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Besatzer
morden in Palästina
Erschießung
von zwei Jugendlichen in Nablus
von Hanan No-Shi
Ich
sende Euch den Augenzeugenbericht unseres Nachbarn Mahdi, 22 Jahre alt.
Er hat unmittelbar den Tod von Muntassir Hadadi, 16 und Amir Banat, 15
mitbekommen.
„Am
Abend des 20.11. sah ich um 18.45 in den aktuellen Fernsehnachrichten,
dass Jeeps in die Altstadt gekommen waren. Sie waren in der Market
Street, also nur einen Steinwurf von unserem Haus hier entfernt. Mein
Freund und ich gingen runter auf die Strasse, von wo wir andere Jungs
pfeifen und rufen hörten. Wir waren dann im Endeffekt alle zusammen
eine Handvoll und sahen zwei Jeeps in ca. 75 m Entfernung stehen, einen
großen Asisa, einen normal grossen Jeep. Wir riefen einige Frechheiten
auf Hebräisch in ihre Richtung, keiner von uns warf Steine, keiner
hatte auch nur den kleinsten Gegenstand in der Hand. Wir sahen den großen
Jeep ca. 2 Meter zurücksetzen, der kleinere verringerte ein wenig die
Intensität seiner Scheinwerfer. Wir machten Witze und Sprüche. Dann
sahen wir einen der Soldaten sein Fenster öffnen und sahen, wir er sein
Gewehr auf uns richtete. Er schoss auf uns, gleich darauf checkten wir
alle unsere Körper und lachten zuerst. Dann wollten wir uns in eine der
Seitengassen, die auf die Strasse münden, zurückziehen, da der Jeep
auf uns zugefahren kam. Da sahen wir, als wir uns umdrehten, Muntassir
auf dem Boden liegen, Blut kam aus seinem Mund. Er war, nachdem er
angeschossen worden war, noch einige Meter gegangen, wenn man das so
nennen kann. Meine Freunde riefen nach einem Krankenwagen, hoben ihn auf
und trugen ihn schreiend davon in Richtung der oben liegenden Strasse.
Nur ich blieb zurück. Da sah ich ca. 3 Meter entfernt in der Dunkelheit
Amir auf der Erde liegen. Ich dachte, er würde irgendwie simulieren.
Ich lief zu ihm und hob ihn hoch. Da sah ich das Blut aus der Wunde aus
seinem Hals schiessen. Ich lief mit ihm davon, den anderen hinterher.
Noch während ich die Gasse hochlief, hörte und dann sah ich hinter mir
den Jeep auftauchen. Er stoppte ca. 30 Meter hinter mir, 2 Soldaten
stiegen aus und guckten, stiegen wieder ein und fuhren davon. Als ich
die Stufen am Ende der Gasse hochlief, starb Amir in meinen Armen. Ein
Wagen hielt neben mir, es war das Auto, in dem schon Muntassir lag. Er
lebte noch, starb aber kurz darauf im Krankenhaus. Ich hob Amir hinein.
Die beiden waren von einer einzigen Kugel erschossen worden. Der Soldat
hatte nur einmal gefeuert.“
Amir war der
einzige Sohn seiner Mutter, sein Vater starb ein Jahr nach seiner
Geburt. Seine Mutter passte auf ihn auf und sorgte sich um ihn, was
immer er auch tat. Mit ihm haben Sameh und ich am Nachmittag noch auf
der Strasse gesprochen.
Muntassir hatte
sich noch am Nachmittag mit Sameh unterhalten und ihm erzählt, dass er
nächstes Jahr die Schule beenden und dann an der Uni studieren wolle.
Ich
versuche derzeit relativ krampfhaft den Artikel zu finden, den die
israelische Zeitung Haaretz am nächsten Tag über die Geschehnisse veröffentlicht
hat. Es ist darin die Rede von einem bewaffneten Palästinenser, den die
Israelis in der Altstadt von Nablus erschossen haben, einen zweiten Kämpfer
kurz danach.
Quelle:
antiimperialista.com |