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Beutemacher
in Tripolis
Bodentrupp
in Tripolis:
Sarkozy
und Cameron nehmen wieder libysche Schecks an
Von
Arnold Schölzel
jungeWelt
vom 16.09.2011 (auf Kommunisteen-online am 19- Sept. 2011)
– Großbritanniens Premierminister David Cameron und Frankreichs Präsident
Nicolas Sarkozy feierten am Donnerstag in Tripolis mit der auf ihre
Veranlassung ins Amt gebombten neuen Führung des Landes den Sieg über
den langjährigen Staatschef Muammar Al-Ghaddafi. Die beiden Politiker
trafen am Donnerstag in der libyschen Hauptstadt Vertreter des
sogenannten Übergangsrates und wollten dann nach Bengasi weiterfliegen.
Der Rat sicherte zu, bei künftigen Geschäften die westlichen Verbündeten
zu bevorzugen. Sein Vorsitzender, Mustafa Abdel Dschalil, erklärte im
Gespräch mit Cameron und Sarkozy, die Geschäfte sollten aber
transparent sein. Es habe keine vorherigen Absprachen gegeben.
Am Donnerstag schrieb die Nachrichtenagentur AFP dazu: »Für die
Ausbeutung der reichsten Ölreserven Afrikas, die im libyschen Boden
ruhen, sitzen drei Konzerne in den Startlöchern: das spanische
Unternehmen Repsol, die italienische Eni und der französische Ölriese
Total. Die neue Führung habe Frankreich 35 Prozent seines Erdöls als
Dank für die Unterstützung gegen Ghaddafi versprochen, berichtete die
Zeitung Libération vor zwei Wochen. Die libysche und die französische
Führung dementierten schnell, auch Total-Chef Christophe de Margerie
versicherte, er wisse von nichts. Doch in Frankreich ist man sich einig:
Das Land hat für seinen Militäreinsatz ein großes Stück vom
libyschen Kuchen verdient.« Der Bericht von Libération bezog sich auf
einen vom 3. April datierten Brief, den auch die Nachrichtenagentur
Reuters einsehen konnte und zitierte.
Vor Sarkozy und Cameron war am Mittwoch ein Vertreter der US-Regierung
in Libyen. Auch der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan
hatte es eilig und reiste am Donnerstag nach Bengasi. Die Truppen der
neuen Führung machen unterdessen weiter Jagd auf Ghaddafi, dessen
Aufenthaltsort seit Juni unbekannt ist. Zudem dauern die Kämpfe um
einige Städte an, die weiter von Regierungstruppen gehalten werden.
Großbritannien bemüht sich nach Angaben aus Diplomatenkreisen darum,
daß der UN-Sicherheitsrat noch in dieser Woche über eine Lockerung der
Sanktionen gegen den Ölkonzern NOC und die libysche Zentralbank
abstimmt.
In der UNO gibt es aber Widerstand. So sind die Staaten des
lateinamerikanischen Wirtschaftsbündnisses ALBA nach Aussage des
venezolanischen UN-Botschafters dagegen, daß der Übergangsrat künftig
Libyen bei den Vereinten Nationen vertritt. Die ALBA-Gruppe sei sich
einig, daß der libysche UN-Sitz nicht von einer »illegitimen, vorübergehenden
Instanz« besetzt werden dürfe, die durch eine ausländische
Intervention an die Macht gelangt sei, schrieb Botschafter Jorge Valero
an den Präsidenten der UN-Generalversammlung, Nassir Abdulasis Al
Nasser. Auch die Afrikanische Union (AU) rief auf einer Tagung in Südafrikas
Hauptstadt Pretoria erneut zur Bildung einer Einheitsregierung. Die AU
wolle »mit dem Nationalen Übergangsrat und allen anderen Akteuren in
Libyen« zusammenarbeiten, hieß es in einer am Mittwoch veröffentlichten
Erklärung. Ziel müsse »die baldige Schaffung einer Regierung der
nationalen Einheit« sein. Am Rande der UN-Vollversammlung in der
kommenden Woche in New York wolle die AU über weitere Schritte
sprechen, »um den Frieden, die Demokratie und die Entwicklung« in
Libyen zu stärken.
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