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Bald
wie Somalia
Brutales
Vorgehen der Aufständischen in Libyen läßt Widerstand wachsen
Von
Rainer Rupp
Quelle:
jungeWelt vom 17 Oktober 2011
Auf
Kommunisten-online am 19. Oktober 2011 – Der Sprecher der NATO,
Oberst Roland Lavoie, zeigt sich »überrascht« über den anhaltenden
Widerstand in den libyschen Städten Sirte und Bani Walid gegen die mit
schweren Waffen ausgerüsteten Kämpfer des Nationalen Übergangsrats (NTC).
Zumal letztere von der NATO-Luftwaffe unterstützt werden. »Es macht
einfach keinen Sinn, was diese wenigen verbliebenen Kräfte tun«, erklärte
Lavoie in der vergangenen Woche. Die hinter Muammar Al-Ghaddafi
stehenden Kräfte seien von jeglichem Nachschub abgeschnitten, und die
Aufständischen – die mittlerweile als reguläre libysche Streitkräfte
bezeichnet werden – würden zudem ständig neu angreifen. Allerdings
wurden sie bisher immer wieder zurückgeschlagen. Das geht seit Wochen
so, obwohl der Übergangsrat in Sirte wiederholt den »unmittelbar
bevorstehenden Sieg« verkündet hatte.
Mit
seiner Überraschung über die Kampfstärke der Verteidiger outet sich
der NATO-Oberst als vollkommener Ignorant. Oder er übersieht
absichtlich die Verbrechen, die bei den jüngsten Eroberungen libyscher
Städte von den fanatisierten islamistischen sogenannten Misurata-Kämpfern,
benannt nach der wochenlang umkämpften Küstenstadt, begangen worden
sind, welche die Speerspitze der Offensive des Übergangsrats bilden.
Inzwischen räumen selbst westliche Medien brutale Mißhandlungen,
Folter und Mord durch die Aufständischen ein. Deren Rassismus äußert
sich zudem in der Vertreibung schwarzer Mitbürger. Die vor dem Krieg
von zehntausend Schwarzen bewohnte Stadt Tawarga ist heute geplündert
und total zerstört. Wer von den Bewohnern nicht ermordet oder
verschleppt wurde, wurde vertrieben. Die Verteidiger von Sirte und Bani
Walid wissen, weshalb sie bis zum letzten Atemzug weiterkämpfen.
In
ARD und ZDF gezeigte Videos aus der Kampfzone zeigten jüngst, wie die
Truppen des Übergangsrats mit Panzern, Granatwerfern und
Flugabwehrkanonen aus sicherer Distanz in der Großstadt Sirte mit ihren
mehr als 130000 Einwohnern wahllos ganze Wohnblöcke unter Feuer nehmen.
Dabei war es unmöglich, zwischen Kämpfern und Zivilisten zu
unterscheiden. Letztere sollen noch zu Zehntausenden in der Stadt
ausharren, wobei sie zudem auch ständig in Gefahr sind, ein Opfer von
NATO-Bomben zu werden. Berichten afrikanischer Medien zufolge, die immer
noch Kontakte in die belagerte Stadt haben, ist die Lage dort
katastrophal. Wasser, Lebensmittel und vor allem Medikamente sind knapp
oder gar nicht mehr vorhanden. Die Krankenhäuser sind hoffnungslos überfüllt.
Soviel zum »Schutz der Zivilisten«, den die NATO zum Vorwand genommen
hatte, um den Krieg im März zwecks Regimewechsel vom Zaun zu brechen.
Obwohl
die Wirtschafts- und Industrieminister der westlichen Staaten bereits
zur Aufteilung der Beute über Libyen hergefallen sind, läuft es dort
nicht so, wie die NATO es sich vorgestellt hat. Mit der weitgehend
kampflosen Einnahme der libyschen Hauptstadt Tripolis durch eine
offensichtliche Kriegslist glaubte man, das Ziel sei erreicht. Aber
inzwischen hat die libysche Bevölkerung ihre Erfahrung mit der brutalen
Willkürherrschaft der »Misurater« gemacht. Deshalb hat sich an vielen
Stellen im Land der Widerstand neu formiert. Und diesmal wissen die
Libyer besser, wofür sie kämpfen.
Auch
in der Hauptstadt Tripolis gehen die Kämpfe weiter, wobei bewaffnete
Gruppen aus der Bevölkerung, der sogenannte »grüne Widerstand«,
erfolgreich mit Guerillataktik operieren. In der vergangenen Woche
lieferten sich unabhängigen Berichten zufolge solche Einheiten in den
Stadtvierteln Hadba, Abu Salim, Gargaresch und Arada heftige Kämpfe mit
NTC-Kämpfern, die sie mit dem Vorteil der Ortskenntnis in Hinterhalte
gelockt hatten. Zur gleichen Zeit brachten sich im Stadtzentrum zwei
rivalisierende Gruppen des Übergangsrats beim Kampf um die Kontrolle
von zwei Banken gegenseitig um. In den Banken arbeitet schon längst
niemand mehr. Auch die meisten Geschäfte seien geschlossen, denn Plünderungen
durch die »Befreier« seien an der Tagesordnung. Für viele Menschen
gibt es laut den Berichten keine Arbeit mehr, und auch das Geld ist
ihnen ausgegangen. Überall in der Stadt haben NTC-Kämpfer, nicht
selten aus rivalisierenden Einheiten, Straßensperren errichtet. Recht
und Ordnung sind vollkommen zusammengebrochen. An Waffen mangelt es
nicht.
Dank
der NATO beginne »Libyen immer mehr wie Somalia auszusehen«, beschrieb
Justin Raimondo, Chef des bekannten US-amerikanischen Antikriegsportals
»antiwar.com«, die Entwicklung in dem noch vor einem Jahr wegen seines
Wohlstands als die »Schweiz von Afrika« bewunderten Landes.
junge
Welt, 17.10.2011
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Imperialistischer
Krieg: Angeblich für ‘Freiheit’, Demokratie’ und
‘Menschenrechte’?
Libyens
„Kollateralschäden“ waren auch ein Bombengeschäft für Rüstungskonzerne
und Kriegsaktionäre!
Von
Reinhold Schramm (27.10.2011)
Auf
Kommunisten-online am 29. Oktober 2011 – Der Luftkrieg
gegen veraltete militärische technische Einrichtungen Libyens war auch
eine Waffenshow für Rüstungskonzerne. Mehrere neue Waffensysteme,
darunter der „Eurofighter“, wurden erstmals im Kampfeinsatz - ohne
nennenswerte Gegenwehr - vorgeführt.
Auch
das US-Militär und die US-Rüstungsindustrie schickten drei neue
Waffensysteme in den Libyen-Einsatz: Den Kampfjet EA-18 G
„Growler“, das Lenkwaffen-U-Boot „USS Florida“ und eine
neue Version des „Tomahawk“-Marschflugkörpers.
»Die
„Growler“ ist eine auf elektronische Kampfführung spezialisierte
Variante des Mehrzweckkampfjets F/A-18 „Super Hornet“. Sie kann
feindliche Radaranlagen und Kommunikationssysteme stören und
Flugabwehranlagen mit Raketen beschießen.«
»Die
„USS Florida“ ist das erste Exemplar einer neuen Klasse
atomgetriebener Lenkwaffen-U-Boote, die sogenannten SSGN {...}. Wie ihre
Schwesterboote „Ohio“, „Michigan“ und „Georgia“ war die
„Florida“ zunächst mit 24 ballistischen „Trident“-Atomraketen
bewaffnet. In den vergangenen Jahren wurden 22 der 24 „Trident“-Startrohre
mit bis zu 154 der wesentlich kleineren „Tomahawk“ - Marschflugkörper
bestückt. Aus den restlichen zwei Startrohren können Spezialeinheiten
oder ferngesteuerte Tauchroboter das U-Boot verlassen.«
»Die
„Florida“ gehörte zu den drei U-Booten und zwei Zerstörern, die
Marschflugkörper auf libysche Flugabwehrstellungen und Kommandozentren
abgefeuert haben.«
Erstmals
kam die neue Block-IV-Version des „Tomahawk“-Marschflugkörpers zum
Einsatz. Die »R/UGM-109E „Tactical
Tomahawk“ kann während ihres Flugs auf eines von 16 gespeicherten
Zielen umprogrammiert werden, Sensordaten zur Kommandozentrale zurückschicken
und vor ihrem Einschlag stundenlang über dem Zielgebiet kreisen.«
[Dabei gibt es für das ‘zivile’ und militärische Personal der
Kommandozentrale - aus sicherer Entfernung - keinerlei Gefährdung durch
den technologisch weit unterlegenen
Gegner, wie im realen Nato-Trainingsfall ‘mit’ bzw. gegen Libyen.]
Rüstungs-
und Kriegsexperten gehen davon aus, dass der „Libyen-Konflikt“ ein
Test für die neue „Tomahawk“ war. Gegen die libysche Flugabwehr,
die seit Jahrzehnten nicht modernisiert wurde, hätten auch ältere
Versionen im Einsatz genügt, heißt es im Spiegel-Bericht. [1]
[Ein
modifizierter Auszug.]
Quelle
vgl.: Spiegel-Online, 25.03.2011.
Nato-Libyen-Einsatz.
Das Bombengeschäft.
http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,753095,00.html |