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Unverkennbar faschistisch

Das Zeichen der libanesischen Falange ist dem Nazigeier nachempfunden

Der Gründer der faschistischen Falange und Hitler-, Mussolini- und Francoverehrer,
Pierre Gemayel sen.

Nazisymbol als Parteizeichen der libanesischen Falagne

kam bei Attentat um.

Führer der faschistischen Falange im Libanon und Enkel des Gründers 
Pierre Gemayel jun.

 

Attentat von Beirut auf den faschistischen Minister Pierre Gemayel

Wer steckt dahinter?

von Günter Ackermann

Er sei ein antisyrischer Politiker gewesen und Syrien hätten ihn deshalb ermorden lassen. Das suggeriert uns die Presse, schallt und von Rundfunkstationen und aus der Götze entgegen. Stimmt das denn überhaupt?

Pierre Gemayel war Chef einer Partei, die sich Falange nennt. Gegründet hat sie sein Großvater Pierre Gemayel sen. Dieser war Chef der libanesischen Olympiadelegation bei der Nazi-Olympiade und ein heißer Verehrer Adolf Hitlers. Den Name seiner Partei hat er der spanischen Faschistenpartei von Franco entlehnt.

Die Anhänger der Falange kommen in der Hauptsache auch der christlichen Oberschicht des Libanon, die Jahrzehnte die Politik des Landes bestimmten.

In den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts wollte sich die moslemische Mehrheit nicht mehr von der Minderheit aus Christen regieren lassen und verlangten Beteiligung an der Regierung. Es kam zum blutigen Bürgerkrieg. Die Falange unterhielt die stärkste Miliztruppe der Bürgerkriegsparteien und zeichnete sich durch besondere Brutalität aus.

Der Bürgerkrieg forderte 90.000 Tote, 20.000 Vermisste und 115.000 Verletzte. Mit dem syrisch-libanesischen Abkommen 1991 übernahm Syrien die Funktion als Ordnungsmacht, Der Libanon kehrte zu normalen Verhältnissen zurück.

Der Bürgerkrieg nutzte Israel 1982 aus um in den Libanon einzumarschieren. Während dieses Krieges wurden die Massaker an den Palästinensern in den Lagern von Sabra und Schatila von den Milizen der Falange begangen – unterstützt vom damaligen israelischen Kriegsminister Sharon.

Pierre Gemayel war nicht „antisyrisch“, er war in erster Linie ein Faschist! Seine Partei wurde und wird von den Zionisten zur Destabilisierung des Libanon benutzt. Auch die USA sind Gönner der Gemayel-Partei.

Wenn jetzt die vier wichtigsten Religionsgruppen, Christen, sunnitische Moslems, schiitische Moslems und Drusen[1] so, wie in den 70er und 80er Jahren sich gegenseitig bekriegen, könnte der Libanon zerfallen. Damit hätten die USA und Israel es mit einem mit ihnen verbündeten christlichen und einen antiwestlichen moslemischen Rest-Libanon zu tun. Das macht ihnen die Kriegführung zur Absicherung der Ölregion leichter, es gibt klare Fronten.

Der Tod des Pierre Gemayel ist vor allem der Tod eines Verbrechers an der Spitze einer Verbrecherpartei. Nutzen davon hat nicht Syrien, sondern die, die den Libanon destabilisieren wollen: Die USA, Israel und die europäischen Mächte. Ob hier die Auftraggeber des Mordes zu suchen sind? Anderseits dürfte es auch eine Menge Libanesen geben, die mit den Gemayels und ihrer Falange-Partei eine Rechnung offen haben. Nicht nur Moslems.

Auf jeden Fall ist anzunehmen, dass in manchem Büro westlicher und israelischer Politiker nach bekannt werden des Attentats die Sektkorken geknallt haben.

G.A.

Tod eines Faschisten

Verschwörungspraxis

Von Werner Pirker

Quelle: jungeWelt vom 23.11.2006

Die Ermordung des libanesischen Industrieministers Pierre Gemayel hat eine sofortige Schuldzuweisung auf sich gezogen. Allein die von den Medien durchgängig gebrauchte Bezeichnung des Getöteten als »antisyrischen Politiker« deutet bereits die syrische Urheberschaft des Attentats an. »Antisyrisch« ist im übrigen eine äußerst unzulängliche Beschreibung der Politik, die Gemayel verfolgte. Denn in erster Linie war er ein Faschist. Die von ihm geführte Falange-Partei ist von seinem Großvater nach faschistischem Vorbild gegründet worden. Es waren Falange-Milizen, die im Auftrag Israels die Blutbäder in den palästinensischen Flüchtlingslagern Sabra und Shatila anrichteten. Pikantes Detail am Rande: Ohne syrische Einflußnahme zu ihren Gunsten wäre die christliche Rechte im libanesischen Bürgerkrieg untergegangen.

Der Mord an Gemayel nützt Syrien und den prosyrischen Libanesen ebensowenig, wie ihnen die Ermordung von Hariri genützt hat, in dessen Folge die Syrer unter dem Druck des Westens und seiner libanesischen Fangemeinde aus dem Libanon abziehen mußten. Das jüngste Verbrechen geschah wenige Stunden vor dem Beschluß des UN-Sicherheitsrates, ein internationales Tribunal zur Untersuchung des Mordes an Hariri einzurichten, das den »Beweis« für Syriens Schuld erbringen soll. Und er geschah in einer Situation, in der die antiimperialistischen Widerstandskräfte um die Hisbollah auf eine Regierung der nationalen Einheit drängen und ihrer Forderung mit einer Massenkundgebung Nachdruck verleihen wollten. Nun gehört die Straße dem christlichen Mob.

Längst vertritt die Hisbollah mehr als das schiitische Segment, nämlich alle libanesischen Kräfte, die nationale Unabhängigkeit als unabhängig von Imperialismus und Zionismus definieren. Längst geht es auch nicht mehr um prosyrische oder antisyrische Positionierungen. Und schon gar nicht um einen Krieg zwischen den Konfessionen. Die Frontlinie verläuft zwischen prowestlichen und antiimperialistischen Positionen, wobei sich die Westler nun wieder als antisyrische Widerstandsbewegung in Erinnerung zu rufen versuchen. Der christliche General Aoun, ein Widerstandskämpfer der ersten Stunde gegen die syrische Besatzung, hingegen ist zu einem Verbündeten der antiimperialistischen Hisbollah geworden.

Das jüngste politische Attentat in Beirut findet seine Nutznießer ausschließlich unter denjenigen, die den Prozeß der nationalen Emanzipation des Libanon, der durch den erfolgreichen Widerstand der Hisbollah gegen die israelische Aggression mächtigen Auftrieb erhalten hat, umkehren wollen. Das mag man als Verschwörungstheorie abtun. Aber ein politischer Mord ist fast immer das Ergebnis einer Verschwörung.

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