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Gegen
den G8-Gipfel, Einheit und revolutionärer Kampf
Quelle:
Nueva
Columbia (Mai 2007)
Wir
schließen uns von Unserem Amerika, im Rahmen der Kampagne „Kein
einziger Yankee-Soldat in Lateinamerika und der Karibik und der Welt“
der großen Anti-G8 Mobilisierung und der Debatte über Alternativen zum
Kapitalismus an. Wir rufen alle revolutionären Organisationen des
Kontinents dazu auf, an diesem wichtigen Prozess teilzunehmen und
verschiedene Vorbereitungsaktivitäten zu koordinieren, vorzuschlagen und
auch an ihren Orten durchzuführen. Der Gipfel wird 2007 in Heiligendamm,
BRD, durchgeführt.
Für die Freiheit, die Souveränität und das Wohlergehen aller unterdrückten
Völker der Welt, Einheit und Revolutionären Kampf.
Kontinentale
bolivarianischen Koordination – KKB
und Anti-G8-Bündnis für eine revolutionäre Perspektive
Kein
einziger Yankee-Soldat in Lateinamerika und der Karibik!
Gegen
den G8-Gipfel, Einheit und revolutionärer Kampf!
„Einheit,
Einheit, Einheit muss unsere Devise sein”
Simón Bolívar
Verbreitet
besteht die Meinung, dass das schlimmsten Massaker der Geschichte das der
Faschisten gegen Juden, Kommunisten und Andersdenkende war, aber obwohl
diese Verbrechen verabscheuungswürdig und schaudererregend waren, hat es
in der Geschichte der Menschheit kein größeres Massaker gegeben,
gemessen an der Zahl der Opfer und der Grausamkeit der Methoden, als das,
welches die Völker Amerikas (Nord-, Mittel- und Südamerikas) während
der Kolonialzeit erlitten haben. Die Folgen der Ankunft von Christoph
Kolumbus in der „Neuen Welt“ (Amerika) waren für die Ureinwohner oder
Indigenen der Tod und ihr Verschwinden als Kulturen. Mehr als 60 Millionen
wurden ermordet, ebensoviele wurden versklavt, ausnahmslos alle wurden
ausgeplündert und aus ihren Territorien vertrieben. Dies geschah vor
allem aus zwei Gründen: weil sie anders waren als die kolonisierende
Kultur und weil sie die reichsten bis dahin bekannten Gebiete bewohnten.
Dies
ist wichtig zu bemerken, denn diese Tatsache ist grundlegend für die
historische Entwicklung unserer Völker im neuen Kontinent. Sie haben sich
heldenhaft von diesem Joch befreit und ihre Unabhängigkeit zurück
erobert. Jedoch konnten sie die Falken und Geier nicht abschütteln, die
vom Imperium aus raffinierte und nicht weniger blutige Pläne schmieden,
um weiterhin Amerika auszuplündern und um den Jahrzehnte andauernden
Rekolonisierungsprozess zu vertiefen.
In der Tat „(…) verfolgen die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten
eine kontinentale Beherrschungspolitik und verfügen über Instrumente, um
sie durchzusetzen: das Südkommando (Comando Sur), Streitkräfte, die in
Militärbasen und speziellen Operationen eingesetzt sind; den
Internationalen Währungsfond IWF; die Weltbank; die
Welthandelsorganisation WHO; den Plan Puebla Panama; den Plan Kolumbien;
den Plan Patriota; die Andine Regionale Initiative; NAFTA; CAFTA-RD,
Freihandelsabkommen (TLC)”…
In Haiti wird mit Truppenverbänden der USA, Frankreich, Spanien, Kanada,
Uruguay, Argentinien, Chile, Brasilien und andern Ländern unter dem
Deckmantel der Vereinten Nationen interveniert (MINUSTAH,
Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen in Haiti). Die Grenze der
Dominikanischen Republik mit Haiti befindet sich praktisch unter Kontrolle
des Südkommandos des Pentagons. Überall in Lateinamerika existieren
heute nordamerikanische Militärbasen: Tres Esquinas, in Kolumbien;
Iquitos, in Peru; Manta, in Ekuador; Palmerola, in Honduras; Comalapa, in
El Salvador; Reina Beatriz, auf der Insel Aruba; Libería, in Costa Rica.;
Guantánamo in Cuba; eine Unterwasser-Überwachungsbasis von 200
Quadratmeilen in der Nähe von Viequez in Puerto Rico. All dies, ohne
weiter auf den unbeschränkten Zugang nordamerikanischer Soldaten auf
nationale Militärbasen wie in Kolumbien und kleinere Militärstationen in
Antigua, Peru und Bahamas einzugehen.
Diese Situation hat wichtige Widerstandsbewegungen hervorgerufen, die den
Bau weiterer Militärbasen verzögert haben: z.B. die am Dreiländereck
Argentinien, Brasilien und Paraguay oder die von Viequez in Puerto Rico,
die von den Gringos nach einer großen Volksbewegung verlassen wurde.
Der offizielle Grund für diese Interventionsapparate ist der Kampf gegen
den Drogenhandel und die Verteidigung der Demokratie. Trotzdem erkennen
einige nordamerikanische Kongressangehörige an, dass dieser komplexe
Apparat geschaffen wurde, um jedwede soziale, politische und aufständische
Bewegung zu ersticken, die die Entwicklung der Expansionspläne der
transnationalen imperialen Ökonomie verhindern könnte, wie zum Beispiel
die Freihandelszone der Amerikas ALCA.
Ein greifbarer Beweis dafür ist der Plan Kolumbien oder
„Anti-Rauschgiftplan”; militärische Komponente des ALCA und
Aneignungsstrategie des Amazonasgebietes, das von Brasilien, Venezuela,
Kolumbien, Peru und Ecuador geteilt wird. Er wurde von der
Clinton-Regierung geschaffen und seit 2000 von der Regierung Pastrana in
Kolumbien durchgesetzt.
Mit mehr als 2 Milliarden Dollar, 70 Hubschraubern, tausenden Uniformen,
Ausbildung, dem Abschluss von Subverträgen mit von Söldnern und
Finanzierung von fünf neuen Bataillonen wurde die Professionalisierung
von 52 000 Soldaten erreicht. Insgesamt etwa 320 000 Menschen sind mit
militärischen Verteidigungs- und Sicherheitsmaßnahmen betraut. Unter
diesen ausgebildeten Soldaten befinden sich die so genannten Paramilitärs,
die die interne Vertreibung von mehr als 3 Millionen Menschen zu
verantworten haben. Dies geschieht durch Bedrohungen, Massaker, gezielte
Ermordungen und Giftbesprühungen von Pflanzen, Wasser und Anwesen der
Bauern.
Die Gebiete, die vom kolumbianischen Staatsterrorismus besetzt sind, ein
Staat, der vom Imperium finanziert wird, sind nicht gerade die vom
Drogenhandel beherrschten Zonen, auch wenn sie sich nach den Einsätzen
dazu entwickeln. Das transnationale Kapital hat Interesse an diesen
Gebieten, weil sie Öl, verschiedene Mineralien –vor allem Gold und
Kohle-, oder Wasser haben und für Monokulturen geeignet sind.
Nicht nur das nordamerikanische Kapital profitiert von dieser humanitären
Krise. Auch europäische Unternehmen wie unter anderem Repsol, Nestle,
Fenosa, Siemens, Daimler Benz, MBB, Carl Zeiss, Dornier, Rotexchemie
Internacionale Handels GmbH, haben reichliche Vorteile auf Grund des in
Kolumbien herrschenden Faschismus. Ihre direkte Verbindung zu Straftaten
und schweren Menschenrechtsverletzungen in Lateinamerika, wie sie auf dem
Alternativen Gipfel in einem Volkstribunal denunziert und verurteilt
wurden, seien nur nebenbei erwähnt.
Aber diese Multis sind nicht allein, denn die Politik der Europäischen
Union verfolgt, in Bezug auf den internationalen Handel, die Interessen
der großen Konzerne.
Andererseits
stellt der klangvolle „Friedenskompromiss“ der Europäischen Union,
der bestimmte NGOs direkt finanziert, die andere Seite der Beherrschungspläne
dar. Er spielt eine wesentliche Rolle, indem er die Meinung aller Sektoren
über die politische Situation der Länder neutralisiert. Mit dem Kauf von
Bewusstsein und als Ablenkung, unterminiert er die Volkskämpfe und ihre
populärsten Forderungen; derweil schreitet die Privatisierung
unaufhaltsam voran.
Der
G8 ist nicht anderes als die enge Allianz zwischen den Falken und Geiern
der Welt, um den Kapitalismus voranzutreiben. Dabei werden die Interessen
makabrer Minderheiten verteidigt, die über die Zukunft des Planeten durch
Gesetze, Kriege, Vertreibung, Mord und die ideologische Neutralisierung
tausender Menschen etc. entscheiden.
In Unserem Amerika wurde eine revolutionäre Welle ausgelöst. Sie sucht
mithilfe der Erfahrung aus dem langen Zeitraum von Kolonisierungen,
Befreiungen, unvergleichlichen Helden (Zapata, Petion, Tupac Amarú, Bolívar,
Artigas, San Martín, la Gaitana, Guicaipuro, Villa, Lame, Caamaño, el
Che Guevara, Prestes, Castro, Arenas…) und kontinuierlichen Widerständen
Alternativen zum Aufbau einer anderen -möglichen und notwendigen- Welt
und damit eine definitive Unabhängigkeit.
Im Gegensatz zur ALCA (Amerikanische Freihandelszone), die den Interessen
des internationalen Kapitals dient und die absolute Liberalisierung des
Handels von Gütern und Dienstleistungen und der Investitionen verfolgt,
sind auf unserem Kontinent aus den bolivarischen Ideen entstandene Vorschläge
wie die ALBA (Alternativa Bolivariana para las Américas y el Caribe /
Bolivarische Alternative für die Amerikas und die Karibik)
hervorgegangen. Sie ist keinem hegemonischem Zentrum unterworfen und
beabsichtigt einen gerechten Handel, einen ausgewogenen Austausch und die
Lösung der Probleme der verarmten Massen Lateinamerikas. Im Rahmen von
ALBA ist die Schaffung von Petro-América vorgesehen, das ein Öl-, Gas-
und Energieunternehmen werden soll, und von Ecuador, Brasilien, Peru,
Kolumbien, Bolivien und Venezuela gebildet wird.
Mit der Absicht, diese und andere Vorschläge und Notwendigkeiten (wie den
FHI, Internationaler Humanitätsfond) voranzubringen, integrierte sich
Venezuela im Juli 2006 offiziell im Mercosur (zusammengesetzt aus
Argentinien, Brasilien, Uruguay und Paraguay). Dort skizzierte Venezuela
die Notwendigkeit, einen Vereinigungsprozess der Völker Unseres Amerikas
möglich zu machen, welchen unsere Geschichte einfordert.
Die Bolivarische Republik Venezuela hat unter Führung von Chavez die
Fahnen von Simón Bolívar wieder aufgenommen. Sie begann einen revolutionären
Prozess sui generis, der mit der Nationalisierung des Öls, der
Agrarreform und dem Aufbau von „Missionen“ startete, die das
Lebensniveau des venezolanischen Volkes verbessern sollen. Es wird
versucht, lebenswichtige Problematiken wie u.a. Gesundheit, Erziehung und
Ernährung zu lösen.
Bei vielen Gelegenheiten hat Chávez angemerkt, dass das Projekt
Venezuelas nur sozialistisch sein kann. Er hat nochmals die Gültigkeit
und Notwendigkeit des Sozialismus als Antwort auf das eklatante Scheitern
des Kapitalismus bezüglich der großen Probleme der Menschheit in die
Debatte geworfen. Gleichzeitig mit dem revolutionären Prozess bereitet
sich Venezuela auf die vom US-Imperialismus fleißig vorangetriebene
Aggression vor. Dieser benutzt und stärkt dazu den Faschismus in
Kolumbien und seinen paramilitärischen Drogenpräsidenten Alvaro Uribe Vélez,
AUV.
Kolumbien
war jahrelang Protagonist des (mutigen/tapferen) Widerstandes und Kampfes.
Auch wenn dieses Land immer noch die Speerspitze für eine Intervention in
ganz Amerika ist, findet in ihm ein hoch organisierter Aufstand statt.
Unter den Kräften des Aufstands befindet sich die älteste Guerilla des
Kontinents, die Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia – Ejército
del Pueblo, FARC-EP [Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens – Armee des
Volkes].
Unter den Fahnen von Bolívar, Marx und Lenin haben sie sich zu einer
wirklichen Volksarmee entwickelt. In mehr als 42 Jahren einer
interessanten Machtausübung haben sie mehrfach Möglichkeiten abgesteckt,
um Konflikte und Probleme, wie den Drogenhandel, zu überwinden – ein
Projekt wirklichen Friedens mit sozialer Gerechtigkeit und
Volksbeteiligung.
Sie sind außerdem Teil der oben erwähnten lateinamerikanischen
Entwicklung und spiegeln diese revolutionäre Welle wider. Sie sind auch
die Umorientierung der Wählerschaft nach links oder Mitte-links, womit
dem neoliberalen Projekt eine deutliche Absage erteilt wird; sie sind auch
das Anwachsen linker Basisorganisationen; die Rückkehr der Aufstände;
sie sind ein Teil der unzähligen Demonstrationen, Streiks, Proteste; das
Erstarken der Volksbewegungen; die Organisationen der Indigenen, Frauen,
Menschen afrikanischen Ursprungs, Studenten, Bauern, Menschenrechtler,
Gewerkschaften, Parteien und Kollektive, die sich unter vereinigenden
Vorstellungen koordinieren. Sie wollen ein neues Projekt schaffen, das
kreativ, vielseitig und zutiefst demokratisch sein soll.
Diese Koordinierung will gemeinsame Punkte aufzeigen und damit die Überwindung
alter Streitigkeiten erreichen. Die Wichtigkeit aller Kampfformen und des
Beitrags, den jede Organisationsform leisten kann, die in der Eroberung
der Interessen der Bevölkerung vorankommt, wird anerkannt.
Die Einheit ist tatsächlich der wichtigste Aspekt für das, was heute in
Amerika entsteht: Sie ist das Vermächtnis von Bolívar und anderen
Denkern und Freiheitshelden; sie ist das Vermächtnis einer starken
indigenen Komponente und ihrer starken Verbindung mit dem Leben und der
Erde; sie ist das Vermächtnis großer Denker der Menschheit wie Marx, der
die Unterdrückten der Welt zur Einheit aufrief. Sie ist die strategische
Alternative, die nur möglich ist durch die Solidarität, die Souveränität
und den Wohlstand all unserer Völker.
Wir rufen heute diese große internationale Bewegung zur Einheit auf, um
den Imperialismus zu beseitigen. Der Kapitalismus bringt nur Elend und Tod
hervor und seine Spitzenvertreter werden sich beim Gipfel der G8 treffen,
der unter dem rhetorischen Deckmantel der Entwicklung der Menschheit
stattfinden wird.
Wir schließen uns von Unserem Amerika , im Rahmen der Kampagne „Kein
einziger Yankee-Soldat in Lateinamerika und der Karibik und der Welt“
der großen Anti-G8-Mobilisierung und der Debatte über Alternativen zum
Kapitalismus an. Wir rufen alle revolutionären Organisationen des
Kontinents dazu auf, an diesem wichtigen Prozess teilzunehmen und
verschiedene Vorbereitungsaktivitäten zu koordinieren, vorzuschlagen und
auch an ihren Orten durchzuführen. Der Gipfel wird 2007 in Heiligendamm,
BRD, durchgeführt.
Für die Freiheit, die Souveränität und das Wohlergehen aller unterdrückten
Völker der Welt, Einheit und Revolutionären Kampf.
Comité Ejecutivo
Coordinadora Continental Bolivariana CCB
Denn
in Bolívar finden wir uns alle wieder
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