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Israelis reagieren mit Zynismus auf hungernde Palästinenserkinder

(Von Rainer Rupp) 

Im Gazastreifen und im Westjordanland sieht die UNO 40 Prozent der Bewohner von Hunger bedroht. Besonders betroffen seien Kinder, heißt es in dem 400 Seiten langen Jahresbericht des UN-Entwicklungsprogramms. Zum einen fehlt es den Menschen an Geld, um Lebensmittel zu kaufen. Aber selbst wenn mehr Geld da wäre, gäbe es nicht genug Nahrungsmittel. Gründe für die Schwierigkeiten seien der eingeschränkte Personen- und Warenverkehr. Das heißt im Klartext, daß Israel mit seinen willkürlichen Grenzsperrungen und Blockaden die Zufuhr von ausreichend Lebensmitteln in den Palästinenser-Gebieten unterbindet.

Bereits im Vorfeld der Veröffentlichung des UNO-Berichtes wetteiferten hochrangige israelische Offiziere in der Montagsausgabe der liberalen Tageszeitung Ha'aretz mit Namensartikeln in zynischer Propaganda gegen die Palästinensern. Der Chef des Nachrichtendienstes der israelischen Armee, Generalmajor Aaron Ze’evi-Farkash behauptete kurzum, daß die „Anführer der Terrororganisationen …. Daran interessiert sind, daß die Kinder in Gaza verhungern, weil sie (die Terroristen) dadurch gestärkt werden“[1] .  Daß die wirtschaftliche Kriegsführung Israels gegen die Palästinenser direkt für den Hunger der Kinder verantwortlich ist, bleibt unerwähnt.

In der gleichen Haaretz-Ausgabe kritisiert Oberst a.D. Moshe Elad die Geberländer, d.h. insbesondere die EU-Länder, für ihre vollkommen übertriebene Hilfe für Palästina. Anderen Ländern wie Somalia ginge es weitaus schlechter als den Palästinensern. Deshalb sollten „sich die Geberländer ihrem Eifer zügeln“, mit dem sie die Palästinenser unterstützen und ihre Hilfe „auf vernünftige Maße zurückschrauben“, schreibt der israelische Oberst, der offensichtlich ganz vergessen hat, daß die Geberländer den Palästinenser beim Wiederaufbau der von Israel zerstörten Infrastruktur helfen und damit eigentlich die Aufgabe übernehmen, zu der Israel als Besatzungsmacht verpflichtet ist. Ebenso unerwähnt lässt Oberst Elad, daß Israel alljährlich drei Tausend Millionen Dollar Hilfe aus den USA bekommt, obwohl in Israel keine Hungersnot herrscht.

Ein weiterer prominenter Vertreter der israelischen Blockadepolitik gegenüber den Palästinensern, der Prof. der Spieltheorie, Robert Israel Aumann, ist diese Woche mit dem umstrittenen Nobel-Preis für Wirtschaft geehrt worden. Der rechtsradikale israelische Professor, der die jüngste Evakuierung illegaler zionistischer Siedlungen aus Gaza weiterhin als „Vertreibung“ der Juden anprangert, preist schon seit Jahren die Blockade gegen Palästinenser als höchst effizient und begründet dies mit seiner Spieltheorie. Diese Theorie diene Prof. Aumann „auch als Erklärung dafür” – schrieb die Haaratz am 13 Oktober – „weshalb Israel den Rüstungswettlauf fortsetzen und seine Atomwaffen behalten muß.[2]“ 

Sbg. den 14.10. 2005


[1] (Ha'aretz hat diesen Artikel nicht für seine Englischausgabe übersetzt. Er ist nur in der hebräischen Ausgabe zu finden unter: siehe

Unter der Titel: „Anführer von Terrororganisationen sind an Hungernot in Gaza Strip interessiert“).

 [2] Aumann: Game theory proves failure of Oslo siehe

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