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Kriegsfeminismus

Frauenkonferenz in Wien

Werner Pirker

Quelle: jungeWelt vom 1. Juni 2007

Women-Leaders-Konferenz für Frieden und Sicherheit in Nahost nennt sich die von der österreichischen Außenministerin Ursula Plassnik inszenierte Show, die am Mittwoch in Wien begann. Die prominentesten Teilnehmerinnen sind US-Außenministerin Condoleezza Rice und ihre israelische Amtskollegin Zipi Livni. Zwei entscheidende Akteurinnen der Aggressionsallianz gegen die Nahostvölker geben sich die Ehre, mit Geschlechtsgenossinnen aus der Krisenregion, unter ihnen die »First Lady« des Irak, Hero Talabani, und die Gattin des ägyptischen Diktators Mubarak, weibliche Friedensperspektiven zu erörtern. Als Ziel der Konferenz wurde angegeben, Frauen stärker in den Friedensprozeß einzubinden..

Rice und Livni sind bisher nirgendwo in einem Friedensprozeß eingebunden gewesen. Beide Frauen stehen im Gegenteil für die Kriegspolitik ihrer Länder. Als Präsidentenberaterin war Rice eine der vehementesten Befürworterinnen des Irak-Krieges, weshalb sie nach Bushs Wiederwahl auch an die Spitze des State Departments rückte. Livni war in vollem Ausmaß für die israelische Aggression gegen den Libanon mitverantwortlich und ging dazu erst auf Distanz, als deren Ziele verfehlt wurden. Das von der US-Außenministerin initiierte »Women’s Empowerment Network« verheißt eine Power, die die Vorherrschaft des Westens quasi feministisch begründet.

Die Führungsfrauen des Machtkartells suchen eine Frauenbewegung nach ihrem Vorbild zu schaffen und die doppelt unterdrückte weibliche Bevölkerung in dem in Abhängigkeit gehaltenen Teil der Welt in einen direkten Gegensatz zur nationalen Emanzipation zu bringen. Damit soll verdrängt werden, daß der Grad der Nichtgleichberechtigung der Frauen in einem direkten Zusammenhang mit dem Entwicklungsniveau der jeweiligen Gesellschaft steht, das wiederum von den imperialistischen Zentren bestimmt wird. Der Preis für die Demokratie in Israel ist das Fortbestehen von Diktaturen in den arabischen Ländern. Die Kehrseite der Frauenemanzipation in Israel sind die tradierten Verhältnisse in seiner arabischen Umgebung. Wo Frauen sich in den abhängigen Ländern Rechte erkämpft haben, geschah dies stets im Widerstand gegen die Fremdbestimmung. Die arabischen First Ladies indes, die nun in Wien mit Mrs. Rice »Frauendiplomatie« betreiben, haben lediglich das dämliche Vorurteil zu bedienen, daß alles besser wäre, würde weiblichen Impulsen mehr Beachtung geschenkt werden.

Das österreichische Außenministerium hat sich voll in den Dienst des US-»Frauennetzwerkes« gestellt und führenden Kriegstreiberinnen eine Friedensplattform geboten, die einzig die Unterwerfung anbietet. Auf »feministischer« Schiene fährt das neutrale Österreich in den Krieg.

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