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Bundesnachrichtendienst
als Mordhelfer?
Deutschland
in Mord an Gaddafi verwickelt?
Quelle:
RedGlobe
vom 22. Oktober
Auf
Kommunisten-online am 28.
Oktober 2011 – Wie das Nachrichtenmagazin »Der Spiegel« heute
auf seiner Homepage berichtet, war Deutschland trotz der offiziellen
Nichtbeteiligung tiefer in den NATO-Krieg gegen Libyen verwickelt, als
bislang bekannt war. So habe der Bundesnachrichtendienst (BND) schon »seit
Wochen« gewusst, wo sich der gestürzte Staatschef Muammar Al-Gaddafi
aufgehalten habe. Zwar seien vom Geheimdienst keine Geodaten übermittelt
worden, wo sich der Gesuchte aufhalte, so der »Spiegel«, aber den »NATO-Partnern
dürfte trotzdem klar gewesen sein, wo Gaddafi war«. Es sei jedenfalls
nicht auszuschliessen, dass der BND direkt oder indirekt zum
Bombenangriff auf den Fahrzeugkonvoi beigetragen habe, in dem sich
Gaddafi befunden hatte. Dann wäre es »nicht das erste Mal, dass sich
der BND in einen Krieg einmischt, an dem Deutschland offiziell nicht
beteiligt ist«, erinnert der »Spiegel«. Schon 2003 hatten BND-Agenten
während des Irak-Krieges die US-Aggressoren mit Informationen aus
Bagdad versorgt.
Während die westlichen Medien ansonsten zumeist unkritisch die
Jubelmeldungen aus Bengasi wiedergeben und sich den Feiern über den Tod
eines Menschen anschliessen, wächst international die Kritik an dem
mutmaßlichen Verbrechen.
In seiner wöchentlichen Rundfunkansprache forderte Ecuadors Präsident
Rafael Correa eine Untersuchung der Umstände des Todes Gaddafis. »Unabhängig
davon, was Gaddafi getan haben mag, musste dies das libysche Volk
regeln. Sie haben ihn lebend gefasst und hingerichtet, und es gibt
Leute, die dies feiern«, verurteilte Correa die entsprechenden Jubelgesänge.
Es müssten auch Ermittlungen zur Ermordung von Familienangehörigen
Gaddafis aufgenommen werden, forderte Correa. Er bezog sich dabei auf
einen NATO-Bombenangriff am 30. April, bei dem das Haus von Gaddafis jüngstem
Sohn Saif Al Arab attackiert wurde. Dabei waren drei Enkelkinder des
Staatschefs ermordet worden.
Correa unterstrich dass es ihm nicht um Gaddafi gehe. »Wenn das (der
chilenische Diktator) Pinochet gewesen wäre, würde ich genau dasselbe
sagen. Es geht nicht um Pinochet oder Gaddafi, es geht um die
Menschenrechte, die jeder Mensch hat.«
Ecuador hat zudem angekündigt, auch weiterhin den selbsternannten »Nationalen
Übergangsrat« nicht als legitime Vertretung Libyens anzuerkennen.
Auch Venezuela verurteilte in einer offiziellen Erklärung die »von der
NATO und ihren Verbündeten geführte Barbarei«. In einem vom
Aussenministerium in Caracas verbreiten Kommuniqué heisst es, das am
20. Oktober gegen Gaddafi begangene Verbrechen sei »symbolisch für die
gegen das libysche Volk durch die kolonialistischen Mächte in den
vergangenen Monaten begangenen Verbrechen«.
In Südafrika traten politische Differenzen zwischen den führenden Persönlichkeiten
des Landes zurück, die einmütig die Ermordung Gaddafis verurteilten.
Erzbischof Desmond Tutu sagte, die Art und Weise, wie Gaddafi getötet
wurde, widerspreche dem »edlen Unternehmen, eine Kultur der
Menschenrechte und Demokratie in Libyen zu errichten«. Die Tötung
eines Menschen sei nichts, was man feiern könne, kritisierte Tutu ausdrücklich
auch die Reaktion von US-Aussenministerin HillaryClinton.
Auch Staatspräsident Jacob Zuma sagte, Gaddafi hätte gefangengenommen
werden müssen, um sich vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den
Haag zu verantworten.
Der Sprecher der ANC-Jugendliga, Floyd Shivambu, würdigte Gaddafi als
antiimperialistischen Widerstandskämpfer, der von den durch die NATO
ausgerüsteten Rebellen ermordet worden sei. »Wie Gaddafi werden wir
als wirtschaftliche Freiheitskämpfer bis zum bitteren Ende kämpfen und
bereit sein, den höchsten Preis zu zahlen, um Südafrikas und Afrikas
Naturressourcen für ihre rechtmässigen Eigentümer zu bewahren.«
Die russische Regierung kritisierte ebenfalls die Ermordung Gaddafis und
sagte, er hätte als Kriegsgefangener gemäss der Genfer Konvention
behandelt werden müssen.
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Westliche Heuchler
Der Bürgerkrieg in
Libyen und die Lügen der Medien in Washington und Brüssel
Von
Mumia Abu-Jamal
Übersetzung:
Jürgen Heiser
Quelle:
Junge
Welt vom 12. März 2011 (auf Kommunisten-online am 18. Marz 2011) -
In den Städten und Wüstengebieten Libyens
ringen die für oder gegen die Regierung kämpfenden Kräfte um die
Vormachtstellung in diesem nordafrikanischen Land. Der Tenor der
derzeitigen Medienberichterstattung der USA und des Westens entlarvt die
immer wieder behauptete Objektivität ihrer Nachrichten als Lüge. Das
Wohlwollen gegenüber den Aufständischen kommt einem vor wie das
Cheerleading für einen Sportverein und paßt von daher eher zum
Sportkanal ESPN als zu den führenden US-Nachrichtenkanälen. Angespornt
wird diese Berichterstattung natürlich durch die Feindseligkeit der USA
gegenüber Oberst Muammar Al-Ghaddafi, der lange Zeit ein Stachel war im
Fleisch der imperialen Bestrebungen der USA in dieser Region.
Wir
sollten uns nicht weismachen lassen, das aktuelle Vorgehen der
US-Regierung sei getragen von der Besorgnis über das Leiden des
libyschen Volkes. Denn gut zehnmal so viele Menschen litten in Ägypten
über Jahrzehnte unter der auf Lebenszeit angelegten Herrschaft Präsident
Hosni Mubaraks, einem engen Verbündeten der USA. Jedoch verschlossen
mehrere US-Regierungen in Folge ihre Ohren gegenüber den Hilferufen der
Unterdrückten. Erst als das Volk sich erhob und die Weltbühne betrat,
fingen Vertreter der US-Regierung an, leise Phrasen über Menschenrechte
und Gewalt zu murmeln. Sie konnten nicht zu laut protestieren, weil die
USA selbst es waren, die Gefangene in Geheimaktionen in ägyptische Höllenkerker
verbringen ließen, um sie von der gefürchteten ägyptischen
Geheimpolizei foltern und umbringen zu lassen.
Wer
sich einigermaßen in der US-Geschichte auskennt, den muß seine
Erinnerung plagen, wenn er von Medienberichten und politischen Anklagen
gegen eine Regierung hört, die ihr eigenes Volk angreift oder
bombardiert. Denn es war die US-Nationalgarde, die am 4. Mai 1970 auf
dem Gelände der Kent State University in Ohio schwerbewaffnet eine
friedliche Demonstration attackierte und vier junge Collegestudenten
erschoß, weil sie gegen den Vietnamkrieg protestierten. Kurz darauf
wurden an der Jackson State University in Mississippi bei friedlichen
Protesten zwei schwarze Studenten von der Polizei erschossen.
Im
Bundesstaat Pennsylvania war Philadelphia Schauplatz eines staatlichen
Bombenangriffs auf ein Wohnhaus, bei dem Männer, Frauen und Kleinkinder
getötet wurden. Das geschah am 13. Mai 1985, als das Wohnhaus der
MOVE-Organisation von starken Polizeikräften überfallen wurde und elf
Menschen, darunter fünf Kinder, durch den Abwurf einer Bombe aus einem
Polizeihubschrauber zu Tode kamen. Die Bombe löste ein Feuer aus, bei
dem ein ganzer Häuserblock mit 60 Gebäuden bis auf die Grundmauern
niederbrannte. Bis heute wurde keiner der für den Bombenabwurf
Verantwortlichen seiner gerechten Strafe zugeführt.
Nachdem
die israelische Armee in der Operation »Gegossenes Blei« Ende 2009 die
palästinensische Bevölkerung in Gaza bombardiert und dabei über 1 400
Zivilisten - Männer, Frauen und Kinder - getötet hatte, veröffentlichte
der angesehene ehemalige Richter am südafrikanischen
Verfassungsgericht, Richard Goldstone, im Auftrag des
UN-Menschenrechtsrats und der Untersuchungskommission der Vereinten
Nationen für den Gaza-Konflikt einen Untersuchungsbericht. Darin wurden
die Streubombenangriffe auf die Zivilbevölkerung und ihr Beschuß mit
großkalibrigen Waffen als Kriegsverbrechen gebrandmarkt. Wie reagierte
die Regierung von Barack Obama auf den Bericht? Kritisierte sie die
Aggressoren oder Richter Goldstone? Nicht schwer zu erraten – wer auf
den Richter tippt, liegt richtig.
Das
alles vermittelt eine Vorstellung davon, wie besorgt die US-Regierung in
Wahrheit ist, wenn es um die Menschenrechte geht, um staatliche Gewalt
und Luftangriffe auf unbewaffnete Zivilisten oder generell das Leiden
der arabischer Völker unter den herrschenden Diktaturen. |
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