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Die Schweiz:
Kriegstrainingslager für die NATO! |
Im
Tiefflug
Quelle:
german-foreign-policy
15.04.2007
BERN/BERLIN/BELGRAD/KABUL
(Eigener
Bericht) - Mit regelmäßigen Luftwaffentrainings nutzt Berlin das
Territorium der Schweiz für eigene Kriegsvorbereitungen. Dies macht der
Absturz eines deutschen Tornados in den Alpen nahe Bern deutlich. Übungen
deutscher Kampfflugzeuge und Militärhubschrauber im dortigen Hochgebirge
sind nicht unüblich, räumt das Eidgenössische Departement für
Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport nach dem tödlichen Unfall
ein. Mit den Trainingsflügen bereitet sich die Bundeswehr auf
Gewaltoperationen in schwierigem Gelände vor. Sie folgt damit dem
Beispiel britischer Spezialtrupps, die bereits vor Jahren in der Schweiz für
den Kampfeinsatz am Hindukusch übten. Die Vereinnahmung des ehemals
neutralen Landes durch mehrere NATO-Staaten stößt auf Kritik. Man dürfe
nicht zum „Kriegstrainingslager“ der westlichen Interventionsmächte
verkommen, heißt es in Schweizer Medienkommentaren. Die deutsche
Luftwaffeneinheit, zu der die zerschellte Maschine gehörte
(„Jagdbombergeschwader 32“), hat 1999 am Überfall auf Jugoslawien
teilgenommen und hält sich gegenwärtig für die Bekämpfung möglicher
Unruhen in Serbien bereit. „Wir sind Himmelfahrtkommandos gewöhnt“,
sagt ein deutscher Tornado-Pilot im Gespräch mit dieser Redaktion.
„Egal ob über Serbien, der Schweiz oder in Afghanistan... Unsere Ausfälle
sind kriegsbedingt. Sie sind eingerechnet.“
Der
deutsche ECR-Tornado, eine Maschine, die auf die Tiefflug-Bekämpfung
gegnerischer Radaranlagen spezialisiert ist, stürzte während eines regulären
Übungsflugs über Schweizer Hoheitsgebiet ab. Die Besatzung war nach
Angaben der Bundeswehr am vergangenen Donnerstag auf dem französischen
Luftwaffenstützpunkt Solenzara (Korsika) gestartet und befand sich auf
dem Rückweg ins deutsche Lechfeld. Nach einer Zwischenlandung änderte
der Kampfflieger die Zielrichtung und setzte zu einem Bogenmanöver durch
die Schweizer Alpen an. Tiefflüge in den dortigen Hochgebirgstälern
gelten wegen der zerklüfteten Landschaft und der schwer zu berechnenden
Thermik als Herausforderung und sind prestigeträchtiges Element einer
exzellenten Ausbildung. „Das ist notwendig“, sagt ein deutscher
Tornado-Pilot, der anonym bleiben will, weil er Disziplinarmaßnahmen befürchtet.
„Das Training orientiert sich an Kriegseinsätzen. Dafür sind wir da.
Alles andere ist beruhigendes Gerede für die Öffentlichkeit.“
Übungskampagnen
Der
deutsche ECR-Tornado zerschellte nur wenige Minuten nach einer
Zwischenlandung. Dem Piloten war es nicht gelungen, seine aus dem Tal
kommende Maschine über die steil ansteigenden Felsen zu manövrieren. Übungsflüge
der deutschen Luftwaffe in der Schweiz sind nach Auskunft des Eidgenössischen
Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport nicht ungewöhnlich.
Während ausländische Kampfflieger „(n)ur vereinzelt“ Trainings in
den Schweizer Hochgebirgstälern durchführen dürfen (angeblich jährlich
rund 20), halten Hubschraubereinheiten der Bundeswehr dort „(w)ochenweise
Kampagnen“ ab, um die Bewegung in den Tälern und an Berghängen zu
erlernen.[1] Riskante Tiefflüge bis zu einer Höhe von 300 Metern über
dem Talboden bzw. 100 Metern über den Bergkuppen sind zugelassen, obwohl
sie die Bevölkerung belästigen und gefährden. Eine „aktive
Kontrolle“ der militärischen Flugbewegungen sei unmöglich, da „im
Gebirge oft kein Radarkonktakt“ hergestellt werden könne, erklärt das
Berner Verteidigungsministerium.[2] Den Freibrief für gefährliche
Flugmanöver machen sich neben der deutschen Luftwaffe auch die
Luftstreitkräfte Frankreichs, Italiens, Österreichs, Belgiens und der
Niederlande zunutze.
Verflechtung
Wie
es in Bern heißt, ist die Öffnung der fliegerisch attraktiven Schweizer
Berglandschaft für Militärs aus NATO-Staaten Teil eines umfassenden
Kooperationssystems, mit dem das ehemals neutrale Land zum Teilhaber der
westlichen Kriegsexpansion wird.[3] Die Verflechtung erstreckt sich
inzwischen auch auf Besatzungsaktivitäten: Rund 200 Schweizer Militärs
sind im NATO-Rahmen in Serbien stationiert, weitere wurden nach
Afghanistan kommandiert und sind dort ebenfalls dem westlichen Kriegsbündnis
unterstellt. Zudem stellt die Schweiz den EU-Truppen in
Bosnien-Herzegowina Personal und Hubschrauber zur Verfügung.
Trainingslager
Nach
dem Absturz des deutschen Kampfflugzeugs kommt es wegen der
NATO-Trainingsmaßnahmen auf dem Territorium der ehemals neutralen Schweiz
zu innenpolitischen Spannungen. „Das riecht ein bisschen nach Ausbildung
für Einsätze in Afghanistan“, urteilt ein Sicherheitsexperte aus dem
Berner Nationalrat über die offen zutage getretene deutsche Praxis, in
den Hochgebirgstälern des Landes Tiefflüge zu üben.[4] Die Schweiz dürfe
nicht zum „Kriegstrainingslager für Afghanistan“ verkommen, warnen
Medienkommentare.[5] Tatsächlich nützen die Flugübungen unter
schwierigen Bedingungen nicht nur dem Bundeswehreinsatz in den Bergen des
Hindukusch; auch Berliner Militäraktivitäten in anderen besetzten
Staaten profitieren von der deutsch-schweizerischen Kriegskooperation. So
wird das „Jagdbombergeschwader 32“, zu dem das zerschellte
Kampfflugzeug gehörte, seit beinahe zwölf Jahren schwerpunktmäßig im
Luftraum des ehemaligen Jugoslawien eingesetzt. Dort waren die deutschen
Jagdbomber an tödlichen Gewaltoperationen gegen Belgrad beteiligt.
Arbeitsteilung
Im
Juli 1995 verlegte Berlin ECR-Tornados des Bombergeschwaders 32 auf den
italienischen Luftwaffenstützpunkt Piacenza, von wo aus die Flugzeuge am
7. August 1995 zum ersten ausländischen Kampfeinsatz nach dem Zweiten
Weltkrieg starteten: Sie flankierten US-Maschinen im Luftraum über
Sarajewo und ermöglichten die Ausschaltung der jugoslawischen Flugabwehr.
Mit derselben Aufgabe war das Geschwader vom 24. März bis zum 11. Juni
1999 am nächsten Überfall auf Jugoslawien beteiligt. Wie die Bundeswehr
einräumt, wurden dabei in mehr als 2.100 Flugstunden rund 450 Einsätze
geflogen und über 230 „HARM-Raketen“ auf jugoslawische Stellungen
gefeuert - „zum Schutz der NATO-Flugzeuge vor Boden-Luft-Raketen“.
„Tatsächlich wurde, wann immer eine Rotte ECR über dem Kosovo
patrouillierte, nicht ein einziges alliiertes Flugzeug erfolgreich
beschossen“, lobt sich die Bundeswehr über ihre Rolle im völkerrechtswidrigen
Angriffskrieg gegen Belgrad.[6]
Fester
Bestandteil
Während
die RECCE-Tornados des „Aufklärungsgeschwaders 51“ („Immelmann“),
die von 1995 bis 1999 gemeinsam mit den ECR-Tornados in Jugoslawien im
Einsatz waren, in den kommenden Tagen ihren ersten regulären Flug in
Afghanistan durchführen [7], ist das „Jagdbombergeschwader 32“ laut
Mitteilung der Luftwaffe „nach wie vor fester Bestandteil der Bündnisplanungen
zur Friedenssicherung“ in Südosteuropa.[8] Die irreführende
Sprachregelung will zum Ausdruck bringen, dass sich Maschinen des
Unfallgeschwaders zur Bekämpfung möglicher Unruhen in Serbien
bereithalten. Auf schwierige Flugbedingungen sind die Piloten vorbereitet.
Wie schon 1999 sind sie mit ihren ECR-Tornados in der Lage, in den zerklüfteten
Gebirgstälern des Landes feindliche Radaranlagen zu überwinden und
auszuschalten - im Tiefflug nach Schweizer Art.
Logik
„Es
ist ja nicht der erste Tornado-Unfall“, sagt der Bundeswehr-Pilot im
Gespräch mit dieser Redaktion. „Es sind inzwischen über 50 Maschinen,
die verloren gingen oder stark beschädigt wurden, und das mit steigender
Tendenz. Das ist jetzt nur stärker aufgefallen, weil es sich nicht (auf
den Übungsflügen) in den USA oder Kanada abgespielt hat, sondern über
der Schweiz... Es werden noch mehr runterkommen. Das ist die Logik der
weltweiten Einsätze. Das ist eingerechnet.“
[1],
[2] Factsheet Navigationsflüge; Eidgenössisches Departement für
Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport VBS 13.04.2007
[3] Schweizer Luftwaffe am Nordic Air Meet 2006 in Norwegen; Eidgenössisches
Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport VBS
25.09.2006
[4] Fragen nach Nato-Einsätzen und der Zuständigkeit; Jungfrau Zeitung
13.04.2007
[5] Verkommt die Schweiz zum Kriegstrainingslager für Afghanistan?;
oraclesyndicate.twoday.net/stories/3569888/
[6] Geschichte der 1./JaboG 32; www.321tigers.de/
[7] s. dazu Kriegsbeihilfe
[8] Das Jagdbombergeschwader 32; www.luftwaffe.de
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Stellungnahme
der PdA Bern zu zwei aktuellen Ereignissen
Militärgerichtsprozess
gegen den «Sonntags-Blick» & Absturz eines deutschen Kampfflugzeugs
Dreister
Angriff auf die Pressefreiheit abgewehrt
von
pda-admin, Mittwoch 18 April 2007 um 09:30 :: CH-Politik
:: #93
:: rss
Zum
Militärgerichtsprozess gegen den «Sonntags-Blick».
Der
CIA verletzt systematisch und weltweit das Völkerrecht und nationale
Gesetze, etwa indem er Personen entführt und mit illegalen Flügen in
geheime Folterlager abtransportiert. Anstatt diesem kriminellen Treiben
ein wirksames Ende zu setzen und die Täter einschliesslich ihrer hiesigen
Gehilfen dem Richter zuzuführen, wie es der Schutz des Landesinteresses
und der Verfassung gebieten würden, reagiert unser Staatsapparat mit
einem Militärgerichtsverfahren gegen die mutigen Journalisten Sandro
Brotz, Beat Jost und Christoph Grenacher. Diese haben Belege für die
Existenz von geheimen US-Folterlagern in Europa und für die
Mitwisserschaft der Schweiz ans Tageslicht gezerrt. Heute wurden die drei
Journalisten freigesprochen. Die PdA begrüsst das Scheitern des dreisten
Angriffs der Militärjustiz auf die Pressefreiheit.
Die
Bevölkerung wartet immer noch auf umfassende Aufklärung über sämtliche
Flüge, die in irgend einer Beziehung zu den beschriebenen oder ähnlichen
gesetzwidrigen Aktivitäten stehen können, über die Herkunft der
Passagiere und die Flugziele, die Identität der Passagiere und des
Bordpersonals, die Art der behördlicherseits vorgenommenen Kontrollen und
deren Resultate, das Schicksal der einzelnen Passagiere usw. Nach wie vor
fehlt eine Abklärung über strafbare Handlungen und Unterlassungen
seitens Behördenmitgliedern, die in diesem Zusammenhang zu verzeichnen
waren. Es fehlt ein klares Dispositiv von Massnahmen zur Vermeidung von
Wiederholungsfällen. Nach wie vor ist auch unklar, welche amtlichen
Aktenschränke den US-Agenten unter dem Vorwand des Datenaustauschs zwecks
Terrorismusbekämpfung offen gehalten wurden und noch werden. Deshalb
spricht die PdA offen aus, was zu tun eigentlich Sache des Bundeshauses wäre:
Der CIA ist eine kriminelle terroristische Organisation.
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Tornado-Absturz:
Wie
steht es mit der Neutralität und Unabhängigkeit der Schweiz:
von
pda-admin, Mittwoch 18 April 2007 um 09:21 :: CH-Politik
:: #92
:: rss
Nach
dem Absturz eines deutschen Kampfflugzeugs im Berner Oberland stellen sich
vor allem ein paar politische Fragen.
Ebensowenig
wie die CIA hat die Nato-Luftwaffe in unserem Hoheitsgebiet verloren.
Nicht nur vor den USA nimmt die Schweizer Regierung die Achtungstellung
an, sie steht auch vor dem deutschen Militarismus stramm. Der Absturz
eines Tornado bei Stechelberg im Lauterbrunnental bringt ans Tageslicht,
dass der Bundesrat unseren Alpenraum zum freien Übungsplatz für
imperialistische Abenteuer anbietet. Das Bundeshaus versucht diese Sache
herunter zu spielen und bezeichnet solche «Übungsflüge» als eine ganz
alltägliche Sache -- um so schlimmer! Offenbar soll die Aufmerksamkeit
der Medien auf Fragen rund um die technischen und menschlichen
Unfallursachen abgelenkt werden.
Was
die Bevölkerung jedoch bewegt, sind jedoch politische Fragen: Etwa die
Frage, wieso die breite Öffentlichkeit erst heute und aufgrund dieses
Vorfalls von derartigen «normalen Übungsflügen» erfährt? Wie konnte
es soweit kommen, dass eine für die schweizerische Unabhängigkeit und
Neutralität derart zentrale Frage wie die Benutzung unseres Luftraums für
militärische Zwecke, einfach über die Köpfe des Volkes hinweg
entschieden wird?
Ganz
offensichtlich fehlt jede rechtliche Grundlage für die Nato-Flüge. Es
ist nicht einmal klar, wer wofür zuständig ist, Militärjustiz, Polizei,
Bundesamt für Zivilluftfahrt oder deutsche Stellen.
Die
PdA protestiert gegen die Politik der Duldung von Nato-Flügen im Luftraum
unseres Landes und gegen jede weitere Salamitaktik zur militärischen
Eingliederung der Schweiz in die Nato. Rund um den Erdball führen die
Nato-Staaten eine Reihe von völkerrechtswidrigen Kriegen mit dem erklärten
Ziel der Errichtung der militärischen Hegemonie. Die Nato ist somit die
grösste Gefahr für den Weltfrieden. Sie gehört aufgelöst, und bis
dahin ist ihr jeder Zutritt zum Schweizer Territorium zu verbieten.
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