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„Der
Krieg ist eine bloße Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln“
Positionen zum
Pazifismus
von
Gerd Höhne
1.
Marxistische Position zum Krieg
Obiger
Satz des preußischen Generals und Reformer um den Freiherrn vom Stein,
General Carl von Clausewtz, scheint den Krieg zu verherrlichen. Und
trotzdem ist er richtig. Politik ist die Triebfeder zu den Kriegen, die
Kriegsziele, Methoden usw. dienen der Politik. Auch dann, wenn dies
nicht so scheint.
Der Krieg ist eine bloße Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln
„So
sehen wir also, daß der Krieg nicht bloß ein politischer Akt, sondern
ein wahres politisches Instrument ist, eine Fortsetzung des politischen
Verkehrs, ein Durchführen desselben mit anderen Mitteln. Was dem Kriege
nun noch eigentümlich bleibt, bezieht sich bloß auf die eigentümliche
Natur seiner Mittel. Daß die Richtungen und Absichten der Politik mit
diesen Mitteln nicht in Widerspruch treten, das kann die Kriegskunst im
allgemeinen und der Feldherr in jedem einzelnen Falle fordern, und
dieser Anspruch ist wahrlich nicht gering; aber wie stark er auch in
einzelnen Fällen auf die politischen Absichten zurückwirkt, so muß
dies doch immer nur als eine Modifikation derselben gedacht werden, denn
die politische Absicht ist der Zweck, der Krieg ist das Mittel, und
niemals kann das Mittel ohne Zweck gedacht werden.“
General
Carl v. Clausewitz, 1832, Vom Kriege, Preußischer
Reformer um Frh. vom Stein
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Diese
Position von von Clausewitz hat auch Marx übernommen. Politik, so die
Position des Marxismus, ist stets die Durchsetzung der ökonomischen
Interessen.
„Gewalt war immer eine unvermeidliche geschichtliche
Begleiterscheinung gesellschaftlicher und politischer Konflikte. Die
Konfliktpartei, die an einem herrschenden Zustand interessiert ist, ist
regelmäßig für „Frieden“ und „friedliche Mittel“.
Friedensgeschrei gehört zur Vorgeschichte jeder Gewalttat und ist die
Begleitmusik jeden Krieges.
„In der wirklichen Geschichte spielen bekanntlich Eroberung,
Unterjochung, Raubmord, kurz Gewalt die große Rolle.“
Die
USA, ein Staat des Monopolkapitals, hat ein fremdes Land überfallen. Die vorgeschobenen Gründe: Es handele sich um
ein verbrecherisches Regime, Saddam Hussein sei ein Schurke, der Irak verfüge über
Massenvernichtungswaffen.
Nun,
mit dieser verbrecherischen Regierung und diesem Schurken haben die USA
in dem 70er und 80er Jahre ng zusammen gearbeitet. Die USA – aber auch
Deutschland – rüsteten den Irak erst so auf, dass er sich chemische
Waffen anschaffen konnte. Sie kamen aus den USA, die Anlagen zur
Herstellung aus Deutschland.
Die
USA stifteten den Irak dazu an, einen Krieg gegen den Iran zu beginnen.
Seine Waffen kamen z.T. ebenfalls aus den USA und anderen Nato-Staaten.
Die USA leisteten den Irak sogar logistische Hilfe.
Ein
Schurke war Saddam schon damals, aber damals war es der Iran, der sein
Erdöl dem Zugriff multinationalen Konzerne entzog.
Jetzt
aber wollen die USA ihre Ölinteressen im Nahen und Mittleren Osten
grundsätzlich absichern. Es geht um die Neuaufteilung der riesigen Erdölgebiete
in dieser Region. Nach dem Zerbrechen der UdSSR sind die Erdölstaaten
am Kaspischen Meer willkommene Beute der USA-Konzerne geworden, jetzt
geht es um die großräumige Absicherung des Raubs. Und da war der inzwischen aufmümpfige Saddam Hussein den USA-Konzernen im Weg. Hatte
Papa George Bush noch 1991 den Sturz von Saddam nicht gewollt, so war er
jetzt reif.
Das
Ergebnis dieser Politik: Krieg, denn mit nichtkriegerischen Mitteln wäre
das alles nicht möglich gewesen. Also, auch hier gilt Clausewitz.
2.
Widerstand ist gerechtfertig – mit allen Mitteln
Das
Saddam-Regime war nicht nur ein Gauner-Regime, es war auch korrupt. Man
spricht davon, dass sich die Kommandeure der entscheidenden Irakischen
Truppenteile von den USA haben kaufen lassen. Die angeblich so gefährliche
Republikanische Garde räumte z.B. dem strategisch wichtigen Flughafen
von Bagdad kampflos.
Aber
die USA irrten sich, als sie annahmen, dass sie im Irak als Befreier
empfangen würden.
Schon
die ersten Jubelfeiern nach der Besetzung von Bagdad und der
mediengerechte Sturz des Saddam-Denkmals vor dem Journalistenhotel in
Bagdad, war
gestellt. siehe
Denkmalsturz
Mögen
die Iraker Saddam gehasst haben, die amerikanischen Invasoren hassen sie
noch mehr.
Unter
der Bath-Partei waren die Reichtümer des Landes, v.a. das Erdöl,
Eigentum des irakischen Staates und die Einnahmen wurden für Bildung
und Sozialleistungen verwendet – allerdings auch für einer unsinnige
Hochrüstung. Vieles wurde verschwendet in Prunkbauten und floss in die
Taschen der politischen Führung.
Bis
zum Boykott des Irak nach dem Kuwait-Krieg gab es im Irak ein
Bildungssystem, das mit dem unseren vergleichbar war – auch für
Frauen; das Gesundheitssystem war kostenlos und auf hohem Niveau usw.
Und
jetzt, mit Besetzung des Landes durch die Invasoren, werden diese Reichtümer
die Beute von Standard - Oil und anderer Konzerne. Es ist bekannt und
auch nicht bestritten, dass beide George Bush (sen. und jun.) Kreaturen
der amerikanischen Erdölindustrie sind.
Die
Ölkonzerne sind nicht zimperlich, wenn es um die Durchsetzung ihrer
Interessen geht. Als in den 50er Jahren der Schah von Persien gestürzt
wurde und die neue Regierung die iranischen Ölfelder verstaatlichte,
griffen die USA ein, stürzten die Regierung und setzten den Schah
wieder auf den Pfauenthron. Dessen Terrorherrschaft im Dienste der USA
gegen das eigne Volk schuf dann die Voraussetzung für die Herrschaft
der Ayatollahs. Die oppositionellen Kräfte, die noch in den 50er Jahren in Opposition
gegen den Schah standen, z.B. die Tudeh-Partei, war mit europäischen
kommunistischen und Linkspartei zu vergleichen und verfügten über
starken Rückhalt im Volke.
Ein
anderes Beispiel: Hinter
den Regierenden im ölreichen Nigeria, einschließlich der Verursacher
des Krieges 1967
– 1970, mit Hungersnöten im Land und Hunderttausenden von Toten als
Folge, standen und stehen die Ölkonzerne.
Krieg
ist unter kapitalistischer/imperialistischer Herrschaft die normalste
Sache der Welt. Als die UdSSR noch als Widerpart den USA gegenüber
stand, war manches nicht möglich. Jetzt aber müssen sich die USA keine
Hemmungen mehr auferlegen. Der Krieg ist die notwendige Folge, wenn sich
eine Gruppe von Kapitalisten auf Kosten einer anderen Gruppe bereichern
will, d.h. wenn unterschiedliche ökonomisch, also auch politische,
Interessen sich gegenüber stehen.
Bereits
heute reden die Medien, wenn europäische Konzerne amerikanischen ins
Gehege kommen und die USA Einfuhrbeschränkungen verhängen und/oder
umgekehrt, von Handelskrieg. Dass das Umschlagen eines solchen
„Handelskrieges“ in einen heißen, mit Waffen ausgetragenen,
umschlagen kann, ist denkbar, wenn auch in absehbarer Zeit wohl nicht möglich.
Aber die geplante EU-Verfassung, die neben ökonomischen auch militärische
Fragen einschließt, sieht bereits weltweiten Militäreinsatz – unabhängig
von der Nato, also den USA, vor. Europa soll wieder weltweit militärisch
präsent sein. Zwangsläufig werden die Europäer hier oder da den USA
ins Gehege kommen. Ob das auf Dauer diplomatisch oder durch
„Handelskrieg“ zu regeln ist, ist zu bezweifeln.
Wenn
imperialistische Mächte – ob die USA oder Europa – andere Länder
überfallen um deren Bodenschätze zu rauben, so ist es eine legitime
Sache, wenn dieses Land sich wehrt und/oder die Völker mit allen
Mitteln, also auch mittels Partisanenkrieg, gegen die Aggression, gegen
die Aggressoren kämpfen. Verursacher dieses Krieges sind aber die
Aggressoren, nicht das überfallene Land und auch nicht das kämpfende
Volk dieses Landes- sie führen einen gerechten Krieg gegen die
Okkupanten.
„Der
„Krieg der Geknechteten gegen ihre Unterdrücker ist der einzig rechtmäßige
Krieg in der Geschichte.“
Was
die USA derzeit im Irak erleben, ist genau das: ein "Krieg der Geknechteten gegen ihre Unterdrücker".
3.
Pazifismus ist keine Lösung
Ich
schrieb es bereits weiter oben, was das Wesen des Krieges ist: Die
gewaltsame Durchsetzung der Klasseninteressen der
Kapitalisten/Imperialisten gegenüber dem eigenem und anderen Völkern.
Das Ziel ist, wie immer im Kapitalismus, die Maximalprofite abzusichern.
Wenn dies nicht genügend mittels staatlichen/diplomatischem und
wirtschaftlichen Druck erreicht werden kann, dann mit dem Mitteln der
polizeilichen und militärischen Gewalt. Das gilt für den Kampf gegen
das eigene Volk und auch gegen andere Völker.
Wir
erleben es derzeit, dass die Bundeswehr formal berechtigt werden soll,
im Inneren eingesetzt zu werden. Zwar haben die Notstandsgesetze in den
60er Jahren hier schon rechtliche Möglichkeiten geschaffen, aber
offensichtlich nicht ausreichende. Das zeigt, dass die Herrschenden sich
sehr wohl vorstellen können, die Bundeswehr gegen das eigene Volk
einzusetzen.
Militärische
Gewalt gegen fremde Völker durch die Bundeswehr erleben wir v.a. 1999
in Jugoslawien und derzeit in Afghanistan. Kriegsminister Strucks
Schlagwort, Deutschland müsse am Hindukusch verteidigt werden, ist
ebenso anmaßend, wie, wenn die chinesische Regierung verkündete, sie
wolle China an den Alpen verteidigen. Dahinter steckt die
imperialistische Großmachtpolitik des deutschen Monopolkapitals.
3.1.
Pazifismus und Klassenkampf
Ich
möchte betonen, dass die Pazifisten meist lautere Motive haben. Sie
wenden sich gegen Militarismus – da gehen sie mit der revolutionären
Arbeiterbewegung konform, sie sind integere Menschen, oft mutig und
entschlossen. Nicht zufällig ist die Bergpredigt aus dem Mathäus-Evangelium
ihr Leitmotiv („Selig sind die Friedfertigen, denn sie werden Söhne
Gottes heißen“, aber da steht auch: „Freuet
euch und frohlocket, weil euer Lohn groß ist in der Himmeln“)
Auf das Jenseits wird hier verwiesen, wir aber wollen hier eine
gerechte Welt erkämpfen!
Überhaupt
spielt religiöse Überzeugung im Pazifismus eine große Rolle. Bertha
von Suttner zum Beispiel oder Martin Luther King waren fromme Menschen.
Überhaupt sind Pazifisten sehr honorige Menschen, die mit viel Mut und
Engagement für ihre Überzeugungen einstehen. Der wohl angesehenste
deutsche Pazifist, Carl von Ossietzky ((1889-1938),
hat gegen die heimliche und offene Aufrüstung und Militarisierung
Deutschlands schon vor der Machtübergabe an die Nazis gekämpft. Dafür
ging er ins Gefängnis und die Nazis quälten ihn schließlich im KZ zu
Tode.
In
seiner Zeitschrift „Weltbühne“ prangert er die geheime Rüstung der
Reichswehr an. Er bekommt den Prozess wegen Landesverrats gemacht und
wird im November 1932 zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt, eine Strafe,
die er am 31. Mai 1932 antreten muss. Ossietzky weigert sich ins Ausland
zu gehen, und wird 1933 eine leichte Beute der Gestapo. Er wird 1934,
nach Haft im Berliner Polizeigefängnis, ins KZ Papenburg – Esterwegen
eingeliefert. Dort sollte er physisch vernichtet werden. Das Werk ist
fast vollbracht von den faschistischen Mordbanditen, da bekommt er 1936
den Friedensnobelpreis. Aber, trotz Entlassung aus dem KZ, Ossietzky
stirbt 1938 in einem Berliner Krankenhaus.
Ossietzky,
für dessen Weltbühne z.B. auch Kurt Tucholsky und der sowjetische
Schriftsteller Ilja Ehrenburg schrieben, war ein
Mann, dem es um eine friedliche Welt ging.
Das
unterstelle ich auch der überwiegenden Zahl von Pazifisten der
Gegenwart.
3.2
Pazifismus in seiner Borniertheit
Friedfertigkeit
ist eine Illusion, Frieden ist so nicht zu schaffen und Krieg nicht zu
verhindern.
Es
ist sicher edel so zu denken und handeln zu wollen, wie in der Bibel
steht:
„Ihr
habt gehört, daß gesagt worden ist: Auge um Auge, Zahn um Zahn. Ich
aber sage euch: Bekämpft nicht den, der euch Übles antut. Vielmehr,
wer dich auf die rechte Backe schlägt, dem wende auch die andere zu.
Wer mit dir rechten und dir den Rock nehmen will, dem laß auch den
Mantel. Wer dich zwingt zu einer Meile, mit dem gehe zwei. Wer dich
bittet, dem gib, wer von dir borgen will, den weise nicht ab.“
Aber
die Welt funktioniert so nicht und es ist weltfremd, so handeln zu
wollen. Denn die Pazifisten leugnen die Ursachen des Krieges als
Ausdruck der Klasseninteressen des Kapitals. Sie meinen, wenn an
Politiker appelliert wurde, könne man dem Erhalt des Friedens näher
kommen.
Triebfeder
der Geschichte ist nicht das edle Streben zu mehr Harmonie,
sondern der Kampf der Klassen. „Die Geschichte aller bisherigen
Gesellschaft ist die Geschichte von Klassenkämpfen.“
Das
aber genau ignorieren die Pazifisten. Krieg ist bei ihnen unmoralisch
– jeder Krieg. Sie stellen also faktisch die Täter – die
Kriegstreiber – auf eine Stufe mit den sich wehrenden Opfern.
Ein
US-Soldat im Irak ist, so sagen die Pazifisten, im Unrecht im Irak. Im
Unrecht sind aber auch die Iraker, die sich dagegen wehren.
Wie
auch die Soldaten der Wehrmacht zu Unrecht in den besetzten Gebieten im
2. Weltkrieg waren, aber die Überfallen hätten sich – folgt man der
pazifistischen Logik, sich nicht wehren dürfen, sondern die Faschsten hätten
auf diplomatischen Wege zum Rückzug gebracht werden müssen.
Spätestens
hier erkennen wir die Unsinnigkeit der pazifistischen Haltung. Den Täter
verbindet mit dem Opfer sicherlich etwas: der Täter begeht ein
Verbrechen am Opfer, wenn das Opfer sich aber der Tat widersetzt, wird
es selbst Täter und somit Verbrecher. Eine für mich nicht
nachvollziehbare Logik.
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„Er
(der Pazifismus, G.H.) entstand in absoluter Gegnerschaft zum Krieg,
auch zum »gerechten«. Doch der Pazifismus entwickelte keine Theorie über
die Ursachen der Kriege. Er hat die intellektuelle Beschränktheit des
Urchristentums nie überwunden. So existierte er stets in mehr oder
weniger bewußter Gegnerschaft zum Marxismus. Der Marxismus entzog sich
stets der voluntaristischen Frage: »Für oder wider Gewalt?«, geleitet
von der Einsicht in das Wesen der Gewalt als ein in der
Klassengesellschaft objektiv gegebenes Verhältnis. Klassenprivilegien
beruhen auf Gewalt und lassen sich nur gewaltsam aufrechterhalten.
Klassenkampf war stets auch als Widerstand gegen den Militarismus als
von oben nach unten gerichtete Gewalt gedacht.
„Der Pazifismus entzog sich der materialistischen Analyse des Wesens
von Gewaltverhältnissen. Mit der revolutionären Arbeiterbewegung
verband ihn die Opposition gegen den Militarismus, gegen den
imperialistischen Krieg. Doch das Dogma der absoluten Gewaltfreiheit
verwarf auch den Klassenkampf und den Kampf um nationale Befreiung.
Damit bezog der Pazifismus zwischen den Klassen, zwischen Kriegstreibern
und Kriegsopfern eine Position der Äquidistanz (Gleiche
Abstände aufweisend ).
In seiner Unschuld liegt sein Sündenfall begründet. So gesehen ist der
Pazifismus vom Bellizismus nicht einfach mit Gewalt überrumpelt worden.
Der Bellizismus ist gewalttätiger Pazifismus.“( Werner Pirker, Der
gewalttätige Pazifismus, aus jW20.11.2001 http://www.jungewelt.de/2001/11-30/012.php)
Auch
beim jüngsten Anlasse, der Sendung Panorama in der ARD am 11. Dezember
2003 reagierten Pazifisten erschreckt "Spenden für den Terror, Deutsche unterstützen Attentäter
im Irak" (siehe http://www.ndrtv.de/panorama/20031211/irak.html)
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Bundessprecher
Jürgen Grässlin der DFG/VK, der wohl bekanntesten pazifistischen
Organisation, offenbart seine ganze Borniertheit, indem er über das Stöckchen
springt, das ihm die Redaktion von Panorama hingehalten hat, indem er
schreibt:
„Wer
Geld für Waffen sammelt und das Abschießen von Soldaten gutheißt, ist
weder Pazifist noch Humanist und stellt sich damit selbst außerhalb der
Friedensbewegung.“
Bei
Grässlin wird so richtig die Beschränktheit bestimmter pazifistischer
Positionen kenntlich.
4.
Indem Pazifisten die Klassenursache des Krieges leugnen, stehen
sie im Gegensatz zu marxistischen Positionen
Wie
schon festgestellt: Krieg hat klare Klassenursachen im Kapitalismus,
nämlich die Durchsetzung von ökonomischen Interessen gegenüber
anderen Staaten und Völkern.
Diesen
Klassencharakter von Kriegen zu leugnen, stellt die Pazifisten zwischen
Kriegstreiber und Opfer von Kriegen. D.h. objektiv fallen sie denen, die
diesen Klassencharakter nicht leugnen, in den Rücken.
Denn
es gibt keinen Mittelweg zwischen imperialistischer Kriegstreibern und
deren Opfern. Für eines von beiden muss man sich entscheiden.
Wer
für die Befreiung der Völker ist, aber gegen den Kampf dieser Völker
gegen den Imperialismus, säht Illusionen über den wahren Charakter der
Klassengegensätze.
Natürlich
ist es richtig, gegen Gewalt zu kämpfen. Aber Gewalt wenden die
Imperialisten an, sie eignen sich das an, was den Völkern gehört und
die Ergebnisse der Arbeit des Proletariats aller Länder. Wenn sie das
nicht mit den normalen Repressionen - im Inneren Gesetze,
Strafverfolgung oder auch nur Propagandalügen - gegenüber fremden
Ländern wirtschaftlichen und politischen Druck - erreichen können,
bedienen sie sich des Mittels der Gewalt. Wer sich dagegen wehrt,
handelt in Notwehr.
Das
gilt auch für den Übergang von Kapitalismus zum Sozialismus. Sie
werden nicht freiwillig abtreten, nur, wenn sie gezwungen werden, werden
sie verschwinden, aber sie werden versuchen, das Land in einen
Bürgerkrieg zu stürzen. Wer also ist ein Terrorist?
Konsequenter
Kampf gegen den Krieg muss immer Klassenkampf sein. Ohne Krieg ist die
kapitalistische Ausbeutung nicht möglich - im Zeitalter des
Imperialismus sogar undenkbar.
Wir
Kommunisten dürfen uns zwar nicht sektiererisch von der
Friedensbewegung abwenden, nur weil dort eine Menge Pazifisten arbeiten,
aber wir müssen in dieser Bewegung den Klassencharakter des Krieges
hervor heben.
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Karl Marx/Friedrich Engels:
„In
dem Maße, wie die Ausbeutung des einen Individuums durch das andere
aufgehoben wird, wird die Ausbeutung einer Nation durch die andere
aufgehoben. -
Mit dem Gegensatz der Klassen im Innern der Nation fällt die
feindselige Stellung der Nationen gegeneinander.“
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Wladimir
Iljitsch Lenin:
„Die
Konferenzen mit sogenannten Aktionsprogrammen haben bisher nur dazu geführt,
daß auf ihnen mehr oder minder vollständig das Programm des simplen
Pazifismus proklamiert wurde. Marxismus ist nicht Pazifismus. Für die
schnellste Beendigung des Krieges zu kämpfen ist notwendig. Aber nur
wenn gleichzeitig zu revolutionärem
Kampf aufgerufen wird, erhält die „Friedens”forderung
proletarischen Sinn. Ohne eine Reihe von Revolutionen ist der sogenannte
demokratische Frieden eine spießbürgerliche Utopie. Ein wirkliches
Aktionsprogramm wäre nur ein marxistisches
Programm, das den Massen eine erschöpfende und klare Antwort auf das
Geschehene gibt sie über das Wesen des Imperialismus und über den
gegen ihn zu führenden Kampf aufklärt offen ausspricht (...). Nur ein
solches Programm, das bezeugen würde, daß wir weder den Glauben an uns
selbst noch den Glauben an den Marxismus verloren haben, daß wir dem
Opportunismus den Kampf auf Leben und Tod ansagen, würde uns früher
oder später die Sympathien wirklich breiter proletarischer Massen
sichern.“ (Wladimir Iljitsch Lenin, Sozialismus und Krieg, Die
Stellung der SDAPR zum Krieg, 1915)
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K. Marx, Bürgerkrieg in Frankreich, MEW 17, 358.
Karl Marx/Friedrich
Engels: Manifest der Kommunistischen Partei, MEAS I, S. 23, Berlin
1959
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