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Zum Krieg in Libyen

Ich glaube nicht, dass sie besser sind

Von Prof. Velko Valkanov (Vorsitzender des Bulgarischen Nationalen Friedenskomitees)

Auf Kommunisten-online am 18. Mai 2011 – Ich glaube, Ghadafi ist ein schlechter, sogar ein sehr schlechter Mensch. Ich bin bereit, mit allen Bezeichnungen überein zustimmen, die ihm gegeben werden, einschließlich der Bezeichnung „rucksichtsloser Hund“. Ich kann das Interesse der libyschen Menschen akzeptieren, die wirklich verlangen, dass er von der Macht entfernt wird.

Aber dennoch glaube ich nicht, dass diejenigen, die die militärische Intervention gegen Libyen, mit dem Ziel Ghadafi von der Macht zu entfernen, organisierten, besser sind als er. Ich glaube nicht, dass ihre Granaten und Raketen die Fähigkeit der Auswahl besitzen nur Ghadafi treue Soldaten zu toten. Ich glaube nicht, wenn sie es schaffen Ghadafi von der Macht zu entfernen, dass die Lebensbedingungen, die sie den libyschen Menschen auferlegen werden, besser sein werden als die Lebensbedingungen, die die Menschen heute haben. (Heute ist das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf der Bevölkerung Libyens ungefähr 11.000 US-Dollar – eines der höchsten in der arabischen Welt.) Ich glaube nicht dass im Falle eines eventuellen Erfolgs der Interventen die Libyer freier sein werden.

Im Allgemeinen glaube ich nicht, dass die Regierungen Frankreichs, Italien, der USA und der anderen Länder, die das militärische Eingreifen gegen Libyen organisierten, sich von den Interessen der libyschen Menschen leiten lassen. Sie vertreten nicht einmal die Interessen ihrer eigenen Volker. Sie vertreten nur ihre eigenen Gruppeninteressen. Es wird schwierig sein, die Annahme, dass die echten Motive der Interventen vom stark stinkenden Öl bestimmt sind, zurück zuweisen.

Die Weltgeschichte ist voll mit schrecklichen Beispielen militärischer Interventionen in die inneren Angelegenheiten anderer Länder, angeblich mit „humanistischen Zielen“. Nicht zu reden davon, dass die militärischen Invasionen es überhaupt nicht geschafft haben, die Probleme der jeweiligen Menschen zu losen. Im Gegenteil, in der Regel ist es nur gelungen diese Probleme zu komplizieren und zu verstärken. Eine Rezension einiger der Falle des militärischen, bewaffneten, imperialistischen Eingreifens in die inneren Angelegenheiten von unabhängigen Ländern wird uns diese Tatsache bestätigen.

1960 wurde die Menschheit durch die Grausamkeit entsetzt, mit der Belgien und die USA den blutigen Staatsstreich gegen die gesetzlich gewählte Regierung der Demokratischen Republik Kongo organisierten. Durch die Unterstutzung ihrer Agenten Kassavubo und Mobuto entfernten sie den Premierminister Patrice Lumumba von der Macht und später, am 17. Januar 1961 tuteten sie ihn hinterhaltig. Geheime Dokumente aus dieser Zeit, die jetzt bekannt gemacht wurden, beweisen die direkte Teilnahme belgischer Staatsmänner und auch des Präsidenten der USA, Eisenhower, an der Ermordung Lumumbas. Sie töteten Lumumba, aber die Feindseligkeiten im Kongo gingen weiter. Es folgten die Abtrennung von Katanga und das entsetzliche Regime Mobutos.

Es war nicht die Vorstellung über Menschenrechte, die die Regierungsbehörden der USA veranlassten, führend den Staatsstreich gegen die gesetzlich errichtete Macht in Chile zu organisieren. Im September 1973 übernahm eine Militärjunta angeführt von General Pinochet gewaltsam die Macht. Der Präsident Salvadore Allende wurde ermordet und ebenfalls Tausende und Abertausende unschuldige Burger Chiles wurden getötet, weil sie sich gegen die Gewalt der Junta wehrten. 16 Jahre lang wurden die Menschen Chiles durch brutale Gewalt beherrscht. Ich erinnere mich an keine Führer der so genannten“ demokratischen Länder“, die eine Träne vergossen für die unschuldig umgebrachten Menschen Chiles hatten. Und was soll über die Aggression der NATO gegen Jugoslawien gesagt werden, die selbstverständlich wieder im Namen der Menschenrechte ausgeführt wurde? Am 24. März 1999 bombardierten die NATO-Staaten unter Verletzung des Statuts der Vereinten Nationen massiv dieses Land. Fast drei Monaten zerstörten die NATO- Granaten und Raketen Hauser und Schulen, Kirchen und Krankenhäuser, Fabrikanlagen und Brücken.

Sie töteten Serben, Montenegriner, Albanern und Burger aus anderen Ländern. Das Uran, das in den Granaten und Raketen verwendet wurde, verursacht andauernde Schäden an der Natur und den Menschen. Mit dem Staat Kosovo, konstruiert von den Interventen, wurde das ethnische Problem im ehemaligen Jugoslawien noch weiter verschärft. Im Ergebnis der Aggression wurde ihre echte Absicht sichtbar: In Kosovo bauten die USA eine ihrer größten Militärbasen in der Welt - die „Bondsteel“-Basis.

Die Politik der von eigenen Interessen diktierten Intervention in die inneren Angelegenheiten anderer Länder fand seinen grausamsten Ausdruck im Krieg der USA, Großbritanniens und einiger anderer untergeordneter Länder gegen den Irak. Der Krieg, der am 2. März 2003 unter der rein erfundenen Annahme begann, dass der Irak, wie man sagte, Massenvernichtungswaffen besaß , verursachte unglaubliche Leiden bei der Bevölkerung des Irak.

Die Opfer waren zahlreich. Allein bei der Zivilbevölkerung, werden – nach unterschiedlichen Quellen - zwischen zweihunderttausend und 1 Million Dreihundertfünfzigtausend Opfer gezahlt. Materielle Guter, darunter solche die einen unermesslichen historischen Wert haben, sind zerstört worden. Das ganze Unglück des irakischen Volkes wurde noch mehr verstärkt, weil der Krieg praktisch in verschiedenen Formen bis heute weitergeht. Und all das nicht für und nicht als Gefälligkeit für die Interessen der Menschen des Irak, aber wegen der Interessen des Bush-Clans und seiner Geschäftspartner am Öl.

Die Interventen haben bereits mit dem Toten von Menschen in Libyen begonnen. Die Zahl der Opfer geht zurzeit in die Hunderte, aber zweifellos werden sie unaufhörlich wachsen. Die Grausamkeiten der einen Seiten werden wie üblich mit Grausamkeit der anderen Seite beantwortet.

Ich nehme es nicht auf mich, irgendwelche Vorhersagen zur Entwicklung des Konflikts in Libyen zu machen. Ich werde mir nur die Freiheit nehmen zu sagen, dass das was äußerlich sichtbar gemacht wird bei der unternommenen Intervention gegen Libyen, überhaupt nicht mit der Realität korrespondiert. Und tatsachlich bin nicht ich es der das sagt. Es ist der wirkliche Charakter aller bisher stattgefunden bewaffneten Interventionen so genannten „demokratischen Länder“, der das deutlich macht. 

Quelle: http://www.grenztruppen-der-ddr.de/

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Fette Happen für deutsche und französische Konzerne:

Nach Jahrzehnten wieder privatisierte Erdölförderung in Libyen?

OPPOSITION LIBYENS VERHANDELT MIT VERBÜNDETEN REGIERUNGEN ÜBER DIE PRIVATE AUSBEUTUNG DER LIBYSCHEN ERDÖLVORKOMMEN

übersetzt von Jens-Torsten Bohlke

Havanna, 18. Juni 2011, Cubadebate. (auf Kommunisten-online am 21. Juni 2011) – Der „Minister für Erdöl“ des Oppositionskabinetts, Ali Tarhuni, gab bekannt, dass der Nationale Rat für den Übergang Libyens kein flüssiges Geld mehr wegen der Politik der Zusammenarbeit mit den verbündeten Regierungen hat, welche er als „völliges Scheitern“ bezeichnete, und welche nach seinen Worten zur Lahmlegung der Erdölindustrie im Machtbereich der Aufständischen geführt hat. Die Oppositionellen haben beschlossen, die Erdölindustrie in ihrem Machtbereich mit privatkapitalistischen Konzernen zu entwickeln und darüber zu verhandeln.

„Wir haben kein flüssiges Geld. Und uns bleibt gar nichts übrig“, beklagte sich Tarhuni. „Das ist völliges Scheitern. Und die westlichen Länder verstehen das entweder nicht, oder es ist für sie ohne Bedeutung.“

Der „Minister“ erklärte, dass die von den Kämpfen verursachten Schäden in den Raffinerien der Hauptbasis der Aufständischen in Bengasi die Erdölproduktion verhindern. „Und niemand erwartet, dass die Erdöllieferung kurzfristig wiederaufgenommen werden wird.“

Darum hat Tarhuni darüber informiert, dass die „Oppositionsregierung“ bereits damit begonnen hat, direkt mit ausländischen Konzernen über künftige Projekte der Zusammenarbeit zu sprechen. Er versicherte, dass er gar kein Problem hat, mit jenen Firmen in den Dialog zu treten, die mit seinem erklärten Feind, dem libyschen Staatsmann Muammar el Ghaddafi zusammengearbeitet haben.

Tarhuni offenbarte, das unter den konsultierten Konzernen die deutsche Wintershall und die französische Total sind. „Wir brauchen Hilfe“, so Tarhuni, welcher sich da verpflichtete, „alle notwendigen Abkommen“ zu respektieren. „Unsere einzigen Feinde sind Ghaddafi, seine Mörder und seine Schläger“, stellte er klar. „Hinsichtlich des Verhandlungsgegenstands habe ich keine Feinde.“

(Mit Information von Europa Press)

Quelle:

http://www.cubadebate.cu/

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