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Weltblick-Kommentar
des Vorsitzenden der KP Venezuelas
ZWISCHEN
KRIEG UND FRIEDEN
von
Genosse Jerónimo Carrera
übersetzt
von Jens-Torsten Bohlke, Brüssel
Caracas,
11. April 2010, Tribuna Popular TP. -
Ein Leben in Frieden ist das am meisten logische Bestreben
der Menschen. Und dennoch haben wir Menschen bis heute nicht gelernt,
wie dies zu erreichen ist. Tausende und Abertausende von Menschen
verlieren jeden Tag ihr Leben durch die Hand anderer Vertreter der
Gattung Mensch. Sei es illegal oder „legal“.
Immer
ist es so betrachtet worden, dass besagtes Töten verbrecherisch ist,
wenn es aus dem Willen eines Einzelnen heraus begangen wird. Aber diese
Betrachtung setzt sich nicht durch, wenn das Töten im Ergebnis einer
kollektiven Entscheidung geschieht. Sozusagen mit der Erlaubnis dessen,
was man als Gesellschaft kennt, deren Kriterien diesbezüglich stets bis
heute variabel gewesen sind.
Die
gegenwärtige Realität hier in Venezuela und in der übrigen Welt
besteht darin, dass wir ein zu weit gehendes Anwachsen dieses
Verbrechens erleiden und nur wenig getan wird, um diese Situation zu
behandeln. Ich beziehe mich hier auf beide Formen, ein Leben eines
anderen Menschen auszulöschen, d.h. die erlaubte und die verbotene.
Beide
Tötungsarten stimmen darin überein, dass sie die Benutzung von
irgendeiner Art von Waffe erfordern, damit die Handlung ausgeführt
werden kann. Das kann variieren von einer einfachen Pistole oder einem
Revolver mit niedrigem Anschaffungspreis bis hin zu den modernsten und
kostspieligsten Kriegswaffen. Sie haben dasselbe Ziel: Töten.
Es
scheint daher sehr leicht zu sein, diesem Problem eine Lösung zu
verschaffen. Und dies kann nichts weiter sein, als Schritt für Schritt
eine strikte Kontrolle über die Produktion und die Weiterverbreitung im
internationalen Rahmen einzurichten, bezüglich der Bewaffnung in jeder
Kategorie. Dies kann nicht sofort von einem Anstoßenden erreicht
werden, denn so einem mutigen Schritt stehen viele und große Interessen
entgegen. Aber sicherlich könnte da mit einer Anstrengung der
mobilisierten Volksmassen aller Länder begonnen werden. Die Zahl der Länder,
welche stets jeden Gedanken weltweiter Abrüstung abgelehnt haben, ist
auf allen Kontinenten sehr klein. Sie sind in der UNO in der Minderheit.
Jetzt
können wir fast sagen, dass auf ein Mal uns die Nachricht erreicht und
wir anerkennen müssen, dass es sehr positiv ist, wenn die USA und
Russland mit einer Verlängerung des einst zwischen ihnen existierenden
Vertrages allmählich ihre Kernwaffenarsenale vermindern. Bei der
Unterzeichnung des Vertrages haben sie nicht gesagt, warum dies
geschieht. Obama und Medwedjew unterzeichneten im Hradschin, dem königlichen
Schloss des mir stets in Erinnerung bleibenden Prag. Vielleicht in
symbolischem Gedenken an die Tschechen, von denen ich gesagt habe, dass
sie eines der friedfertigsten Völker der Welt sind, friedfertiger noch
als die Italiener.
Jedenfalls
ist es ganz beachtlich, dass heutzutage jene mächtigen weltweiten
Friedensbewegungen verschwunden sind, die für die Abrüstung und
insbesondere eine atomwaffenfreie Welt Partei ergriffen haben. Welche
einst im 2. Weltkrieg entstanden und enorme Impulse in allen Teilen von
der heute auch verschwundenen Sowjetunion erhielten, die stets der
Hauptträger der Friedensfahne war und dabei einer Tradition Lenins und
ausnahmslos seiner Nachfolger folgte.
Aber
gut. Derweil lebt derzeit die Menschheit weiter wie immer, zwischen
Krieg und Frieden.
Jerónimo
Carreras
P.S.
In der vorigen Woche verstarb in Caracas infolge von Komplikationen
und Brüchen nach einem Sturz unsere sehr geschätzte Genossin Celia Jimenez.
Sie war viele Jahre lang eine hochgeachtete Professorin auf
verschiedenen Ebenen. Sie starb als aktives Mitglied der KP Venezuelas,
welches vor langer Zeit aus der AD gekommen war und eine großartige
Arbeit in den Gremien geleistet hatte.
Noch
ein P.S. Es verstarb in Caracas ein beachtlicher Kommunist der alten
Garde, der Herausgeber Domingo Fuentes, eher bekannt als „Ho Chi
Minh“ wegen seiner Ähnlichkeit mit dem großen vietnamesischen
Volkshelden. Persönlich erinnere ich mich an ihn wegen seiner
wertvollen Mitarbeit als Herausgeber eines Blattes, welches wir mit dem
Titel versahen „Für die friedliche Koexistenz in der Karibik“. Dies
war 1962, unmittelbar nach der gefährlichen „Raketenkrise“ in der
Unterdrückungszeit des hiesigen Präsidenten Betancourt in Venezuela.
Quelle:
http://www.tribuna-popular.org/
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