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Drohender Kriegsschauplatz Iran

Leugnet Irans Präsident den Holocaust oder legt er die Finger in die Wunde des Westens?

Eine Analyse der Medienrhetorik auf dem Weg zum Krieg gegen den Iran, 3.4.2006

Quelle: Arbeiterfotografie  mehr

Prozionistische Großdemonstration für den Krieg in Berlin war ein Flop

105 zionistische und prozionistische Gruppen versuchten die Massen für den Krieg gegen den Iran auf die Straße zu bringen –  doch die Massen blieben weg. 

von Günter Ackermann

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Aufrufplakat für die Kriegdemonstration

(Normalgröße Bild anklicken)

wpe1.gif (337152 Byte)

Quelle: I like Israel e.V.

Es drohe, behaupteten sie, ein atomarer Holocaust durch den Iran. (siehe Aufrufplakat). Irans Präsident Ahmadinedschad – nicht George Bush – behaupten die prozionistischen Aufrufer der Großdemonstration (so nannten sie die Veranstaltung selbst), sei der „gefährlichste Politiker unserer Zeit“. Er plane den atomaren Holocaust gegen die Juden.

Tatsache ist aber, dass der Iran keinen Krieg begann. In den 80er Jahren griff der Irak – Saddam Hussein wurde von den USA unterstützt – den Iran an. Ein langer blutige Krieg war die Folge.

Tatsache ist auch, dass das pro-amerikanische Pakistan  und Indien über Atomwaffen verfügen. Beide Länder lieferten sich auch schon konventionelle Kriege und Pakistan war lange Zeit Unterstützer der Taliban und Förderer von Bin Ladens Organisation, als beide noch gegen die sowjetischen Truppen in Afghanistan kämpften. Man sagt hohen und höchsten Militärs und Politikern in Pakistan nach, sie verfügten immer noch über sehr gute Kontakte zu den Taliban und Al Qaida.

Tatsache ist auch, dass Israel über Atomwaffen verfügt. Und Israel ist wohl unbestritten die aggressivste Macht in der Region. Wir haben am Libanon-Krieg 2006 gesehen, wie brutal sie gegen die Libanesen vorgingen.

Nicht Ahmadinedschad ist eine Gefahr. Isreal ist es! Denn es zeichnet sich immer mehr ab, dass Israel bereit und in der Lage ist – und es auch plant und vorbereitet – einen atomaren Schlag gegen den Iran zu bewerkstelligen. Ist das etwas kein atomarer Holocaust? Oder sind iranische Opfer weniger wichtig, wie israelische?

Die „Großdemo“ für den Krieg wurde zum Desaster. Hatten diese 105 Gruppen bundesweit aufgerufen, so kamen mal eben (lt. Berliner Zeitung) 700 Teilnehmer. Das sind pro Gruppe die stolze Zahl von eben mal 6,666 Teilnehmer pro Gruppe.

So dumm, wie die Zionisten und Prozionisten die Bürgerinnen und Bürger unseres Landes halten, sind sie nun auch nicht und laufen nicht einfach den hetzenden Kriegbrandstiftern nach. Eine erfreuliche Tatsache.

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Kriegsgeschrei am Auschwitz-Tag

Von Werner Pirker

Quelle: jungeWelt vom 29.01.2007

Die Welt gedachte am Sonnabend der Opfer des faschistischen Völkermordes an den Juden. Es war ein Vertreter des arabischen Golfstaates Bahrein, der in der UNO-Vollversammlung dazu aufrief, zukünftig alles dafür zu tun, »daß derartige Greueltaten verhindert werden, egal wann und wo sie passieren«. Das Vermächtnis von Auschwitz kann nur ein universelles sein. Nirgendwo und nie wieder darf sich dieses Menschheitsverbrechen wiederholen.

Der Sieg über den deutschen Faschismus hat den Imperialismus, der ein rassistisches Gewaltverhältnis weniger »auserwählter« Nationen über die Mehrheit der Erdbevölkerung darstellt, nicht aus der Welt geschafft. Im Ergebnis des Zweiten Weltkrieges als Westblock unter Führung der USA und westdeutscher Beteiligung neu konstituiert, ist er nach dem Ende der Sowjetunion dazu übergegangen, auf einen eigenständigen Entwicklungsweg orientierte Staaten der Reihe nach zu eliminieren. Nun steht der Iran auf der Abschußliste. In diesem globalen Kontext verkörpert Israel die Herrschaft des »weißen Mannes« über die arabisch-islamische Welt im Nahen und Mittleren Osten. Das kann und darf nicht das Vermächtnis der Opfer von Auschwitz sein.

Genau diesen Eindruck aber vermitteln Aufrufe zum Holocaust-Gedenken in Berlin. »Wie lange bleibt uns noch?« beschwört der Zentralrat der Juden in Deutschland in Zeitungsinseraten die Gefahr eines neuen, diesmal von den »Feinden Israels« geplanten neuen Holocausts. Auf der Website von »I like Israel e.V.« trommelt der iranische Präsident Ahmadinedschad in Hitler-Gestik vor dem Hintergrund eines Atommeilers und der Rampe von Auschwitz zur endgültigen »Endlösung«: »Ich will den atomaren Holocaust«. Im Aggressionsgeist amerikanischer »Neocons« wird über die Beschwichtigungspolitik des Westens hergezogen und einem präventiven Befreiungsschlag das Wort geredet. Das eigene Dogma der Singularität des faschistischen Judenmordes und der Unzulässigkeit jeglicher Vergleiche mit dem ultimativen Vernichtungsprogramm von Auschwitz verwerfend, wird das iranische Atomprogramm mit der Wannsee-Konferenz in Beziehung gesetzt.

Die Führung in Teheran hat mit ihrer unsäglichen Holocaust-Leugnungskonferenz der westlichen Kriegspropaganda weitere Munition geliefert. Wer den Genozid an den europäischen Juden meint, leugnenzu müssen, weil der von den Zionisten funktionalisiert wird, rechtfertigt indirekt deren Legitimationsideologie. Der trägt auch zu einer Atmosphäre bei, in der Israel unwidersprochen dem Iran mit einem atomaren Vernichtungsschlag drohen kann. Wer spielt somit tatsächlich mit dem Gedanken eines atomaren Holocausts? Oder dürfte man die Auslöschung nicht Auslöschung nennen, wenn sie »bloß« die Iraner träfe?

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