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Während
Israel Gaza mal wieder bombardiert, feiert Ägyptens
Volk wohlverdient als ersten Sieg seines Kampfes eine Freiheit, die
unter einer Militärdiktatur wohl noch lange nicht vollständig errungen
worden ist
DAS
VOLK ÄGYPTENS JAGTE MUBARAK INS EXIL
übersetzt
und zusammengefasst von Jens-Torsten Bohlke
Havanna,
12. Februar 2012, Cubadebate. (auf Kommunisten-online am 13. Februar
2011) – Endlich ist das reaktionäre Ausbeutungs- und Unterdrückungsregime
des Vasallen von US- und EU-Imperialismus Mubarak in Ägypten unter dem
Druck des Volksaufstandes zur Abdankung gezwungen worden. Es bedurfte
nur zwei Wochen zunehmender Massenproteste bis hin zum politischen
Generalstreik mit Beteiligung der Arbeiter des Suez-Kanals, was dem
weltweiten Imperialismus letztlich den größten Schmerz versetzt haben
dürfte. Denn bricht die Durchfahrt für die großen Öltanker und
Handelsschiffe durch den Suezkanal zusammen, dann hat dies ganz
empfindliche Geschäftsverluste für Ölkonzerne und Handelskonzerne zur
Folge und wird zum „geostrategischen Problem“ und Albtraum für den
US- und EU-Imperialismus.
Der
Druck auf Mubarak, endlich zurückzutreten, wurde somit auch aus
Washington, Tel Aviv, Paris, Brüssel, Berlin und London immer stärker.
Zumal Washington und Tel Aviv ihren Lieblings-Nachfolger, den folternden
Bluthund Omar Suleiman, längst rasch in den letzten beiden Wochen als
Stellvertreter Mubaraks in Stellung gebracht hatten. Suleiman durfte
denn auch den Rücktritt Mubaraks in einer Fernseh-Übertragung dem ägyptischen
Volk verkünden. Der zu erwartende einsetzende Jubel der Ägypter sollte
bewusst von Suleiman ausgelöst werden, damit er davon profitieren könnte.
So
die leicht durchschaubare Absicht dieses von CIA und Mossad
mitinszenierten Schachzugs beim „Machtwechsel in Ägypten“. Was
lediglich eine Machtübergabe von Mubarak an einen Militärrat war,
welcher Parlament und Regierung getreu Regie-Anweisungen aus Washington
und Tel Aviv auflöste. Ägypten ist nun von der Staatsform her eine
Militärdiktatur, vom Wesen her jedoch unverändert ein vom
Imperialismus abhängiges und unterdrücktes Land mit einer sehr
mehrheitlich bettelarmen Bevölkerung.
Den
ägyptischen Volksmassen sei die jetzt zur Jubelstimmung reichende erste
große Freude über diesen ersten großartigen Sieg in ihrem zähen
Kampf gegönnt, bevor sie ihren Kampf sicherlich unbeirrt weiter
fortsetzen werden. Denn Suleiman ist nicht ihr Mann, sondern er ist der
Mann Tel Avivs und Washingtons, die „harte Hand des Imperialismus“
und der mit dem Auslandskapital engstens verbundenen Kreise der ägyptischen
Kompradorenbourgeoisie.
MULTI-MILLIARDÄR
MUBARAK MUSS NIE HUNGERN WIE SEIN VOLK
Unterdessen
soll Mubarak in Sharm-el-Sheikh angeblich Urlaub machen, was niemanden
mehr sonderlich interessiert. Seine Hintermänner beschäftigt „das
Chaos“ umso mehr, welches er „ihnen hinterlassen hat“. Die Fotos
zeigen seine politischen Freunde. Möglicherweise zieht Mubarak in das
Londoner Exil. Dort erwartet ihn seine 8,5 Millionen Pfund werte
Residenz. 6 Stockwerke sind es nur, die er dort sein eigen nennen kann.
Einen Katzensprung entfernt vom „Harrod's“ in bester Citylage in
London. Und dort könnte er mit seiner Familie das auf 25 Milliarden
Pfund geschätzte Privatvermögen verjubeln, welches aus den armen Ägyptern
von diesem Tyrannen seit 1981 herausgepresst wurde. Es bleibt
abzuwarten, inwiefern die britische Bevölkerung ihn dort akzeptieren
wird...
BARADHEI
BLEIBT POLITISCHE SCHACHFIGUR DES IMPERIALISMUS
Führende
politische Vertreter des EU-Imperialismus wie Angela Merkel und Nicolás
Sarkozy setzten mit Baradhei sehr möglicherweise nur vorerst auf das
falsche Pferd für die Amtsnachfolge von Mubarak. Baradhei ist in Ägypten
unbekannt. Ob er wegen seiner im Gegensatz zu Suleiman nicht mit Blut
des eigenen Volkes befleckten Hände nicht der bessere Statthalter für
die imperialistischen Interessen gewesen wäre, soll unsereins derzeit
nicht beschäftigen. Das Washington und Tel Aviv für unbedingt militärisch
abgesicherte Vasallenregimes sind und im Unterschied zum
EU-Imperialismus auf die demokratische Maskerade als zu vernachlässigende
Nebensächlichkeit gerne verzichten, liegt für unsereins auf der Hand.
Baradhei blieb dann auch nur noch übrig, Mubaraks Rücktritt mit den
entlarvenden Worten zu kommentieren: „Das Land ist jetzt befreit
worden.“
Mit
einem lediglich politisch entmachteten Diktator soll es zur Befreiung
eines ganzen Landes gekommen sein? Die Volksmassen Ägyptens werden dies
wohl anders sehen, denn sie fordern Arbeit und Brot, nicht nur neue
Gesichter an der Spitze eines gegen sie herrschenden korrupten und
blutigen Regimes mit Hintermännern und Strippenziehern in Washington,
Tel Aviv, Brüssel, Paris, Berlin. Baradhei dürfte weiterhin von diesen
Strippenziehern in einer Art Reserveposition gehalten werden. Denn auch
ein Suleiman muss jetzt erst noch beweisen, wer nun wen niederkämpft:
Suleiman die Volksbewegung, oder das Volk diesen Bluthund Tel Avivs und
Washingtons namens Suleiman.
MACHTÜBERGABE
AN DIESE ARMEE – WEM NÜTZT ES?
Nun
ist die Rede davon, dass die Macht an die Militärführung Ägyptens übergeben
wurde. Was erst mal eine reine „Wachablösung“, sozusagen ein
relativ unblutiger Putsch ist, eben die Fortsetzung des Mubarak-Regimes
ohne Mubarak. Dennoch ist das Land nicht mehr dasselbe wie zu den für
den Imperialismus aus allein dessen Sicht recht „guten alten Zeiten“
mit Mubarak, als dort jede antiimperialistisch-demokratische Regung
blutig erstickt wurde.
Wie
steht es nun um eine Armee, die sich zwar angeblich weitgehend bisher
aus den innenpolitischen Auseinandersetzung herausgehalten haben soll,
wie bürgerliche Medien gerne glauben machen wollen, - andererseits aber
höchst präsent an etlichen Straßenkreuzungen stark bevölkerter
Gegenden Ägyptens in Erscheinung getreten ist. Eine Armee, die
ebenfalls durch das Inhaftieren und grausame Foltern von in den letzten
zwei Wochen mindestens Dutzenden ägyptischen Demokraten aufgefallen
ist. Eine Armee, in welcher die Anhänger des einstigen blutigen
Geheimdienstchefs Suleiman mehr denn je derzeit das Sagen haben dürften.
Denn klar ist, dass weder der ägyptische Geheimdienst noch der Mossad
oder die CIA in den letzten beiden Wochen untätig dem sich immer stärker
ausweitenden Volksaufstand in Ägypten zugeschaut haben dürften.
Mit
Suleiman steht nun nicht nur nach wie vor, sondern ganz aktuell mehr
denn jemals der Wunsch-Präsident Washingtons und Tel Avivs an der
Spitze des in Ägypten herrschenden reaktionären Regimes. Suleiman
folterte persönlich gerne mit und ließ sich gerne Opfer von der CIA in
den Kerker bringen, um mal selbst Hand mit anzulegen und zu zeigen, was
sich mit widerwärtigster Brutalität aus politisch Verschleppten
herausholen lässt. Ägypten wurde zu einem großen Guantánamo für die
CIA und den US-Imperialismus. Die reaktionären bürgerlichen Medien der
USA und der EU, des sogenannten ach so presse-freiheitlichen Westens,
ließen uns Bürger davon nichts wissen. Weil wir sonst möglicherweise
dagegen protestiert hätten. Wichtiger ist ja jeder „Betriebsunfall“
in einer Gottschalk-Show für diese ach so „freien“ westlichen
Medien, deren Auftrag in Volksverdummung besteht und viel zu oft mit
viel zu viel Erfolg ausgeführt wird.
Nun
wird unsereins vorgegaukelt, die Armee Ägyptens sei „neutral“ und könne
einen „friedlichen Übergang“ in eine wie auch immer geartete
„Demokratie“ gewährleisten. Für die imperialistischen
Klasseninteressen ist es sicherlich die richtige Option, auf eine
verbrecherisch auch gegen das eigene Volk einsetzbare Armee und nicht
auf die Volksmassen zu setzen, welche sicherlich nicht weiterhin von
eben diesen imperialistischen Interessenvertretern regiert werden möchten
und auch deren „Demokratie“ nicht länger erdulden wollen, sondern für
eine Volksdemokratie im antiimperialistischen und bürgerlich-demokratischen
Sinn kämpfen.
Die
Armee Ägyptens ist keine Volksarmee, sondern der stärkste bewaffnete
Arm eines stockreaktionären höchst autoritär gegen sein Volk
zuschlagenden Regimes. Diese Armee riegelt Palästina gemeinsam mit den
israelischen Streitkräften ab. Diese Armee ist bereits blutbesudelt in
jeder Hinsicht.
Unsereins
kann daher davon ausgehen, dass diese Armee nicht das Vertrauen des ägyptischen
Volkes genießt, sondern lediglich derzeit durch ihre scheinbare
Neutralität bei denen Punkte sammelt, die mit Klüngelei und Kungeln um
Pöstchen gerne etwas mehr Macht und Einfluss hätten. Dies sind
Fraktionen der einheimischen Bourgeoisie, welche unter Mubarak nicht
viel zu melden hatten. So zum Beispiel die binnenmarktorientierte
Bourgeoisie, diverse kleinbürgerliche Kräfte, die Moslembruderschaften
usw. Das Volk muss also aufpassen, hier nicht einen Pyrrhussieg zu
feiern. Mehr ist bisher nicht errungen worden.
Die
Armee Ägyptens zerstörte auch den Sitz von Al-Dshazira in Kairo. Sie
wies ausländische Journalisten z.B. von Telesur aus. Eine
fortschrittliche Kraft ist diese Armee keinesfalls. Und letztlich geht
es auch den ägyptischen Generälen darum, die eigene Haut vor der
aufgestauten berechtigten Wut der Volksmassen zu retten.
Genau
wie einst im Iran zum Zeitpunkt des Sturzes des dort verhaften
Schah-Regimes leben die ägyptischen Offiziere und Generäle in Villen
und kleinen Palästen. Sie leisten sich Luxus aller Art, können ihren
Kindern beste Luxus-Kindergärten und beste private Schulen bieten. Ihre
täglichen Bedarfsgüter beziehen sie aus Sonderverkaufsstellen für
militärische Einrichtungen mit hoch subventionierten Preisen ausländischer
und inländischer Herkunft. Der US-Imperialismus hätschelt und pflegt
die Militärkaste vieler verbündeter und insbesondere aus seiner Sicht
so „geostrategisch bedeutsamer“ Regimes wie des ägyptischen. 1,3
Milliarden Dollar „Militärhilfe“ für die korrupte Militärführung
Ägyptens sind kein Pappenstiel!
VOLKSVERBRÜDERUNG
MIT PANZERSOLDATEN – WIRD DAS REICHEN?
Es
erinnert an die Nelkenrevolution in Portugal 1975, dass jetzt in Ägypten
vielerorts protestierende und wegen Mubaraks Ende jubelnde Menschen auf
die Panzer klettern und mit den Panzersoldaten das Ende des Tyrannen
Mubarak feiern. Zweierlei Dinge sind daran bedeutsam.
Erstens
werden Teile der Streitkräfte von den protestierenden Menschen dazu
animiert, sich der Volksbewegung anzuschließen und nicht mehr willfährige
bewaffnete Stütze eines verhaften Regimes
zu sein.
Zweitens
bleiben so die Volksmassen mobilisiert und erfüllt sich nicht Suleimans
sowie des Imperialismus Hoffnung, dass jetzt die Demobilisierung der
Volksmassen in naivem Hoffen auf Zugeständnisse durch „Dialog“
zwischen den verschiedenen Fraktionen der ägyptischen Bourgeoisie
einsetzt. Denn mit dem Ziel der Demobilisierung des Volkes haben die
Hintermänner in Washington und Tel Aviv zu diesem Zeitpunkt die
Abdankung von Mubarak erzwungen.
Wir
müssen also abwarten, ob sich das Volk Ägyptens mit der Wachablösung
im Regierungsgebäude zufriedengibt oder weiterhin die Straßen
protestierend füllt.
TUNESIEN,
ÄGYPTEN ... JEMEN, JORDANIEN ... LIBYEN, ALGERIEN ...
Unübersehbar
ist die angespannte Lage in Jordanien, Jemen und anderen von reaktionären
pro-imperialistischen Regimes regierten arabischen Ländern, in denen
sich das Volk zunehmend mobilisiert wie in Tunesien und Ägypten. Die
dortigen Herrscher werden immer nervöser. Ihre Herrschaft wird nicht
ewig währen. Und sie verfolgen aufmerksam das Geschehen in Tunesien und
Ägypten. Interessant wäre zu erfahren, ob diese bei ihren Völkern
verhaften korrupten Vasallen des US- und EU-Imperialismus derzeit
bereits begonnen haben, rasch noch ein paar Milliarden Dollar mehr auf
ihre privaten Auslandskonten zu transferieren. Die CIA wird dies wissen
und beobachten, denn sie hat ja mittlerweile alle Geldströme unter
Kontrolle.
Insbesondere
in Jemen und Jordanien ist es seit einer Woche zu immer mächtigeren
Protestdemonstrationen der Volksmassen gegen die morschen verhaften
Regimes gekommen. Davon will nur
keine bürgerlich-reaktionäre Medienwelt den Völkern in der EU und in
den USA etwas berichten. Cubadebate schätzt ein, dass dort die nächsten
Volksaufstände sich entwickeln könnten und die weitere Entwicklung in
den nächsten Tagen zu beobachten bleibt. Umso besser in der
„westlichen Welt“ dürften die Geheimdienste informiert sein und
Alarm schlagen, denn eine ganze Region ist nun aus deren Sicht zum
explodierenden Pulverfass geworden.
Unterdessen
schwafeln die reaktionären bürgerlichen großen Medien von
„Demokratie“ und meinen damit die Fortsetzung des imperialistischen
Diktats über die arabische Welt mit vielleicht einigen kosmetischen Veränderungen
an der Fassade. Im Grunde geht es weiterhin um das kalte Ölgeschäft,
denn die USA, die EU und Israel sind auf die Öltanker und deren freie
Route durch den Suezkanal sehr angewiesen.
Diese
wahren Interessen und Hintergründe für das Verhalten des Imperialismus
sind den arabischen Völkern bekannt. Laut einer sehr seriösen Umfrage
schätzen große Mehrheiten übereinstimmend in den arabischen Ländern
ein, dass nicht der Iran, sondern Israel und die USA die Hauptbedrohung
für die Region ist. 88% der Araber sehen in Israel die größte
Bedrohung für die eigene Sicherheit. 77% sehen dann zweitens in den USA
die größte Bedrohung für ihre Sicherheit. Und nur 10% der Araber
meinen überhaupt, dass Iran eine Bedrohung für sie darstellt. Diese
Angaben veröffentlichte Noam Chomsky auf „Democracy now“ am 3.
Februar 2011.
TEL
AVIV & CO. SIEHT ALLES ALS NACH PLAN GELAUFEN AN
Und
während die ägyptischen Volksmassen auf dem Tahir-Platz in Kairo
„Freiheit, Freiheit“ skandieren, erklärt Israel, dass es von der
neuen Lage in Ägypten keinerlei Trübung seiner guten Beziehungen zu Ägypten
erwartet.
Die
westlichen Medien dürfen nun munter spekulieren, wer da am meisten am
politischen Ruder im Mubarak-Nachfolge-Regime sitzt. Spaniens El País
sieht diese Person im Armeechef Mohamed Tantawi, 75 Jahre, enger
Gefolgsmann von Mubarak, Verteidigungsminister seit 1991, einst Chef der
Präsidentengarde.
Washingtons
Presse ergießt sich großsprecherisch in der Einschätzung, dass
Mubaraks Abdankung „ein historischer Entscheidungsmoment“, einen
„unumkehrbaren Wechsel“ darstellen würde (The Guardian).
Großbritanniens
Premierminister David Cameron sieht sich veranlasst, dem ägyptischen
Volk seine Empfehlungen auszusprechen. Er warb für einen Wechsel hin zu
einer „zivilen und demokratischen Regierung“. Mubaraks Abdankung sei
eine perfekte Möglichkeit für die Ägypter, eine „wirklich offene,
freie und demokratische Gesellschaft“ zu errichten.
Frau
Merkel sah sich bemüßigt, dem ägyptischen Volk ihre Gratulation
auszusprechen. „Heute ist eine Tag der Freude“, verkündete sie der
Welt mit Blickrichtung Ägypten. „Wir alle sind Zeugen des
historischen Wechsels. Wir teilen die Freude der Menschen auf den Straßen
von Kairo.“
Und
Obama? „Das ägyptische Volk hat gesprochen“, so der politische
Spitzenbeamte des Imperialismus. „Ägypten wird nie wieder wie zuvor
sein. Aber dies ist nicht das Ende des Übergangs, sondern erst der
Beginn. Die Armee wird einen in den Augen des ägyptischen Volkes
glaubhaften Übergang gewährleisten müssen. Ägypten hat begonnen,
sich in den letzten zwei Wochen zu verändern. Dank den Müttern, Vätern,
Jugendlichen, die auf die Straße gegangen sind. Die Stimme ist in aller
Welt gehört worden. Die Militärs haben die Bürger respektiert. Und
das ist wichtig. Wir sehen eine neue Generation aufsteigen, die eine
Regierung will, die ihre Erwartungen und nicht ihre Befürchtungen repräsentiert.“
All
diesen Erklärungen imperialistischer Politiker ist gemein, dass sie
hoffen, mit diesem „Machtwechsel“ von Mubarak an den Militärrat Ägypten
weiterhin wie bisher unter ihrer Kontrolle zu halten. Nach dem Motto
„Hurra, die Militärdiktatur ist da, - bitte freut Euch mit uns über
die gewonnene Demokratie und geht wieder brav nach Hause, Ihr Ägypter!“
WEITERE
ERSTE REAKTIONEN
Irans
Außenminister Ramin Mehmanparast sprach von einem „großen Sieg wie
jenem von 1979 nach dem Sieg der iranischen Revolution, die an einem Tag
wie heute den letzten Schah von Persien stürzte“. Dahinter steckt die
Freude über die sich abzeichnende Schwächung des Einflusses der USA
durch den ägyptischen Volksaufstand. Irans Führung wertet auch den ägyptischen
Volksaufstand als „Welle des Erwachens des Islams“.
Venezuelas
Kanzler Nicolás Maduro sprach von der „Spaltung des arabischen Volkes
durch die Imperien“ und davon, dass „das arabische eineinhalb
Jahrhunderte voller Interventionen hinnehmen musste“ (Venevision). Er
forderte den Imperialismus auf, „das Selbstbestimmungsrecht des (ägyptischen)
Volkes zu respektieren“.
DIE
POSITION DER ÄGYPTISCHEN VOLKSMASSEN
Die
Video-Aufnahmen von Al-Jazeera zeigen, dass es nicht nur Jubel bei den
Massen gab, sondern auch der Märtyrer und Helden gedacht wurde, der getöteten
und in Gefangenschaft schwer gefolterten Opfer der Repression des
Mubarak-Regimes in dessen letzten Tagen und Wochen. Die Demonstration
von Tahir-Platz ging verändert zum Verteidigungsministerium als neuem
Machtzentrum der Regierungsgewalt. Das Volk rief in die geschlossenen
Fenster des Gebäudes „Hier, hier, hier sind die Ägypter“.
Und
die demonstrierenden ägyptischen Massen sind sich bewusst, dass es ihr
Erfolg ist, welchen sie da feiern. „In den 18 Tagen haben wir Tränengas,
Gummigeschosse, Einsatz von scharfer Kriegsmunition, Molotow-Cocktails,
Pferdehufe, Skepsis und Angst unserer nächsten Angehörigen gegen uns
gehabt. Dazu die übelste Art von Doppelzüngigkeit einer Weltöffentlichkeit,
die uns hier zur Beachtung der Demokratie aufruft“, so Karim Medhat
Ennarah, Demonstrationsteilnehmer, zu The Guardian. „Aber wir haben
unseren Boden gewonnen. Wir haben es geschafft.“
Wünschen
wir den ägyptischen Arbeiter und Bauern, Kleingewerbetreibenden und
Jugendlichen, Müttern und Alten jetzt das Durchhaltevermögen, den
Volksaufstand fortzusetzen und eine antiimperialistisch-demokratische
Revolution zu vollenden. Wünschen wir ihnen, dass sie sich wirklich die
Souveränität Ägyptens erkämpfen und die nationale und soziale
Befreiung ihres Landes durchzusetzen vermögen. Wünschen wir ihnen für
jetzt und heute, dass sie das fadenscheinige Spiel des Imperialismus und
dieses Operettentheater um den Erhalt des Mubarak-Regimes ohne Mubarak
durchschauen und durch ihren nicht nachlassenden politischen
Generalstreik durchkreuzen werden.
Last
not least wünschen wir unseren Genossen von der Kommunistischen Partei
Ägyptens eine möglichst starke Massenbasis und allergrößte Erfolge
im Kampf für die Zukunft des Landes und die Interessen der werktätigen
Volksmassen. Unsere tiefe Solidarität ist mit Euch, Ihr kämpfenden
Genossen und Menschen auf den Straßen in Ägypten.
Quellen:
http://www.cubadebate.cu/
http://www.cubadebate.cu/
http://www.cubadebate.cu/
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