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Liebe freundliche Bundeswehrsoldaten und die Kinderchen - wäre nicht im Hintergrund das Maschinengewehr (aus der Internetseite für Kinder des AA)

Kriegspropaganda für Kinder –

Lügen und Kriegshetze

Von Gerd Höhne

Kommunisten-online vom 27. Mai 2009 – Der liebe deutsche Landser ist wieder mal in aller Welt. Und wie schon seine Vorfahren in der Uniform des inzwischen mit Hilfe der Sowjetarmee zum Untergang gebrachten Reiches, bringt er aller Welt Wohltaten aus Deutschland.

So jedenfalls liest es sich bei der Internet-Seite für Kinder, von Steinmeier (Kanzler in Spe der SPD) geführten Auswärtigen Amt:

„Es gibt aber auch noch viele Probleme im Kosovo: die Wirtschaft muss weiter aufgebaut werden, Bestechung ist noch viel zu weit verbreitet, ebenso die organisierte Kriminalität.

Deshalb, sagt Steinmeier, ist es wichtig, dass die deutschen Soldaten im Kosovo bleiben. Es müssen nicht mehr so viele sein wie in der Vergangenheit – höchstens 3.500. Am 29. Mai stimmt der Bundestag darüber ab.“[1]

Steinmeiers Propagandachef vergisst aber zu schreiben, dass im Kosovo eine Regierung – vor allem Dank des Einreifens aus Berlin, an die Macht gebracht wurde, die aktiver Mafiosi sind. In der Vergangenheit – und Gegenwart – haben sie mittels Mord. Raub, Bestechung, Waffen- und Rauschgifthandel, Mädchen- und Frauenhandels zwecks Zwangsprostitution, sowie Korruption ihr Geld verdient. Wohl gemerkt: Mit Steinmeiers aktiver Hilfe ist diese Regierung im Kosovo an der Macht.

Die einheimische Bevölkerung verfügt nicht über das Geld, um in einen der extrem häufigen Bordelle im Kosovo zu gehen. Aber die Mitarbeiter internationaler Organisationen und die Soldaten – auch die der Bundeswehr – können sich die Liebesdienste der Prostituierten leisten. Sie sind die hauptsächlichen Kunden in den Puffs und die gehören der Mafia, die wiederum die Regierung stellt. Diese Mafia-Regierung verfügt über glänzende Kontakte nach Berlin zur Bundesregierung. Und die machen was gegen „ihre“ Quisling-Regierung?

Davon ist auf der Steinmeier-Homepage für Kinder nichts zu lesen.[2] Weil das nicht jugendfrei ist? Lügen aber sind es?

Oder über Afrika schreibt der Steinmeier-Goebbels: „Häufig müssen die Menschen in einem Kriegsgebiet auch Angst haben vor den Überfällen feindlicher Gruppen. Oder sie werden selbst dazu gezwungen, als Soldat zu kämpfen - sogar manchmal Kinder.“[3]

Verschwiegen wird, dass die deutsche Regierung mitmischt bei den Rebellentruppen im Kongo, die ganze Landstriche – vor allem die mit reichen Bodenschätzen – unter Terror setzen.

Die deutsche Regierung hat handfeste Interessen des deutschen Industrie- und Finanzkapitals im Sinn und nicht das der Menschen dort. Das geschieht auch mit Waffengewalt. Aber:

 „…Deutschland steht dabei zur Seite: Mehr Kinder sollen die Schule besuchen. Mehr Menschen sollen zum Arzt gehen können, wenn sie krank sind. Mehr Menschen sollen eine Arbeit haben, damit sie ihre Familie ernähren können. Und die Menschen sollen in Frieden leben.“ schreibt Steinmeiers Propaganda für Kinder ins Internet und bildet den SPD-Kanzler in spe grinsend mit afrikanischen Kindern ab.

„Am deutschen Wesen soll, die Welt genesen“, sagte weiland der Kaiser Wilhelm der Letzte und schickte seine Untertanen in den mörderischen 1. Weltkrieg. Der Kaiser war wenigstens so ehrlich, seine imperialen Interessen zu zugeben. Seine heutigen Nachfolger geben sich als Freunde der „Eingeborenen“ aus und verteilen an diese großzügig Geschenke. Steinmeier z.B. lässt sich ablichten, wie er kleinen „Mohrenkindern“ Fußbälle schenkt.

Vor einigen hundert Jahren schenkte man Afrikaner Glasperlen und verschleppte ssie dann in die Sklaverei nach Amerika. Heute sind Sklaven zu teuer, aber man will billig an die Bodenschätze der Afrikaner heran: Gold, Kupfer, Diamanten und seltene Metalle. Das hat Steinmeier im Sinn, nicht die Menschenrechte der Afrikaner und der anderen Völker – auch nicht die des deutschen Volkes.

G.A.



[1]  Siehe Homepage: kinder.diplo.de

[2]  Vergl: Frauenhandel im Kosovo: Deutsche Regierung und die Bundeswehr die Komplizen? Frauen- und Mädchen werden auf offener Straße in Autos gezerrt und in Bordelle verschleppt, Von Günter Ackermann/09. März 2008 siehe

Deutsche Kriegspropaganda –

Kindgerecht

BERLIN

german-foreign-policy vom  27.05.2009 – Mit einem eigens eingerichteten Internetportal verstärkt Berlin seine Kriegspropaganda gegenüber Kindern. Die vom Auswärtigen Amt erstellte Website hat bereits Eingang in Schulbücher und staatliche Bildungsangebote für Lehrer gefunden. Zentrale Themen sind die Operationen der Bundeswehr in Afghanistan, im Kosovo und vor der Küste Somalias. Diese werden analog traditioneller deutscher Kriegspropaganda als Reaktion auf Streitigkeiten zwischen verschiedenen „Völkern“ dargestellt. Ökonomische Konfliktursachen bleiben ebenso unerwähnt wie deutsche Expansionsinteressen und deutsches Großmachtstreben; vielmehr erscheinen die deutschen Streitkräfte als weltweit engagierte Friedensstifter. Die propagandistische Initiative des Außenministeriums korrespondiert mit dem Versuch der Bundeswehr-„Jugendoffiziere“, Kinder und Jugendliche systematisch als „Rekrutierungspotential“ für das Militär zu erschließen.

Für 10- bis 14-Jährige

Das mit aufwendiger PR-Begleitung im September letzten Jahres zum „Weltkindertag“ ans Netz gegangene Internetportal www.kinder.diplo.de rühmt sich, „mit einer kindgerechten Sprache“ über „politische Aufgaben und Entscheidungsprozesse“ der deutschen Außenpolitik aufzuklären. Wie das Auswärtige Amt mitteilt, seien 10- bis 14-Jährige die primäre „Zielgruppe“ seiner „Informations-Initiative“.[1] Behandelt werden auf der Website Themen wie „Umweltschutz“, „Sport“, „Kultur“, „Frieden“ und „Menschenrechte“. Dass in diesem Zusammenhang Militärpropaganda betrieben wird, ist zunächst nur an zwei Stellen erkennbar: Die auf dem „Dialogfeld“ zum Thema „Frieden“ abgebildete Friedenstaube trägt einen Stahlhelm; ein weiteres „Informationsangebot“ befasst sich mit „deutsche(n) Soldaten im Kosovo“.

Frieden stiften

Warum deutsche Besatzungssoldaten in der serbischen Provinz Kosovo stehen, wird auf www.kinder.diplo.de folgendermaßen erklärt: Nach dem Fall der „Mauer in Deutschland“ 1989 seien sich die „Völker in Mittel- und Osteuropa“ bewusst geworden, „dass sie mit dem Ende des Ost-West-Konflikts große Freiheit gewonnen hatten“ - „sogar die Freiheit, sich zu entscheiden, ob sie noch Teil des Staates sein wollten, in dem sie damals lebten“. Auch im Kosovo, so heißt es, „waren Ende der 90er Jahre immer mehr Menschen für eine Unabhängigkeit ihres Landes von Serbien“. Aus „Sorge, dass sich aus den Kämpfen um eine Unabhängigkeit des Kosovo eine humanitäre Katastrophe für die Bevölkerung entwickeln könnte“, habe dann die NATO mit deutscher Beteiligung zwischen März und Juni 1999 „Krieg gegen Serbien“ geführt. Die Besatzungstruppe KFOR „helfe“ seither dabei, „dass die verschiedenen Volksgruppen, die im Kosovo leben, friedlich miteinander umgehen“.[2] Mit Aussagen wie diesen schließt das Auswärtige Amt direkt an tradierte Argumentationsmuster deutscher Kriegspropaganda an, wie sie im Kaiserreich, aber auch zur NS-Zeit genutzt wurden: Das einstige Jugoslawien erscheint als „Völkergefängnis“, das um der Freiheit und Selbstbestimmung willen habe militärisch zerschlagen werden müssen.

Brunnen bohren

Auch im Fall Afghanistans wird das Motiv der Humanität als ursächlich für die militärischen Aktivitäten Deutschlands benannt. Dort, so heißt es, „helfen“ deutsche Soldaten „das Land zu sichern, damit andere Helfer Schulen und Straßen bauen, Brunnen bohren oder auch Lehrer und Polizisten ausbilden können“.[3] Der deutschen Ausstattungs- und Ausbildungshilfe für die afghanische Polizei ist auf www.kinder.diplo.de eigens ein längerer Beitrag gewidmet. Technische Unterstützung aus Deutschland sei notwendig, so wird erklärt, damit die Repressionsbehörden in Afghanistan für „Ruhe und Ordnung“ sorgen könnten.[4] Dass auch nach fast acht Jahren Besatzung Gewalt gegen Frauen und Mädchen in Afghanistan alltäglich ist und das Land hinsichtlich der Kindersterblichkeit einen weltweiten Spitzenplatz einnimmt, bleibt demgegenüber unerwähnt - Informationen wie diese könnten das positiv gezeichnete Bild von der militärischen „Entwicklungshilfe“ Deutschlands trüben.

Nahrung bewachen

Entsprechend wird der Einsatz der deutschen Kriegsmarine gegen Piraten vor der Küste Somalias vorrangig mit der Sorge um die notleidende Bevölkerung des ostafrikanischen Staates begründet. „Im Legoland“ oder „mit Playmobil“ Seeräuber zu spielen sei zwar „ganz lustig“, allerdings stellten Freibeuter „auch heute noch ein großes Problem“ dar, heißt es in typisch „kindgerechter“ Weise. Denn damit „Nahrungsmittel auf Schiffen“ nach Somalia gelangen können, sei es notwendig, dass „Soldaten vor der Küste (...) aufpassen, dass die Piraten nicht mehr wie bisher so leicht Beute machen können“. Die Verantwortung für die Piraterie am Horn von Afrika wird umstandslos der Gier einzelner Bevölkerungsteile zugeschrieben: Somalis würden zu Seeräubern, erklärt das Auswärtige Amt, „weil das eine Möglichkeit für sie ist, schnell Geld zu verdienen“ - „denn auf dem Meer vor Somalia ist mehr zu erbeuten als im Land selbst“.[5] Kein Wort verlieren die Autoren der Website darüber, dass die von europäischen Fangflotten verursachte Überfischung der somalischen Küstengewässer maßgeblich zur Verarmung der Einwohner beigetragen hat und aus diesem Grunde insbesondere Fischer - mangels anderer Verdienstmöglichkeiten - zu Freibeutern werden.

Anschaulich und motivierend

Das Internetportal www.kinder.diplo.de wird mittlerweile von zahlreichen deutschen Bildungsinstitutionen als Referenzlektüre angepriesen. Als unterrichtstauglich eingestuft wird die Website unter anderem vom „Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht“, der schulspezifischen Medienzentrale der deutschen Bundesländer, und vom „Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung“ (DIPF). Das „Amt für Lehrerbildung Hessen“ hält www.kinder.diplo.de ebenso für pädagogisch wertvoll wie das rheinland-pfälzische Erziehungsministerium. Der Ernst Klett Verlag, führender Produzent deutscher Schulbücher, verweist in der „Online-Ergänzung“ zu seinem Sozialkunde-Lehrbuch „Anstöße 1“ auf das Internetportal. Das Buch samt Anhang liefere „anschauliche Materialien und motivierende Einstiegsfragen“, um Schülern „sukzessive ein Problembewusstsein auch für komplexe Themen wie etwa Globalisierung und Ökologie“ zu vermitteln, heißt es.[6]

Akzeptanzwerbung

Die vom Auswärtigen Amt gegenüber Kindern lancierte Propaganda korrespondiert mit dem erklärten Bemühen der Bundeswehr, Kinder und Jugendliche „systematisch als Rekrutierungspotential zu erschließen“. Während bei entsprechenden Maßnahmen der „Jugendoffiziere“ des deutschen Militärs kindliche Technikbegeisterung und der Wunsch nach einem sicheren Arbeitsplatz für die Personalwerbung der Truppe instrumentalisiert werden (german-foreign-policy.com berichtete [7]), liefert die „Kinderseite“ des Außenministeriums neben umfassender Akzeptanzwerbung eine direkte Legitimation für die kriegerische Ausübung des Soldatenberufs.

[1] Regierung startet informatives Portal; dpa 20.09.2008

[2] Kosovo - Deutsche Soldaten sollen ein weiteres Jahr bleiben; www.kinder.diplo.de 15.05.2009

[3] Friede - Freude, Eierkuchen? www.kinder.diplo.de

[4] Der Polizei in Afghanistan helfen; www.kinder.diplo.de 29.01.2009

[5] Somalia: Kampf den Piraten; www.kinder.diplo.de 17.12.2008

[6] Anstöße 1; klett.de

[7] s. dazu Girls' Day, Zielgruppengerecht und Migranten an die Front

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