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Venezuela:
Die Linien von Chávez
„WILLST
DU DEN FRIEDEN, BEREITE DICH AUF DEN KRIEG VOR“
von
Hugo Chávez Frías (15.
November 2009)
übersetzt
von Jens-Torsten Bohlke, Brüssel
„Der
Frieden wird mein Hafen, mein Ruhm, mein Lohn, meine Hoffnung, mein Wort
und alles sein, was mir in dieser Welt wichtig ist“ schrieb unser
Vater, Bolívar, an Santander am 23. Juni 1820. Und eben weil wir den
Frieden lieben und wertschätzen, werden wir uns zumindest jetzt
angesichts der verbrecherischen imperialistischen uns von vier Seiten
her bedrohenden Raserei nicht von jenem klugen Grundsatz entfernen,
welcher besagt: „Wenn wir den Frieden wollen, müssen wir uns auf den
Krieg vorbereiten.“
Ich
möchte mir die Worte von Josè Manuel Briceño Guerrero zu eigen
machen, jenes großartige venezolanische und Bewusstsein unseres
Amerikas, dem sehr zu recht Gedenken auf der 5. Internationalen
Buchmesse Venezuelas gewidmet wurde. Denn er spricht zu uns von der
Notwendigkeit, „eine große Reise zu uns selbst zu machen“. Die
Reise, die wir am 27. Februar 1989 begonnen haben. Die ihren Verlauf in
diesen zehn Jahren der Revolution genommen hat. Die notwendigste der
Reisen.
Am
vergangenen Mittwoch nominierten wir beispielsweise die 555 Sportler,
die uns bei den 16. Bolivarischen Spielen in Sucre, dort im geliebten
Bolivien, vertreten werden. Ich bin mehr als überzeugt, dass sie den
Namen Venezuelas weiterhin würdig hochhalten werden. Es ist eine neue
moralische Kraft, ein heiliges Feuer, welches in diesen Söhnen und Töchtern
der Heimat brennt. In ihnen geht die Reise zu uns selbst weiter und
erneuert sich. Und da ist auch die heimatlose Kanaille, die ein Fest
nach einem Befehl veranstalten wollte, welchen ich am vergangenen
Sonntag den ehrwürdigen Soldaten unserer Bolivarischen Nationalen
Streitkräfte gegeben haben sollte. Ich will es bekräftigen, genau wie
ich es am Freitag bei der Friedenskundgebung gegen die Militärstützpunkte
der USA auf kolumbianischen Boden gesagt habe: Ich stehe in der Pflicht,
alle Männer und Frauen aufzurufen, dass wir uns vorbereiten, um die
Heimat von Bolívar und das Vaterland unserer Kinder zu verteidigen. Täte
ich dies nicht, dann würde ich eine Handlung des Hochverrates an
unserem so sehr geliebten Venezuela begehen.
Unsere
Heimat ist heute frei. Und wir werden sie mit unserem Leben verteidigen.
Venezuela wird niemals wieder irgendjemandes Kolonie sein. Niemals
wieder wird Venezuela vor irgendeinem Angreifer oder Imperium auf den
Knien liegen. Und unsere Bolivarischen Streitkräfte, das Volk in Waffen
als ein Ganzes, ist und muss der Garant par excellence des bolivarischen
Friedens bleiben. Des wahren Friedens.
In
dem tiefgreifenden Artikel vom 6. November 2009 mit dem Titel „Der
Anschluss Kolumbiens an die Vereinigten Staaten“, dessen Lektüre ich
immer wieder empfehle, warnt der Comandante Fidel Castro uns angesichts
der Dringlichkeit des Sachverhaltes vor der über uns schwebenden tödlichen
Gefahr.
Insbesondere
richtet er einige notwendigerweise bedrohliche Worte an uns, die wir
politische Verantwortung ausüben. Er gibt uns auf: „Die Politiker
Lateinamerikas haben jetzt ein delikates Problem vor sich: die
elementare Pflicht, ihre Gesichtspunkte über das Anschlussdokument zu
erklären. Ich begreife, dass das, was in diesem für Honduras
entscheidenden Moment geschieht, die Aufmerksamkeit der Massenmedien und
der Außenminister dieser Hemisphäre in Anspruch nimmt. Aber das
schwerwiegende und folgenreiche Problem, welches in Kolumbien
stattfindet, kann an den lateinamerikanischen Regierungen nicht
unbeachtet vorbeiziehen.“
Ich
greife allein diese Worte von Fidel heraus, um einen Gedanken zu
verdeutlichen: Es ist notwendig, den Trug von Uribe zu entlarven, wonach
dieser infame Militärpakt eine Sache der kolumbianischen Souveränität
ist. Es soll eine Sache der Souveränität sein, wenn das gesamte
Kriegsarsenal der Gringos dem Konzept von exterritorialen
Kriegshandlungen entspricht? Wie kann man mit einer Regierung sprechen,
die sich der Globalstrategie der Vorherrschaft des Imperiums völlig
untergeordnet hat? Worüber kann man mit einer Regierung sprechen, die
das kolumbianische Territorium in eine gewaltige militärische
US-Enklave verwandelt, was heißt, in die größte Bedrohung des
Friedens und der Sicherheit der südamerikanischen Region und Unseres
Amerikas? Uribe kann nach allen Seiten gehen und jede Art von Garantien
der Sicherheit anbieten. Aber der Militärpakt verhindert faktisch, dass
Kolumbien Garantien der Sicherheit und der Achtung jemandem anbieten
kann. Nicht einmal den Kolumbianern und Kolumbianerinnen. Ein Land,
welches aufgehört hat, souverän zu sein, und welches ein Instrument
der „neuen Kolonialisierung“ ist, vor welcher unser Befreier warnte,
kann keine Garantien anbieten.
Souveränität.
Da habe ich ein Wort, welches wir immer der Diskussion unterwerfen müssen,
es erneuern müssen, stärken müssen, als Kraft im Handeln und im
Denken nutzen müssen. Im gesellschaftlichen Denken. Ein wenig
Nachdenken darüber, woher dieses Wort zu uns gekommen ist, ist
notwendig, um ihm seinen gerechtfertigten Platz zu geben. Dies vor allem
dann, wenn sein Gebrauch und seine Bedeutung auf dem Spiel stehen.
Wie
die große Mehrzahl der traditionellen politischen Kategorien der repräsentativen
Demokratie, welche wir aus Europa am Ende des 18. Jahrhunderts ererbten,
ist die Souveränität Erbe aus dem Denken der Aufklärung und der Französischen
Revolution.
Souveränität
bezieht sich auf die Freiheit bei der Machtausübung, welche ein Volk
und eine Regierung innerhalb eines bestimmten Territoriums haben, mit
einer spezifischen historischen Identität beim Formen eines Staates und
einer Nation und ihres rechtmäßigen Skeletts. Das heißt: Souveränität
ist die Freiheit eines Volkes, das politische Handeln einer Nation zu
bestimmen. In dieser letzten Bedeutung stützte sie unser Befreier, um
sie mit der Zeit zu vertiefen. Und er vertieft sie auf Ebenen, welche
nicht mal Rousseau selbst - dem wir die Konzeption „Volkssouveränität“
verdanken - sich vorstellte, denn die Souveränität im Denken von Bolívar
erreicht den tiefgründigsten volksverbundenen Inhalt.
So
formuliert unser Vater, der Befreier, in seiner Botschaft an den
Verfassungsgebenden Kongress von Bolivien (1826): „Die Souveränität
des Volkes, die einzige rechtmäßige Autorität der Nationen“. Bolívar
hinterlässt deutlich, welches das souveräne Antlitz der Nationen
Unseres Amerikas ist. Es ist stets wichtig zu erinnern, dass es die eine
Sache ist, was das Konzept der Souveränität von einer
eurozentristischen Sicht aus bedeutet, und dass es eine radikal ganz
andere von Unserer Amerikanischen Sicht aus ist: mit dem Antlitz des
barfüßigen Volkes.
Wir
kommen wieder auf das bolivarische Denken zurück: „Niemand außer der
Mehrheit ist souverän. Wer sich auf den Platz des Volkes stellt, ist
ein Tyrann. Und seine Regierungsgewalt, widerrechtlich angeeignet“.
In
dieser Gedankenlinie sind wir uns in unserem Nation-Sein verpflichtet:
als Land von Unserem Amerika. Es sind fast elf Jahre bei der Anstrengung
vollendet, Souveränität auf allen Ebenen zu schaffen und zu bauen. Und
wir müssen hier betonen, dass Souveränität und Würde
geschwisterliche Worte sind. Wir haben es mit Aktionen gezeigt, mit Überzeugungen
und mit einem Traum im Aufbau: die sozialistische Souveränität, die
sich von unten nach oben formiert, ist der Weg, um eine Souveränität
aufzurichten, die von der Volksmacht als Kern errichtet wird.
Jetzt
angesichts des neuerlichen imperialen Angriffs, kommt eine Stunde der Prüfung
für unsere Souveränität. Eine Stunde der Prüfung, der wir gegenüberstehen
mit derselben Friedens liebenden Berufung, die uns stets wesenseigen
gewesen ist.
Aber
wir müssen uns darüber im klaren bleiben, dass Frieden nie und nimmer
Unterwerfung ist und sein wird.
Sozialistische
Souveränität aufzubauen, von unten nach oben, ist und muss der
Hauptzweck des Wahlprozesses sein, welchen am heutigen Sonntag die
Sozialistische Einheitspartei Venezuelas (PSUV) mit dem Ziel durchführt,
von der Basis her die Delegierten des Außerordentlichen Parteitages zu
wählen, welcher am Ende des Jahres stattfinden wird. Insgesamt
2,450.377 Mitglieder sind in unsere Patrouillen eingeschrieben. Ihnen
gebührt die historische Ehre, die Partei als machtvolle Struktur der
Massen in bewusster Bewegung zu festigen und dabei die Geburt der neuen
Geschichte zu beschleunigen. Eine Partei, die fähig ist, eine Vielzahl
von neuen politischen Kadern innerhalb der Volksmassen hervorzubringen.
Eine Partei, die sich an die Spitze beim Aufbau des Sozialismus stellt.
Patrouillierende
Männer und Frauen! In die Schlacht! Auf zu uns selbst! Um diese Linien
zum Ende zu bringen, bedienen wir uns Bolívars, und so sage ich euch:
der Frieden ist unser Hafen, der Frieden wird unser Ruhm sein.
Vencerémos
- Wir werden siegen!!
Quelle:
http://www.pcv-venezuela.org/
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KP
Venezuelas unterstützt Erklärungen von Hugo Chávez Frías
GEGEN
IMPERIALISTISCHEN GEGENANGRIFF AUF DIE VÖLKER HANDELN
übersetzt
von Jens-Torsten Bohlke, Brüssel
Caracas,
16. November 2009, Tribuna Popular TP.-
Die Kommunistische Partei Venezuelas (PCV) unterstützt die von
Präsident Chávez gemachten anklagenden Erklärungen und stimmt zu,
dass ein imperialistischer Gegenangriff auf die lateinamerikanischen und
karibischen Völker und Regierungen mit dem Ziel stattfindet, die
Vorherrschaft des Imperialismus auf dem Kontinent mit der Unterstützung
einiger im Dienste der US-Politik stehenden Lakaien-Regierungen
wiederherzustellen. Weshalb Vermittlung unzureichend ist. Stattdessen
geht es um Widerstand, Organisierung und Befreiungskampf.
Dies
erklärte Genosse Oscar Figuera, Generalsekretär der KP Venezuelas und
Mitglied der Nationalversammlung Venezuelas. Genosse Figuera hob hervor,
dass „in Lateinamerika und in der Karibik sich ein umfassender
Gegenangriff des US-Imperialismus entwickelt, um das Fortschreiten der Kämpfe
der Völker zu stoppen und die Errungenschaften der fortschrittlichen
Regierungen umzukehren.“ Die Tatsachen in Honduras, Nikaragua und
Paraguay sind deutliche Beweise dieses imperialistischen Gegenangriffs,
welcher die Unterstützung der Oligarchien des gesamten Kontinents hat
und von unterwürfigen Regierungen unterstützt wird. Genosse Figuera
hob hervor, dass die US-Regierung die Maske beim Staatsstreich in
Honduras fallen ließ. Ganz offenkundig waren die USA von Anfang an beim
dortigen Putsch beteiligt.
Dieses
Vorgehen gegen die Regierung von Zelaya hat ermöglicht „aufzudecken,
dass sich die Politik der US-Regierung nicht verändert hat. Und zwar
keinesfalls. Sondern die USA entwickelten eine umfassende taktische Stoßrichtung,
um Zeit zu gewinnen, um die Kämpfe, die Bewegungen und die
internationalen Druckmacher zu verschleißen. Und heute sagen die USA
ohne jede Scham mit allem dem Imperialismus wesenseigenen Zynismus, dass
sie bereit sind, die Ergebnisse der Wahlen anzuerkennen, welche von
einem legitim gewählten Präsidenten organisiert worden sind, auch wenn
er von seiner Regierungsverantwortung verdrängt wurde.“ Genosse
Figuera hob hervor, dass dieser Plan mit der Unterstützung der
Oligarchien der verschiedenen Länder auf dem Kontinent und der der
Politik des Imperialismus sich unterordnenden Regierungen
voranschreitet.
Die
reaktionäre Regierung von Panama ist ebenfalls dazu gedrängt worden,
die vom honduranischen Putschregime organisierten Wahlergebnisse
anzuerkennen. „Im Fall von Panama ist wichtig darauf zu verweisen,
dass Panama seit Beginn des Gegenangriffs der Gringos gestattete, dass
die USA zwei Militärstützpunkte auf dem Gebiet Panamas wieder
einrichten“, so Genosse Figuera. Der von der Kommunistischen Partei
angeprangerte Gegenangriff spielt sich auch gegen die demokratische
Regierung der Sandinistischen Nationalen Befreiungsfront (FSLN)
Nikaraguas ab, „und zwar in voller Missachtung der kürzlich dort
erfolgten Wahlen, in denen die FSLN einen überwältigenden Sieg des
Volkes bei den Regionalwahlen errungen hat“, so Genosse Figuera.
Genosse
Figuera hob weiter hervor, dass „jener Plan sich auch in Paraguay
weiterhin entwickelt.“ Dies insbesondere, seit Präsident Fernando
Lugo souverän seit vergangenem September entschieden hat, die
gemeinsamen Militärmanöver der paraguayischen und US-Streitkräfte mit
Namen „Neuer Horizont 2010“ auszusetzen. Trotz dieser Tatsache
besetzte die US-Regierung militärisch bäuerliche Gegenden in Paraguay.
Dazu wurden 500 US-Militärangehörige eingesetzt. „Und zwar dort, wo
es eine bedeutende Präsenz der paraguayischen Linkskräfte und der
Kommunistischen Partei gibt.“
Was
in diesem kontinentalen Rahmen Lateinamerikas sich für die KP
Venezuelas derzeit auf dem Kontinent abzeichnet, ist nicht nur eine
Aggression gegen Venezuela. „Das ist eine Aggression gegen alle Völker
Lateinamerikas und alle Regierungen, die den Mechanismus der
Unterordnung und Beherrschung durch den Imperialismus durchbrechen
wollen“, so Genosse Figuera.
„Darum
stimmt die Kommunistische Partei mit den Erklärungen von Präsident Chávez
überein. Und zwar in dem Sinne, dass da keine Vermittlung angesagt ist,
weil sich das Problem nicht zwischen der kolumbianischen und
venezolanischen Regierung auftut. Nein! Es besteht zwischen dem
US-Imperialismus, der Uribe als Helfer benutzt, um die Völker des
Kontinents anzugreifen und alle Prozesse zur Festigung der Souveränität
und der Unabhängigkeit zu zerschlagen“, so Genosse Figuera. „Hier
kann es keine Vermittlung geben. Denn es existiert eine Aggression des
kolumbianischen Staates, als Helfer des Imperialismus gegen die
Regierungen Lateinamerikas.“
Für
die venezolanischen Kommunisten hilft da keine Vermittlung Brasiliens
oder irgendeines Landes. „Was hilft, ist die feste souveräne und
ehrenwerte Haltung aller Regierungen des Kontinents, um diese
aggressive, expansionistische Politik des reaktionären Gegenangriffs
des Imperialismus zu verurteilen“, unterstrich Genosse Figuera.
Die
Kommunistische Partei fordert die venezolanische Regierung dazu auf,
diese Diskussion in die UNO und die OAS zu tragen. Dringend muss eine
Sondersitzung von UNASUR und all den multilateralen Organen des
Kontinents einberufen werden, um diese Politik der imperialistischen
Aggression gegen die Völker und die Regierung Uribe anzuprangern.
Die
KP Venezuelas machte einen Aufruf an alle Völker Lateinamerikas, die
linkgerichteten politischen Massenbewegungen und revolutionären
gesellschaftlichen Kräfte „die Bildung der Antiimperialistischen
Front des Kontinents voranzutreiben, die dazu dienen soll, sich zu
vereinen, sich abzustimmen und die Antwort der Völker und der für
Befreiung und gegen den Gegenangriff des Imperialismus stehenden
Regierungen zu geben.“
Oscar
Figuera betonte, dass der Regierung von Brasilien nicht eine
Vermittlerrolle, sondern eine Position des Widerstandes gegenüber der
Aggression des Imperialismus gut zu Gesicht stehen würde. Die KP
Venezuelas bekräftigt die Losung, welche bereits Teil der Kämpfe
unserer Völker ist: „Kein US-Soldat auf lateinamerikanischem
Territorium!“
Davon
ausgehend wird die KP Venezuelas Teil der großen Anstrengung zur
Organisierung des Kongresses der Bolivarischen Kontinentalen
Koordinierung (CCB), „welche als Rahmen für das Entstehen der
Bolivarischen Kontinentalbewegung dienen wird, als Gremium für die
Artikulierung aller Kräfte im Widerstand gegen die Vorherrschaft des
Imperialismus.“
Quelle:
http://www.pcv-venezuela.org/ |