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Quelle: german-foreign-policy

,,Hände hoch!"

GDANSK/BERLIN (Eigener Bericht) - In der polnischen Öffentlichkeit wird die Übergabe nationaler Hoheitsrechte an deutsche Polizeibehörden diskutiert. Die Debatte gilt deutschen Plänen, mehrere Tausend Uniformierte an die polnische Ostgrenze zu verlegen. Dort sollen die Berliner Beamten für Ordnung sorgen.

Als Zeitpunkt der Verlegung kommt die Aufhebung des deutsch-polnischen Grenzregimes in Frage, das osteuropäischen Reisenden den Weg nach Westen verlegt, aber fallen soll, sobald Polen vollwertiges EU-Mitglied ist. Die EU-Außengrenzen werden dann die jetzigen Ostgrenzen Polens sein und dem Hoheitsrecht der Warschauer Regierung unterstehen.

Völlig uneigennützig

Demgegenüber sehen deutsche Überlegungen vor, die polnischen Ostgrenzen zu ,,internationalisieren". Laut einem polnischen Pressebericht1) hat der Leiter der deutschen Zollverwaltungsbehörde, Gerd Meny, bei der Europäischen Kommission um Verstärkung der Zollkontrollen an der Ostgrenze Polens nachgesucht und ,,Erfahrungen" deutscher Beamter angedient. Der uneigennützige Vorschlag berücksichtigt, dass zum Zeitpunkt der EU-Osterweiterung ca. 4.000 deutsche Grenzbeamte (12%) arbeitslos werden und deswegen nach neuen Aufgaben suchen - in ,,Europa".

Bekanntes Kommando

Besorgt heißt es in der polnischen Presse, dass ,,auf dem Gebiet Polens das Kommando 'Hände hoch!' nicht auf Polnisch, sondern auf Deutsch gerufen" werden könnte, stelle eine Zumutung dar. Die junge Generartion kenne ,,dieses Kommando zwar nur aus Kriegsfilmen, die ältere Generation aber aus der eigenen traurigen Erfahrung".

1) Tygodnik Solidarnosc, 30.04.2003

s. auch Deutsche Grenzkontrollen in Italien, Deutsches Grenzregime in Niederlanden und Belgien und Berlin vernetzt europäisches Grenzregime sowie ,,Menschen zweiter Klasse" 

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