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Als
philippinischer Dolmetscher bei US Army
beworben und ermordet
REGIERUNG
MUSS MYSTERIÖSEN TOD VON GREGAN CARDENO IN BARRACKEN DER US-TRUPPEN IN
MARAWI CITY AUFKLÄREN
übersetzt
von Jens-Torsten Bohlke, Brüssel
Auf
Kommunisten-online vom 2. April 2010 - Das Menschenrechtsbündnis
Karapatan, Kawagib Moro Human Rights Center und andere
Menschenrechtsorganisationen in Mindanao bildeten die Bewegung
„Gerechtigkeit für Gregan Cardeño“ und unterstützen die Forderung
der Familienangehörigen des 33 Jahre alten Gregan Cardeño nach
Gerechtigkeit für diesen Filipino, welcher unter mysteriösen Umständen
am 2. Februar 2010 nur zwei Tage nach seiner Einstellung als Dolmetscher
für US-Truppen der Gemeinsamen Sondereinsatzkräfte (JSOTF) - Balikatan
in Camp Ranao, Datu Saber, Marawi City, im Standort der 103. Brigade der
Philippinischen Armee verstarb.
Die
Familie Cardeño glaubt nicht daran, dass Gregan Selbstmord verübte.
Denn das Opfer hatte vor dem Tod ein Gespräch mit seiner Frau und
seiner Schwester. Darin bekannte er, dass er nicht nach Cotabato
gebracht worden war, sondern nach Marawi City. Und dass das, was zu tun
ihm aufgetragen worden war, als er in den US-Baracken bei der 103.
Brigade der philippinischen Armee eintraf, nichts mit dem Wesen der Tätigkeit
zu tun hat, wofür er sich hat einstellen lassen. Die Familienangehörigen
finden auch den Bericht der philippinischen Polizei und der US-Truppen
zweifelhaft angesichts der Verletzungen, die sie während Gregans
Autopsie sahen.
Auf
der Grundlage des Berichtes der von Karapatan, Kawagib und
Inpeace-Zamboanga, Menschenrechtsanwälten der Bewegung „Gerechtigkeit
für Gregan Cardeño“ vom 2. bis 5. März 2010 ermittelten Tatsachen
ist zu schlussfolgern, dass Misshandlung zum Tod von Gregan Cardeño führte:
Das
Ausbleiben einer Untersuchung und das sofortige Vorgeben der US-Truppen
hinsichtlich Selbstmordmotivs trotz der Tatsache, dass sie Erfahrung
haben und mit dem Grundlagenwissen geeigneter Formen der Untersuchung
ausgebildet sind. Sie sicherten nicht einmal den Tatort. Sie ließen die
Verschmutzung des Ortes zu, an dem die Leiche von Gregan Cardeño
gefunden wurde.
Die
Polizei stimmte unverzüglich den US-Truppen zu und schloss, dass Gregan
Cardeño infolge Selbstmords verstarb. Es gab keine geeignete
Untersuchung.
Materielle
Beweise zum Fall wurden vorsätzlich vernichtet, Gregan Cardeños Handy
wurde von allen Inhalten entleert - Telefonverzeichnis, einkommende und
ausgehende Nachrichten, Fotos und Rufverzeichnis - dies obwohl selbst
der Polizeioffizier Ali Guibon Rangiris das Telefon zum Kontaktieren
eines Familienmitglieds am 3. Februar 2010 und zur Information über
Gregan Cardeños Tod genutzt hatte. Das angeblich vom Opfer zur
Selbsterhängung benutzte Bettlaken war nicht in polizeilicher Obhut.
Die
Fotos, die von der Polizei von Gregan Cardeños Leiche aufgenommen
wurden, zeigten ihn in grünem Shirt, Mahjong-Hosen mit teils sichtbarer
Unterwäsche. Aber als der Kadaver zum Leichenschauhaus geliefert wurde,
trug er kein Shirt mehr und war nur mit spärlichen Shorts verfälscht
bekleidet.
Gregan
Cardeño wies Stichverletzungen am rechten Fuß, am linken Innenbein und
am rechten Oberarm auf, was der Eingangsschilderung von Polizeioffizier
Ali Guibon Rangiris widerspricht, wonach es keine Abwehrverletzungen an
den Armen des Opfers gegeben hatte, als es aufgefunden wurde.
Auf
der Grundlage dieser Tatsachen geht Karapatan davon aus, dass Gregan
Cardeño ein Opfer eines abscheulichen Verbrechens innerhalb der
Baracken der US-Truppen ist. Wir sind eins mit seinen Familienangehörigen
beim Ruf nach Gerechtigkeit.
Wir
rufen unsere Regierung dazu auf, sich dieser Sache anzunehmen, denn es
geht um den Tod eines Filipinos beim Einsatz der US-Streitkräfte
innerhalb der Baracken ausländischer Truppen und innerhalb eines
philippinischen Militärstandortes. Wir hoffen, dass dies nicht genauso
ausgeht wie die früheren Fälle mit Beteiligung von US-Truppen.
Wir
rufen die philippinische Regierung dazu auf, eine gründliche
Untersuchung vorzunehmen und der Familie von Gregan Cardeño bei ihrer
Forderung nach Gerechtigkeit zu helfen.
Quelle:
http://www.karapatan.org/gregan-carde%C3%B1o-3mar10 |