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Griechenland:

Initiative der Kommunistischen Partei Griechenlands (KKE)

FÜR DIE ANERKENNUNG EINES UNABHÄNGIGEN, SOUVERÄNEN UND LEBENSFÄHIGEN STAATES PALÄSTINA

übersetzt von Jens-Torsten Bohlke

Athen, 5. Juli 2011, KKE-Website. (auf Kommunisten-online am 8. Juli 3011) –  Durch Beschluss des Politbüros des Zentralkomitees der Partei hat sich die Kommunistische Partei Griechenlands (KKE) entschieden, den Kampf für die Anerkennung eines unabhängigen, souveränen und lebensfähigen Staat Palästina zu verstärken.

In diesem Rahmen rief Genossin Aleka Papariga, Generalsekretärin des ZK der KKE, in ihrem Brief an den griechischen Premierminister G. Papandreou die griechische Regierung dazu auf, die Forderung nach der Anerkennung des Staates Palästina in den Grenzen von 1967 mit seiner Hauptstadt Ost-Jerusalem als Mitgliedsstaat der UNO zu unterstützen.

Darüber hinaus besuchte eine KKE-Delegation unter Vorsitz von Genossen Giorgos Marinos, Mitglied des Politbüros des ZK der KKE, die Botschaften der Palästina-Behörde, des Libanon und Syriens in Athen. Dort legte die KKE-Delegation den Standpunkt der KKE zu dieser Frage dar.

Am Mittwoch und Donnerstag, dem 6. und 7. Juli 2011, besucht eine Delegation der KKE Palästina, wo sie Begegnungen mit Vertretern der Führung von Palästina und der politischen Kräfte Palästinas haben wird. Die Genossen G. Marinos, Mitglied des Politbüros des ZK der KKE und Mitglied des Parlaments von Griechenland, G. Toussas, Mitglied des ZK der KKE, Mitglied des Europäischen Parlaments und zuständig für die Abteilung Europäische Politik der KKE, E. Vagenas, Mitglied des ZK der KKE und zuständig für die Internationale Abteilung des ZK der KKE und O. Maita, Funktionär der KKE, werden Mitglieder dieser Delegation sein.

Die KKE ruft die anderen kommunistischen und Arbeiterparteien dazu auf, ähnliche Initiativen zu unternehmen und die Einbringung dieses Themas in ihren jeweiligen Ländern und auf internationalem Parkett bis September 2011 zu verstärken, wenn die Sache der Anerkennung des Staates Palästina voraussichtlich auf der Tagesordnung stehen wird.

Abteilung für Internationale Beziehungen des ZK der KKE

zurpck

Wortlaut des Beschlusses des Politbüros des ZK der KKE:

Initiative der KKE zur Palästinafrage

übersetzt von Jens-Torsten Bohlke

Die Kommunistische Partei Griechenlands (KKE) setzt verstärkt ihr Eintreten für die Lösung des Palästina-Problems mit dieser neuen Initiative für die Anerkennung des Staates Palästina fort. Das ist eine Initiative, die die allgemeinen Entwicklungen berücksichtigt und in den konsequenten antiimperialistischen Kampf der KKE eingebettet ist.

Es ist eine Tatsache, dass schwerwiegende Entwicklungen in unserer Region stattfinden, welche mit der Intensität der Arbeiterklasse und der Volksbewegungen in Nordafrika und dem Mittleren Osten für soziale und demokratische Rechte in Verbindung stehen, aber auch mit den Bestrebungen der Modernisierung der bürgerlichen Regimes in dieser Region zu tun haben. Das sind Entwicklungen, in denen die Konkurrenz zwischen den imperialistischen Kräften, Zusammenschlüssen und Bündnissen eine Rolle spielt.

Einschätzung der Situation

Die KKE folgt strikt dem Weg der Solidarität mit dem Kampf des palästinensischen Volkes. Sie entwickelt dabei vielfältige Aktivitäten sowohl in Griechenland als auch im Ausland. Gleichzeitig bringt sie dabei ihre Ablehnung der Vereinbarungen zum Ausdruck, die unter dem Druck des Imperialismus vorangetrieben worden sind.

Heute können wir mit Gewissheit beurteilen, dass die Ergebnisse zeigen, dass die Logik, durch welche die Vereinbarungen von Oslo von 1993 in Verruf geraten sind, dieselbe Logik ist, welche auf Camp David im Jahr 2000 herrschte oder auf dem Gipfel von Annapolis im Jahr 2007 bestand. Dies ist die Logik der gut bekannten „Road Map“.

Die Ergebnisse zeigen, dass die historischen Probleme bezüglich der Bildung und der Anerkennung des Staates Palästina bleiben. So geht die Besetzung von durch Israel im 6-Tage-Krieg 1967 eroberte Gebiete weiter. Die Frage nach der Rückkehr der Flüchtlinge bleibt ungelöst. Die Siedlungen nehmen an Zahl weiter zu. Und die Mauer, die von Israel gebaut wurde, bleibt an ihrem Platz. Wir haben Zeugen für die organisierten Angriffe von Israel in der West Bank und im Gaza-Streifen, welcher blockiert bleibt.

Auf der Grundlage dieser Entwicklungen wird die Situation immer komplexer und gefährlicher.

Die vielgestaltige Einmischung der imperialistischen Mächte in Palästina hat als ihr Hauptziel das Ersticken der Widerstandsbewegung gegen die Besetzung und die Stärkung derjenigen Kräfte, die einem vollständigen Kompromiss und einem negativen Standpunkt bezüglich des Kampfes für einen unabhängigen, souveränen und lebensfähigen Staat Palästina mit Ost-Jerusalem als seiner Hauptstadt zustimmen.

Die USA und die EU sprechen von zwei Staaten (Israel und Palästina). Aber sie verbergen das Wesen der Sache. Und das Wesen besteht darin, dass wenn sie von einem palästinensischen Staat sprechen, sie dann keinen souveränen Staat meinen, der für eine von seinem Volk entschiedene Zukunft organisiert wird. All dies ist von den jüngsten vielfach veröffentlichten Initiativen von Obama bestätigt worden. Die USA wollen eine „Niederlassungsbewilligung“, die einen Grabstein auf das Recht auf einen souveränen Staat Palästina mit dem Recht auf Selbstverteidigung und mit den Grenzen von 1967 und mit Ost-Jerusalem als seine Hauptstadt und die Rückkehr der Flüchtlinge setzt.

Die KKE und die Palästinafrage

Die KKE unterstützt den Kampf des palästinensischen Volkes und seinen Widerstand gegen die Besatzungskräfte. Wir verurteilen den Druck auf die Palästina-Behörde zur Durchsetzung einer Lösung, die gegen den Willen, gegen die Interessen und gegen die Rechte des palästinensischen Volkes ist.

Mit Interesse verfolgen wir die Aktivität von Organisationen, die sich der Besetzung und den imperialistischen Einmischungen entgegenstellen. Wir stehen mit ihnen in Gesprächen und nutzen ihre Erfahrung.

Unsere Beziehung mit dem palästinensischen Volk ermöglicht uns zu bekräftigen, dass wir die Dinge konsequent beurteilen müssen, weil Initiativen, die als „freundlich“ gegenüber dem palästinensischen Volk vorgestellt werden, dies manchmal gar nicht sind! Die Konkurrenz der bürgerlichen Klassen der Region und die weitergehenden Pläne, welche ihren Interessen dienen, verbergen sich dahinter.

Die KKE kämpfte und kämpft gegen die politische Linie, welche das Opfer mit dem Täter gleichstellt, und welcher die Europäische Union folgt wie auch die politischen Kräfte der Sozialdemokratie und der Europäischen Linkspartei (ELP).

Die KKE verurteilt den mörderischen Angriff Israels gegen die Solidaritätsmission für die Einwohner des Gaza-Streifens im Mai 2010, welcher zu Dutzenden von Verletzungen und Todesfällen führte.

Wir kämpften und werden weiterhin gegen die Bestrebungen ankämpfen, die Widerstandsbewegung und ihre Aktivität mit dem Namen des „Terrorismus“ abzustempeln. Wir heben hervor, dass der Imperialismus der wirkliche Terrorist gegen die Völker ist. Die Völker sind verpflichtet, gegen die Besatzer, gegen die Tyrannen, für die nationale und soziale Befreiung, für die Perspektive einer Lösung des Problems der Macht zugunsten des Volkes alle erforderlichen Kampfformen einschließlich des bewaffneten Kampfes einzusetzen.

Jedes Volk, auch das palästinensische Volk, muß das souveräne Recht haben, selbst über seine Regierung und seine Zukunft zu bestimmen.

Gegründet auf diese Einschätzungen wiederholen wir die Position der KKE zur Palästinafrage.

Wir unterstützen den Kampf für die Schaffung eines unabhängigen, lebensfähigen und souveränen Staats Palästina mit den Grenzen von 1967, mit Ost-Jerusalem als seine Hauptstadt, neben Israel. Wir fordern die Befreiung des palästinensischen Volkes von der Barbarei der Besatzungskräfte, der israelischen Armee.

Wir fordern die Anerkennung des Staates Palästina als eines Mitgliedsstaates der UNO.

Wir fordern auch

- das Ende der Siedlungen und den Abzug aller Siedler aus den Gebieten jenseits der Grenzen von 1967;

- den Abriss der nicht hinnehmbaren Mauer, die Jerusalem und die West Bank trennt;

- das Recht auf Rückkehr für alle palästinensischen Flüchtlinge in die West Bank und in den Gaza-Streifen;

- die Aufhebung jeder Blockade gegen die Palästinenser in der Westbank und im Gaza-Streifen;

- die sofortige Freilassung aller palästinensischen und anderen politischen Gefangenen, die in israelischen Gefängnissen gefangen gehalten werden;

- den Abzug der israelischen Armee aus den 1967 besetzten Gebieten einschließlich der Golan-Höhen und der Sebaa-Region in Süd-Libanon.

Die KKE fordert, dass die griechische Regierung die militärische Zusammenarbeit unseres Landes mit Israel beendet, und dass ihre direkte Unterstützung für die Anerkennung des Staates Palästina erfolgt. Zu diesem Zweck wird die KKE Initiativen unternehmen und Aktionen innerhalb und außerhalb des Parlaments organisieren. Sie wird dieselbe Linie im Europäischen Parlament und in den anderen EU-Gremien vertreten.

27. Juni 2011

Das Politbüro des ZK der KKE

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Stellungnahme des Pressebüros des ZK der Partei

DIE GRIECHISCHE REGIERUNG UNTERSTÜTZT ISRAELS VERBRECHEN

übersetzt von Jens-Torsten Bohlke

Anzumerken ist, dass am Freitag, dem 1. Juli 2011, das Pressebüro des ZK der KKE bezüglich des Verbots des Auslaufens der Schiffe nach Gaza folgende Stellungnahme abgab:

„Die Entscheidung der griechischen Regierung, das Auslaufen der Schiffe mit humanitären Hilfsgütern für Gaza zu verbieten, ist nicht hinnehmbar. Das ist ein weiterer Akt zur Unterstützung und in Zusammenarbeit mit der israelischen Regierung, welche ihre verbrecherische Politik gegen das palästinensische Volk fortsetzt und verstärkt.

Die unmenschliche Blockade von Gaza muß genau jetzt gestoppt werden. Das griechische Volk muß die Unterstützung verurteilen, welche von der griechischen Regierung und den anderen Regierungen der EU-Mitgliedsstaaten dem Staat Israel gewährt wird. Die Bewegung der Arbeiterklasse und der Volksmassen muß ihren Massenkampf gegen die imperialistischen Einmischungen und die griechische Beteiligung daran verstärken.”

5. Juli 2011

Quelle: http://inter.kke.gr/News/news2011/2011-07-05-palestine

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