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siehe
auch:
Drohender Kriegsschauplatz
Iran
Leugnet
Irans Präsident den Holocaust oder legt er die Finger in die Wunde des
Westens?
Eine
Analyse der Medienrhetorik auf dem Weg zum Krieg gegen den Iran,
3.4.2006
Quelle:
Arbeiterfotografie mehr
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»Tot
oder lebendig«
Bush
verschärft Konfrontationskurs gegen Teheran und ordnet Verfolgung »iranischer
Agenten« an. Militärische Eskalation angestrebt
Von
Knut Mellenthin
Quelle:
jungeWelt vom
27.01.2007
Die
US- Besatzungstruppen im Irak sollen »iranische Agenten töten oder
gefangennehmen«. Einen entsprechenden Befehl hat Präsident George W.
Bush im Herbst 2006 während eines Treffens mit hochrangigen Beratern
erteilt. Das meldete die Washington Post am Freitag unter Berufung auf
nicht namentlich genannte Regierungsbeamte.
Schon vor diesem Zeitpunkt, so das Blatt, hätten die US-Streitkräfte im
Irak ohne Information der Öffentlichkeit »Dutzende« von »verdächtigen«
Iranern festgenommen. In der Regel seien sie drei bis vier Tage
festgehalten und umfassend »erkennungsdienstlich behandelt worden«.
Anschließend seien sie freigelassen worden. Im Sommer vorigen Jahres habe
sich jedoch im Beraterkreis von Bush die Ansicht durchgesetzt, daß ein »aggressiveres
Vorgehen« nötig sei. Begründet worden sei das mit dem »wachsenden
regionalen Einfluß Irans« und mit der Einschätzung, daß die
amerikanische Strategie, Iran zu isolieren, vom Scheitern bedroht sei.
Als erste Umsetzung des Bush-Befehls gilt die Festnahme von vier
iranischen Diplomaten in einem Büro der einflußreichen, an der
irakischen Regierung beteiligten schiitischen SCIRI-Partei. Präsident
Jalal Talabani, ein Kurde, protestierte scharf gegen das Vorgehen der
Besatzungstruppen: Die Iraner seien von ihm persönlich in den Irak
eingeladen worden. Maßgebliche kurdische Politiker des Irak haben seit
der Zeit ihres Kampfes gegen Saddam Hussein erstklassige Beziehungen zum
Iran. Auch die SCIRI wandte sich gegen die eigenmächtige Aktion des
US-Militärs. SCIRI-Chef Abdul Aziz al-Hakim war gerade erst drei Wochen
zuvor Gast von Bush gewesen.
Aufgrund der irakischen Proteste ließ die US-Besatzungsverwaltung ihre
Gefangenen nach wenigen Tagen frei. Nicht so jedoch nach einer zweiten
Aktion am 11. Januar in Irbil im kurdischen Nordirak. Die fünf iranischen
Diplomaten, die in ihrem Büro festgenommen wurden, sind immer noch in
Haft. Obwohl die kurdischen Behörden und der irakische Außenminister
erklärten, daß die iranische Vertretung in Irbil schon seit zehn Jahren
besteht und demnächst zum Konsulat aufgewertet werden soll, behauptet die
US-Regierung, es handele sich nicht um Diplomaten, sondern um »Agenten«.
Dem Bericht der Washington Post zufolge geht es bei der im Herbst von der
Bush-Regierung beschlossenen »neuen Strategie« keineswegs nur um den
Irak, sondern um den iranischen Einfluß im gesamten Nahen und Mittleren
Osten. Genannt werden der Libanon, die von Israel seit 1967 besetzten Palästinensergebiete
und sogar die überwiegend von Schiiten bewohnten Gebiete im westlichen
Afghanistan.
Laut Washington Post verbindet die US-Regierung mit ihrem aggressiven
Vorgehen gegen Iraner im Irak die Hoffnung, Teheran so stark unter Druck
zu setzen, daß es alle US-Forderungen akzeptiert. Sehr viel
wahrscheinlicher ist aber, daß auf diese Weise eine militärische
Eskalation provoziert werden soll. |