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Köhler
hat doch Recht:
Deutschland
führt Krieg aus wirtschaftlichen Interessen
Von
Günter Ackermann
Kommunisten-online
vom 29. Mai 2010 – Die bürgerliche Journaille tobt gegen einen
von ihnen, ebenso die Masse der Politiker der bürgerlichen Parteien.
Der oberste Repräsentant
dieses imperialistischen Staates hat sich blauäugig geäußert und von
Krieg gesprochen, den die BRD führt (nicht nur am Hindukusch) und
dessen Notwendigkeit aus ökonomischen Interessen hergeleitet.
Warum
sie sich so aufregen? Der SPD-Mann Thomas Oppermann
brachte es auf dem Punkt:
„Köhler schadet der Akzeptanz der Auslandseinsätze der Bundeswehr"
Mit
anderen Worten: Köhlers Worte lassen nun alle erkennen, dass es in
Afghanistan und anderswo weder gegen dir bösen Terroristen, religiöse
Fanatiker oder sonst wem geht und schon gar nicht für Menschenrechte,
sondern um handfeste wirtschaftliche Intereressen.
Worum
sollte es auch sonst gehen? Noch nie in der Geschichte der Menschheit
hat ein Land, in dem die Ausbeuter über die Masse der Menschen
regieren, einen Krieg um humanitäre Ziele geführt. Immer ging es um
wirtschaftliche Interessen – immer, auch wenn humanitäre Ziele angeführt
wurden. Selbst die beiden mörderischen
Weltkriege des 20. Jahrhunderts warfen solche Kriege. Das genau
ist auch die Tagespolitik und die politischen Ziele der Regierenden in
diesem System: Die Durchsetzung der Interessen der herrschenden
Klasse – der Kapitalsten – gegen das eigene und gegen fremde Völker.
Wer sich dem entgegen setzt, wird mit Krieg und Terror überzogen.
Der
große Militärtheoretiker, der preußische General Carl Philipp
Gottlieb von Clausewitz schreib bereits vor ca. 200 Jahren:
„Der
Krieg ist eine bloße Fortsetzung der Politik unter Einbeziehung anderer
Mittel”.
Reichen
nichtkriegerische Maßnahmen der Herrschenden Klassen gegenüber
Konkurrenten nicht aus, greift man zur Gewalt. Das gleiche gilt auch bei
der Gewinnung von Rohstoffen. Natürlich bedient man sich dabei gern
Stellvertretern. Die putschen, führen Bürgerkriege oder
destabilisieren die Länder, die auf der Speisekarte imperialistischen
Staaten stehen. Die einheimischen Potentaten werden mit Waffen hochgerüstet,
mit Geld versehen und stürzen die Völker, in denen sie tätig sind,
fast immer ins Elend, verüben Terror und Mord. Denken wir nur an die
diversen Bürgerkriege im Kongo,
Fast immer steckten imperialistische Mächte dahinter, die Profite aus
den reichen Bodenschätzen ziehen wollen. Auch Deutschland ist mit von
der Partie.
Oder
der Genozid in Ruanda.
Damals, 1994, brachten Milizen und Armee bis zu 1 Million angehörige
des Tutsi-Volkes um. Dahinter steckten nicht nur korrupte Parteigänger
der damaligen Regierung von Ruanda, sondern vor allem die Regierung von
Frankreich. Die Fremdenlegion unterstützte aktiv die Massenmörder und
beschützte sie, nach deren Niederlage, vor der Justiz.
Ähnliche
Beispiele gibt es viele.
Was
aber sagte Köhler? Lesen wir selbst:
„Meine
Einschätzung ist aber, dass insgesamt wir auf dem Wege sind, doch auch
in der Breite der Gesellschaft zu verstehen, dass ein Land unserer Größe
mit dieser Außenhandelsorientierung und damit auch Außenhandelsabhängigkeit
auch wissen muss, dass im Zweifel, im Notfall auch militärischer
Einsatz notwendig ist, um unsere Interessen zu wahren, zum Beispiel
freie Handelswege, zum Beispiel ganze regionale Instabilitäten zu
verhindern, die mit Sicherheit dann auch auf unsere Chancen zurückschlagen
negativ durch Handel, Arbeitsplätze und Einkommen. Alles das soll
diskutiert werden und ich glaube, wir sind auf einem nicht so schlechten
Weg..“ und
„Man
muss auch um diesen Preis – sozusagen seine am Ende Interessen wahren
- mir fällt das schwer, das so zu sagen, aber ich halte es für
unvermeidlich, dass wir dieser Realität ins Auge blicken.“
Damit
meinte er, man müsse für die Profite der Konzerne deutsche Soldaten
sterben und verwunden lassen – natürlich auch unbeteiligte
Zivilisten. Kollateralschäden also (siehe Kundus)
Köhler
sprach das aus, was eh schon klar ist. Kein einziger deutscher Soldat wäre
in Afghanistan und anderswo, wenn es nicht um handfeste Interessen ging.
Das wissen sie alle, die in Berlin regieren. Sie halten es aber hinter
den Berg und schmücken es mit salbungsvollen Worten aus. Und:
Deutschland – genauer das deutsche Militär – bohrt in
Afghanistan pausenlos Brunnen, baut Krankenhäuser, Schulen und
Kindergärten und ist pausenlos für die Menschen dort im Einsatz.
Dass
Köhler das aber offen aussprach, mag an seinem beschränkten Horizont
liegen. Wir schrieben bereits vor fünf Jahren über ihn:#
„Mit
Köhler wird ein nicht eben geistig wendiger Sparkassenleiter an die
Spitze Deutschlands berufen. Er wird sehr schnell diesem Ruf
entsprechen. Seine unsäglichen Reden (vor seiner Wahl s.o.)
werden nun so verkauft, dass sie große Worte sind, manifestieren aber
nur den eingeschränkten Horizont eines subalternen Bankkaufmanns.“
Sparkassenleiter
sind in der Regel grundsolide, wenn auch mit etwas eingeschränktem
provinziellem Horizont versehene, Menschen. Vor ihren Kollegen in den
großen Geschäftsbanken unterschieden sie sich, indem sie nicht das große
Geld haben, um bei Großspekulationen mitmischen zu können. Ihre
Klientel ist die örtliche Bourgeoisie, die Handwerksbetriebe und
mittleren Betriebe in der Region – sprich Provinz.
Was
dieser Bourgeoisie nützt, ist richtig und gut – das ist ihr Weltbild.
So
einfach ist die Welt. Köhler hat sich auch immer so geäußert, auch
jetzt zu den Kriegseinsätzen der Bundeswehr. Es ist gut und richtig,
meint er, wenn deutsche Soldaten für die wirtschaftlichen Interessen
der deutschen Industrie kämpfen und sterben, Es ist „im
Notfall auch militärischer Einsatz notwendig. Klar, zu was gibt es
denn sonst die Bundeswehr?
Dass
es nicht die kleinen Handwerker sind, für die sie ihren Kopf hinhalten,
sondern die großen Konzerne, sei nur am Rande erwähnt. Aber das ist ja
auch nicht Köhlers Ding, er sieht eben die Welt aus der Perspektive
des Chefbüros des Sparkassen und Giroverbandes. Also sprach er
das aus, was eh klar ist: Deutschland führt Krieg um handfeste ökonomische
Interessen und er führte so die ganze Bundesregierung vor –
ungewollt. Die meinen nämlich, man müsse genau das, was Köhler sagte,
dem Volk vorenthalten. Aber Lügen haben
kurze Beine. Angie zeige deine und oft genug sind es die Narren,
die die Wahrheit sagen.
G.A.
Carl Philipp Gottlieb von Clausewitz: Vom
Kriege I, 1, 24
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