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Wir hören von unseren kapitalistischen Medien nur das Geschwätz der Obamas und der Merkels. Aber diesen wichtigen Beitrag zur Frage des Klimawandels aus Venezuela, unterschlagen die kapitalistischen Medien. Kommunisten-online bringt hier die Rede des Präsidenten von Venezuela, der den Herrschenden der kapitalistischen Ländern seine ungeschminkte Meinung sagte.

Vorbemerkung Roter Webmaster

„Die Ursache ist ohne Zweifel, und ich komme auf das Thema all dieses katastrophalen Panoramas zurück, das zerstörerische Stoffwechselsystem des Kapitals und sein fleischgewordenes Modell: der Kapitalismus.“

Rede des Präsidenten Hugo Chávez Frías in Kopenhagen

„LASST UNS DAS SYSTEM VERÄNDERN UND SO DEN PLANETEN RETTEN“

übersetzt von Jens-Torsten Bohlke, Brüssel

auf Kommunisten-online am 20. Dezember 2009

Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Exzellenzen! Freundinnen und Freunde!

Ich verspreche Ihnen, dass ich nicht mehr von dem weiter reden werde, von dem ich an diesem Nachmittag hier gesprochen habe. Gestatten Sie mir eine einleitende Bemerkung, die ich gerne als Teil des vorangegangenen Punktes gemacht hätte, der von der Delegation aus Brasilien, aus China, aus Indien, Bolivien ausgeführt wurde. Wir waren gerade dabei gewesen, um das Wort zu bitten, aber es war nicht möglich, das Wort zu ergreifen. Die Vertreterin Boliviens sprach meinen Gruß ganz richtig an den Genossen Präsidenten Evo Morales aus, der dort drüben ist, der Präsident der Republik Bolivien.

(Beifall der Anwesenden)

Sie sagte unter anderem folgendes. Nehmen Sie es hiermit zur Kenntnis. Sie sagte: Der vorgelegte Text ist nicht demokratisch, er bezieht uns nicht ein.

Ich war kaum angekommen, und wir saßen da, als wir die Vorsitzende der vorangegangenen Sitzung sagen hörten, dass ein Dokument kommen würde, welches jedoch niemand kennt. Ich habe nach dem Dokument gefragt. Wir haben es noch nicht. Ich glaube, dass niemand von diesem top secret - Dokument weiß.[1]

Jetzt hat die bolivianische Genossin es richtig ausgesprochen. Es ist nicht demokratisch, es bezieht uns nicht ein. Jetzt, meine Damen, meine Herren!

Ist nicht vielleicht dies genau die Wirklichkeit auf dieser Welt?

Sind wir vielleicht in einer demokratischen Welt? Ist das Weltsystem vielleicht uns einbeziehend?

Können wir etwas Demokratisches, uns Einbeziehendes vom gegenwärtigen Weltsystem erwarten?

Wir erleben auf diesem Planeten eine imperiale Diktatur. Und von hier aus prangern wir sie weiterhin an. Nieder mit der imperialen Diktatur! Und auf dass die Völker und die Demokratie und die Gleichheit auf diesem Planeten hochleben![2]

(Beifall der Anwesenden)

Und was wir hier sehen ist die Widerspiegelung davon: Ausschluss.

Es gibt eine Gruppe von Ländern, die sich gegenüber uns aus dem Süden, uns aus der dritten Welt für überlegen halten. Uns, den Unterentwickelten, oder wie es der großartige Freund Eduardo Galeano sagt: Uns, den niedergewalzten Ländern, wie durch einen Zug, der uns in der Geschichte überrollt hat.

Daher befremdet uns dies nicht. Wir sind nicht befremdet. Es gibt keine Demokratie in der Welt. Und hier stehen wir ein weiteres Mal einem mächtigen Zeugnis der weltweiten imperialen Diktatur gegenüber. Dann standen dort zwei junge Leute auf. Zum Glück sind die Ordnungshüter verhältnismäßig gewesen. Irgendein Stoß dort entlang, und sie machten mit. Nein? Dort draußen sind viele Leute. Wissen Sie das? Natürlich passen sie nicht in diesen Salon, es sind viele Leute. Ich habe in der Presse gelesen, dass es einige Festnahmen gegeben hat, einige große Proteste. Hier in den Straßen von Kopenhagen. Und ich möchte all diese Menschen grüßen, die da draußen sind. In der Mehrheit sind es Jugendliche.[3]

(Beifall der Anwesenden)

Natürlich sind das besorgte Jugendliche. Ich glaube, dass sie mit Grund viel mehr als wir um die Zukunft der Welt besorgt sind. Wir hier in der hier versammelten Mehrzahl haben schon die Sonne im Rücken. Sie haben die Sonne vor sich und sind sehr besorgt.

Man könnte sagen: Herr Vorsitzender, ein Gespenst geht um in Kopenhagen. In Anlehnung an Karl Marx, den großartigen Karl Marx. Ein Gespenst geht um in den Straßen von Kopenhagen. Und ich glaube, dass dieses Gespenst ruhig durch diesen Saal wandert, unter uns. Es wandelt durch die Gänge, geht hinaus nach unten, kommt herauf. Dieses Gespenst ist ein grauenhaftes Gespenst. Beinahe niemand will es benennen: Der Kapitalismus ist das Gespenst. Beinahe niemand will es benennen.[4]

(Beifall der Anwesenden)

Das ist der Kapitalismus. Es brüllen die Völker. Da draußen hört man sie.

Ich las einige in den Straßen gemalte Parolen. Und ich glaube, dass diese Parolen dieser Jugendlichen, einige davon hörte ich, als der junge Mann dort raus ging und die junge Frau da entlang. Das sind zwei, von denen ich Kenntnis nahm. Man hört unter anderen zwei starken Losungen. Eine: Verändert nicht das Klima, verändert das System.[5]

(Beifall der Anwesenden)

Und ich greife sie auf für uns.

Verändern wir nicht das Klima. Verändern wir das System!

Und als Ergebnis werden wir beginnen, den Planeten zu retten. Der Kapitalismus, das zerstörerische Entwicklungsmodell, macht Schluss mit dem Leben. Er droht, endgültig der Gattung Mensch ein Ende zu bereiten.[6]

Und die andere Losung ruft zum Nachdenken auf. Sehr passend zur Bankenkrise, die die Welt ereilte und noch auf sie einschlägt. Und zur Form, wie die Länder des reichen Nordens den Bankiers und den Großbanken halfen. Allein für die USA, gut, ist die Zahl verloren gegangen, denn sie ist astronomisch. Um Banken zu retten. Sie sagen in den Straßen das Folgende: Wenn das Klima eine Bank wäre, hätten sie es schon gerettet.

(Beifall der Anwesenden)

Und ich glaube, dass das wahr ist. Wenn das Klima eine kapitalistische Bank von den größten Banken wäre, dann hätten die reichen Regierungen es schon gerettet.[7]

Ich glaube, dass Obama nicht angekommen ist. Er erhielt den Friedensnobelpreis beinahe am gleichen Tage, an dem er 30.000 Soldaten mehr zum Töten Unschuldiger nach Afghanistan schickte. Und jetzt kommt er, sich hier mit dem Friedensnobelpreis vorzustellen. Der Präsident der USA.

Aber die USA haben das Maschinchen, Scheine zu drucken, Dollars herzustellen. Und sie haben gerettet … gut, sie glauben, die Banken und das kapitalistische System gerettet zu haben.

Gut, dies als Bemerkung am Rande, die ich machen wollte. Wir haben gerade die Hand gehoben, um Brasilien, Indien, Bolivien, China in ihrer interessanten Position zu begleiten, welche Venezuela und die Länder des Bolivarischen Bündnisses teilen, und zwar nachdrücklich. Aber gut, sie gaben uns nicht das Wort, so dass man mir diese Minuten bitte nicht anrechnen möge, Vorsitzende.

(Beifall der Anwesenden)

Passen Sie da mal auf. Ich kannte und hatte das Vergnügen, diesen französischen Schriftsteller Hervé Kempf zu kennen. Ich empfehle dieses Buch. Ich empfehle es. Das gibt es in spanischer Sprache. Hier ist Hervé, auch in französischer, sicherlich in englischer Sprache. Wie die Reichen den Planet zerstören. Hervé Kempf: Wie die Reichen den Planet zerstören. Darum sagte Christus: Eher kommt ein Kamel durch ein Nadelöhr als ein Reicher in das Himmelreich. Dies sagte Christus, unser Herr.

(Beifall der Anwesenden)

Die Reichen sind dabei, den Planeten zu zerstören.

Werden sie daran denken, nach einem anderen Planeten zu gehen, wenn sie diesen zerstören?

Werden sie Pläne haben, zu einem anderen Planeten zu gelangen?

Bis jetzt sieht man keinen am Horizont der Galaxis.

Gerade ist dieses Buch bei mir angekommen. Mir hat es Ignacio Ramonet geschenkt, der auch hier in diesem Saal ist. Und am Ende des Vorwortes oder der Einleitung steht eine sehr wichtige Aussage. Kempf sagt folgendes. Ich lese: „Wir werden den materiellen Verbrauch auf Weltniveau nicht vermindern können, wenn wir es nicht schaffen, dass die Mächtigen ein paar Stufen herunterkommen, und wenn wir die Ungleichheit nicht bekämpfen. Es ist notwendig, dass wir dem so nützlichen ökologistischen Grundsatzes Global Denken und Lokal Handeln in der Stunde der Bewusstwerdung den Grundsatz hinzufügen, welchen die Lage erfordert: weniger verbrauchen und mehr teilen“.

Ich glaube, dass ist ein guter Rat, den uns dieser französische Schriftsteller Hervé Kempf gibt.

(Beifall der Anwesenden)

Jetzt ist gut, Herr Vorsitzender, der Klimawechsel ist zweifellos das verheerendste Umweltproblem des gegenwärtigen Jahrhunderts. Überschwemmungen, Dürren, schwere Unwetter, Hurrikane, Gletscherschmelzungen, Erhöhungen des Meeresspiegels, Versäuerung der Ozeane und Hitzewellen. All dies verschlimmert das Ausmaß der weltweiten Krisen, die uns geißeln.

Das gegenwärtige Handeln der Menschheit überschreitet die Schwellen des Haltbaren und bringt das Leben auf dem Planeten in Gefahr, aber auch in dieser Hinsicht sind wir sehr ungleich.

Ich möchte erinnern: Die 500 Millionen reichsten Menschen, 500 Millionen, - das ist 7%, 7%, 7% der Weltbevölkerung. Diese 7% sind verantwortlich. Diese 500 Millionen reichsten Menschen sind verantwortlich für 50% der Schadstoff-Emissionen. Demgegenüber sind die 50% der ärmsten Menschen nur für 7% der Schadstoff-Emissionen verantwortlich.[8] Darum ruft es in mir Beachtung hervor und ist ein wenig merkwürdig, hier die USA und China auf gleicher Ebene zu nennen. Die USA haben vielleicht mal gerade 300 Millionen Einwohner.

China hat fast 5-mal mehr Bevölkerung als die USA.

Die USA verbrauchen mehr als 20 Millionen Barrel täglich an Erdöl. China kommt nur auf 5,6 Millionen Barrel täglich beim Verbrauch von Erdöl. Man kann nicht dasselbe von den USA und China fordern.

Es gibt hier Themen, die diskutiert werden müssen. Hoffentlich können wir Chefs von Staaten und Regierungen uns zusammensetzen und mit der Wahrheit diskutieren, mit der Wahrheit über diese Themen.

Des Weiteren, Herr Vorsitzender, sind 60% der Ökosysteme des Planeten beschädigt, 20% der Erdoberfläche ist in Mitleidenschaft gezogen. Wir sind unwiderlegbare Zeugen der Waldvernichtung, der Umwandlung ganzer Landstriche, der Versteppung, der Veränderungen des Süßwassersystems, der Überausbeutung der Meeresressourcen, der Verschmutzung und des Verlustes der biologischen Vielfalt geworden.

Die überzogene Bewirtschaftung des Erdbodens übersteigt um 30% die Fähigkeit, ihn zu regenerieren. Der Planet verliert derzeit, was die Techniker die Fähigkeit zur Selbstregulierung nennen. Dies verliert der Planet gerade. An jedem Tag kommt es zu weiteren Abraumhalden aus dem, was sich verarbeiten lässt. Das Überleben unserer Gattung hämmert im Bewusstsein der Menschheit. Trotz der Dringlichkeit sind zwei Jahre voller Verhandlungen vergangen, um eine zweite Periode der Kompromisse unter dem Kyoto-Protokoll abzuschließen. Und wir nehmen an diesem Termin ohne wirkliche und bedeutende Übereinkunft teil.

Und richtig, zum Text der Erklärung, die da aus dem nichts kommt, wie einige es nennen, sagt der chinesische Vertreter und sagt Venezuela und sagen die Länder der ALBA, des Bolivarischen Bündnisses, - wir sagen und sagten bereits, dass wir keinem anderen Erklärungswortlaut zustimmen werden als dem, der von den Arbeitsgruppen des Kyoto-Protokolls und der Konvention kommt. Dies sind die rechtmäßigen Textwortlaute, die mit so viel Intensität in diesen Jahren ausdiskutiert worden sind.

(Beifall der Anwesenden)

Und in diesen letzten Stunden glaube ich, dass sie nicht geschlafen haben, außer nicht zu Mittag gegessen zu haben. Mir erscheint es nicht logisch, dass jetzt ein Dokument aus dem Nichts kommt, wie sie sagen.

Das wissenschaftlich gestützte Ziel der Verminderung des Ausstoßes der Treibhausgase und Erzielung einer Übereinkunft zur langfristigen Zusammenarbeit bei vollem Lichte erscheint heute zu dieser Stunde jetzt gescheitert zu sein.

Der Grund, welcher ist es? Wir haben keinen Zweifel.

Der Grund ist die verantwortungslose Haltung und das Ausbleiben politischen Willens bei den mächtigsten Ländern des Planeten. Niemand fühle sich angegriffen. Ich greife auf den großartigen José Gervasio Artigas zurück, der sagte: „Mit der Wahrheit greife ich weder an, noch fürchte ich.“ Aber in Wahrheit ist es eine verantwortungslose Haltung aus Aufgeboten, aus Gegenaufgeboten, aus Ausschluss, aus elitärem Führen bei einem Problem, welches alle betrifft, und welches wir nur alle werden lösen können.[9]

Der politische Extremkonservatismus und der Egoismus der Großverbraucher, der reichsten Länder, deuten hin auf eine hohe Unsensibilität und das Ausbleiben von Solidarität mit den Ärmsten, mit den Hungernden, mit den Schwächsten, mit den Krankheiten, mit den Naturkatastrophen. Herr Präsident, unentbehrlich ist ein neues und einheitliches Abkommen, welches anwendbar ist auf absolut ungleiche Partner im Umfang ihrer Beiträge und wirtschaftlichen, finanziellen und technologischen Fähigkeiten. Und welches auf die uneingeschränkte Beachtung der in der Konvention enthaltenen Grundsätze gegründet ist.

Die entwickelten Länder müssen engverknüpfte, klare und konkrete Vereinbarungen zur wesentlichen Verringerung ihrer Emissionen eingehen und Verpflichtungen zur finanziellen und technologischen Hilfe für die armen Länder übernehmen, um den zerstörerischen Gefahren aus dem Klimawechsel zu begegnen. In dieser Hinsicht muss die Besonderheit der Inselstaaten und der wenig entwickelten Länder voll anerkannt werden.

Herr Vorsitzender, der Klimawechsel ist nicht das einzige Problem, welches heute die Menschheit in Mitleidenschaft zieht. Andere Übel und Ungerechtigkeiten geißeln uns. Die Kluft, welche die reichen und armen Länder trennt, hat nicht zu wachsen aufgehört, trotz aller Ziele des Jahrtausends. Der Finanzgipfel von Monterrey, alle diese Finanzgipfel, wie es der Präsident von Senegal beim Anprangern einer großen Wahrheit voller Versprechen und unerfüllter Versprechen sagte, setzen ihren zerstörerischen Marsch fort.

Das Gesamteinkommen der 500 reichsten Menschen der Welt ist höher als das Einkommen der 416 Millionen ärmsten Menschen, der 2,8 Milliarden Menschen, die in Armut leben, mit weniger als zwei Dollar pro Tag, und die 40% der Erdbevölkerung mit nur 5% des weltweiten Einkommens vertreten.[10]

Heute sterben jährlich ca. 9,2 Millionen Kinder vor dem 5. Lebensjahr. Und 99% dieser Todesfälle ereignen sich in den ärmsten Ländern.

Die Kindersterblichkeit beträgt 47 Tote auf 1000 Lebendgeborene. Aber sie liegt bei nur 5 pro Tausend in den reichen Ländern. Die Lebenserwartung auf dem Planeten beträgt 67 Jahre. In den reichen Ländern sind es 79 Jahre, in einigen armen Ländern lediglich 40 Jahre.

Außerdem gibt es 1,1 Milliarden Menschen ohne Zugang zu Trinkwasser. Es gibt 2,6 Milliarden Menschen ohne gesundheitliche Betreuung. Über 800 Millionen Menschen sind Analphabeten. Und 1,2 Milliarden Menschen hungern. Das ist der Zustand der Welt.[11]

Jetzt zur Ursache, - welches ist die Ursache?

Sprechen wir von der Ursache. Umgehen wir nicht die Verantwortlichkeiten. Lassen wir nicht die Tiefe dieses Problems außer acht. Die Ursache ist ohne Zweifel, und ich komme auf das Thema all dieses katastrophalen Panoramas zurück, das zerstörerische Stoffwechselsystem des Kapitals und sein fleischgewordenes Modell: der Kapitalismus.

Hierzu gibt es ein Zitat. Und ich möchte es Ihnen kurz vorlesen, von diesem großartigen Befreiungstheologen Leonardo Boff, der wie wir wissen, Brasilianer ist, aus unserem Amerika. Leonardo Boff sagt über dieses Thema:

„Welches ist die Ursache? Ah, die Ursache ist der Traum, die Freude über die materielle Anhäufung und den Fortschritt ohne Ende zu suchen, dafür die Wissenschaft und die Technik zu benutzen, mit denen man unbegrenzt alle Ressourcen der Erde ausbeuten kann.“ Und er zitiert hier Charles Darwin und seine „Natürliche Auslese“ mit dem Überleben der Stärksten. Aber wir wissen, dass die Stärksten auf der Asche der Schwächsten überleben.

Jean Jacques Rousseau muss man stets in Erinnerung haben. Er sagte jenes: „Zwischen dem Starken und dem Schwachen unterdrückt die Freiheit.“ Darum spricht das Imperium von Freiheit. Das ist die Freiheit zur Unterdrückung. Um einzumarschieren, um zu morden, um niederzumachen, um auszubeuten. Dies ist seine Freiheit. Und Rousseau fügt den errettenden Satz hinzu: „Nur das Gesetz erlöst.“

Es gibt einige Länder, die vorspielen, dass es hier kein Dokument gibt. Weil sie konkret kein Gesetz wollen. Sie wollen keine Norm. Denn das Nichtvorhandensein dieser Norm ermöglicht ihnen, ihre ausbeuterische Freiheit auszuspielen, ihre niederwalzende Freiheit auszuspielen.

Lasst uns eine Anstrengung machen! Lasst uns Druck machen! Hier und auf den Straßen! Damit hier ein Kompromiss rauskommt, ein Dokument rauskommt, welches die reichsten Länder der Erde in die Pflicht nimmt.

(Beifall der Anwesenden)

Gut, man fragt, Herr Vorsitzender, wegen Leonardo Boff. Haben Sie Leonardo Boff kennengelernt? Ich weiß nicht, ob Leonardo herkommen konnte. Ich habe ihn vor kurzem in Paraguay kennengelernt. Wir haben ihn immer gelesen.

Kann eine endliche Erde ein unendliches Vorhaben tragen? Der Leitgedanke des Kapitalismus, das unbegrenzte Wachstum, ist ein zerstörerisches Modell. Lasst uns dies akzeptieren.

Nachher fragt uns Boff: „Was sollen wir von Kopenhagen erwarten können?“ Allein dieses schlichte Eingeständnis: So, wie wir sind, können wir nicht weitermachen. Und eine einfache Absicht: Wir werden die Richtung ändern. Lasst uns das machen! Aber ohne Zynismus, ohne Lüge, ohne doppelte Tagesordnungen, ohne aus dem Nichts rauskommend Dokumente, mit der Wahrheit ganz vorne.

Wie lange, so fragen wir uns von Venezuela aus, Herr Vorsitzender, meine Damen und Herren, wie lange werden wir diese Ungerechtigkeiten und Ungleichheiten zulassen? Wie lange werden wir die derzeitige Weltwirtschaftsordnung und die geltenden Marktmechanismen tolerieren? Wie lange werden wir zulassen, dass große Epidemien wie HIV-AIDS ganze Bevölkerungen auslöschen? Wie lange werden wir zulassen, dass die Hungernden sich nicht ernähren können, nicht mal ihre eigenen Kinder ernähren können? Wie lange werden wir zulassen, dass weiterhin Millionen Kinder an heilbaren Krankheiten sterben? Wie lange werden wir bewaffnete Auseinandersetzungen zulassen, die Millionen unschuldiger Menschen morden, nur damit sich die Mächtigen der Bodenschätze anderer Völker bemächtigen?

Lasst uns Schluss machen mit den Aggressionen und den Kriegen! Lasst uns Völker der Welt die Imperien bitten und jene bitten, die weiterhin die Welt beherrschen und uns unterwerfen wollen!

Keine weiteren imperialen Militärstützpunkte! Keine Staatsstreiche! Lasst uns eine gerechtere und gleich behandelnde wirtschaftliche und gesellschaftliche Ordnung aufbauen! Lasst uns die Armut abschaffen! Lasst uns unverzüglich die hohen Emissionswerte stoppen! Lasst uns die Umweltschädigung bremsen und die große Katastrophe des Klimawechsels vermeiden! Schließen wir uns zusammen im würdigen Ziel, alle freier und solidarischer zu sein![12]

Herr Vorsitzender, vor fast zwei Jahrhunderten hinterließ ein weltweit bedeutender Venezolaner, ein Befreier der Nationen und Vorläufer von Denkrichtungen der Nachwelt einen denkwürdigen Spruch voller Willenskraft: „Wenn sich die Natur widersetzt, werden wir gegen sie kämpfen und sie zu unserer Obhut machen…“ Das war Simon Bolívar, der Befreier.

Vom Bolivarischen Venezuela aus, wo an einem Tag wie heute ganz sicher vor 10 Jahren, genau 10 Jahren, wir die größte Klimatragödie unserer Geschichte erlebten. Die von Vargas so genannte Tragödie, von diesem Venezuela aus, dessen Revolution vorhat, die Gerechtigkeit für Venezuelas Volk herzustellen.

Dies ist nur möglich auf dem Weg des Sozialismus. Der Sozialismus, das andere Gespenst, von dem Karl Marx sprach. Dies läuft hier auch herum, aber es ist wie ein Gegengespenst. Der Sozialismus, das ist die Richtung, dies ist die Richtung für die Errettung des Planeten. Ich habe nicht den geringsten Zweifel daran. Und der Kapitalismus ist der Weg der Hölle, zur Zerstörung der Welt. Der Sozialismus, von diesem Venezuela aus, welches wegen dem Sozialismus den Bedrohungen des US-Imperiums gegenübersteht.[13]

Von den Ländern aus, die wir die ALBA bilden, als Bolivarisches Bündnis fordern wir, und das will ich mit Respekt, aber von meiner Seele im Namen vieler auf diesem Planeten fordern, - wir fordern von den Regierungen und den Völkern des Planeten, den Worten von Simon Bolívar, dem Befreier, zu folgen: Wenn die zerstörerische Natur des Kapitalismus sich widersetzt, dann lasst uns gegen diese Natur kämpfen und sie zu unserer Obhut werden lassen! Warten wir nicht mit den Händen im Schoße den Tod der Menschheit ab!

Die Geschichte ruft uns auf zum Zusammenschluss und zum Kampf.

Wenn der Kapitalismus sich widersetzt, dann sind wir verpflichtet, die Schlacht zu schlagen gegen den Kapitalismus und die Wege zur Errettung der Gattung Mensch aufzutun. Es ist an uns. Erheben wir die Fahnen von Christus, von Madoma, von der Gleichheit, der Liebe, der Gerechtigkeit, des Humanismus, des wahren und tiefsten Humanismus! Wenn wir das nicht tun, dann wird die schönste weltweite Schöpfung, das menschliche Wesen, verschwinden.[14]

Dieser Planet ist Milliarden Jahre alt. Und dieser Planet lebte Milliarden Jahre ohne uns, die Gattung Mensch. Das heißt, wir fehlen nicht, damit er existiert. Jetzt aber leben wir nicht ohne die Erde. Und wir zerstören derzeit die Pachamama, wie Evo sagt, wie unsere eingeborenen Brüder Südamerikas es sagen.

Zum Schluss, Herr Vorsitzender, um zum Ende zu kommen, lasst uns Fidel Castro zuhören, welcher sagte: „Eine Gattung ist in der Gefahr der Vernichtung, der Mensch.“

Lasst uns Rosa Luxemburg zuhören, welche sagte: „Sozialismus oder Barbarei.“

Lasst uns Christus, dem Erretter, zuhören, welcher sagte: „Selig seien die Armen, denn ihres wird sein das Himmelreich.“

Herr Vorsitzender, meine Damen und Herren, lassen Sie uns imstande sein, aus dieser Erde nicht das Grab der Menschheit zu machen, aus dieser Erde einen Himmel zu machen! Einen Himmel des Lebens, des Friedens, und des Friedens aus Brüderlichkeit für die ganze Menschheit, für die Gattung Mensch!

Herr Vorsitzender, meine Damen und Herren, recht vielen Dank und guten Appetit.

(Beifall der Anwesenden)

Quelle: http://www.pcv-venezuela.org/



[1]  Hervorhebung Redaktion k-online

[2]  Hervorhebung Redaktion k-online

[4]  Hervorhebung Redaktion k-online

[5]  Hervorhebung Redaktion k-online

[6]  Hervorhebung Redaktion k-online

[7]  Hervorhebung Redaktion k-online

[8]  Hervorhebung Redaktion k-online

[9]  Hervorhebung Redaktion k-online

[10]  Hervorhebung Redaktion k-online

[11]  Hervorhebung Redaktion k-online

[12]  Hervorhebung Redaktion k-online

[13]  Hervorhebung Redaktion k-online

[14]  Hervorhebung Redaktion k-online

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Gedanken des Genossen Fidel / 
17. Dezember 2009

DIE STUNDE DER WAHRHEIT

von Fidel Castro Ruz

übersetzt von Jens-Torsten Bohlke, Brüssel

Auf Kommunisten-online am 21. Dezember 2009 – 

 

Die Nachrichten, die aus der dänischen Hauptstadt kommen, widerspiegeln Chaos. Nachdem die Einladenden eine Veranstaltung mit Teilnahme von ca. 40.000 Menschen geplant haben, haben sie nicht das Format, ihr Wort einzulösen. Evo, der als erster der beiden teilnehmenden Präsidenten aus den ALBA-Mitgliedsländern anreiste, brachte volle Wahrheiten zum Ausdruck, die der Jahrtausendealte Kultur seiner Rasse eigen sind.

Er versicherte laut den Nachrichtenagenturen, dass er ein Mandat des bolivianischen Volkes hat, jede Vereinbarung zu blockieren, wenn die Abschlusserklärung nicht den Alternativen genügt. Er erklärte, dass der Klimawechsel nicht die Ursache, sondern die Wirkung ist. Dass wir in der Verpflichtung stehen, die Rechte der Mutter Erde gegenüber einem kapitalistischen Entwicklungsmodell zu verteidigen, die Kultur des Lebens gegenüber der Kultur des Todes zu verteidigen. Er sprach von der Klimaschuld, die die reichen Länder an die armen Länder zahlen müssen, und dass sie ihnen den geraubten atmosphärischen Raum zurückgeben müssen.

Er bewertete die bis zum Jahr 2012 angebotene Zahl von 10 Milliarden Dollar jährlich als lächerlich, denn in Wirklichkeit braucht es Hunderte von Milliarden Dollar jedes Jahr. Und er klagte die USA an, Trilliarden Dollar beim Exportieren des Terrorismus in den Irak und nach Afghanistan sowie für die Schaffung von Militärstützpunkten in Lateinamerika auszugeben.

Der Präsident der Bolivarischen Republik Venezuela sprach am 16. Dezember 2009 auf dem Klimagipfel um 8:40 Uhr kubanischer Zeit. Er hielt eine glänzende Rede, die mit starkem Beifall aufgenommen wurde. Seine Aussagen waren kurz und bündig.

Er lehnte ein von der dänischen Ministerin, die die Konferenz leitete, vorgeschlagenes Dokument ab und erklärte:

„... das ist ein Text, der aus dem Nichts kommt. Wir werden keinem anderen Erklärungswortlaut zustimmen als dem, der von den Arbeitsgruppen kommt. Dies sind die rechtmäßigen Textwortlaute, die in diesen zwei Jahren ausgehandelt worden sind“.

„Es gibt eine Gruppe von Ländern, die sich gegenüber uns aus dem Süden, uns aus der dritten Welt für überlegen halten...“

„Wir sind nicht befremdet. Es gibt keine Demokratie, wir stehen einer Diktatur gegenüber“.

„Ich las einige in den Straßen von den Jugendlichen gemalte Parolen... Eine: 'Verändert nicht das Klima, verändert das System!’... Die andere: 'Wenn das Klima eine Bank wäre, hätten sie es schon gerettet!'„

„Obama (...) erhielt den Friedensnobelpreis beinahe am gleichen Tage, an dem er 30.000 Soldaten mehr zum Töten Unschuldiger nach Afghanistan schickte.“

„Die Reichen sind dabei, den Planeten zu zerstören. Wird es so sein, dass sie zu einem anderen Planeten gehen, wenn sie diesen zerstören?“

„... Der Klimawechsel ist ohne Zweifel das schlimmste Umweltproblem dieses Jahrhunderts.“

„... Die USA haben vielleicht mal gerade 300 Millionen Einwohner.

China hat fast 5-mal mehr Bevölkerung als die USA. Die USA verbrauchen mehr als 20 Millionen Barrel täglich an Erdöl. China kommt nur auf 5,6 Millionen Barrel täglich beim Verbrauch von Erdöl. Man kann nicht dasselbe von den USA und China fordern.“

„Verminderung des Ausstoßes der Treibhausgase und Erzielung einer Übereinkunft zur langfristigen Zusammenarbeit (...) erscheint jetzt gescheitert zu sein.      Der Grund, welcher ist es? (...) die verantwortungslose Haltung und das Ausbleiben politischen Willens bei den mächtigsten Ländern des Planeten.“

„...Die Kluft, welche die reichen und armen Länder trennt, hat nicht zu wachsen aufgehört, trotz all dieser Gipfel und unerfüllten Versprechen, und die Welt setzt ihren zerstörerischen Marsch fort.“

„Das Gesamteinkommen der 500 reichsten Menschen der Welt ist höher als das Einkommen der 416 Millionen ärmsten Menschen.“

„Die Kindersterblichkeit beträgt 47 Tote auf 1000 Lebendgeborene. Aber sie liegt bei nur 5 pro Tausend in den reichen Ländern.“

„ …Wie lange werden wir zulassen, dass weiterhin Millionen Kinder an heilbaren Krankheiten sterben?“

„Es gibt 2,6 Milliarden Menschen ohne gesundheitliche Betreuung.“

„Der Brasilianer Leonardo Boff schrieb: ‚die Stärksten überleben auf der Asche der Schwächsten.‘„

„Jean Jacques Rousseau sagte: ‚Zwischen dem Starken und dem Schwachen unterdrückt die Freiheit. ‘ Darum spricht das Imperium von Freiheit. Das ist die Freiheit zur Unterdrückung. Um einzumarschieren, um zu morden, um niederzumachen, um auszubeuten. Dies ist seine Freiheit. Und Rousseau fügt den errettenden Satz hinzu: ‚Nur das Gesetz erlöst. ‘„

„Wie lange werden wir bewaffnete Auseinandersetzungen zulassen, die Millionen unschuldiger Menschen morden, nur damit sich die Mächtigen der Bodenschätze anderer Völker bemächtigen?“

„Vor fast zwei Jahrhunderten sagte ein weltweit bedeutender Venezolaner, Simón Bolívar: ‚Wenn sich die Natur widersetzt, werden wir gegen sie kämpfen und sie zu unserer Obhut machen…‘„

„Dieser Planet lebte Milliarden Jahre ohne uns, die Gattung Mensch. Das heißt, wir fehlen nicht, damit er existiert. Jetzt aber leben wir nicht ohne die Erde.“

Evo sprach am Donnerstagmorgen. Seine Rede wird ebenfalls unvergesslich sein.

„Ich möchte unseren Abscheu wegen der Desorganisation und der Verzögerungen zum Ausdruck bringen, welche auf dieser internationalen Veranstaltung vorhanden sind…“, sagte er voller Offenherzigkeit zu Beginn seiner Rede.

Seine grundlegenden Gedanken:

„Wenn wir fragen, was mit den Veranstaltern geschehen ist (…), sagen sie uns, dass dies die Vereinten Nationen sind. Wenn wir fragen, was mit den Vereinten Nationen geschehen ist, sagen sie uns, dass Dänemark der Veranstalter ist. Und wir wissen nicht mal, wer diese internationale Veranstaltung desorganisiert…“

„…ich bin sehr überrascht, denn sie behandeln nur die Folgen und nicht die Ursachen des Klimawechsels.”

„Wenn wir nicht feststellen, woher die Zerstörung der Umwelt kommt (…) werden wir sicherlich niemals dieses Problem lösen.”

„…es stehen zwei Kulturen zur Diskussion: die Kultur des Lebens und die Kultur des Todes. Die Kultur des Todes, das ist der Kapitalismus. Wir Ureinwohnervölker sagen, dass es das bessere Leben ist, das bessere Leben auf Kosten des Anderen.“

„…Der Andere wird ausgebeutet, die Bodenschätze werden geplündert, die Mutter Erde wird vergewaltigt, die Basisdienstleistungen werden privatisiert…“

„…gut zu leben heißt in Solidarität zu leben, in Gleichheit, in Ergänzung, in Gegenseitigkeit…“#

„Diese beiden Lebensformen, diese beiden Lebenskulturen stehen zur Diskussion, wenn wir vom Klimawechsel sprechen. Und wenn wir nicht entscheiden, welche die bessere Lebensform ist, werden wir sicherlich niemals das Thema lösen, weil wir Probleme in der Lebensweise haben: den Luxus, den Konsumwahn, was die Menschheit schädigt. Und weil wir nicht die Wahrheit in dieser Kategorie internationaler Veranstaltungen sagen wollen.“

„…in unserer Lebensform ist das Nichtlügen etwas Heiliges, und dies tun wir dort nicht.“

„...in der Verfassung steht ihr Gebot, das Unkraut-Gebot, Klage-Gebot: nicht stehlen, nicht lügen, nicht schwach werden.“

„…die Mutter Erde oder die Natur existiert und wird existieren ohne den Menschen.  Aber der Mensch kann nicht ohne den Planeten Erde leben. … und … darum ist es unsere Pflicht, das Recht der Mutter Erde zu verteidigen.“

„…ich grüße die Vereinten Nationen, die in diesem Jahr endlich den Internationalen Tag der Mutter Erde erklärt haben.”

„…die Mutter ist etwas Heiliges. Die Mutter ist unser Leben. Die Mutter vermietet man nicht. Man verkauft sie nicht und vergewaltigt sie nicht. Man muss sie respektieren.“

„Wir haben tiefgreifende Differenzen mit dem westlichen Modell. Und dies steht jetzt in diesem Moment hier zur Diskussion.“

„Wir sind in Europa. Sie wissen, dass viele bolivianische Familien, lateinamerikanische Familien nach Europa kommen. Warum kommen sie dorthin? Um ihre Lebensbedingungen zu verbessern. In Bolivien konnten sie 100, 200 Dollar im Monat verdienen. Aber jene Familie, diese Person kommt hierher, um einen europäischen Großvater oder eine europäische Großmutter zu pflegen und verdient monatlich 1000 Euro.“

„Dies sind die Ungleichheiten, die wir von Kontinent zu Kontinent haben. Und wir sind verpflichtet, darüber zu diskutieren, wie ein gewisses Gleichgewicht zu suchen ist, (…) wie wir diese tiefgreifenden Ungleichheiten von Familie zu Familie, von Land zu Land, und besonders von Kontinent zu Kontinent vermindern.“

„Wenn (…) unsere Schwestern und Brüder hierher kommen, um zu überleben oder ihre Lebensbedingungen zu verbessern, sind sie Ausgestoßene. Es gibt diese sogenannten Abschiebedokumente (…) Aber als die europäischen Großeltern vor einiger Zeit nach Lateinamerika kamen, waren sie niemals Ausgestoßene. Meine Familienangehörigen, meine Brüder kommen nicht hierher, um alles aufzukaufen oder Bergbau zu betreiben. Sie haben keine Tausende von Hektar Land, um Großgrundbesitzer zu sein. Damals gab es weder Visa noch Pässe, damit sie nach Abya Yala kamen, dem jetzt so genannten Amerika.“

„…wenn wir nicht das Recht der Mutter Erde anerkennen, dann werden wir vergeblich über 10 Milliarden, 100 Milliarden reden, was einen Angriff auf die Menschheit darstellt.”

„…die reichen Länder müssen alle Migranten aufnehmen, die vom Klimawechsel betroffen sind, und sie nicht in ihre Herkunftsländer zurückschicken, wie sie es jetzt in diesem Moment tun…”

„…unsere Verpflichtung ist die Rettung der gesamten Menschheit und nicht der Hälfte der Menschheit.”

„…die ALCA, Amerikas Freihandelszone, (…) ist keine Freihandelszone in beiden Amerikas, das ist eine freie Kolonisationszone in beiden Amerikas….“

Unter den Fragen, die Evo für eine weltweite Abstimmung über den Klimawechsel vorschlug, waren:

„…Sind Sie einverstanden, die Harmonie mit der Natur wiederherzustellen und die Rechte der Mutter Erde anzuerkennen…?”

„…Sind Sie einverstanden, dieses Modell des übermäßigen Konsums und der Verschwendung zu verändern, welches das kapitalistische System ist?“

„… Sind Sie einverstanden damit, dass die entwickelten Länder ihre Treibhausgas-Emissionen verringern und wiederumwandeln (reabsorbieren – J.T.Bohlke) …?

„… Sind Sie einverstanden, all das, was für die Kriege verbraucht wird, in einen übergeordneten Haushalt mit dem Ziel der Abwehr des Klimawechsels zu stecken?“

Bekanntlich wurde in der japanischen Stadt Kyoto im Jahre 1997 das Abkommen der Vereinten Nationen über den Klimawechsel unterzeichnet, was 38 Industriestaaten verpflichtete, ihre Treibhausgas-Emissionen auf eine bestimmte Prozentzahl im Vergleich zu 1990 zu vermindern. Die Länder der Europäischen Union verpflichteten sich zu einer Verminderung um 8%, und dies trat im Jahre 2005 in Kraft, als die Mehrzahl der Unterzeichnerländer dies schon ratifiziert hatten. George W. Bush, damals US-Präsident, und die USA sind der größte Ausstoßer von Treibhausgasen und verantwortlich für ein Viertel aller Treibhausgas-Emissionen, hat dieses Abkommen seit Mitte 2001 abgelehnt.

Die übrigen Mitgliedsländer der Vereinten Nationen kamen voran. Die Forschungszentren erledigten weiter ihre Arbeit. Es ist schon erwiesen, dass eine große Katastrophe unsere Gattung bedroht. Vielleicht wäre es das Schlimmste, dass der blinde Egoismus einer privilegierten und reichen Minderheit plant, die Last der erforderlichen Aufopferungen auf die enorme Mehrheit der Bewohner des Planten abzuwälzen.

Dieser Widerspruch widerspiegelt sich in Kopenhagen. Hier verteidigen derzeit Tausende von Menschen mit großer Festigkeit ihre Gesichtspunkte.

Die dänische Staatsgewalt wendet brutale Methoden an, um den Widerstand zu zerschlagen. Viele von denen, die protestieren, werden präventiv festgenommen. Ich unterhielt mich mit unserem Kanzler Bruno Rodríguez, der bei einer Solidaritätsveranstaltung in der Hauptstadt Kopenhagen zusammen mit Chávez, Evo, Lazo und anderen Vertretern der ALBA war. Ich fragte ihn, wen sie derzeit mit allem Hass der dänischen Polizei unterdrücken, die Arme verdrehen und wiederholt mit dem Schlagstock verprügeln. Er antwortete mir, dass es dänische Bürger und Bürger aus anderen europäischen Ländern sowie Angehörige von Massenorganisationen sind, die vom Gipfel eine wirkliche Lösung jetzt fordern, um dem Klimawechsel zu begegnen. Er sagte mir außerdem, dass um 24 Uhr die Diskussionen des Gipfels weitergehen werden. Als ich mit ihm sprach, war es schon Nacht in Dänemark. Der Zeitunterschied sind sechs Stunden.

Aus der dänischen Hauptstadt informierten unsere Genossen, dass es am Morgen des 18. Dezember 2009 am schlimmsten dort war. Um 10 Uhr früh sollte der UN-Gipfel für zwei Stunden ausgesetzt werden. Und der Chef der Regierung Dänemarks sollte ein Treffen mit 20 von ihm geladenen Staatschefs anberaumen, um mit Obama „globale Probleme“ zu diskutieren. So nennen sie die Beratung, deren Ziel ist, eine Vereinbarung über den Klimawechsel durchzusetzen.

Obwohl an der Beratung alle offiziellen Delegationen teilnehmen sollten, sollten nur „die Geladenen“ ihre Meinung äußern. Kein Chávez, kein Evo, natürlich, befinden sich unter denen, die ihre Meinung äußern können. Der Gedanke dabei ist, dass der hervorragende Nobelpreisträger seine vorgefertigte Rede hält, der vorgefasste Beschluss angenommen wird auf dieser Beratung, die Vereinbarung für Ende nächsten Jahres in Mexiko-City zu übermitteln. Den Massenorganisationen soll die Teilnahme nicht ermöglicht werden. Nach dieser Show im Hauptsaal der Veranstaltung soll der „Gipfel“ fortgesetzt werden bis zu seinem ruhmlosen Abschluss.

Als das Fernsehen die Bilder übertrug, konnte die Welt die in Kopenhagen angewandten faschistischen Methoden gegen die Menschen erkennen. In ihrer großen Mehrheit bildeten Jugendliche die unterdrückten Demonstrationszüge und gewannen die Solidarität der Völker.

Trotz ihrer Machenschaften ist für die Chefs des Imperiums die Stunde der Wahrheit gekommen. Ihre eigenen Verbündeten glauben immer weniger an sie. In Mexiko wie in Kopenhagen und in jedem anderen Land der Welt werden sie den wachsenden Widerstand der Völker vorfinden, die nicht die Hoffnung verloren haben, dass sie überleben.

Fidel Castro Ruz

17. Dezember 2009

18:46 Uhr

Quelle: http://www.pcv-venezuela.org/

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Kopenhagen:

Kommunisten mit an der Spitze der Proteste

KP DÄNEMARK BETEILIGT AN MASSENPROTESTEN

übersetzt von Jens-Torsten Bohlke, Brüssel

Caracas, 20. Dezember 2009, Tribuna Popular TP. – Die während des UN-Weltklimagipfels in Kopenhagen erfolgten Massenproteste forderten eine wirkliche Vereinbarung der imperialistischen Länder zur Rettung des Planeten. Eine Schlüsselrolle ganz vorn spielten dabei die Mitglieder der Dänischen Kommunistischen Partei und ihre internationalistische Einheitspolitik, was u.a. öffentlich auch vom venezolanischen Präsidenten Chávez begrüßt wurde.

Mit der gelösten Aufgabe, dass die Welt die Hauptverantwortlichen der Naturzerstörung erkennt, stellte die Dänische Kommunistische Partei die Losung auf: „Lasst uns nicht das Klima verändern, lasst uns das System verändern“. Dies mobilisierte große Massen an Bürgern aus aller Welt und die politisch gegen den Kapitalismus eintretenden Massenorganisationen.

Julie Malling Laursen, zuständige Genossin des Jugendsekretariats der Dänischen Kommunistischen Partei, wandte sich Tage zuvor an den Kongress der Kollektive der Jungkommunisten und sagte dort folgendes: „Unsere vorrangige Aufgabe ist jetzt der Gipfel über den Klimawechsel, den die Vereinten Nationen hier in Dänemark organisieren.“

„Der Gipfel ist sehr wichtig. Wir müssen jetzt handeln. Der Klimawechsel hat schon sehr schwerwiegende Folgen. Der Pol schmilzt ab, der Meeresspiegel steigt immer mehr, die Wüsten dehnen sich immer weiter aus. In den Inselstaaten sind immer mehr die ständigen Überflutungen und extremen Wetterverhältnisse zum Alltag geworden. In diesem Monat November fielen die Temperaturen in Dänemark erstmals in 150 Jahren unter die Grenze von 0 Grad Celsius.“

Genossin Malling erklärte auf dem Jugendkongress: „Fachleute in Weltklima sind sich allgemein einig darin, dass es wichtig ist, die Kohlendioxid-Emissionen wesentlich zu vermindern, um zu verhindern, dass der Klimawechsel außer Kontrolle gerät.“

Sie führte weiter aus: „Die reichen Länder mit den USA und der EU an der Spitze haben keine Absicht, was zu tun. Sie arbeiten nicht daran, ein verbindliches Abkommen über das Klima in Kopenhagen zu erreichen. Sie sind mehr daran interessiert, die Rentabilität des Bereiches und das Überleben zu gewährleisten.“ Damit klagte sie die reichen Länder an. „Ihre Antworten auf die Klimaprobleme sind marktbasierte Lösungen wie der Kohlendioxid-Quoten-Handel, wo dann die Großkonzerne Quoten kaufen können, um ihr Monopol auf Verschmutzung über Aktienanteile an den Emissionen fortzusetzen. Die Preise passen sich da der Logik des Marktes an. Und durch die Krise wird es die Großkonzerne auch nichts kosten.“

Die dänische Jungkommunistin entlarvte die Politik der dänischen Regierung: „Sie hat sehr negativ gegenüber dem Gipfel gehandelt. Anstatt auf ein verbindliches Abkommen hinzuarbeiten, hat unser Premierminister Lars Loekke Rasmussen beschlossen, der Politik der USA und der EU zu folgen.“

„Aber die Mehrheit der Länder, die sich in Kopenhagen versammeln, insbesondere die armen Länder aus Afrika und Lateinamerika, welche bereits den Übergang ihrer Gemeinschaften in eine nachhaltige Richtung derzeit durchsetzen, sind mit den Tausenden von Menschen einverstanden, die hier in Kopenhagen demonstrieren werden, um auf die Politiker Druck auszuüben. Die eine kollektive Position zur Notwendigkeit eines verbindlichen, nachhaltigen und alle einbeziehenden globalen Klima-Abkommens haben.“

Am Ende lud sie die Dänen ein, an den Demonstrationen teilzunehmen. Sie erklärte, dass die „Dänische Kommunistische Partei ihre Kräfte in einem Bündnis mit etlichen hunderten verschiedenen politischen Massenorganisationen aus Dänemark und aus dem Ausland vereint hat. Und zusammen werden wir am Sonnabend, dem 12. Dezember 2009, eine Großdemonstration veranstalten. Unsere Partei wird einen großen roten Block haben. Und natürlich seid Ihr alle willkommen, bei uns mitzumachen.“

„In letzter Zeit ist unsere Partei in der Klimafrage sehr aktiv gewesen. Wir haben gegen das kapitalistische System gehandelt, welches die Wirtschaftskrise wie auch die Klimawechselkrise hervorgebracht hat. Und wir sind für den Sozialismus als nachhaltige und alle einbeziehende Alternative eingetreten. Die Jugendlichen unserer Partei waren besonders aktiv. Wir haben eine landesweite Kampagne mit dem Namen „Klima vor Luxus“ gestartet, die große Begeisterung unter den anderen Jugendlichen hervorrief, die aktiv mit uns teilgenommen haben“, so Genossin Malling.

Quelle: http://www.pcv-venezuela.org/

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