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Kassandra zum Pyrrhussieg des Imperialismus in Libyen

NATO-SÖLDNERPROTEKTORAT LIBYEN

von Kassandra

Kommunisten-online vom 3. September 2011 – Endlich! „Freiheit und Menschenrechte“ für die westlichen Konzerne, die sich derzeit milliardenschwere von imperialistischen Mächten als „eingefroren“ deklarierte beschlagnahmte bzw. geraubte Dollar- und Euro-Guthaben des einst reichsten Landes Afrikas einverleiben. In der HEUTE-Sendung vom 2. September 2011 um 19 Uhr formuliert die Moderation zynisch, dass „auch Deutschland“, gemeint sind die Konzernherren Deutschlands, „vom Aufbaukuchen für Libyen etwas abbekommen dürfte“. Gemeint ist, auch Deutschlands Finanzkapital wird sich einen Teil der Beute der imperialistischen Kriegsverbrechen an Libyen aneignen können.

„Freiheit und Menschenrechte“ für die Zivilbevölkerung Libyens sind jedoch fast im ganzen Land abgeschafft worden. Selbst die bürgerlich-reaktionären Nachrichtensendungen kommen nicht umhin, von den Pogromen und Massenvergewaltigungen der NATO-Söldner zu berichten. Dabei wird verharmlosend so getan, als richteten sich diese üblen Menschenrechtsverletzungen schlimmsten Grades seitens lybischer Söldner gegen einst schwarzafrikanische Söldner der von der NATO weg gebombten einstigen lybischen Regierung. In Wirklichkeit handelt es sich bei den Schwarzafrikanern nicht um Söldner der von NATO-Söldnern mit durchschnittlich 60 Luftangriffen täglich weg gebombten einstigen lybischen Regierung.

WER SIND ALL DIE SCHWARZAFRIKANER IN LIBYEN?

Libyen hatte in den letzten Jahrzehnten bis zum Ende seiner Souveränität in diesem Jahr eines der höchsten Prokop-Einkommen im Vergleich der afrikanischen Länder. „Die Sozialversicherung der Einwohner umfasst die kostenlose medizinische Versorgung sowie Witwen-, Waisen- und Altersrenten. Allgemeine Schulpflicht bei kostenlosem Unterricht besteht für Sechs- bis Fünfzehnjährige. [5] Dennoch liegt die Analphabetenrate der Frauen noch bei 29 % und die der Männer bei 8 %; diese Rate ist aber mit insgesamt 17 % im afrikanischen Vergleich sehr niedrig“, weiß Wikipedia zu vermelden.

Ist es angesichts solcher in Afrika nur paradiesisch zu nennender Lebensverhältnisse nicht ganz normal, dass viele Migranten aus ganz Afrika nach Libyen einwanderten, um dort für ihre Lohnarbeit zumindest einen akzeptablen Lohn zu erhalten, welcher ihnen und ihren Familien in Libyen einen sehr viel höheren Lebensstandard verschaffte, als es in ihren Herkunftsländern vor allem südlich Libyens, woher ja die schwarzafrikanische Einwanderung logischerweise stammen muß, üblich war? Diese Menschen sind also in aller Regel eingewanderte Armutsflüchtlinge. Bekanntlich versuchten auch einige von ihnen, in die EU einzuwandern. Was als Flüchtlingsdrama der italienischen Insel Lampedusa vor Libyen seit Jahrzehnten Tatsache ist.

Wer sind da Täter und Opfer?

Wem also nützen die Pogrome gegen diese Schwarzafrikaner in Libyen heute? Wer hinter den Tätern, den NATO-Söldnern steckt, ist bekannt. Sie stehen unter direktem Befehl der NATO-Interventionsstreitkräfte. Und wie sich mittlerweile herausstellte, maskierten sich Tausende Söldner aus beispielsweise Großbritannien mit libyschen Uniformen, um an vorderster Front am Boden Kriegsverbrechen zu verüben. Die interviewten Schwarzafrikaner, die aus Tripolis geflüchtet sind, berichten von Massenvergewaltigungen und Plünderungen durch die NATO-Söldner. Die NATO-Söldner rauben diesen Menschen somit ihre Ersparnisse, nachdem ihnen die NATO auch die Arbeitsplätze und die vorher sicheren Unterkünfte weggebombt hat.

Auch wenn am 2. September zum Ende des Ramadan auf dem zentralen Platz in Tripolis öffentlich gebetet wurde und der kleine islamistische Teil jener verschwindenden Minderheit von NATO-Freunden in Tripolis an jenem Gebet teilnahm, konnte diese Kulisse doch nicht über die Wirklichkeit hinwegtäuschen. Nur ein paar hundert im NATO-Auftrag heran gekarrte Menschen knieten dort nieder. Die Bevölkerungsmasse der Millionenmetropole Tripolis hingegen ist an jenem Ritual vor den Kameras der NATO-Reporter nicht beteiligt.

Dies verwundert nicht, denn die NATO-Söldner begehen nach wie vor übelste Kriegsverbrechen an der ihnen nun völlig schutzlos ausgelieferten zivilen Bevölkerung in und um Tripolis. Von den alltäglichen brutalen Razzien der bis an die Zähne bewaffneten NATO-Schergen in den Wohnvierteln von Tripolis berichtet kein NATO-Reporter. Bestenfalls erwähnt er, dass es „möglicherweise“ und „immer noch“ zu „Übergriffen“ und „Racheakten“ kommen würde ... natürlich angeblich völlig ungewollt seitens der NATO-Befehlshaber vor Ort!

Alle Aufstandsbekämpfungs-Richtlinien der an den Kriegsverbrechen gegen Libyens Volk beteiligten imperialistischen Mächte sagen jedoch aus, dass durch Terror und Schrecken ohne Grenzen und ohne Ende jeglicher Widerstandswillen der Völker zu brechen ist. Die Libyer sind ein auf ihre harter kämpfte Souveränität stolzes Volk gewesen. Die libysche Regierung führte in vielen Städten die Volksbewaffnung durch. Übelste und verbrecherischste Razzien der NATO-Söldner zielen derzeit darauf ab, den moralischen Widerstandswillen des libyschen Volkes zu brechen und dieses Volk zu entwaffnen.

Womit die Schwarzafrikaner aber auch alle anderen werktätigen Klassen und Schichten des libyschen Volkes derzeit unter blutigen Massakern an der Zivilbevölkerung unter Kommando der NATO zu leiden haben.

Der Imperialismus zeigt da seine ganze Scham- und Zügellosigkeit, sein übles verbrecherisches und menschenverachtendes aggressives Wesen. Wer sich angesichts der andauernden NATO-Kriegsverbrechen weismachen lässt, das libysche Volk „schaut jetzt nach vorn“, wie es die verlogene Journalistenmeute des Finanzkapitals durch ihre Medien blökt, der sollte sich bitte mal fragen, wie er dazu stehen würde, wenn alle Welt schweigend zuschaut, sofern er selbst nackt unter die Wölfe gerät.

DER „SIEG“ DER NATO IST NUR EIN PYRRHUSSIEG

Gegen den absehbaren Volksaufstand der Masse des lybischen Volkes gegen den Imperialismus hat keine imperialistische Besatzerarmee aus gedungenen Kriegsverbrechern eine Chance. Zweidrittel der Libyer leben im sogenannten Tripolitanien, welches somit die Kernregion Libyens darstellt und den NATO-Söldnern den härtesten Widerstand leistete. Zugleich wurde dieses Gebiet West-Libyens am stärksten von NATO-Flächenbombardements verwüstet, seine Bevölkerung leidet derzeit am stärksten unter dem Besatzerterror der NATO-Söldner.

Weder mit steigenden Lebensmittelpreisen noch Wasser- oder Hungersnot hatten die Libyer in den letzten Jahrzehnten jemals zu kämpfen gehabt. Es gab aber bereits 1986 die Bombardierung von Tripolis durch die US-Luftwaffe. Und es gab ein jahrzehntelanges Wirtschaftsembargo des US-Imperialismus gegen Libyen.

Daher wissen die Arbeiter und Bauern sowie die kleinen Gewerbetreibenden Libyens sehr genau, wer ihnen ihr Land immer wieder verwüstet und sie mit Kriegsverbrechen überzieht. Die Verwalter des jetzt dort entstehenden NATO-Protektorats dürfen sich also auf einen nicht beherrschbaren Guerrillakampf des libyschen Volkes einstellen.

Der Kampf des libyschen Volkes für seine Freiheit, die Souveränität Libyens und die nationale und soziale Befreiung ist längst wiederaufgenommen worden, all zu schlecht wurden die ausländischen Besatzungstruppen getarnt. Kaum jemand in Libyen wird an die Mär vom „Volksaufstand“ glauben. Und nahezu jeder Libyer erlebte die NATO-Luftangriffe.

Und für den Raub des Erdöls Libyens werden die Pleitegeier namens USA und EU-Staaten durch den Widerstandskampf der Libyer mehr Kosten haben, als der Preis für das jahrzehntelang von Libyen erworbene Erdöl gewesen sein dürfte.

Fazit: Der „Sieg“ der NATO in Libyen kann nur ein Pyrrhussieg bleiben.

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