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Zur
Information und Nachahmung
Aufruf von Juden und Palästinensern und deutschen Friedens- und
Menschenrechtsgruppen:
Für
Völkerrecht und Menschenrechte:
Boykott
– Investitionsstop – Sanktionen
gegen Israel
Die
UNO und ihre Mitgliedsstaaten kommen ihren völkerrechtlichen
Verpflichtungen nicht nach, Druck auf Israel als Besatzungsmacht auszuüben.
Und das trotz
-
Vertreibung und politischer Rechtlosigkeit der Palästinenser seit 61
Jahren
-
jahrzehntelanger schwerer Verletzungen von Völkerrecht und
Menschenrechten
-
andauernder Angriffe auf die palästinensische Zivilbevölkerung,
zuletzt während des Überfalls auf den Gazastreifen 2008/2009, der mehr
als 1.300 Menschen das Leben
kostete
-
einer über 41 Jahre dauernden Besatzung von Ostjerusalem, dem
Westjordanland und dem Gazastreifen
-
des völkerrechtswidrigen Siedlungsbaus und der Enteignung von palästinensischem
Land
-
einer sich verschärfenden Diskriminierung der arabisch-palästinensischen
Bürgerinnen und Bürger Israels
Weil
die UNO und ihre Mitgliedsstaaten ihren
Verpflichtungen nicht nachkommen, treten zivilgesellschaftliche
Gruppen in aller Welt für Boykott, Investitionsstop und Sanktionen
gegen Israel ein. Darunter
Gewerkschaften u.a. in Italien, Norwegen und Südafrika, zahlreiche
internationale jüdische Organisationen und Prominente wie Bischof
Desmond Tutu, die Philosophin Judith Butler und die Schriftstellerin
Naomi Klein. Dem schließen auch wir uns an.
Was
bedeutet Boykott?
Durch
einen Boykott nutzen Menschen an der Basis der Gesellschaft ihre Macht,
indem sie sich verweigern. So wurde z.B. durch den Nichtkauf von Waren
aus Südafrika der Zusammenbruch des rassistischen Apartheidregimes dort
beschleunigt. Konsumentinnen und Konsumenten können direkten Einfluss
ausüben, indem sie alle Firmen boykottieren, die von der israelischen
Besatzungspolitik profitieren.
Zum
Beispiel Agrexco: Die israelische Firma vermarktet Blumen, Gemüse und
Obst – in Discounter-Filialen und Bioläden. Die Markennamen sind:
Carmel, Carmel Bio Top, Jaffa, Jordan Plains, Alesia, Dalia. Ein Teil
davon stammt aus Siedlungen. Agrexco vertreibt 60-70% der
landwirtschaftlichen Produkte, die in israelischen Siedlungen in den
besetzten palästinensischen Gebieten angebaut werden. Agrexco verkauft
auch Datteln aus den israelischen Siedlungen im Jordantal.
Was
bedeutet Investitionsstop?
Unternehmen
sollen nicht mehr in Israel investieren, oder sich zumindest aus der
Besatzungswirtschaft zurückziehen. Das zeigt der israelischen Öffentlichkeit,
dass weltweit die Unterdrückung der Palästinenser abgelehnt wird.
Zum
Beispiel HeidelbergCement: Der
deutsche Baustoffkonzern beteiligt sich an der völkerrechtswidrigen
israelischen Siedlungspolitik, die von US-Präsident Obama und sogar von
der deutschen Bundesregierung kritisiert wird. Durch seinen Steinbruch
im Süden der Siedlung Elqana profitiert HeidelbergCement
außerdem vom Raubbau an den natürlichen Ressourcen Palästinas.
Diese Ressourcen kommen der israelischen, und nicht der palästinensischen
Wirtschaft zugute – der Besatzungsmacht
also. Auch das ist nach internationalem Recht illegal. HeidelbergCement
besitzt 28 Werke und 3 Steinbrüche in Israel/Palästina. Das
Unternehmen hat auch drei Werke und einen Steinbruch in Siedlungen im
besetzten Westjordanland. So etwa eine Betonfabrik in
der Siedlung Modi’in Illit. Diese Siedlung ist auf enteignetem
Boden des palästinensischen Dorfes Bil’in gebaut worden. Das Dorf
Bil’in wurde für seinen gewaltfreien Widerstand gegen Mauer,
Siedlungen und Besatzung weltbekannt. Im Jahr 2008 erhielt das Bürgerkomitee
von Bil’in zusammen mit den israelischen Anarchisten gegen die Mauer
die Carl-von-Ossietzky-Medaille der Internationalen Liga für
Menschenrechte.
Wir
fordern HeidelbergCement auf, sich an internationales Recht zu halten!
Wir
fordern die Bundesregierung auf, Druck auf
HeidelbergCement auszuüben,
internationales Recht einzuhalten.
Ein
Erfolg dieser internationalen Kampagne - zum Beispiel Veolia: Das französische
Unternehmen war über Jahre durch seine Tochterfirma Connex Israel am
CityPass-Stadtbahn-Projekt in Jerusalem beteiligt. Durch CityPass werden
illegale israelische Siedlungen mit West-Jerusalem verbunden. Connex
Israel betreibt auch Busse zu jüdischen Siedlungen im besetzten
Westjordanland, darunter nach Beit Horon und Givat Ze’ev entlang der
Straße 443. Dies ist eine Apartheidstraße – Palästinenser sind von
ihrer Benutzung ausgeschlossen. In diesem Jahr gingen mehrere Aufträge
für Veolia verloren: so etwa im
Januar 2009 aufgrund von Bürgerprotesten ein Projekt in Stockholm im
Wert von 3,5 Milliarden Euro. Vermutlich waren dort Medienberichte über
Veolias Beteiligung am CityPass-Projekt ausschlaggebend, so die
Hilfsorganisation Diakonia. Nun
hat Veolia angekündigt, sich aus dem CityPass-Stadtbahn-Projekt in
Jerusalem zurückzuziehen.
Was
bedeuten Sanktionen?
Sanktionen
sind Druckmittel, die Staaten gegenüber anderen Staaten einsetzen.
Zum
Beispiel das EU-Assoziierungsabkommen und Rüstungsexporte: Aussetzung
des EU-Assoziierungsabkommens mit Israel, bis die Besatzung Palästinas
beendet ist.
Verhängung
eines Waffenembargos gegen Israel.
Nutzen
Sie Ihren Einfluss,
um die Menschenrechte zu verteidigen!
Wir sind bereit, mit allen Gruppen in der Kampagne für Boykott,
Investitionsstop und Sanktionen zusammen zu arbeiten. Ausgenommen sind
ausdrücklich faschistische,
antisemitische und rassistische Organisationen. Wir stehen
für ein gleichberechtigtes Zusammenleben aller Menschen ein.
Gegeninformationsbüro
(Berlin)
Jüdische
Stimme für gerechten Frieden in Nahost e.V. – EJJP Deutschland
Nahost-Komitee
in der Berliner Friedenskoordination (Friko)
AKNahost
Berlin
ISM-Germany
Deutsch-Palästinensische
Gesellschaft e.V.
Palästina/Nahost-Initiative
Heidelberg
(auf
K-online am 10. Juli 2009) |