|
Früherer
Chefkorrespondent
der britischen Nachrichtenagentur Reuters diente als
CIA-Agentenführer auf Kuba
CIA-PLÄNE
ZUM FABRIZIEREN VON „VOLKSFÜHRERN“ IN KUBA
übersetzt
von Jens-Torsten Bohlke
Havanna,
4. März 2011, Cubadebate. (auf Kommunisten-online am 7. April 2011) –
Die neunte Folge der
Serie „Las Razones de Cuba“ („Kubas Gründe“) verrät die
Identität eines Kundschafters der kubanischen Staatssicherheit und
weist nach, dass die CIA in Kuba einen Plan verfolgt, um „Volksführer“
für eine künstlich geschaffene Zivilgesellschaft aufzubauen, die
Washingtons Pläne eines Sturzes der kubanischen Regierung unterstützen.
„Fabricando
un líder“ („Einen Volksführer fabrizieren“) heißt der
Dokumentarfilm, welcher heute abend im kubanischen Fernsehen
ausgestrahlt wurde. Er gründet sich auf das Zeugnis des Genossen Raúl
Capote, Schriftsteller und Professor für die Geschichte Kubas an der
Universität der Pädagogischen Wissenschaften von Havanna. Er war
etliche Jahre lang der Kundschafter Daniel der kubanischen
Geheimdienste.
weiter
Genosse
Capote ist der einstige stellvertretende Vorsitzende der Vereinigung der
Gebrüder Saíz in der kubanischen Zentralprovinz Cienfuegos, wo er
geboren wurde. Er ist Autor von „El Adversario“ („Der
Widersacher“), einem Buch mit einer kritischen Ansicht über die
Wirklichkeit unseres Landes in der sogenannten Spezialperiode. Dies wird
in diesem 9. Teil der Dokumentarfilmreihe dargestellt.
Beamte
der US-Interessenvertretung in Havanna kontaktierten Capote bei
gesellschaftlichen Anlässen und machten aus ihm den Agenten Pablo für
die CIA. Der einstige Chefkorrespondent von Reuters in Kuba, Anthony
Boadle, war der Verbindungsmann zwischen dem Schriftsteller und dem
CIA-Beamten Mark Sullivan. Ein anderer seiner Verbindungsmänner zu den
US-Geheimdiensten wurde als „Dissident“ Dagoberto Valdés gefördert.
USAID und NED werden im Dokumentarfilm gezeigt, wie sie eine rechtliche
Fassade für verdeckt arbeitende US-Geheimdienstler an für die
US-Regierung interessanten Orten abgeben.
Die
USAID und die NED als Ableger der CIA
Der
Dokumentarfilm geht auf den Gebrauch der USAID und der NED als
CIA-Ableger ein, welche lediglich verdeckten Handlungen einen legalen
Anstrich geben, um US-Geheimdienstler an für die US-Regierung
interessanten Orten einzuschleusen.
Seit
2006 betreute der hocherfahrene CIA-Lateinamerikaexperte Rene Greenwald
ihn direkt, ließ ihm Anfragen oder „die Ideen“ zukommen, welcher er
umsetzen sollte. Eine der ersten Entscheidungen bestand darin, dass er
nicht an den Treffen teilnehmen sollte, die von US-Diplomaten in Kuba
einberufen wurden, damit er eine „saubere Weste“ haben sollte.
„Sind
Sie bereit, mit uns zusammenzuarbeiten?“, fragte der
US-Geheimdienstler Capote. Auch dies zeigt der Dokumentarfilm. Dann erwähnte
er „die Organisation“.
Unter
den Aufträgen der CIA an Capote war der Aufbau einer Literarischen
Agentur mit der Absicht, Beziehungen mit Einfluß auf kubanische
Schriftsteller zu herzustellen. Unter den am meisten begeisterten Anhängern
dieses Vorhabens befand sich Marc Wachtenheim, CIA-Mitarbeiter und der
Mann, welcher bis 2010 Leiter des Programms Kuba in der
Panamerikanischen Stiftung für Entwicklung (FUPAD) war, einer
Nichtregierungsorganisation unter dem Mandat der OAS und einer der
Hauptempfänger von Finanzmitteln aus der USAID.
Wachtenheim
sah das „Geschäft“ in viel größerem Maßstab. Sein Ziel war, dass
GENESIS eine Stiftung sein sollte, für welche Capote unter anderem
unzufriedene Intellektuelle gewinnen sollte.
Robert
Balkin, ein in Mexiko ansässiger US-Amerikaner und Mitarbeiter einer Außenstelle
der Universität von New York, fungierte ebenfalls als Verbindungsmann.
Er lieferte Ausrüstungen der neuesten Generation auf dem Gebiet der
Informationskommunikation, darunter Fotokameras, Drucker und andere
technische Mittel sowie Medikamente.
Im
April 2008 übergab ihm der in Havanna akkreditierte US-Diplomat James
Benson als damaliger 1. Wirtschaftspolitischer Sekretär der
US-Geheimdienste ein BGAN, einen funktechnischen Kommunikationsapparat
mit äußerst raschem Internetzugang außerhalb der Regierungsnetze, um
„sichere Kommunikation“ mit CIA-Beamten zu gewährleisten. „Schau
mal, ich komme her, um Dir zu bringen, was Du gerade erwartest“, sagte
ihm der Diplomat.
Das
BGAN war ein sicheres Kommunikationsmittel bis letzten Dezember und
bewerkstelligte kurze Chatkontakte über das Internet. Wachtenheim
sollte da Capote einen dringenden Rat senden: „Nutze das nie wieder
(...) Wenn sie Dich damit finden, wird es für Dich und uns und für
jemanden im Gefängnis problematischer“. Dies teilte er ihm angesichts
des einsetzenden Falls nach Verhaftung des US-Geschäftsmanns Alan Gross
und nur wenige Wochen vor dessen Gerichtsprozeß in Havanna mit.
Quelle:
http://www.cubadebate.cu/
Fotos
von Ismael Francisco:
-1-
Raúl in „Kubas Gründe“
-2-
Fabrizieren eines Volksführers Ismael Francisco
Dieses
BGAN wurde von der CIA Raúl Capote übergeben, damit er unentdeckt von
den Behörden vor Ort Informationen weitergeben sollte.
-3-
Ismael Francisco 11
Teil
des von der CIA an Raúl übergebenen Arsenals, um seine
geheimdienstliche „Arbeit“ in Kuba zu machen
Video-Aufnahmen
auf youtube in spanischer Sprache:
http://www.youtube.com/watch?v=L-sMRRIZIOY&feature=player_embedded
http://www.youtube.com/watch?v=cg1J_upefUg&feature=related
http://www.youtube.com/watch?v=DiJwbEtNwf4&feature=related
|