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Das
Licht der Nationen
Von Gilad ATZMON
Übersetzt
von Einar Schlereth
auf
Kommunisten-online am 26. November 2009
„Israel
ist das Licht der Nationen“, heißt es in der Torah*. Wirklich und
nicht nur, weil die Torah es sagt. Israel steht an der Spitze von allen
in vielerlei Beziehung. Nur als Beispiel: bei der Terrorisierung von
zivilen Bevölkerungen und bei der Praktizierung von den verheerendsten
und mörderischsten Praktiken gegenüber Alten, Frauen und Kindern.
Die
Jerusalem Post hat gestern
berichtet, daß der Vorsitzende des Militärkommittees der NATO Admiral
Giampaolo Di Paola Israel zu Beginn der Woche besuchte, um ”die IDF*-Taktiken
und Methoden (zu studieren), die die militärischen Allianz in ihrem
Krieg in Afghanistan anwenden kann”. Ein hoher israelischer Offizier fügte
hinzu: ”Heute hat die NATO nur eine Sache im Kopf und zwar, wie sie
den Krieg in Afghanistan gewinnen kann … Di Paola war sehr beeindruckt
von der IDF, die eine üppige Informationsquelle bedeutet auf Grund
ihrer operativen Erfahrungen.”
Ich
würde sowohl dem israelischen Offizier als auch Admiral Di Paola raten,
ihre Begeisterung etwas zu zügeln. Die IDF hat seit 1967 keinen
einzigen Krieg mehr gewonnen. Ja, sie hat viele Zivilisten ermordet,
viele Städte flach gemacht, Millionen verhungern lassen, sie hat
jahrzehntelang täglich Kriegsverbrechen begangen, aber dennoch, einen
Krieg hat sie nicht gewonnen. Die IDF kan also kaum die NATO lehren, wie
sie den Krieg in Afghanistan gewinnen kann. Wenn die NATO-Generale dumm
genug sind, der IDF-Taktik zu folgen, so wie die israelischen Generale,
dann werden sie bald sehen, wie sich die Anklagen wegen Kriegsverbrechen
gegen sie häufen werden. Sie werden vielleicht sogar das Glück haben,
ihre Zellen mit ein paar Israelis zu teilen, wenn erst einmal Recht
gesprochen wird.
Admiral
Di Paola hat zwei Tage mit dem berüchtigten IDF-Generalstabschef
Generalleutnant Gabi Ashkenazi verbracht, dem Mann, der im vergangenen
Dezember die IDF nach Gaza geführt hat.

In
dem jüdischen Staat war man begeistert von dem Besuch Admiral Di
Paolas. Man betrachtete dies als eine weitere Versicherung von 'Business
as usual'. Der Besuch des höchsten NATO-Offiziers war dort, um die Überzeugung
zu verbreiten, daß sich niemand um den Goldstone-Bericht kümmere.
”Di Paolas Besuch ist wichtig”, sagt die Jerusalem Post,
”da er zu einer Zeit kommt, wo die IDF zunehmender Kritik unterworfen
wird in Folge des Goldstone Berichts zur Operation Cast Lead und der
Entscheidung der Türkei – eines NATO-Mitgliedes – Israel von den
gemeinsamen Luftwaffenübungen auszuschließen.”
Es
wäre jedoch entscheidend, die entstehenden wechselseitigen Interessen
zwischen den beiden Parteien, Israel und NATO, näher zu bestimmen.
”Bei ihrem Treffen diskutierten Di Paola und Ashkenazi Wege, um die
israelischen-NATO-militärischen Verbindungen zu
verbessern
und auch den Plan, die israelische Kriegsflotte in Active Endeavor
zu integrieren, eine NATO-Mission, die nach den 9/11 Angriffen
eingerichtet wurde, wonach NATO-Schiffe das Mittelmeer patrouillieren,
um illegalen Terror-Aktivitäten zu verhindern.” Dies ist in der Tat
ein wichtiger Schachzug für die Israelis. Gegenwärtig operiert die
israelische Flotte im Mittelmeer wie eine Horde jiddischer Piraten, die
in internationalen Gewässern Schiffe überfallen, kapern und rauben.
Operieren sie erst einmal unter der NATO-Fahne, wären die Israelis in
der Lage, im Namen des 'Westens' jedes Schiff auf hoher See zu
terrorisieren. Für den jüdischen Staat wäre das ein großer Schritt
vorwärts. Bisher haben die Israelis Greueltaten im Namen des jüdischen
Volkes begangen. Aber operieren sie unter der NATO-Fahne, dann sind die
Israelis in der Lage, ihre Piraterei im Namen 'Europas' durchführen.
Solch ein Zug ist ein weiterer Beweis für den geistigen und
ideologischen Übergang innerhalb des Zionismus vom ”gelobten Land”
zum ”gelobten Planeten”.
Während
die Israelis verzweifelt die NATO-Legitimität brauchen, ist die NATO
weitaus bescheidener. Alles, was sie braucht, ist Wissen und Taktik. Aus
irgendeinem Grund besteht sie darauf, von den Israelis zu lernen, wie
man einer zivilen Bevölkerung Qualen zufügt. Das heißt mehr Qualen,
als man ohnehin schon zufügt. ”NATO-Verteidigungsoffiziere sagten, daß
Di Paola diese Treffen mit der IDF benutzte, um neue Technologien
kennenzulernen, die im Krieg in Afghanistan verwendet werden können.”
Die Jerusalem Post berichtet, daß Israel ”weltführend (sei)
bei der Entwicklung von spezialisierten Panzerungen zum Schutz gegen
improvisierte Explosivsätze (IEDs), gewöhnlich Straßenbomben
(Unkonventionelle Sprengvorrichtung) genannt.” Das ist tatsächlich
der Fall. Israelische Generäle haben vor langer Zeit gemerkt, daß ihre
wertvollen jungen Männer es vorziehen, sich in ihren Panzern zu
verstecken, statt den 'Feind', d.h. die Zivilbevölkerung, Kinder, Alte
und Frauen direkt anzugreifen. Aber das ist noch nicht alles. Di Paola
war auch interessiert an ”den israelischen Fähigkeiten und Methoden
zur Nachrichtengewinnung, die von der IDF benutzt werden, wenn sie in
bevölkerten Stadtzentren operiert”. Di Paola merkte an, daß ”die
NATO und die IDF ähnlichen Bedrohungen gegenüberständen – die NATO
in Afghanistan und Israel in seinem Krieg gegen die Hamas und die
Hisbollah”.
Ich
würde dem Admiral Di Paola vorschlagen, sofort aufmerksam den
Goldstone-Bericht zu lesen, damit er seine eigenen persönlichen
Konsequenzen begreift, sobald er anfängt, die ”israelischen
Taktiken” umzusetzen. Wenn Admiral Di Paola seiner Armee dienen will,
sollte er wirklich Israel besuchen, er sollte auch jeden
Kriegsverbrecher im Militär und der Politik treffen, damit er genau weiß,
was er NICHT zu tun hat.
NATOs
Chancen, den Krieg in Afghanistan zu gewinnen, sind nicht begrenzt, sie
sind vielmehr erschöpft. Sie kann nur verlieren. Einige Militäranalytiker
und Veteranen meinen, daß sie bereits verloren hat. Die NATO hat
hinreichend Blutbäder über das afghanische Volk gebracht, ohne
irgendeines der militärischen oder politischen Ziele zu erreichen. In
Anbetracht, daß Israel 2006 im Libanon von der kleinen paramilitärischen
Hisbollah schwer erniedrigt wurde und auch nicht seine militärischen
Ziele in der Operation Cast Lead bei seinem Genozidkrieg gegen die Hamas
erreichen konnte, gibt es nichts, was die NATO von den Israelis lernen könnte.
Sollte die NATO fortfahren, zusätzliche IDF-Taktiken einzuführen, würde
sie damit nur eine dramatische Verringerung der Sicherheit in ganz
Europa und den USA erreichen.
Wenn
uns Frieden am Herzen liegt, und wenn wir ihn bewahren wollen, dann können
wir nur eins tun: uns so weit wie möglich von jeder geistigen,
ideologischen, politischen und militärischen Beziehung zum Zionismus,
Israel und seinen Lobbies fernzuhalten. Wenn 'Israel' wirklich ein
”Licht für alle Nationen” ist, dann sollte uns doch jemand mal erklären,
warum seine Aussichten auf Frieden immer geringer und finsterer werden.
Meine
Antwort ist sehr einfach. Israel kann leicht als ”Licht für alle
Nationen” gesehen werden, so lange man von Israel lernt, was man nicht
tun soll. Das ist in der Tat die Botschaft, die uns von den großen
humanistischen Propheten Jesus und Marx überliefert wurde. Liebe deinen
Nächsten, lebt zusammen, erhebt euch über das Stammesdenken in das
Reich des Universums. Und das ist genau das, was die Israelis nicht
begreifen können. Aus irgendeinem Grund lieben sie sich selbst beinahe
so sehr, wie sie ihre Nachbarn hassen.
Wenn
Admiral Di Paola die Herzen und Köpfe des afghanischen Volkes gewinnen
will (statt einen 'Krieg zu gewinnen'), sollte er erst einmal lieben
lernen. Das ist etwas, was er nicht in Jerusalem oder Tel Aviv lernen
wird. Eher in Gaza, Ramallah und Nablus.
*“Ich,
der HERR, ich habe dich in Gerechtigkeit gerufen und ergreife dich bei
der Hand. Und ich behüte dich und mache dich zum Bund des Volkes, zum
Licht der Nationen.“ (Jes.42,6)
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NATO
bittet Israel um Flottenunterstützung
Mit
der Entscheidung der NATO, die israelische Flotte um Unterstützung
zu bitten, sind die Verbindungen zwischen Israel und der NATO
gefestigt worden.
Israel
wird eines seiner Kriegsschiffe in das Mittelmeer entsenden, um
sich der NATO Active Endeavor Seestreitmacht anzuschließen, die
das östliche Mittelmeer patrouilliert und die Schiffahrt überwacht,
um mitzuhelfen, terroristische Aktivitäten aufzudecken,
abzuwenden und vor ihnen zu schützen und, wenn notwendig,
Schiffe zu entern.
Die
Operation wird vom Allied Maritime Component Command in Neapel,
Italien durch einen im ötlichen Mittelmehr eingesetzten
Einsatzverband geleitet.
Ein israelischer Verbindungsoffizier ist bereits vor Ort.
Der
stellvertretende Generalsekretär der NATO, Claudio Bisogniero,
wird am Montag und Dienstag nächster Woche mit einer Delegation
in Israel sein, um auf hoher Ebene Gespräche mit israelischen
Offizieren über die israelische Beteiligung im Mittelmeer zu führen.
Während
seines Besuches in Tel Aviv und Jerusalem wird Bisogniero den
stellvertretenden Premierminister und den Außenminister
Avigdor Lieberman treffen, den Vorsitzenden und Mitglieder des
Außen- und Verteidigungskommittees der Knesset, den
stellvertretenden Verteidigungsminister Matan Vilnai, den Chef
des Nationalen Sicherheitsrates von Israel, Dr. Uzi Arad und
andere Regierungsmitglieder.
Wenn
alles wie geplant verläuft, wird sich das israelische
Kriegsschiff wahrscheinlich Anfang nächsten Jahres der
NATO-Streitmacht anschließen.
Es
sind Abmachungen getroffen worden, daß das israelische
Kriegsschiff nicht an Missionen in arabischen Territorialgewässern
teilnimmt. |
Quelle:
Der
Autor
- As
the Light onto the Nations
Originalartikel
veröffentlicht am 21.11. 2009
Über
den Autor
Einar
Schlereth ist ein Mitglied von Tlaxcala, dem internationalen Übersetzernetzwerk
für sprachliche Vielfalt. Diese Übersetzung kann frei verwendet werden
unter der Bedingung, daß der Text nicht verändert wird und daß sowohl
der Autor, der Übersetzer, der Prüfer als auch die Quelle genannt
werden.
URL
dieses Artikels auf Tlaxcala: http://www.tlaxcala.es
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