtrag

Maandag 4 juli probeerde de Tahrir uit te varen, maar een kwartiertje en een paar kilometer verder werd de boot geënterd door de Griekse kustwacht. Wat de Gazavaarders doet verzuchten: „We wisten niet dat de blokkade van Gaza zich nu al tot de grenzen van de Europese Unie uitstrekte...“.

Am Montag, 4. Juli, probierte die „Tahrir“ auszulaufen. Aber binnen 15 Minuten und ein paar Meilen entfernt wurde das Boot von der griechischen Küstenwache geentert. Was die Gaza-Segler so kommentierten: „Wir wußten nicht, daß die Blockade von Gaza bereits auf innerhalb der Grenzen der Europäischen Union erweitert worden ist ... .“

Quelle: http://www.intal.be/

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