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Wo bleiben die Gewerkschaften? Wo ist die flammende Jugend? Wo sind die Armeen der Werktätigen, für die ganz besonders jetzt die Stunde der großen Prüfung geschlagen hat? Und wie kann das Europa der 300 Millionen einer Handvoll Politikern und Militärs erlauben, Milliarden Euro im Namen angeblich von Freiheit und Menschenrechten zu verplanen, wenn die große Krise bereits deren eigene Länder geißelt und die einzig verbliebene Freiheit die der Freisetzung in die Arbeitslosigkeit, in die Unterentwicklung und morgen in die Verelendung ist?“ 

Grußbotschaft des griechischen Komponisten und Widerstandskämpfers Mikis Theodorakis an die Teilnehmer der Proteste gegen den NATO-Gipfel in Strasbourg, Kehl und Baden-Baden (02.04.2009)

Ich weiß nicht, wie sich das Wort NATO in den Ohren anderer Völker Europas anhört, aber in denen des griechischen Volkes klingt es wie ein Fluch. Weil es fremde Intervention bedeutet, Bürgerkrieg, nationale Zerstörung, Polizeistaat, Diktatur und nationales Ausbluten durch die voluminösen wirtschaftlichen Ausgaben, die uns das Atlantische Bündnis zu Lasten unserer eigenen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung und Wohlstandes aufbürdet.

Im Grunde ist die NATO, nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion und der Auflösung des Warschauer Paktes, nichts anderes als ein Disziplinierungsinstrument in den Händen der US-amerikanischen imperialistischen Politik, verantwortlich für Tausende Opfer an Menschenleben und ungezählte Katastrophen, deren Ziel unschuldige Völker in der Balkanregion, in Afghanistan, im Irak und in Gaza sind. Eine Kriegsmaschine, die mit der Waffe des Anfachens von Haß und Zwietracht darauf beharrt, die Welt in gute und böse Zonen und die Völker in eine erste und eine zweite Kategorie zu teilen.

Heute, mit der tiefen ökonomischen Krise, die in schnellem Rhythmus die Supermacht und ihre Satelliten ins Chaos zieht, ist die Erhaltung dieses kolossalen Mechanismus, der Milliarden Euro im Namen ein Gesellschafts- und Wirtschaftssystems verschlingt, das in endgültiger Auflösung begriffen ist, eine lächerliche und gefährliche Entwicklung. Wie kann es möglich sein, daß diese angeblichen »höheren« Völker, die die NATO bilden, fortfahren vorzugeben, sie verträten die freie und von daher »höherwertige« Welt und hätten das Recht, die »niederen« Völker zu bestrafen und ihnen ihr System aufzuzwingen? Und welches System? Das der brutalen Ausbeutung und der Vergötterung des Geldes, das sie heute zu Armeen von Arbeitslosen und morgen von hungernden und verelendeten Werktätigen verurteilt?

Aber nicht nur die Herrschenden sind Schuld, die Oligarchen und die Politiker und Militärs, die sie unterstützen, schuld sind auch die Völker, die sie dulden. Wo bleiben die Gewekrschaften? Wo ist die flammende Jugend? Wo sind die Armeen der Werktätigen, für die ganz besonders jetzt die Stunde der großen Prüfung geschlagen hat? Und wie kann das Europa der 300 Millionen einer Handvoll Politikern und Militärs erlauben, Milliarden Euro im Namen angeblich von Freiheit und Menschenrechten zu verplanen, wenn die große Krise bereits deren eigene Länder geißelt und die einzig verbliebene Freiheit die der Freisetzung in die Arbeitslosigkeit, in die Unterentwicklung und morgen in die Verelendung ist?

Es ist also nicht nur unmoralisch, die NATO für eine Kraft für Freiheit und Gerechtigkeit zu halten, sondern auch eine Katastrophe für die Wirtschaft Europas. Überlegt nur, wieviel Tausende Arbeitsplätze mit dieser ungeheuren Geldmenge geschaffen werden könnten, die jetzt für Kriege, Zerstörung und die Abschlachtung Unbewaffneter eingesetzt wird.

Deswegen ist die Zeit der Worte nun vorbei, und es ist eine historische Notwendigkeit, in die Zeit der Taten überzugehen. Mit der Parole von der Auflösung der NATO, die neben allem anderen als blindes Werkzeug der Militärs im Pentagon und der US-amerikanischen Politik die Mission hat, nicht zuzulassen, daß Europa sich aufrichtet. Ein Europa, das seinen Völkern gehört und nicht den Militärs der USA und der NATO.

Nato-Bomben auf Belgrad treffen vor allem zivile Ziele

links zerstörte Brücke über die Donau

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