Die
Leiche des von israelischen Soldaten getöteten Bilal Achmed
Ghanan, 19 Jahre alt.
Offensichtlich
wurden ihm seine Organe entnommen
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Verbrechen
in Palästina:
UNSERE
WEGEN ORGANRAUB ERMORDETEN SÖHNE
von
Donald Boström
übersetzt
von Jens-Torsten Bohlke, Brüssel
Quelle:
„Aftonbladet“
vom 17. August 2009
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Verbrechen
in Palästina:
UNSERE
WEGEN ORGANRAUB ERMORDETEN SÖHNE
von
Donald Boström
übersetzt
von Jens-Torsten Bohlke, Brüssel
Quelle:
„Aftonbladet“
vom 17. August 2009
„Du
kannst mich einen Spielmacher, einen Matchmaker nennen“, sagte Levy
Izhak Rosenbaum aus Brooklyn/USA in einem geheim aufgezeichneten Gespräch
einem FBI-Agenten, von dem er glaubte, dass dieser FBI-Agent ein Kunde wäre.
Zehn Tage später, Ende Juli 2009, war Rosenbaum festgenommen und seine
gigantisch große Soprano ähnliche Verwicklung in Geldwäsche und
ungesetzlichen Organ-Handel flog auf.
Rosenbaums
Spielmacherei hatte nichts mit Liebesspiel und
Partnerschaftsanbahnungsagentur zu tun. Es ging da ausschließlich nur
um An- und Verkauf von Nieren aus Israel auf dem Schwarzmarkt. Rosenbaum
sagt, dass er die Nieren für 10.000 Dollar ankauft, welche von armen
Leuten stammen. Dann schafft er es, die Organe an verzweifelte Patienten
in den USA für 160.000 Dollar zu verkaufen.
Die
Anschuldigungen haben das Transplantationsgeschäft in den USA ins
Schleudern gebracht. Sind sie wahr, dann bedeutet dies, dass
Organschwarzhandel zum ersten Mal in den USA dokumentiert wird, so
Experten gegenüber der „New Jersey Real-Time News“.
Auf
die Frage, wie viele Organe er verkauft hat, erwidert Rosenbaum: „Eine
ganze Menge. Und ich bin da nie gescheitert“, brüstet er sich.
Das
Geschäft läuft bereits seit einiger Zeit. Francis Delmonici, Professor
für Transplantationschirurgie von der Harvard Universität und
Vorstandsmitglied der US-Nierenstiftung berichtet derselben Zeitung,
dass gesetzwidriger Organhandel ähnlich dem aus Israel
bekanntgewordenen auch in anderen Gegenden der Welt ebenso ausgeführt
wird. 5000-6000 Operationen jährlich und rund 10% der
Nierentransplantationen in der Welt werden laut Delmonici illegal ausgeführt.
Verdächtige
Herkunftsländer dieser Handlungen sind Pakistan, die Philippinen und
China, wo die Organe offenbar von hingerichteten Gefangenen entnommen
werden. Aber die Palästinenser hegen ebenfalls starke Verdachtsmomente
gegen Israel, junge Männer festzunehmen und sie als Organreserve des
Landes zu missbrauchen. Dies ist eine schwerwiegende Anschuldigung mit
genug Fragezeichen, die den Internationalen Gerichtshof veranlassen,
eine Untersuchung wegen möglicher Kriegsverbrechen einzuleiten.
Israel
hat wiederholt unter Feuer gestanden wegen seiner unethischen Wege des
Handels mit Organen und Transplantationsmaterial. Frankreich ist eines
jener Länder, die die Organ-Zusammenarbeit mit Israel in den 90er
Jahren eingestellt haben. Die „Jerusalem Post“ schrieb, dass „der
Rest der europäischen Länder Frankreichs Beispiel in Kürze folgt, so
wird erwartet.“
Die
Hälfte der bei Israelis transplantierten Nieren sind seit Beginn dieses
Jahrzehnts illegal aus der Türkei, Osteuropa oder Lateinamerika
angekauft worden. Israelische Gesundheitsbehörden haben genaue
Kenntnisse dieses Geschäfts. Sie unternehmen aber nichts, um es zu
stoppen. Auf einer Konferenz im Jahr 2003 wurde dargestellt, dass Israel
das einzige westliche Land mit einer medizinischen Professionalität
ist, welches den illegalen Organhandel nicht verurteilt. Das Land
ergreift keinerlei rechtliche Maßnahmen dagegen, dass Ärzte am
illegalen Geschäft teilnehmen. Im Gegenteil, leitende Ärzte aus
Israels größten Krankenhäusern sind in die meisten illegalen
Transplantationen involviert, so „Dagens Nyheter“ (vom 5. Dezember
2003).
Im
Sommer 1992 versuchte Israels damaliger Gesundheitsminister Ehud Olmert,
das Problem des Mangels an Organen dadurch zu beheben, dass er eine große
Kampagne startete, die darauf gerichtet war, die Israelis in öffentlichen
Registern für die postmortale Organspende zu erfassen. Eine halbe
Million Anzeigen wurden dafür in örtlichen Zeitungen geschaltet. Ehud
Olmert selbst zeichnete als erste Person bei dieser
Registrierungskampagne. Ein paar Wochen später berichtete die
„Jerusalem Post“, dass die Kampagne ein Erfolg war. Nicht weniger
als 35.000 Menschen hatten sich registrieren lassen. Ohne jene Kampagne
wäre mit 500 Menschen in einem normalen Monat zu rechnen gewesen, die
sich auf freiwillige postmortale Organspende eingelassen hätten. Im
gleichen Artikel schrieb der Reporter Judy Siegel, dass die Kluft
zwischen Angebot und Nachfrage noch groß wäre. 500 Menschen stünden
auf der Liste derer, die eine Nierentransplantation benötigen. Aber nur
124 Transplantationen könnten ausgeführt werden. Von 45 Menschen mit
Bedarf an einer neuen Leber könnten nur drei in Israel operiert werden.
Während
die Kampagne lief, begannen junge palästinensische Männer aus Dörfern
auf der West Bank und in Gaza zu verschwinden. Nach fünf Tagen sollten
israelische Soldaten sie tot mit aufgeschlitzten Körpern zurückbringen.
Als
von diesen aufgefundenen Körpern die Rede begann, versetzte dies die
Bevölkerung der besetzten Gebiete in Angst und Schrecken. Es gab Gerüchte
über einen dramatischen Anstieg vermisster junger Männer mit anschließenden
nächtlichen Begräbnissen der aufgeschlitzten Körper von ihnen.
Ich
war damals dort vor Ort und arbeitete an einem Buch. Bei verschiedenen
Gelegenheiten bekam ich von UNO-Personal mit, dass man über diese
Entwicklungen besorgt ist. Die mich kontaktierenden Personen sagten aus,
dass Organraub ganz konkret vor sich geht, aber sie daran gehindert würden,
in dieser Sache was zu unternehmen. Im Auftrag eines Radiosenders reiste
ich dann herum und führte Interviews mit einer großen Zahl von palästinensischen
Familien in der West Bank und in Gaza. Dabei traf ich Eltern, die mir
erzählten, wie ihre Söhne ihrer Organe beraubt worden waren, bevor sie
getötet wurden.
Nur
ein Beispiel, auf welches ich bei dieser Tour stieß, war der junge
Steinewerfer Bilal Ahmed Ghanan:
Es
war nahe Mitternacht, als der Motor einer israelischen Militärkolonne
aus den Außenbezirken von Imatin her, einem kleinen Dorf in den nördlichen
Teilen der West Bank, aufheulte. Die zweitausend Einwohner wurden aus
dem Schlaf gerissen. Sie waren still, abwartend, wie ruhende Schatten in
der Dunkelheit. Einige von ihnen lagen auf den Dächern, andere
versteckten sich hinter den Gardinen, den Mauern oder Bäumen, die
Schutz boten während der Abendglocken, aber einen guten Blick auf das
ermöglichten, was das Grab für den ersten Märtyrer des Dorfes werden
sollte.
Die
Militärs hatten die Stromversorgung unterbrochen. Das Gebiet war jetzt
eine militärisch abgeriegelte Gegend. Nicht mal eine Katze konnte sich
draußen bewegen, ohne ihr Leben zu riskieren. Die alles überlagernde
Ruhe der finsteren Nacht wurde nur von stillem Schluchzen unterbrochen.
Ich erinnere mich nicht, ob unser Schaudern durch die Kälte oder die
Anspannung hervorgerufen wurde.
Fünf
Tage zuvor, am 13. Mai 1992, benutzte ein israelisches Sonderkommando
die Tischlerei des Dorfes, um einen Hinterhalt zu legen. Die Person, die
sie ausschalten wollten, war Bilal Ahmed Ghanan, einer der jugendlichen
palästinensischen Steinewerfer, die das Leben für die israelischen
Soldaten schwer machten.
Als
einer der aktivsten Steinewerfer wurde seit einigen Jahren nach Bilal
Ghanan vom Militär gefahndet. Zusammen mit anderen jugendlichen
Steinewerfern versteckte er sich obdachlos in den Bergen von Nablus.
Gefasst zu werden, hieß Folter und Tod für diese Jugendlichen, so dass
sie um jeden Preis in den Bergen bleiben mussten.
Am
13. Mai machte Bilal eine Ausnahme, als er aus irgendeinem Grund ungeschützt
an der Tischlerei vorbeikam. Nicht mal Talal, sein älterer Bruder, weiß,
warum er dieses Risiko auf sich nahm. Möglicherweise waren die
Jugendlichen ohne Nahrung und mussten sich was zu essen beschaffen.
Alles
ging nach Plan für das israelische Sonderkommando. Die Soldaten machten
ihre Zigaretten aus, legten die Coca-Cola-Dosen beiseite und schauten
ruhig durch das zerbrochene Fenster. Als Bilal nahe genug war, brauchten
sie nur abzudrücken.
Der
erste Schuss traf ihn in die Brust. Laut Augenzeugen des Geschehens
wurde er daraufhin mit je einer Kugel in jedem Bein getroffen. Dann
rannten die Soldaten aus der Tischlerei heraus und schossen Bilal eine
Kugel in die Magengegend. Am Ende ergriffen sie ihn bei seinen Füßen
und zogen ihn die zwanzig Steinstufen der Werkstatt-Treppe hinauf.
Dorfbewohner
sagen aus, dass Leute von UNO und dem Rotem Kreuz dabei waren, die Schüsse
hörten und herbeikamen, um nach verletzten hilfsbedürftigen Menschen
zu schauen. Ein Streit entfachte sich darum, wer sich um das Opfer kümmern
solle. Die Diskussionen endeten damit, dass die israelischen Soldaten
den schwerverletzten Bilal in einen Jeep luden und in die Außenbezirke
des Dorfes verbrachten, wo ein Kriegshubschrauber wartete. Der
Jugendliche wurde an einen Ort geflogen, welcher seiner Familie nicht
bekannt ist. Fünf Tage später kam er zurück. Er war tot und in grünem
Krankenhausstoff eingewickelt.
Ein
Dorfbewohner erkannte Hauptmann Yahia, den Leiter des Sonderkommandos,
welches Bilal vom „Postmortem Center“ Abu Kabir außerhalb von Tel
Aviv zu seiner letzten Ruhestätte abtransportierte. „Hauptmann Yahia
ist der schlimmste von ihnen allen“, flüsterte mir der Dorfbewohner
in mein Ohr. Nachdem Yahua den Körper abgeladen hatte und die grüne
Krankenhausumhüllung gegen eine leichte Baumwollumhüllung eingetauscht
hatte, wurden einige männliche Angehörige des Opfers von den Soldaten
ausgesucht, um Zement zu schaufeln und zu mischen.
Zusammen
mit den scharfen Geräuschen des Schaufelns konnten wir das Gelächter
der Soldaten hören, die in Erwartung baldigen Heimkommens ihre Witze
rissen. Als Bilal in das Grab gelegt wurde, war seine Brust unbedeckt.
Sofort wurde es den wenigen anwesenden Menschen klar, welche Art
Missbrauch an dem Jugendlichen zu sehen war. Bilal war ganz und gar
nicht der erste jugendliche Palästinenser, welcher mit einem
Schnitt von seinem Unterbauch bis zu seinem Kinn versehen so begraben
wurde.
Die
Familien in der West Bank und in Gaza spürten, dass sie genau wussten,
was geschehen war: „Unsere Söhne werden als unfreiwillige
Organspender benutzt“, so erzählten mir Angehörige von Khaled aus
Nablus, ebenso die Mutter von Raed aus Jenin und die Onkel von Mahmoud
und Nafes aus Gaza. Sie alle waren einige Tage vermisst, um dann nur
nachts zurückzukommen, tot und aufgeschnitten.
„Warum
behalten sie die Körper für bis zu fünf Tage, bevor sie sie uns
bestatten lassen? Was geschah mit den Körpern in jener Zeit? Warum
schneiden sie sie auf, gegen unseren Willen, wenn die Todesursache
offenkundig ist? Warum werden die aufgeschlitzten Körper nachts zurückgebracht?
Warum wird dies mit einem militärischen Begleitkommando getan? Warum
ist das Gebiet während des Begräbnisses abgeriegelt? Warum wird die
Stromversorgung unterbrochen? Nafes Onkel war wütend. Und er hatte eine
Menge Fragen.
Die
Angehörigen des toten Palästinensers hatten nicht länger Zweifel über
die Gründe der Tötungen. Aber der Sprecher der israelischen Armee erklärte
alle Verdächtigungen über Organraub zur Lüge. Alle palästinensischen
Opfer würden routinemäßig autopsiert werden, so sagte er.
Bilal
Ahmed Ghanem war einer von 133 Palästinensern, die auf verschiedenen
Wegen in jenem Jahr getötet wurden. Laut der palästinensischen
Statistik waren die Todesursachen: erschossen auf der Straße,
Explosion, Tränengas, absichtliches Überfahren, erhängt im Gefängnis,
erschossen in der Schule, getötet zuhause, usw. Die 133 getöteten
Menschen waren im Alter zwischen 4 Monaten bis 88 Jahre.
Nur
die Hälfte von ihnen, 69 Opfer, gingen durch eine Untersuchung nach
ihrem Tod. Die routinemäßige Autopsie getöteter Palästinenser, von
welcher der Sprecher der israelischen Armee redete, entspricht bisher
nicht der Wirklichkeit in den besetzten Gebieten. Die Fragen bleiben.
Wir
wissen, dass Israel eine große Nachfrage nach Organen hat. Wir wissen
auch, dass es dort seit jetzt vielen Jahren einen enormen illegalen
Organhandel gibt. Wir wissen, dass die Behörden sich dessen bewusst
sind und Ärzte in Leitungspositionen in den großen Krankenhäusern
daran genau wie ziviles Hilfspersonal auf verschiedenen Ebenen
teilnehmen. Wir wissen weiterhin, dass junge palästinensische Männer
verschwinden, dass sie fünf Tage später zurückgebracht werden,
nachts, unter größter Geheimhaltung, zusammengenäht nach ihrem
Aufschlitzen vom Unterbauch bis zum Kinn.
Es
ist höchste Zeit, dieses makabre Geschäft mit seinem Geschehen ans
Tageslicht zu bringen. Die Öffentlichkeit muss erfahren, was in den von
Israel seit dem Beginn der Intifada besetzten Gebieten sich abspielt.
Quelle:
„Aftonbladet“
HYPERLINK
„http://www.aftonbladet.se/kultur/article5652583.ab“ _”Våra söner
plundras på sina organ”_. Original article published on August 17,
2009. _ HYPERLINK „http://www.tlaxcala.es/detail_auteurs.asp?lg=en&reference=1583“
_About the author_. URL of this article on Tlaxcala: _ HYPERLINK
„http://www.tlaxcala.es/pp.asp?reference=8390&lg=en“ _http://www.tlaxcala.es/pp.asp?reference=8390&lg=en_
T:I:S,
21. August 2009. Siehe
URL
dieses Beitrags: _ HYPERLINK http://www.steinbergrecherche.com/09organhandel.htm“
\l „Bostroem“ _http://www.steinbergrecherche.com/09organhandel.htm#Bostroem_
_
HYPERLINK „http://www.steinbergrecherche.com/09organhandel.htm“ \l
„
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