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internet-usa1DER KRIEG DER ZUKUNFT WIRD IM INTERNET STATTFINDEN

von Matthias von Hein / Luna Bolívar

übersetzt von Jens-Torsten Bohlke, Brüssel

auf Kommunisten-online am 6. Juli 2010 - Bisher sind die Kriege auf dem Lande, zur See oder in der Luft ausgetragen worden. Heute gibt es eine neues Schlachtfeld: das Internet. Die Armeen der ganzen Welt bereiten sich darauf vor. Und die Kriegsgelüste beginnen Gewinner hervorzubringen.

„In wenigen Worten: Das wirtschaftliche Wohlergehen der Vereinigten Staaten im 21. Jahrhundert wird von der Internetsicherheit abhängen“. machte US-Präsident Barack Obama deutlich. Er widmete diesem Thema eine vollständige Rede im März 2009. Obama sprach von der Wechselbeziehung der Computer beim Exportieren von Öl und Gas, Elektrizität und Wasser. Via Internet wird das städtische Verkehrswesen organisiert, werden Flugrouten vorgegeben.

„In der Welt von heute“ fuhr der Chef des Weißen Hauses fort, „können nicht nur einige Extremisten mit Sprengkörpern die terroristischen Handlungen ausführen. Es ist auch möglich, sie von den Tastaturen eines Computers aus zu bewirken.“

Ein Jahr nach diesen aufschlussreichen Worten erhielt General Keith Alexander seinen 4. Stern. Der Chef der Nationalen Sicherheitsagentur NSA übernahm auch die Leitung des „Cyber-Kommandos“.

Auf zum Angriff im Internet

Die NSA wird für den größten Geheimdienst der USA gehalten. Sie ist der weltweit größte Arbeitgeber für Mathematiker. In ihrer Zentralstelle in Fort Mead kontrolliert sie die weltweite elektronische Kommunikation, dechiffriert sie Daten und bewertet diese Daten. Als Keith am 3. Juni erstmals als Internetzuständiger vor die Presse trat, präsentierte er ein schlimmes Panorama. Sechs Millionen mal pro Tag hat jemand unerlaubt Zugang zum System des Pentagon. „Und unsere Armee wird noch größeren Gefahren unterworfen sein“, fügte der Militär hinzu.

Schon ein Jahr zuvor verkündete US-Verteidigungsminister Robert Gates die Vervierfachung der Anzahl der Experten in IT-Sicherheit. Die Aufstockung dieses Personals zielt nicht nur auf den Schutz der bestehenden IT-Systeme, sondern laut Meinung des Informatikers Herbert Lin auch auf die Entwicklung von Methoden für eigene Angriffe im Internet. „Viele Länder entwickeln bereits internetgestützte Offensiv- und Defensivtaktiken, auch wenn die öffentliche Diskussion sich nur auf die letztgenannten konzentriert.“

Der „Cyberkrieg“ erzeugt Millionen

Die wichtigsten Armeen der Welt haben gerade begonnen, eine ansehnliche Zahl von Hackern zusammenzuführen. In den USA macht diese Zahl bereits die Höhe von 10.000 bis 15.000 aus. Diese Informatiker sind Teil von Teams, in denen es auch Psychologen, Ingenieure und Fachleute jeder Art gibt, die die verschiedenen Systeme analysieren und imstande sind, sie zu unterlaufen, zu sabotieren und zu zerstören“, so Sando Gaycken, ein technischer Philosoph aus Stuttgart.

Laut ihm setzen derzeit ca. 140 Staaten auf Internetprogramme und rechnen mit dieser neuerlichen „5. Kolonne“ zwischen den traditionellen Armeen. „Der Cyberkrieg ist ein Riesengeschäft. Die USA geben dafür sehr viel Geld aus. Es gibt Militärs, die damit ihre Macht in Washington festigen. Und eine bedeutende Zahl von Menschen zieht Nutzen aus dieser Tendenz“.

Natürlich macht da auch die Rüstungsindustrie kräftig Profite, die Millionensummen erreichen. Sie ist damit beschäftigt, zum Beispiel neue Software anzubieten, die die Daten vor möglichen Angriffen schützt.

Mitte des vergangenen Monats Juni 2010 machte Joe Liebermann, unabhängiger US-Senator und Chef des Kongressausschusses für den Heimatschutz den Vorschlag, der alle bisherigen auf diesem Gebiet übertraf. Liebermann beantragte, dass Internet zum nationalen Eigentum der USA zu erklären. Dieser Gedanke schließt ein, dass im Fall einer US-Krise der US-Präsident das Internet abschalten kann.

Quelle: http://www.cubadebate.cu/

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