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Zum Jahr 2011 

Der Imperialismus braucht Kanonenfutter für seinen Krieg

DIE „HEIMATFRONT“ SOLL MOBILISIERT WERDEN

von Jens-Torsten Bohlke

Kommunisten-online vom 3. Januar 2011   Glaubt man der bürgerlich-reaktionären bundesdeutschen Fernseh-Show, dann traf sich die „deutsche Volksgemeinschaft“ zum Jahresausklang 2010 einig und „in Recht und Freiheit“ mit David Hasselhoff am Brandenburger Tor und rockte dort zu „I am looking for freedom“ wie schon 21 Jahre zuvor. Alles nach dem bekannten Motto „ ... Und wenn sie nicht gestorben sind, dann liegen sie sich noch heute in den Armen und zeigen sich begeistert ihre 100 DM Begrüßungsgeld in einem freien Land ...“ (Pfeifkonzerte weg retuschiert!).

Wer feierte da eigentlich am Brandenburger Tor?

Das Volk zu täuschen, gelingt den Show-Affen der in Antikommunismus vereinten reaktionären Hetzmedien aber letztlich nur sehr bedingt. Im deutschsprachigen Raum weltweit kennt man die Berliner Schnauze, die Berliner Mundart nur zu gut. Und die da am Brandenburger Tor vor Partygeilheit schon leicht kreischenden Gäste der amtlich-bundesdeutsch verordneten Neujahrs-Massenveranstaltung sprachen merkwürdigerweise durchgehend sehr akzentuiert hochdeutsch.

Das waren also bei weitem nicht die Bewohner der großen Arbeiterbezirke Berlins. Aus Hellersdorf-Marzahn, Hohenschönhausen-Lichtenberg, Neukölln und Kreuzberg war offenbar kaum jemand zur regierungsamtlich verordneten Jubelparade im Zeichen großdeutschen Optimismus über die wieder steigenden Aktienkurse erschienen.

Die Berliner Arbeiter saßen zuhause vor den Glotzen und konnten sich kaum mehr als den billigen Fusel aus dem nächstgelegenen Supermarkt leisten. Für sie gab es nichts zu feiern und sind die Zukunftsperspektiven schon lange nicht mehr Anlass für irgendwelchen Optimismus oder zur Schau getragene amtlich verordnete Hurra-Stimmung gegenüber den Herrschaften über die sich jetzt Euro nennende Einheitswährung.

Amtlich verordnete deutsche Volksgemeinschaft im Beamtensold

Die regierenden reaktionären Kräfte der deutschen Bourgeoisie hatten gerade mal ihren Anhang für jene Massenveranstaltungs-Show am Brandenburger Tor mobilisieren können. Erschienen waren gut besoldete tausende Beamte in Zivilkleidung und im Einsatz aus Furcht vor der amtlich verordnet gepredigter Invasion von Marsmenschen mit Palästinenser-Schals und Bombengürteln. Erschienen waren natürlich auch deren Freunde und Anverwandte aus jenen Villen-Gegenden in und um Berlin, wo die vielen Beamten eben ihr auskömmliches Leben führen. Erschienen waren auch geladene Show-Gäste, denn es sollte natürlich den aus Deutschland stammenden mordenden imperialistischen Söldnern am Hindukusch amtlich verordnet gedacht werden.

Die „Heimatfront“ als makaber inszenierte Medien-Show

Überhaupt wird derzeit überall im bürgerlich-reaktionären bundesdeutschen Fernsehen ein wohlwollendes amtlich verordnetes Schulterklopfen Richtung Söldner am Hindukusch eingepflegt.

Gediegene schon klassisch angehauchte Musik gab es am frühen Abend im ZDF. Aber selbst da pressten sich prominente Künstler rasch ein paar Krokodilstränen von der „Heimatfront“ „an den armen einsamen Soldaten“, der da „weit entfernt von Familie und Heimat“ „sein Vaterland verteidigt“, aus ihren spotlight-geblendeten Augen. Dies wirkte genauso inszeniert wie in der Ansprache von Bundesengelchen Merkel.

Unsereins schaltete spätestens da die Glotze aus und wandte sich der Party in der Nachbarschaft zu, wo es allerdings nicht um „unsere Jungs in Afghanistan“ ging, sondern kräftig der Bowle zugesprochen wurde. Bei „Neues aus der Anstalt“ hatten es die Humoristen schon vor Weihnachten bestens auf die Schippe genommen, als sie drei Mal „Lily Marleen“ sangen. Im Gedenken an die Söldner aus Deutschland, die da in Afghanistan irgendeine leere Phrase von Freiheit und irgendeine demagogische Leier von Demokratie herbei kartätschen sollen und, natürlich nur nebenher und sozusagen kollateral, für reibungslosen Drogenanbau und -transport Richtung USA sorgen ... CIA und Pentagon brauchen jede Menge Extra-Einnahmequellen für die Finanzierung der vielen imperialistischen Söldner, der Waffen, der Munition ... eben für ihr dreckiges Geschäft!

„Was ist los in diesem Land?“ empört sich nicht nur die „Bandbreite“ ...

Was passt wohl besser in diese Momente? „Deutschland ein Wintermärchen“, von Heinrich Heine? Oder „Was ist los in diesem Land“ von der „Bandbreite“?

Bundesdeutsches „Winterhilfswerk“ und Nachschubprobleme beim Kanonenfutter

Auch wenn die Banken und Konzerne sowie etliche große und mittlere Unternehmen im Rahmen von Kampagnen der Unternehmerverbände des deutschen Imperialismus ihre steuerlich absetzbaren Spenden im diesjährigen „Winterhilfswerk“ in Form von ganzen Paketladungen für die ach so arm und einsam dort für ach so hehre Ziele herumballernden Söldner mit deutschen Wehrpässen stiften und damit der „Welthungerhilfe“ des Bundespräsidenten etliche Millionen Euro weniger bescheren, hat sich die „Heimatfront“ bisher nicht so mobilisieren lassen wie einst zu Zeiten der faschistischen Hitlerdiktatur. Angesichts von immer mehr „Jungs“, die da in Särgen „heimkehren“, hat der Imperialismus offenbar ein immer größeres Problem damit, Kanonenfutter für seine verbrecherischen Raubkriege in aller Welt zu finden.

Russisches Kanonenfutter - billig, greifbar, profitabel -

Der Vorsitzende der Kommunistischen Partei der Russischen Föderation (KPdRF), Genosse Sjuganow, formulierte den keinesfalls abwegigen Gedanken, dass auf ein Mal unter Obama der westliche Imperialismus das russische Oligarchenregime nur deshalb mit Verträgen militärischer Zusammenarbeit so stark zu umarmen beginnt, weil russisches Kanonenfutter her muss und US-amerikanisches und EU-Kanonenfutter immer schwieriger zu bekommen ist. Angesichts steigender Verluste an Söldnerleben hat der Imperialismus zunehmend Probleme an der „Heimatfront“ und nicht nur an den Fronten seiner Raubkriegsopfer, der Völker des Mittleren Ostens.

Ist Afghanistan als US-Kolonie zu halten?

Übrigens lag im ersten von Afghanistan nach Deutschland überführten Söldnersarg ein Abkömmling einer aus Russland stammenden Familie. Da hatte bereits der Vater oder Großvater in Afghanistan Dienst geleistet, allerdings für die sowjetischen Streitkräfte. Als sie abgezogen wurden, konnte sich die fortschrittliche Najibullah-Regierung aus eigener Kraft immerhin noch volle zwei Jahre gegen die von der CIA hochgerüsteten Taliban-Einheiten halten. Wenn jetzt die Hunderttausende Söldner umfassenden imperialistischen Besatzungstruppen aus Afghanistan abgezogen würden, gäben seriöse Beobachter dem dortigen verrotteten Regime des vom ausländischen Imperialismus als Statthalter eingesetzten Drogenbarons Karsai nur wenige Tage, um sich selbst aus eigenen Kräften an der Macht zu halten.

Warum soviel Kriegsgetöse ausgerechnet am Hindukusch?

Im Gefolge der imperialistischen Besatzungsstreitkräfte sind jedoch ständig US-Konzerne aktiv tätig. Denen geht es um seltene „Erden“, wie sie sonst nur China für die Produktion von modernsten Geräten der Spitzentechnologien hat, und welche in Afghanistan zu finden sind. Und es geht um jene Pipelines, die Öl und Gas aus den sibirisch-asiatischen Großvorkommen Russlands Richtung USA pumpen sollen. Das Finanzkapital erteilte seiner US-Regierung den Auftrag, für den Raub dieser gewaltigen Rohstoffvorkommen mit dem Mittelost-Kolonialkrieg für stabile Ausbeutungsverhältnisse im Interesse der US-Konzerne zu sorgen. Bisher herausgekommen ist allerdings alles andere als Stabilität im Sinne eines normalen bürgerlichen Geschäftslebens in Afghanistan oder Irak. Lediglich wurde eine riesige Region von der israelisch-türkischen Mittelmeerküste bis nach China durch den imperialistischen Krieg verheerend verwüstet.

Was tun gegen imperialistische Kriegsverbrechen?

Dass es sich bei diesem Krieg des 21. Jahrhunderts um einen verbrecherischen imperialistischen Raubkrieg und keine Verteidigung von bürgerlichen Freiheiten, Bildungsrechten für unschuldige kleine Mädchen oder Beseitigung von Massenvernichtungswaffen in den Händen durchknallender Despoten handelt, ist den Völkern aller Länder völlig klar. Für das deutsche Volk besteht die Hauptaufgabe darin, dem eigenen Imperialismus in den Arm zu fallen und sich der Worte von Rosa Luxemburg zu erinnern, welche forderte, „den Feind im eigenen Land zu bekämpfen“ und „der eigenen Armee in den Arm zu fallen“:

DEUTSCHLAND RAUS AUS DER NATO!

SÖLDNERVERBÄNDE DER BUNDESWEHR ERSATZLOS AUFLÖSEN!

RÜSTUNGSINDUSTRIE IN PRODUKTION ZIVILER GÜTER KONVERTIEREN!

RÜSTUNGSEXPORTE VERBIETEN UND BESTRAFEN!

DEUTSCHE KRIEGSVERBRECHER WIE OBERST KLEIN VERURTEILEN!

ALLE IMPERIALISTISCHEN KRIEGSVERBRECHEN AUFKLÄREN UND AHNDEN!

REPARATIONSZAHLUNGEN DEUTSCHLANDS AN DAS AFGHANISCHE VOLK!

Frieden und Wohlstand für alle bietet kein Imperialismus

Solche Forderungen stellen wir Kommunisten an die Bundesrepublik Deutschland. Und es finden sich mehr und mehr Menschen, die gemeinsam mit uns für Frieden, antiimperialistische Solidarität und Völkerfreundschaft aktiv eintreten. Frieden und Wohlstand für alle kann es nur geben, wenn wir Völker weltweit die reaktionäre bürgerliche Ordnung zerschlagen und auf revolutionärem Weg eine sozialistisch-kommunistische Gesellschaftsordnung aufbauen, wie unsere Klassiker Marx, Engels und Lenin es schon hinsichtlich der historischen Mission der Arbeiterklasse herausarbeiteten. Für Frieden und Sozialismus bereit zu sein, wurde schon den Jungpionieren der DDR vermittelt. Heute ist dieser Leitspruch für alle fortschrittlichen dem Frieden verpflichteten Menschen aktueller denn je zuvor.

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