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Von wegen glorreicher Abzug siegreicher US-Kampfverbände ...“

USA HINTERLASSEN IRAK MASSENARBEITSLOSIGKEIT UND TOD“

von Marc Marginedas, El Periódico, Spanien

übersetzt von Jens-Torsten Bohlke, Brüssel“

Havanna, 31. August 2010, Cubadebate. /auf Kommunisten-online am 4. September 2010) -   „Wo ist mein Land“, fragte sich im letzten Februar im Verkehrsstau von Bagdad Abu Qusai. Dieser derzeit ohne feste Arbeit lebende Ingenieur ist alt genug, um sich noch bestens an den hohen Lebensstandard in seinem Land in den 70er Jahren zu erinnern, die späteren entbehrungsreichen Jahre während der internationalen Sanktionen gegen den Irak unter Präsident Saddam Husseins nicht vergessen zu haben und dies alles mit dem Chaos, der außer jede Kontrolle geratenen Lage und grenzenlosen Korruption im gegenwärtigen besetzten Irak vergleichen zu können.“

Siebeneinhalb Jahre nach dem Überfall der US-Streitkräfte auf den Irak hinterlässt der Imperialismus dort eines der korruptesten Länder der Welt mit nie dagewesenen Zahlen an Unterernährung, Kindersterblichkeit und Massenarbeitslosigkeit sowie einem enormen Bedarf an ausländischen Direktinvestitionen für die Wiederherstellung der Volkswirtschaft dieses zertrümmerten Landes: „Die Lebensstandards im Irak heute sind auf die Hälfte dessen gesunken, was da zuletzt unter Saddam den Lebensstandard ausmachte“, so Raj Desai vorm The Brookings Institute.“

Die gewalttätigen Auseinandersetzungen haben stark seit ihrem Höhepunkt im Jahr 2005 abgenommen. Aber ebenso ist auch die Auslandsinvestition im Irak drastisch gesunken. Nur die Kohlenwasserstoffe und der Zement sind als produktive Bereiche verblieben und daher noch attraktiv für die ausländischen Unternehmer. An sie fließt noch Geld aus dem Ausland. Die Rechtsunsicherheit, das Schmarotzertum des aufgeblähten bürokratischen Behördenapparats aus den Zeiten von Saddam Hussein sowie die Furcht der Vasallenregierung vor den sozialen Folgen aus einer Massenentlassung im defizitären öffentlichen Dienst entziehen dem Irak die notwendigen Mittel, um das Lebensniveau zu heben, gesellschaftlichen Reichtum zu schöpfen und Arbeitsplätze zu generieren. Lediglich die öffentliche Sicherheitslage ist besser geworden.“

HUNGER, ARMUT, WACHSTUMGSGESCHÄDIGTE KINDER“

Die erhöhten Raten an Hunger und Armut bereiten den Behörden das größte Kopfzerbrechen. Die UNO rechnet vor, dass 23% der Bevölkerung Iraks mit weniger als 2,20 Dollar täglich auskommen muss. Das Welternährungsprogramm schätzte 2008 ein, dass 6,4 Millionen Iraker ohne öffentliche Verteilungssysteme hungern müssten. 90% der Bevölkerung Iraks greift auf diese öffentlichen Nahrungsmittelhilfen zurück.“

Die amtliche Arbeitslosenrate beträgt 18%. Aber andere Quellen sprechen von ca. 30-48% Arbeitslosigkeit im Lande. Praktisch sind keinerlei Arbeitsplätze außerhalb der Verwaltungen vorhanden. So überleben viele mit Gelegenheitsjobs ohne jede berufliche Qualifikation.“

Die Minderjährigen haben den höchsten Preis für den Irak-Krieg gezahlt. Eine Studie der Londoner Universität ermittelte im vergangenen März eine erhebliche Wachstumsschädigung bei irakischen Kindern in den ersten drei Kriegsjahren im Süden und im Zentrum des Landes, d.h. den Hauptwiderstandsgebieten. Die unter fünf Jahre alten Kinder aus diesen Gegenden waren 0,8 Zentimeter kleiner als die gleichaltrigen Kinder aus anderen Gegenden des Iraks.“

Wie auf der Internetseite der BBC die Autorin jener Untersuchung, Gabriela Guerrero-Serdán, selbst erinnerte, geht dieser Wachstumsschaden auf fehlende Proteine und das schlechte Essen, Krankheiten und häufige Stromsperren zurück, wodurch es zu Störungen in der Wasserversorgung und bei der Lebensmittelkühlung gekommen war. Diese dramatische Wachstumsstörung kann im Leben dieser Menschen nicht mehr behoben werden.“

FLÜCHTLINGE“

Das humanitäre Drama in diesem arabischen Land wird erst vollständig mit den erzwungenen Vertreibungen ganzer Bevölkerungsteile. Das Hochkommissariat für Flüchtlinge der UNO schätzt, dass noch immer eine Million Iraker als Flüchtlinge im Ausland leben, während 1,55 Millionen Iraker innerhalb des Landes aus ihren angestammten Gebieten umsiedeln mussten und in Notunterkünften dahinvegetieren.“

Von 1,5 Millionen Irakern, die ihre Häuser verlassen mussten und 2006 / 2007 wegen des damals ausbrechenden gewalttätigen Konflikts zwischen Schiiten und Sunniten vom Tod bedroht waren, hat nur ein sehr kleiner Teil in seine Heimatregionen zurückkehren können.“

Quelle: http://www.cubadebate.cu/

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