|
Rassegesetz in Israel
Von
Gerd Höhne
Seit
2002 gibt es in Israel ein Gesetz, das die Ehepartner israelischer Bürger
diskriminiert. Der ausländische Ehepartner eines Israeli hat nicht das
Recht, gemeinsam mit seinem Partner in Israel zu leben. Das Gesetz wurde
2002 im Rahmen des Kampfes gegen Terrorismus verabschiedet.
Man
stelle sich das vor: Die meisten Israeli sind Juden, von ihnen wurden
die Großeltern, wenn sie vor 70 Jahren in Deutschland lebten, die
Staatsbürgerrechte entzogen, nur weil sie Juden waren. Die Nürnberger
Rassegesetze verboten die Heirat zwischen Juden und „Ariern“ und,
wenn die Ehe bereits geschlossen war, wurden die „arischen“
Ehepartner unter Druck gesetzt, sich von ihrem jüdischen Partner
scheiden zu lassen.
Der
bekannte Schauspieler Heinz Rühmann war mit einer jüdischen Frau
verheiratet – er ließ sich von ihr scheiden, der Karriere wegen.
|

Hans
Albers mit Lebensgefährtin Hansi Burg |
Hans Moser dagegen steht zu seiner Frau Blanca Hirschler, die
aber trotzdem nach Ungarn ins Exil musste. Und Hans Albers, dessen
Lebensgefährtin Hansi Burg ebenfalls Jüdin ist, steht
ebenfalls zu ihr. Sie geht erst 1938 in Exil.
Kampf
gegen den Terrorismus? 2002 gab es einen Selbstmord-Attentäter
in Haifa, der israelischer Staatsbürger arabischer Nationalität
war. Aber rechtfertigt das dieses rassistische Gesetz?
Der
Grund ist, die Regierung will die Zuwanderung von Arabern nach
Israel behindern. Sie fürchten, durch die höhere Geburtenrate
der Araber mit israelischer Staatsbürgerschaft könnte deren
Anteil von derzeit 20% steigen. |
Eine
betroffene Familie hatte gegen dieses Gesetz beim Obersten Gericht
geklagt. Das Gericht aber erklärte das Rassegesetz für rechtens.
Rassismus
in einem rassistischen Staat.
Gush
Shalom, die israelische Menschenrechtsorganisation, veröffentlichte im
Februar 2004 folgende Anzeige:
DIE
RASSENTHEORIE
Der
stellvertretende Minister Boim und der Knessetabgeordnete Hazan
erklärte, dass alle Muslims durch Geburt Mörder sind. Es liegt
in ihren Genen.
Wenn
dies über Juden in irgendeinem TV Programm in Europa oder
Amerika gesagt worden wäre, wäre der Programmdirektor gefeuert
worden.
Wenn
dies über Juden in irgendeinem Parlament in Europa oder Amerika
gesagt worden wäre, wäre das Mitglied gezwungen worden
innerhalb von ein paar Stunden zurückzutreten. Selbst wenn er
sich „entschuldigt“ hätte.
Nur
in Israel geht so eine rassistische Aussage beinahe ohne jede
Reaktion durch. Im Staat „der Überlebenden des Rassismus“
ist Rassismus jetzt zur Routine geworden.
Gush
Shalom |
|