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climate_changeDIE ROLLE DES PENTAGON IN DER GLOBALKATASTROPHE: KLIMAFOLGEN AUS KRIEGSVERBRECHEN

von Sara Flounders / Global Research

übersetzt aus dem Englischen ins Spanische für Rebelión von Germán Leyens

übersetzt ins Deutsche von Jens-Torsten Bohlke, Brüssel

auf Kommunissten-online am 27. Dezember 2009 - Wenn die UN-Konferenz über den Klimawechsel in Kopenhagen mit ihren über 15.000 Teilnehmern aus 192 Ländern, darunter über 100 Staatschefs sowie auf den Straßen 100.000 Protestierenden zu bewerten ist, dann ist die Frage ganz wichtig: Wie ist es möglich, dass der schlimmste Verschmutzter mit Kohlendioxid und anderen giftigen Emissionen auf dem Planeten nicht Gegenstand der Diskussion auf der Konferenz oder von Vorschlägen zur Begrenzung ist? Auf jeden Fall ist das Pentagon als Einrichtung der Hauptverbraucher an Erdöl und Energie. Und dennoch ist das Pentagon allgemein ausgenommen bei allen internationalen Klimaschutzabkommen.

Die Kriege des Pentagon im Irak und in Afghanistan, seine geheimen Einsätze in Pakistan, seine Ausrüstung von über 1.000 Militärstützpunkten der USA in aller Welt, seine 6.000 Einrichtungen in den USA, all die Einsätze der NATO, seine Flugzeugträger, Kampf- und Transportflugzeuge, Manöver, Ausbildungseinsätze, Waffengeschäfte. All dies soll nicht berücksichtigt werden, wenn es um die Begrenzung der Treibhausgas-Emissionen der USA geht.

Am 17.Februar 2007 führte das Energy Bulletin den Ölverbrauch der USA nur für die Flugzeuge, Schiffe, Landfahrzeuge und dazugehörigen Einrichtungen detailliert auf. Daraus ergibt sich, dass die USA der größte Erdölverbraucher der Welt sind. Damals verfügten die USA über 295 Kriegsschiffe, ca. 4.000 einsatzbereite Flugzeuge. Die US-Streitkräfte hatten 28.000 gepanzerte Fahrzeuge, 140.000 schnellbewegliche vielseitig einsetzbare Fahrzeuge, mehr als 4.000 Kampfhubschrauber, hunderte Flugzeuge und einen Fahrzeugpark von 187.493 Fahrzeugen. Hinzu kamen 80 atomare U-Boote und Flugzeugträger, die nukleare Verschmutzung verbreiten. Alle Fahrzeuge verwenden Öl.

Laut CIA World Facebook von 2006 verbrauchen nur 35 Länder (von 210 Ländern weltweit) mehr Erdöl täglich als das Pentagon.

Die US-Streitkräfte verbrauchen laut amtlichen Quellen täglich 320.000 Barrel Erdöl. Diese Menge lässt den Treibstoffverbrauch der Pentagon-Vertragspartnerfirmen und im privatisierten und angemieteten Bereich des Pentagon außer acht. Ebenso wenig ist da die gewaltige Menge an Energie- und Ressourcenverbrauch eingeschlossen, die aufgewendet wird, um die gesamten Ausrüstungen, Bomben, Granaten, Raketen usw. zu fertigen.

Steve Kretzmann, Leiter von Oil Change International, informiert: „Der Irak-Krieg produzierte mindestens 141 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Verbindungen von März 2003 bis Dezember 2007 .... Der Krieg erzeugt mehr als 60% des Kohlendioxid-Ausstoßes aller Länder. Diese Information ist nur schwer zugänglich... weil die militärisch relevanten Emissionen im Ausland laut US-Gesetzgebung und der UNO-Konvention über den Klimawechsel dem nationalen Informationsbedarf entzogen sind (www.naomiklein.org 10. Dezember). Die Mehrzahl der Wissenschaftler prangern die Kohlendioxid-Emissionen als Treibhausgase und wegen des Klimawechsels an. Bryan Farrel sagt in seinem neuen Buch „The Green Zone: The Environmental Costs of Militarism“: Der größte Angriff auf die Umwelt, auf uns alle in der Welt, kommt von einer Einrichtung ... den Streitkräften der USA.“

Wie erreichte das Pentagon die Freistellung aus den Klimaschutzabkommen?

Bei den Verhandlungen zu den Vereinbarungen von Kioto forderten die USA als Bedingung für ihre Unterschrift, dass alle ihre militärischen Einsätze und alle Einsätze mit Beteiligung der UNO und / oder der NATO aus den Verminderungsmaßnahmen vollständig ausgeschlossen bleiben.

Selbst nachdem sie dieses gewaltige Zugeständnis erhalten hatte, verweigerte die Bush-Regierung die Unterzeichnung der Vereinbarungen.

In einem Artikel vom 18. Mai 1998 mit dem Titel „Themen der nationalen Sicherheit und der Militärpolitik im Zusammenhang mit dem Vertrag von Kioto“ beschrieb Dr. Jeffrey Salmon den Standpunkt des Pentagon. Er zitiert den Jahresbericht von 1997 an den Kongress, welchen seinerzeit der damalige Staatssekretär für Verteidigung der USA, William Cohen, vorlegte: „Das Verteidigungsministerium empfiehlt nachdrücklich, dass die USA auf einer Klausel der nationalen Sicherheit im auszuhandelnden Protokoll zum Klimawechsel bestehen.“ (www.marshall.org)

Laut Salmon wurde diese Klausel der nationalen Sicherheit als eine Ausschlussklausel vorgeschlagen, wonach „eine völlige Ausnahme für Militärisches bei den Emissionsgrenzen für Treibhausgase besteht. Darunter fallen multilaterale Einsätze wie von der NATO und der UNO genehmigte Handlungen, aber auch im breiten Sinne die mit der nationalen Sicherheit der USA verknüpften Handlungen. Was gleichkommt, alle Arten einseitiger militärischer Handlungen und der für solche Handlungen bestimmten Manöver einzuschließen.“

Salmon zitierte auch den Unterstaatssekretär Stuart Eizenstat, der die US-Delegation in Kioto leitete. Eizenstat informierte: „Das Verteidigungsministerium und die uniformierten Militärs, die zusammen mit mir in Kioto waren, erreichten alle Erfordernisse, die sie laut ihren Worten haben wollten. Das heißt Selbstverteidigung, Friedenserhaltung, humanitäre Hilfe.“

Obwohl die USA bereits besagte Garantien in den Verhandlungen erreicht hatten, beschloss der Kongress der USA eine Sonderklausel zur Gewährleistung der Ausnahme für das Militär der USA. Inter Press Service informierte dazu am 21. Mai 1998: „In ihrem jüngsten Schlag gegen die internationalen Bemühungen um ein Stoppen der globalen Erwärmung nahmen die Gesetzgeber der USA heute die militärischen Einsätze der USA aus der Vereinbarung von Kioto heraus, welche Abmachungen zur Verminderung der 'Treibhausgase' konkretisiert. Das Repräsentantenhaus nahm einen Zusatz in das Gesetz der militärischen Bewilligung für das nächste Jahr auf, welcher 'die Begrenzung für die Streitkräfte durch das Protokoll von Kioto verbietet'„.

Derzeit bleiben in Kopenhagen dieselben Vereinbarungen und Leitlinien über die Treibhausgase gültig. Bei all dem ist es äußerst schwierig, die geringste Erwähnung dieser Unterlassung in den Texten zu finden.

Laut der ökologischen Journalistin Johanna Peace bleiben die militärischen Handlungen weiterhin auf eine von Präsident Barack Obama unterzeichnete Anweisung hin ausgenommen. Danach ist vorgesehen, dass die Ministerien ihre Treibhausgas-Emissionen bis zum Jahr 2020 vermindern sollen. Peace dazu: „Die Streitkräfte repräsentieren ca. 80% des Energiebedarfs der Bundesregierung.“ (solveclimate.com 1. September)

Der allgemeine Ausschluss weltweiter Kriegseinsätze des Pentagons führt dazu, dass die Kohlendioxid-Emissionen der USA viel weniger zu sein scheinen, als sie in Wirklichkeit sind. Dennoch, auch ohne das Pentagon mit einzubeziehen, haben die USA die größten Kohlendioxid-Emissionen der Welt.

Es geht um mehr als nur Emissionen

Außer dem Ausstoß an Kohlendioxidverbindungen setzen die Militäreinsätze der USA weitere hochgiftige und radioaktive Materialien im Luftraum, in den Gewässern und im Boden frei. Aus niedrig strahlendem Uran gefertigte US-Waffen haben etliche Zehntausende Kilogramm an Feinstaub aus radioaktiven und hochgiftigen Bestandteilen im gesamten Nahen Osten, Zentralasien und auf dem Balkan abgeladen.

Die USA verkaufen Landminen und Streubomben, die Hauptursache späterer Folgedetonationen sind und zur Verstümmelung und Verkrüppelung besonders bei Bauern und Menschen in den ländlichen Gebieten in Afrika, Asien und Lateinamerika führen. Zum Beispiel setzte Israel mehr als eine Million Streubomben im Libanon bei seiner Invasion im Jahr 2006 ein. Geliefert wurden diese Streubomben aus den USA.

Der Krieg der USA in Vietnam hinterließ großflächige Gebiete so verseucht durch das Pflanzengift Agent Orange, dass derzeit nach über 35 Jahren des Einsatzes dieser chemischen Waffe die Dioxinverschmutzung 300- bis 400-mal höher als die „normalen“ Werte ist. Eine dritte Generation erleidet dort derzeit Geburtsschäden und hohe Krebsraten infolge dieser Verschmutzung.

Der 1991 begonnene Krieg der USA im Irak folgt 13 Jahren voller grausamer Sanktionen. Die Invasion von 2003 und die darauf folgende Besatzung haben die Region, welche eine Geschichte von 5000 Jahren als Obstgarten des Nahen Ostens hat, in ein ökologisches Katastrophengebiet umgewandelt. Das fruchtbare Ackerland des Irak wurde in ein Ödland umgewandelt, in welchem der kleinste Wind einen Wüstensturm hervorruft. Der Nahrungsmittelexporteur Irak importiert jetzt 80% seines Nahrungsmittelbedarfs. Der irakische Landwirtschaftsminister schätzt ein, dass ca. 90% des Bodens eine schwerwiegende Versteppung erlitten hat.

Ökologischer Krieg im Inneren der USA

Außerdem hat sich das Verteidigungsministerium der USA routinemäßig allen Anweisungen aus der Umweltschutzbehörde der USA (EPA) widersetzt, die verschmutzten US-Militärstützpunkte zu sanieren. (Washington Post, 30.Juni 2008)

Die Militärstützpunkte des Pentagon stehen an der Spitze der Liste der verseuchtesten Orte laut Superfund. Und die Schadstoffe schädigen das Trinkwasser und den Boden.

Das Pentagon hat sich auch den Bemühungen der Umweltschutzbehörde EPA widersetzt, neue Standards der Verschmutzung für zwei chemische Produkte einzurichten, die überall in den militärischen Standorten anzutreffen sind: Perchlorat, zu finden bei Raketen und Artilleriegeschossen. Und Trichloräthylen, ein Entfettungsmittel für Metallteile.

Das Trichloräthylen ist der weitverbreiteste Trinkwasserverseucher in den USA. Es verseucht die Trinkwasseradern in Kalifornien, New York, Texas, Florida und andernorts. Über 1000 militärische Einrichtungen in den USA sind mit diesem Produkt verseucht. Die ärmsten Siedlungen, wo vor allem Farbige wohnen, sind am schlimmsten von dieser Vergiftung betroffen.

Die Atomwaffentests im Südosten der USA und auf den Inseln im Südpazifik haben Millionen Hektar Land und Wasser mit Strahlung verseucht. Anhäufungen von radioaktiven Substanzen und giftigem Uran sind in Siedlungsgebieten von Indianern im Südosten der USA anzutreffen. Mehr als 1000 Uran-Bergwerke sind den Navajo-Reservaten in Arizona und New Mexico hinterlassen worden.

In aller Welt gibt es infolge der Kriegsverbrechen des Pentagon solche Hinterlassenschaften auf einstigen und bestehenden Militärstützpunkten. In Puerto Rico, auf den Philippinen, in Südkorea, Vietnam, Laos, Kambodscha, Japan, Nikaragua, Panama und dem ehemaligen Jugoslawien finden sich rostende Fässer voller chemischer Produkte und Lösungen sowie Millionen Projektile aus Pentagon-Beständen.

Die beste Art, die Umwelt wirksam zu sanieren, ist die Schließung des Pentagons der USA. Um den Klimawechsel zu bekämpfen, bedarf es eines vollständigen Systemwechsels.

Sara Flounders ist eine Leiterin des International Action Center.

International Action Center - 18.12.109

Quelle: http://www.globalresearch.ca/index.php?context=va&aid=16609

ursprünglich veröffentlicht in: http://www.workers.org/2009/world/pentagon_1224/

Unsere Quelle: http://www.cubadebate.cu/opinion/2009/12/22/papel-del-pentagono-en-la-catastrofe-global/

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