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Der Vorsitzende
der KP Venezuelas zum Kaukasuskonflikt
Der
2. Kalte Krieg ... schon begonnen?
Von
JERONIMO CARRERA
übersetzt
von Jens-Torsten Bohlke, Brüssel
Tribuna
Popular, TP.vom , 21. August 2008 – Genau beim Beginn
jenes monumentalen sportlich-kommerziellen Spektakels in der
Volksrepublik China, in welches der dekadente Kapitalismus die
Olympischen Spiele verwandelt hat, starteten die imperialistischen
Monopole von Washington aus ein anderes grosses Spektakel, gleichzeitig
verschieden und ähnlich beschaffen, an der Peripherie der zerstückelten
Sowjetunion. Ich beziehe mich da klar auf die schon etliche Jahre zuvor
durch US-Geheimdienste in Georgien geplante Kriegsoperation.
In
einer der heute fast vergessenen Sowjetrepubliken wird der Krieg
gleichzeitig mit der Eröffnung der genannten Spiele in Peking begonnen.
Ich
kann das Letzte mit grosser Gewissheit sagen, ich muss es feststellen,
dank einer umfassenden und herrlichen Reportage des kanadischen
Journalisten und Korrspondenten der angesehenen Zeitung „The Globe
and Mail“ Mark Mackinnon aus Toronto mit dem Titel „Wie
Mischa sich blamierte“. Besagter Artikel erschien dort in
der Ausgabe vom 16. August 2008.
Dort
wird uns im Lichte von Details und mit viel journalistischem Gespür der
eigentliche Hintergrund dieser gemeinsamen Aktion von Pentagon und CIA
erklärt. Dieser Hintergrund ist nichts weiter als die wachsende Enttäuschung
in der herrschenden Klasse der USA wegen der jetzt bedrohlichen
weltweiten Ölkrise.
In
der Tat begann das ganze Durcheinander, welches den Anlass für das
gegenwärtige Kriegsgetöse lieferte, mit dem Plan zum Bau einer
gewaltigen mit den Initialen BTC versehenen Ölpipeline quer durch
Georgien von Baku via Tiflis nach Ceyhan. Was sie zur längsten und auch
teuersten Ölpipeline der Welt machen sollte, denn sie erfordert eine
Investition von nicht weniger als 4 Milliarden US-Dollars sicherlich auf
Kosten von US-Konzernen.
Russland
drückte klar seine Ablehnung zu einem derartigen Projekt aus, weil es
die Pläne seiner Regierung bezüglich der westlichen Märkte für
russisches Erdöl und Erdgas beeinträchtigen würde.
Gleich
nach den mysteriösen Anschlägen vom 11. September 2001 auf die Twin
Towers in New York erklärte der aggressive USA-Vizepräsident Dick
Cheney, dass diese Erdölleitung von lebenswichtigem Interesse für
die USA wäre.
Desweiteren
spielte in der nachfolgenden Intrige ein ganz grosser Abenteuerer der
internationalen Finanzwelt, der einst ungarische Multimillionär Georgy
Soros eine erstrangige Rolle. Wir Venezolaner kennen ihn durch seine
traurige Berühmtheit in seiner direkten Beteiligung an der kriminellen
Privatisierung der Salinen von Araya, in meiner Heimatregion im
Bundesstaat Sucre. Mit dem Komplizen-Trio des noch heutigen dort
regierenden Gouverneurs Ramón Martínez und des damaligen
Ministers einer sogenannten Planung Teodoro Petkov sowie des Präsidenten
der Republik von damals namens Rafael Caldera.
Aber
die Schlüsselfigur beim Losschlagen ist bis jetzt ein gewisser Michail
Saakaschwili gewesen. Er stammt aus einigen Kreisen der sowjetischen
Gesellschaft, die ähnlich denen sind, woher die anderen Totengräber
derselben Gesellschaft stammen, also dasselbe wie bei Michail
Gorbatschow und Boris Jelzin. In den traurigen 90er Jahren
erhielt er ein „Stipendium“ zum Studium in den USA, wo er bis auf
weiteres zu verbleiben gedachte. Bis seine Gönner entschieden, dass sie
seine Rückkehr nach Georgien brauchten, um aus ihm den politischen Führer
zu machen.
Zuerst
steckten sie ihn in das Ministerkabinett des einstigen kommunistischen
Funktionärs Eduard Schewardnadse. Anschliessend liessen sie ihn
diesen einstigen Aussenminister der UdSSR verraten. Dabei lancierten sie
dort in Georgien eine der von der CIA organisierten sogenannten „orangenen
Revolutionen“. Diese vom selben Typ, den sie nichtsfruchtend in
Venezuela bislang im gesamten laufenden Jahrzehnt in Szene zu setzen
versuchen. Dinge von Ölländern, könnten argwöhnische Leute denken.
Um
jenen Michail Saakaschwili bestens zu „verkaufen“, liessen
sie ihn volkstümlich „Mischa“ betiteln. Das ist ein ähnlicher
Trick wie die Bezeichnung „Gorbi“ für Gorbatschow.
Am
Ende brachten sie ihn so „legal“ in das Präsidentenamt der Republik
Georgien, auf geheiligtem Wege von Wahlen, wie die guten ... USA-Bräuche
sie festlegen.
Gemäß
dem erwähnten kanadischen Journalisten unter Berufung auf
„autorisierte Quellen“ geschah dann unerwarteterweise, dass „Mischa“
den Händen seiner Herren entglitt und auf seine eigene Rechnung und
sein eigenes Risiko „sich blamierte“, indem er diese bewaffnete
Auseinandersetzung mit dem Rußland von Wladimir Putin und Dimitrij
Medwedjew ohne die unabdingbare Genehmigung aus Washington
provozierte.
Aber
er schreibt auch wie folgt in seiner interessanten Reportage: „Obwohl
in Wirklichkeit Rußland und die USA hinter den Kulissen seit Jahren
bisher antagonistisch sind, kündigt der Schall der Explosionen aus den
Bergen des Kaukasus auch das Ende der erwartungsvollen Ära an, die dem
Zusammenbruch der Sowjetunion folgte. Moskau und Washington stehen sich
jetzt wieder in der Auseinandersetzung wegen all der Dinge gegenüber
... Das mit Südossetien ist nur die erste heisse Konfliktzone in diesem
neuen Kalten Krieg.“
Hoffentlich
sind bei diesem gefährlichen Konflikt im gegenwärtig turbulenten
Georgien Südossetien und Abchasien nicht nur Zündkörper, wie es
Sarajevo und Danzig im 1. und 2. Weltkrieg waren.
Dass
sich alles auf eine weitere Episode eines 2. Kalten Krieges beschränken
möge, während für die gesamte Menschheit die definitive Lösung
heranrückt: Frieden und Sozialismus.
Quebec
, 21. August 2008
Quelle:
http://www.tribuna-popular.org/
Hervorhebungen
im Text vom Autor
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