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Immer
noch aktuell:
Die
reaktionäre Innenpolitik der BRD
Aus
dem DDR-Schulbuch „Staatsbürgerkunde“ von 1980: (1)
Quelle:
sascha313
@
09.
Juni 2010
Auf
Kommunisten-online am 15. Juni 2010 – Zu den wichtigsten Seiten
der imperialistischen Politik in den noch vom Monopolkapital
beherrschten Ländern gehören ökonomische
Ausbeutung, politische Unterdrückung und geistige Manipulierung
der Arbeiterklasse und aller anderen Werktätigen. Die Bourgeoisie
wendet dabei sowohl offen brutale Unterdrückungsmethoden an als auch
verschleierte Methoden und Mittel, die oft verbunden sind mit vorübergehenden
sozialen Zugeständnissen, die unter dem Druck der Kämpfe der
Arbeiterklasse gewährt werden müssen. Alle konkreten Methoden richten
sich dabei nach dem gegebenen Kräfteverhältnis im betreffenden Lande.
1.
Die ökonomische Ausbeutung
Die
ökonomische Ausbeutung hat sowohl in ihrem Umfang zugenommen und ist
auch in ihren Formen vielgestaltiger geworden. Die Arbeiterklasse, die
am stärksten ausgebeutet wird, muß die Hauptlast der imperialistischen
Profitwirtschaft tragen. Bereits im Zusammenhang mit der weiteren
Vertiefung der allgemeinen Krise des Kapitalismus hatten wir gesehen,
wie durch Arbeitslosigkeit, Inflation, Preissteigerung und Währungsspekulation
die soziale Unsicherheit und die Existenzangst der Menschen zunimmt.
Aber das ist nur die eine Seite der Übel des Kapitalismus. Eine andere
besteht darin, daß über 85 Prozent der Bevölkerung in diesen Ländern
vom Eigentum an Produktionsmitteln ausgeschlossen sind, daß wiederum
nur wenige Monopolherren die ökonomische Macht in ihren Händen halten
und in ihrem Interesse über die Richtung, die Art und Weise und die
Ergebnisse der Produktion verfügen.(2)
Nationale
und riesige internationale Wirtschaftsvereinigungen, die sich in vieler
Hinsicht mit dem Staatsapparat kapitalistischer Länder verschmolzen
haben, nutzen allein den wissenschaftlich-technischen Fortschritt dazu
aus, eine Rationalisierungswelle gegen die Interessen der Werktätigen
hochzupeitschen, Arbeitsplätze zu streichen und die Arbeitshetze zu
vergrößern. Davon am meisten betroffen sind ältere Arbeiter, die oft
zur Frühinvalidität verdammt sind, und Jugendliche, die entweder keine
Berufsausbildung erhalten oder sofort ins Heer der Arbeitslosen gestoßen
werden.
Die
Herausbildung einer zahlenmäßig verschwindend kleinen, aber äußerst
mächtigen Finanzoligarchie auf der einen Seite und die Proletarisierung
der absoluten Mehrheit des Volkes auf der anderen Seite ist heute ein
wesentliches Kennzeichen in den hochentwickelten imperialistischen Ländern.
Wie
sich unter solchen Bedingungen die Ausbeutungsrate unter anderem bei den
Industriearbeitern gesteigert hat, zeigt folgendes Beispiel:
Ein
Industriearbeiter in der BRD arbeitet — legt man eine achtstündige
Arbeitszeit zugrunde — mehr als fünf Stunden für die Monopole. Zählt
man noch die vom Lohn abgezogenen Steuern hinzu, dann arbeitet er sechs
Stunden und dreißig Minuten für die Monopole und den Staat und nur
eine Stunde dreißig Minuten für sich selbst. Noch schlimmer sind die
Verhältnisse in jenen Ländern, wo es noch keine organisierte, starke
Arbeiterbewegung gibt und die kapitalistischen Unternehmungen zügellos
aus den arbeitenden Menschen herauspressen, was sie nur herauspressen können.
Tiefe Armut ist dort die Folge.(1)
Aber
der Imperialismus verurteilt nicht nur Hunderte Millionen Menschen in
den noch von ihm beherrschten unterentwickelten Ländern zu tiefster
Armut. Selbst im „reichsten Land der Welt“ leben mehr als 25
Millionen Amerikaner in bitterster Armut. Gleichzeitig wachsen die
Steuerlasten. In den USA gingen von jedem Dollar (100 Cent) der
Einkommen der Arbeiter und Angestellten allein an direkten Steuern 1950
14 Cent, 1972 22 und 1974 28 Cent ab. In der BRD stieg der Anteil, der
in Form direkter Steuern vom Arbeitslohn abgezogen wird, im gleichen
Zeitraum von 12,6 auf 25,7 Prozent.
2.
Die politische Unterdrückung
Wie
sich im Imperialismus die Lebensbedingungen der Werktätigen und das
Profitstreben der Monopole gegenüberstehen, so sind auch
Monopolherrschaft und Demokratie unvereinbar. Das System der politischen
Unterdrückung wird von Jahr zu Jahr weiter ausgebaut und verfeinert. Zu
den vielfältigen Mitteln und Methoden des Imperialismus, die Völker
politisch zu unterdrücken und einzuschüchtern, gehören:
—
Brutaler faschistischer Terror gegenüber allen demokratischen Kräften,
wie ihn zum Beispiel die Junta in Chile verübt. Die faschistische Junta
in Chile hatte bis Ende 1976 25.000 Patrioten ermordet, 40.000 Kinder zu
Waisen gemacht, 200.000 Menschen aus politischen Gründen von ihren
Arbeitsplätzen verjagt.
—
Die Einschränkung demokratischer Freiheiten durch das Verbot
fortschrittlicher Parteien und Organisationen der Werktätigen. Zugleich
wirken zum Beispiel in den USA über 26.000 ultrarechte Organisationen
und in. der BRD 113 neofaschistische Organisationen.
—
Antidemokratische und arbeiterfeindliche Gesetze, die strafrechtliche
Verfolgung von Streikenden in den USA, „schwarze Listen“ in Großbritannien,
Japan, Kanada und Spanien oder das Berufsverbot für konsequente
Demokraten im Staatsdienst der BRD.
3.
Die geistige Manipulierung
Ein
äußerst wichtiges Mittel der Innenpolitik der Imperialisten ist die
geistige Manipulierung der Volksmassen. Ohne daß sich die Menschen
dessen bewußt werden, sollen ihr Weltbild (ihre Weltanschauung), ihre
Denkgewohnheiten, ihre Gefühle, ihre gesamte Lebensweise den reaktionären
Interessen der Imperialisten untergeordnet werden. Die Manipulierung des
Bewußtseins der großen Masse des Volkes soll bewirken, daß sich die
Volksmassen — entgegen ihren eigenen objektiven Interessen — den
Klasseninteressen der imperialistischen Bourgeoisie, der
imperialistischen Ideologie, so weit wie möglich anpassen. Für diese
Herrschaftstechnik setzen die Imperialisten vielfältige
wissenschaftliche Methoden (zum Beispiel Meinungsforschung) und
gewaltige Geldmittel ein.
Das
Heer ihrer Agenten, die „mißliebige Personen“ bespitzeln, ihrer
„Fachleute“, die die raffiniertesten Methoden der
Massenbeeinflussung ausklügeln, wächst ständig. Riesige Konzerne des
Verlags- und Pressewesens (zum Beispiel Springer in der BRD), die
Filmindustrie sowie Rundfunk und Fernsehen „machen“ für die
arbeitende Bevölkerung jene Meinung, die die Aufrechterhaltung der
imperialistischen Machtverhältnisse und Lebensweise geistig absichern
soll.
Die
gesamte ideologisch-politische Tätigkeit des Imperialismus ist dazu mit
falschen Begriffen durchsetzt. Der Imperialismus wagt nicht einmal, sein
System beim richtigen Namen zu nennen. Statt dessen wird er als „freie
Welt“, „westliche Demokratie“, „westliche Welt“,
„atlantische Gemeinschaft“ bezeichnet. Die von Krisen geschüttelte
kapitalistische Ordnung wird als „freie Marktwirtschaft“ ausgegeben;
die politische Ordnung, die die Werktätigen unterdrückt, wird als
„Demokratie“ charakterisiert. Auf diese Weise wird das Denk- und
Urteilsvermögen von Millionen Menschen systematisch zerstört. Die
Menschen sollen zur geistigen Unmündigkeit verurteilt und zu Untertanen
gemacht werden, die keinerlei Kritik am Kapitalismus üben, Ausbeutung
und politische Unterdrückung geduldig ertragen und die imperialistische
Gesellschaft als die ihrige betrachten.
4.
Die verräterische Rolle der Sozialdemokratie
Eine
besondere Rolle in diesem System spielt die Mehrheit der
sozialdemokratischen Führer(4). Sie bekennt sich zum herrschenden
imperialistischen System, ist gegen die notwendige Veränderung der
politischen Machtverhältnisse und gegen die Schaffung des
gesellschaftlichen Eigentums an den Produktionsmitteln. Sie leugnet den
Klassenkampf und geht von einer „Klassenharmonie“ aus.
Um
dem zunehmenden Einfluß der marxistischen Ideen zu begegnen, entwickeln
die rechten Sozialdemokraten eigene — scheinbar positive —
gesellschaftliche Zielvorstellungen. Eine besondere Rolle unter diesen
Auffassungen spielt die Theorie des „demokratischen Sozialismus“.
Der „demokratische Sozialismus“ zielt darauf ab, die Entwicklung des
Klassenbewußtseins der Arbeiterklasse in den kapitalistischen Ländern
zu behindern und die Mitglieder und die von der Sozialdemokratie
beeinflußten Arbeiter vom Kampf um eine tatsächliche Veränderung der
Machtverhältnisse abzuhalten. Durch Reformen soll das
staatsmonopolistische Herrschaftssystem „verbessert“ werden. Außerdem
wird mit der verstärkten Propagierung des „demokratischen
Sozialismus“ der Zweck verfolgt, bürgerliche Reformpolitik als
„sozialistisch“ und „demokratisch“ auszugeben. Solche
Auffassungen in der Sozialdemokratie sind ihrem Wesen nach
antikommunistisch und erweisen sich als Bestandteil der bürgerlichen
Ideologie. Sie ordnen sich in das Gesamtgefüge der bürgerlichen
Auffassungen über die Gesellschaft ein und tragen zur geistigen
Manipulierung der Werktätigen in den kapitalistischen Ländern bei.
Zugleich ist die Theorie vom „demokratischen Sozialismus“ ein
wichtiges Mittel der ideologischen Diversion in die sozialistischen
Staaten.
Die
geistige Manipulierung soll die Entwicklung des Klassenbewußtseins der
Arbeiterklasse behindern, die Volksmassen in Unwissenheit halten und
damit helfen, den gesellschaftlichen Fortschritt aufzuhalten.
Aber
auch dieses Mittel ist letztlich zum Scheitern verurteilt, denn der
Gegensatz zwischen Monopolkapital und Volk wird immer tiefer, und der
Klassenkampf verschärft sich gesetzmäßig.
Quelle:
Staatsbürgerkunde, Lehrbuch für Klasse 10, Volk und Wissen
Volkseigener Verlag Berlin, 1980, S.50f. (Zwischenüberschriften - N.G.)
Anmerkungen:
(1)
Auffällig ist, daß dieser gesamte Abschnitt im Schulbuch Staatsbürgerkunde
Klasse 10 von 1989
nicht mehr enthalten ist. Stattdessen wird dort ausführlich über die
„Friedensfähigkeit des Imperialismus“, über das „Neue Denken“
(Gorbatschow) und die „Schlußakte von Helsinki“ referiert. Ebenso
fehlt der Abschnitt über die führende Rolle der
marxistisch-leninistischen Partei (3.1.3) und die Verteidigung des
Sozialismus (3.2.6). Ein deutlicher Einfluß des Revisionismus in der
DDR!
(2)
Heute herrscht sogar in den hochentwickelten kapitalistischen Ländern
relative Armut. Dazu zählen in der BRD auch die ca. 7 Millionen
sogenannten Hartz-4-Empfänger.
(3)
In der BRD gibt es über 120 Milliardäre (weltweit ca. 790). Sie
besitzen rund 80 Prozent aller Vermögenswerte in der BRD. Gerade in
Krisenzeiten nimmt ihr Reichtum zu - und der der Lohnempfänger ab.
(4)Das
trifft heute auch auf die Partei „Die Linke“ und die DKP zu.
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