Die polnische Post
in Danzig
In den frühen Morgenstunden des 1. September 1939 eröffnet das
Kriegsschiff "Schleswig-Holstein" das Feuer auf die polnischen
Posten auf der Westerplatte. Damit beginnt die Okkupation Polens durch
Nazi-Deutschland, der Zweite Weltkrieg hat angefangen. Weitere 17 polnische
Einrichtungen in Danzig, ein Produkt des Vertrags von Versailles, werden
innerhalb kurzer Zeit überrannt. Nur die Angehörigen der polnischen Post haben
die Anweisung der polnischen Heeresleitung, dass jeder Widerstand zwecklos sei,
nicht übermittelt bekommen. 51 Postler, bewaffnet mit Pistolen und
leichten Waffen, liefern den deutschen "Hilfspolizisten" von SA und SS
einen 14 Stunden langen Abwehrkampf. Nachdem es den Deutschen gelingt, Benzin in
den Keller des Hauses zu leiten und anzuzünden und damit die Polnische Post in
ein Flammenmeer verwandelt, müssen die überlebenden Verteidiger aufgeben.
38 Polen fallen den Deutschen in die Hände. Die ersten, die das
Gebäude der polnischen Post mit weißen Tüchern verlassen, werden erschossen.
Schon eine Woche später, am 8. September 1939, kommt es zu einem
Feldkriegsgericht, in dem die restlichen Verteidiger zum Tode verurteilt werden.
Die Erschießung durch ein Exekutionskommando der Wehrmacht wird am 5. Oktober
1939 in der Nähe des Friedhofs von Saspe / Zaspa vollstreckt.
Im Jahre 2000 erhalten
die Angehörigen der polnischen Opfer des Überfalls auf die polnische Post von
der Bundesregierung eine Entschädigung in Höhe von sage und schreibe je 5000
Euro. Wie billig ist doch für Schröder ein Menschenleben!
siehe
auch |