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Reise Ahmadinedschads nach Venezuela, Nikaragua, Kuba, Ekuador

IMMER BEWUSSTER MITEINANDER VERBÜNDETE ANTIIMPERIALISTEN

von Jens-Torsten Bohlke

Kommunisten-online am 15. Januar 2012 – Wie Irans Präsident Ahmadschinedschad vor Antritt seiner Lateinamerika-Reise betonte, verbindet der jahrhundertelange Kampf für nationale und soziale Befreiung gegen koloniale und imperialistische Unterdrückung die Völker des Mittleren Ostens mit denen Lateinamerikas. Ahmadschinedschad setzte den weiteren Ausbau der Beziehungen zwischen Iran und den fortschrittlichen Ländern Lateinamerikas auf die Tagesordnung seiner Lateinamerika-Reise.

„BITTE VERRATEN SIE NIEMANDEM, DASS WIR HIER ATOMBOMBEN BAUEN“

Die Reise des iranischen Präsidenten hat in Washington bereits in ihrem Vorfeld zu wütenden Reaktionen geführt. Wohl nicht zufällig wurde am Sonntag die venezolanische Generalkonsulin in Miami, Livia Acosta Noguera, von der US-Administration zur »unerwünschten Person« erklärt und des Landes verwiesen. Sie soll angeblich gemeinsam mit iranischen und kubanischen Agenten US-Einrichtungen ausspioniert haben, um eine Attacke auf nordamerikanische Computernetzwerke vorzubereiten. Präsident Chávez wies die Vorwürfe als »willkürlich und unbegründet« zurück. Sie stützten sich lediglich auf einen Film, den ein US-Fernsehsender ausgestrahlt habe, so der venezolanische Staatschef.

Zugleich entfesselten die großen bürgerlichen Konzernmedien eine heuchlerische Hetzkampagne um die angebliche Zusammenarbeit Venezuelas und des Iran bei der Urananreicherung. »Bitte verraten Sie niemandem, daß wir hier zusammen eine Atombombe bauen«, scherzte Chávez deshalb gegenüber Journalisten über die Vorwürfe, die er als »lächerlich« bezeichnete. »Wir sind keine Kriegstreiber. Weder der Iran noch Venezuela haben jemanden angegriffen oder Bomben auf jemanden abgeworfen. Es sind diejenigen, die uns beschuldigen, die mehr als 100 Jahre lang Länder überfallen und Tausende Bomben auf wehrlose Völker abgeworfen haben, darunter auch Atombomben«, erinnerte Chávez.

UMFANGREICHE FRIEDLICHE ZUSAMMENARBEIT IRAN-VENEZUELA

Am 9. Januar 2011 unterzeichneten Venezuelas Präsident Hugo Chávez Frías und sein iranischer Amtskollege Mahmoud Ahmadschinedschad im Präsidentensitz Miraflores der venezolanischen Hauptstadt Caracas eine Reihe bilateraler zwischenstaatlicher Abkommen auf Gebieten der Zusammenarbeit in der Industrie, der Wissenschaft und Technik sowie der Politik. Gegenstand der Verträge über Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Industrie ist die Bildung einer Arbeitsgruppe aus jeweils 4 Vertretern beider Länder für Abstimmungen bei der Umsetzung der Abkommen. Vorgesehen ist ferne ein gemeinsamer Arbeitsplan zur Ermittlung und Einschätzung des Bedarfs und der verfügbaren Mittel bei der Umsetzung und Fortführung der vereinbarten Projekte. Schwerpunkte bilden u.a. die Nanowissenschaft und -technologien.

Die venezolanisch-iranische Zusammenarbeit orientiert sich nicht nur auf gegenseitigen Nutzen beider Länder. Viele Vorhaben reichen bis hinein in die ALBA-Staatengemeinschaft der fortschrittlichen lateinamerikanischen Länder. In einer gemeinsamen Erklärung brachten beide Staatsoberhäupter ihre Zufriedenheit über die erfolgreiche Vertiefung der bilateralen Beziehungen zum Ausdruck.

Hugo Chávez unterstrich den bereits erfolgten Bau von 14.000 Wohnungen in Venezuela mit Unterstützung der iranischen Regierung. Weitere 7000 Wohnungen sind in der Stadt Ciudad Caribia zwischen den venezolanischen Bundesstaaten Vargas und dem Haupststadt-Distrikt Caracas in Vorbereitung. 26 Einrichtungen der Nahrungsgüterwirtschaft Venezuelas entstanden mit iranischer Hilfe. Hervorzuheben sind auch die Fahrzeugfabriken für die Produktion von Traktoren, PKW und anderen Fahrzeugen sowie die Fertigungsstätten für Maschinen zur Milchverarbeitung.

VEREINT IM ANTIIMPERIALISTISCHEN KAMPF GEGEN KRIEGSTREIBER UND ZIONISTEN

Die Staatspräsidenten Irans und Venezuelas haben die Notwendigkeit des Kampfes beider Länder gegen das Phänomen des Terrorismus hervorgehoben und die Unterstützung der Befreiungsaufstände der Völker auf der Welt, die Verteidigung der Rechte des unterdrückten palästinensischen Volkes und die Durchführung von Reformen in Syrien unterstrichen. Mahmud Ahmadindschad, der iranische Staatspräsident und sein venezolanischer Amtskollege Hugo Chavez verurteilten in Caracas in einer gemeinsamen Erklärung den Terrorismus des US-Imperialismus und seiner Komplizen. Sie betonten die enge Zusammenarbeit zwischen Teheran und Caracas auf bilateraler und internationaler Ebene beim Kampf gegen diese üble Erscheinung.

In der Erklärung des iranischen und venezolanischen Staatspräsidenten wurden die Volksaufstände für nationale und soziale Befreiung im Nahen Osten, die selbstverständlichen Rechte des palästinensischen Volkes und die Zusammenarbeit der syrischen Bevölkerung und ihrer Regierung zwecks Durchführung der Reformen unterstützt. Außerdem wurde die klare Einmischung des Imperialismus und des zionistischen Regimes als Ursache für das Erschweren der Lösung dringender Probleme in der Region bezeichnet.

In der gemeinsamen Erklärung von Ahmadinedschad und Chavez wird die Verletzung der Rechte des palästinensischen Volkes durch das zionistische Regime verurteilt. Die internationalen Organisation und die Länder der Region werden aufgefordert, effektiver zur Unterstützung der Rechte der Palästinenser beizutragen.

In der gemeinsamen Erklärung haben der iranische und venezolanische Staatspräsident mit Hinweis auf das fruchtbare Niveau der Beziehungen zwischen Teheran und Caracas den Willen beider Länder hinsichtlich der maximalen Ausweitung der Kooperationen in allen Bereichen und der Notwendigkeit einer fortgesetzten Erforschung der vorhandenen Kräfte und Kapazitäten betont.

Beim Treffen zwischen Ahmadinedschad und Chavez wurden außerdem Urkunden über Lehre und Erstarkung auf dem Gebiet des Nanowissens und der Nanotechnologie zwischen beiden Seiten unterzeichnet.

Der Staatspräsident der Islamischen Republik Iran hob beim Unterzeichnungsakt der Urkunden über die Zusammenarbeit zwischen Teheran und Caracas den Fortschritt Irans und Venezuelas mit Hilfe der einheimischen Potentiale hervor und fügte hinzu, die Imperialisten wollten den Fortschritt in den beider Ländern verhindern, zur Vorherrschaft über Iran und Venezuela gelangen und ihnen zur Ausplünderung ihrer Reichtümer ihre Politik und ihren Willen aufzwingen.

Der iranische Staatspräsident hat unterstrichen, dass die Völker Venezuelas und Irans gegenüber der Unersättlichkeit der Imperialisten Standhaftigkeit zeigen  und ihre Rechte verteidigen. Mahmud Ahmadinedschad hat am Montag beim offiziellen Begrüßungszeremoniell von Hugo Chavez dem venezolanischen Staatspräsidenten im Präsidialpalast dieses Landes in Caracas mit Hinweis auf die Solidarität und enge Freundschaft der Völker Irans und Venezuelas erklärt: „Heute sind das Volk Venezuelas und die weiteren Völker Lateinamerikas, die 100 Jahre alten Wunden des Kolonialismus am Leib tragen, gegenüber den Imperialisten wach und verteidigen ihre Rechte standhaft.“

Ahmadinedschad bezeichnete Hugo Chavez als Held bei der Bekämpfung des Imperialismus und Symbol des revolutionären Geistes der lateinamerikanischen Bürger. Er hob hervor: „Gerechtigkeit, Freiheit, Respektierung der Rechte der Völker, Unabhängigkeit und Würde sind das Recht aller Völker und Menschen. Die Imperialisten und Expansionisten haben aber bisher nie diese Rechte den Völkern offiziell zugesprochen.“

Der iranische Staatspräsident hob ferner hervor, das Hegemonialsystem befinde sich in seiner Endphase, aus diesem Grund zeige es ein aggressiveres Gesicht. Es trete alle menschlichen Werte mit Füßen und nehme, wider allen Gesetzmäßigkeiten, die Länder und Rechte der Völker ins Visier.

Hugo Chavez hat ferner bei der Begrüßung des iranischen Staatspräsidenten Ahmadinedschad als seinen wahren Bruder und Mitglied des venezolanischen Volkes bezeichnet. Er sagte, dass heute das Volk, die Regierung und Revolution des iranischen und venzolanischen Volkes die Pflicht hätten, auf dem Weg der Beendigung der Dummheiten des Imperialismus, welcher zügelloser denn je handelt, nach vorn zu schreiten.

Chavez unterstrich, obwohl der Imperialismus danach strebe die ganze Welt unter seiner Kontrolle zu haben, werde dies sicherlich nicht eintreten. Die Völker Irans und Venezuelas würden Hand in Hand und mit der Unterstützung der meisten Völker der Welt die Plünderungen des Imperialismus beenden.

Der venezolanische Staatspräsident erklärte: „Wir fordern die Respektierung der Rechte der Völker und die territoriale Integrität der Länder und sind der Ansicht, dass es dadurch möglich wird, stabilem Frieden zu finden.“ Hugo Chavez sagte, es sei wichtig, die Beziehungen zwischen Venezuela und Iran auszubauen. Heute müssten beide Länder ihre Beziehungen weiter festigen und sich bemühen, Gleichgewicht und Frieden auf der Weltebene herzustellen.

ATOMWAFFENMÄCHTE GEGEN FRIEDLICHE ATOMENERGIE-NUTZUNG DES IRAN

Am 10. Januar 2012 flog Ahmadinedschad an der Spitze der iranischen Regierungsdelegation von Venezuela nach Nikaragua weiter, wo er an den Feierlichkeiten bei der Einführung des nikaraguanischen Regierungschefs Daniel Ortega in dessen dritte Amtszeit teilnahm.

Daniel Ortega sprach bei seiner Begrüßungsrede auch von der reichen Kultur und dem Geist des Widerstandes der Islamischen Republik Iran gegen den Imperialismus und sagte, nachdem er den iranischen Präsidenten und die ihn begleitende Delegation herzlich willkommen geheißen hatte, dass der Iran nach Frieden, Sicherheit und Gerechtigkeit in der Welt strebe und auf diesem Wege neben den unabhängigen und freiheitsliebenden Völkern steht.

Daniel Ortega brachte seine entschiedene Unterstützung für die friedliche Nutzung der Atomenergie Irans zum Ausdruck und sagte: „Es ist das Recht jeden Volkes, die friedliche Atomenergie zu nutzen und niemand kann einem Volk dieses Recht nehmen.“

Weiter sagte der nikaraguanische Staatspräsident, dass einige Länder wie die USA und das zionistische Regime, die die Atombombe und Atomwaffen besitzen, Iran des Baus der Atombombe beschuldigen, während Iran mit seiner jahrtausendealten Geschichte, keinen Bedarf an der Atombombe hat.

IRANS REGIERUNGSCHEF TRIFFT AUF REVOLUTIONÄRES SURINAM

Der iranische Staatspräsident sagte, dass die Völker heute erwacht sind und die Front der Gerechtigkeit und Freiheit suchenden sich in der Welt verbreitet und wächst. Einem IRNA-Bericht zufolge hat Mahmud Ahmadinedschad bei einem Treffen mit dem Präsidenten von Surinam, Dési Bouterse, am Rande der Feierlichkeiten für die Amtseinführung von Daniel Ortega in der niKaraguanischen Hauptstadt Managua erläutert, dass sich heute der Geist der Gerechtigkeitssuche der Völker miteinander verbindet und gesagt: „Iran kennt keinerlei Einschränkungen bei der Ausweitung der Beziehungen zu Völkern und Regierungen, die die Freiheit suchen und sieht diese als Stärkung der Front der Gerechtigkeitssuchenden.“

Mahmud Ahmadinedschad sagte, dass die Suche nach der Wahrheit eine angeborene und menschliche Realität ist, die über regionalen und geographischen Fragen steht und die Völker miteinander verbindet.

Der Präsident von Surinam forderte eine täglich zunehmende Ausweitung der Beziehungen seines Landes zu Iran und sagte, dass Surinam aufgrund seiner revolutionären Ideologie entschlossen ist, seine Beziehungen mit fortschrittlichen Ländern wie z.B. Iran auszubauen.

Dési Bouterse wies auf die regionalen und internationalen Entwicklungen hin und sagte, dass die Wirtschaftskrise in Europa und die wirtschaftliche Situation in den USA davon zeugen, dass die Wirtschaften dieser Länder aufgrund ihrer zahlreichen Probleme im Niedergang begriffen sind.

AHMADINEDSCHAD MIT V-ZEICHEN BEI EINREISE IN HAVANNA

Der Staatspräsident des Iran Mahmud Ahmadinedschad ist bei seiner Lateinamerika-Reise am 11. Januar 2012 in Havanna, der Hauptstadt von Kuba eingetroffen, wo er das Flugzeug mit gut sichtbarem V-Zeichen als Ausdruck eines persönlichen Triumpfgefühls verließ. Zu den wichtigsten Punkten seiner eintägigen Reise nach Kuba gehören Treffen mit Spitzenpolitikern des Landes und Gespräche über wichtige internationale und regionale Fragen. Bei diesen Gesprächen sollen die Wege für den Ausbau der bilateralen Zusammenarbeit untersucht werden.

Möglicherweise stand das V-Zeichen des iranischen Regierungschefs im Zusammenhang mit einem Ereignis, welches seinen Besuch in Kuba überschattete und Ausdruck der zugenommenen Spannungen zwischen den westlichen imperialistischen Mächten und Iran ist. Gemeint ist der Mord am iranischen Atomwissenschaftler Ahmad Roshan durch eine explodierende Bombe in seinem Auto im Osten von Teheran. Die iranische Regierung beschuldigte die USA und Israel, Drahtzieher dieses Attentats zu sein. Washington dementierte.

TREFFEN MIT COMANDANTE FIDEL CASTRO

Kubas Präsident Raúl Castro empfing den iranischen Regierungschef auf dem Flughafen von Havanna. Nach einer zweistündigen Aussprache zwischen Mahmud Ahmadschinedschad und Fidel Castro kommentierte dessen Bruder Raúl Castro, daß Fidel bei bester Gesundheit ist. Ahmadinedschad habe ihm gesagt, daß Fidel bei der Begegnung am meisten gesprochen hatte, was zeigt, daß es Fidel wirklich sehr gut gehen würde. Der iranische Regierungschef bezeichnete sein Treffen mit „Comandante Fidel“ als „sehr gut“ und „sehr erfreulich“, zugleich nannte er Raúl Castro „meinen geliebten Bruder“.

Der iranische Staatspräsident und der kubanische Revolutionsführer haben die Notwendigkeit der Einheit revolutionärer Staaten und ihre allseitigen Bemühungen für die Verbesserung der ungerechten Verhältnisse in der Welt unterstrichen. Sie erörterten die wichtigsten regionalen und internationalen Fragen. Dazu zählen allen voran die Folgen des ungerechten Systems auf der Welt, die atomare Abrüstung, der Ausbau der Beziehungen revolutionärer Völker, die Bemühungen um die Herstellung von Frieden und Sicherheit auf der Welt sowie die Bekämpfung der Verbreitung von Treibhausgasen.

Ahmadinedschad hat bei diesem Treffen die revolutionäre und große Persönlichkeit von Fidel Castro gewürdigt und erklärt, alle Völker der Welt, vor allem die revolutionären, würden den Namen Fidel Castro kennen und diese revolutionäre Persönlichkeit ehren. Er verwies darauf, dass die Völker Kubas und Irans gemeinsame Ideale und Sichtweisen bezüglich internationaler Angelegenheiten haben und sagte, angesichts dessen, dass der Kapitalismus sein Ende erreicht habe, würden die Völker Kubas und Irans in der jetzigen Lage eine große Verantwortung tragen, um ein neues System basierend auf Gerechtigkeit und Menschlichkeit herzustellen.

Ahmadinedschad wies auf die zahlreichen Angriffe der Imperialisten auf die unabhängigen Völker wie die Kubas und Irans hin und sagte, in einer Zeit, in der der Imperialismus all seine Kraft gegen Iran und Kuba einsetzt, müssten die unabhängigen Völker mit Solidarität und Einigkeit ihre Zusammenarbeit fördern und ihre Feinde mehr denn je zur Verzweiflung bringen.

Der iranische Staatspräsident bekräftigte ferner die Bedeutung zunehmender Zusammenarbeit zwischen Havanna und Teheran. Er unterstrich, enge und ausgedehnte Beziehungen zwischen Kuba und Iran in den Bereichen Politik, Wirtschaft und Kultur seien zu Gunsten beider Völker sowie zum Vorteil für alle Völker, die nach Gerechtigkeit und Freiheit streben.

Fidel Castro, der kubanische Revolutionsführer, hat seinerseits die Standhaftigkeit des iranischen Volkes gegenüber dem Imperialismus gewürdigt und als lehrreich bezeichnet. Er erklärte, der Iran habe mit seinem Widerstand gegenüber den Imperialisten auf der Welt eine hohe Stellung erreicht und sei unter den Völkern beliebt, und mit dieser Stellung könne er das Zentrum der Hoffnung der Völker auf der Welt sein.

Ahmadinedschad verurteilte die wirtschaftliche, finanzielle und Handelsblockade des US-Imperialismus und seiner Komplizen gegen Kuba. Raúl Castro würdigte das Recht Irans auf die Entwicklung eines eigenen Atomprogramms mit friedlichen Zielen. Beide Staatsoberhäupter tauschten ihre Auffassungen zur Lage im Mittleren Osten aus und konstatierten „weitgehende Übereinstimmung“ in ihren Positionen. Raúl Castro sagte anschließend den Journalisten, daß beide Politiker ein sehr langes und intensives Gespräch miteinander hatten. Sein Gast zog sich anschließend ermüdet zurück und wird nach Ekuador weiterreisen. Beide Länder arbeiten am weiteren Ausbau ihrer Zusammenarbeit und ihrer Handelsbeziehungen.

ANTIIMPERIALISTEN SEHEN KAPITALISTISCHEN ENTWICKLUNGSWEG ALS SACKGASSE

Präsident Ahmadinedschad hat bei einer Rede vor Dozenten und Studenten der Universität Havanna mit Verweis darauf, dass der Mensch im Mittelpunkt des Daseins steht, erklärt, dass kein höherstehendes Lebewesen als der Mensch erschaffen wurde. Die ganze Welt stehe im Dienste der Menschheit. Und der Mensch müsse versuchen, mit stetiger Mühe und Arbeit die Glückseligkeit zu erlangen.

Der Staatspräsident des Iran betonte, dass der Kapitalismus praktisch eine Niederlage erlitten habe und in verschiedenen wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Bereichen in eine Sackgasse geraten ist. Er hob hervor, dass der Kapitalismus jetzt am Ende seiner Kräfte wahrscheinlich zur Aggression greifen werde, aber die historische Lebensdauer der kapitalistischen Denkweise habe ihr Ende erreicht.

Ahmadinedschad sagte, dass die Welt eine neue Ideologie basierend auf Gerechtigkeit, Liebe und Freundlichkeit braucht. Heute seien die Völker und vor allem die Akademiker verpflichtet, sich an der Konzipierung eines neuen menschlichen Systems zu beteiligen, einem System, das allen Menschen gehört und an dem alle beteiligt sind.

Mahmud Ahmadinedschad wurde von der Leitung der Universität Havanna der Ehrendoktortitel für Politikwissenschaften für seine Bemühungen bei der Verteidigung der Rechte des iranischen Volkes gegenüber kapitalistischen Mächten sowie für seine Verdienste bei der Herstellung eines gerechten Systems auf der Welt verliehen.  

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Neue Kriegsgefahr

Von Fidel Castro

Iran-German-Radio vom Samstag, 14. Januar 2012 um 06:41

Auf Kommunisten-online am 15. Januar 2012 – Am Mittwoch hatte ich die Freude, mich in aller Ruhe mit Mahmud Ahmadinedschad zu unterhalten.

Dabei erlebte ich den iranischen Präsidenten absolut ruhig und gelassen, von den Drohungen der Yankees absolut unbeeindruckt, voller Vertrauen in die Fähigkeit seines Volkes, jeder Aggression zu begegnen, und in die Effizienz der Waffen, die sie zu einem Großteil selbst produzieren, um von den Aggressoren einen unbezahlbaren Preis zu verlangen.

Allerdings haben wir über das Kriegsthema kaum gesprochen. Seine Gedanken konzentrierten sich auf die Ideen, die er bei seinem Vortrag im Großen Auditorium der Universität von Havanna vorgestellt hatte und die sich auf den Kampf um den Menschen kreisten. Ich bin sicher, dass von Seiten des Iran keine unbedachten Handlungen zu erwarten sind, die zum Ausbrechen eines Krieges beitragen könnten. Wenn dieser nicht zu verhindern ist, wird er das alleinige Ergebnis des Abenteurertums und der ihm angeboren Verantwortungslosigkeit des Yankee-Imperiums sein.
Ich meinerseits denke, dass die um den Iran geschaffene politische Lage, die das Risiko eines Atomkrieges beinhaltet, die Existenz unserer Gattung bedroht. Der Mittlere Osten ist zur konfliktreichsten Region der Welt geworden, und er ist das Gebiet, in dem die für die Wirtschaft des Planeten lebenswichtigen Energieressourcen geschaffen werden.

Ich teile, wie zweifellos alle Menschen mit einem Mindestmaß an Verantwortungsbewusstsein, die Einschätzung, dass kein Land, ob groß oder klein, das Recht auf den Besitz von Atomwaffen hat.
Wenn der Faschismus die gegen den Nazismus zusammengeschlossenen Mächte dazu gezwungen hat, den Wettlauf mit diesem Feind der Menschheit um die Herstellung einer solchen Waffe aufzunehmen, wäre die erste Pflicht nach der Beendigung des Krieges und der Schaffung der Organisation der Vereinten Nationen gewesen, diese Waffe ohne jede Ausnahme zu verbieten.

Jeden müsste heute die Ruhe überraschen, mit der die Vereinigten Staaten und das zivilisierte Europa die Sanktionskampagne gegen den Iran mit einer systematischen Terrorpraxis unterstützen. Am 11. Januar 2012 starb nahe der Allameh-Tabatabai-Universität im Osten Teherans der Wissenschaftler Mustafa Ahmadi Roschan, der am Reaktor von Natanz arbeitete und dessen Vizedirektor für Handelsangelegenheiten war, bei der Explosion einer Magnetbombe, die an seinem Auto angebracht worden war. Wie in den Jahren zuvor beschuldigte der Iran erneut die Vereinigten Staaten und Israel.

Es handelt sich um eine selektive Menschenjagd auf herausragende iranische Wissenschaftler, die systematisch ermordet werden. Ich habe Artikel von bekannten Sympathisanten Israels gelesen, die von Verbrechen sprechen, die ihr Geheimdienst in Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten und der NATO durchgeführt hat, als wenn dies etwas ganz Normales wäre.

Gleichzeitig berichten die Agenturen aus Moskau, dass Russland heute gewarnt hat, dass sich in Syrien ein mit Libyen vergleichbares Szenario entwickelt, jedoch warnte, dass der Angriff diesmal von der benachbarten Türkei ausgehen werde.
Die Nachrichten kommen nicht nur aus dem Iran und dem Mittleren Osten, sondern auch von anderen Punkten des an den Mittleren Osten angrenzenden Zentralasien. Die Vereinigten Staaten sind durch ihre widersprüchliche und absurde imperiale Politik in ernsthafte Probleme verwickelt worden. So in Pakistan, dessen Grenzen mit einem weiteren wichtigen Staat, Afghanistan, von den Kolonialherren gezogen wurden, ohne Kulturen oder Ethnien zu berücksichtigen.

In letzterem Land, das über Jahrhunderte seine Unabhängigkeit gegen den englischen Kolonialismus verteidigt hat, hat sich die Drogenproduktion seit der Yankee-Invasion vervielfacht. Und die von unbemannten Flugzeugen und ausgeklügelten Waffen der Vereinigten Staaten unterstützten europäischen Soldaten begehen beschämende Massaker, die den Hass der Bevölkerung vergrößern und die Chancen auf Frieden in die Ferne rücken lassen. Es ist extrem unmenschlich, dass Männer, Frauen und Kinder, oder ein afghanischer Kämpfer, der gegen die ausländische Besatzung kämpft, von den Bomben der unbemannten Flugzeuge ermordet werden.

Man kann jene Tausende Kilometer von ihrem Heimatland entfernt von ihren Familien und Freunden getrennten Soldaten sogar bedauern, die zum Kämpfen in Länder geschickt wurden, von denen sie im Schulunterricht vielleicht kein einziges Mal gehört haben, und wo sie den Auftrag bekommen, zu töten oder zu sterben, um die transnationalen Konzerne, Waffenfabrikanten und skrupellosen Politiker reicher zu machen, die jedes Jahr die Mittel verprassen, die für die Ernährung und Bildung der unzähligen Millionen Hungernden und Analphabeten der Welt gebraucht werden.

Übertreibe ich etwa, wenn ich sage, dass der Weltfrieden an einem seidenen Faden hängt?(JW)
Die vollständige Fassung dieser Reflexion des früheren kubanischen Präsidenten kann unter www.jungewelt.de abgerufen werden

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